Der Wächter

 

63. Die Welt im Umbruch 

Gott schickt uns viele Flüchtlinge: „Geht ihnen entgegen mit Wasser und Brot!“ (Jes. 21, 14. 15)

Christen müssen Gutes tun, den Armen und Hilfsbedürftigen helfen und die "Gute Botschaft" verkündigen! (Gal. 6, 9.10)

ISRAEL: „So spricht der Herr der Heerscharen: „Ich will sie herbeibringen, dass sie mitten in Jerusalem wohnen sollen; und sie werden mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein...“ (Sach.8, 8)

 

Was Gott tun will und tun wird, das müssen sogar die Gläubigen Ihm überlassen.

Gott hat einen Plan mit seinem Volk, und er führt ihn auch aus, ob es den Menschen passt oder nicht. Und weil das vielen Völkern nicht gefällt, darum sehen wir soviel Bewegung bei den Nachbarstaaten Israels. Die Völker erheben sich gegen Israel und gegen die Christen (Ps. 2). Wer gegen das auserwählte Volk Gottes anrennt, der rennt gegen eine Mauer an. Wer Gott nicht auf der Rechnung hat, der verrechnet sich! Und es soll geschehen, wie ihr ein Fluch gewesen seid unter den Heidenvölkern, so will ich euch erretten, dass ihr ein Segen werden sollt.“ (Sach. 8, 13)

 

Israels Ungehorsam (5. Mo.11, 26-28; 28, 13) brachte ihnen Zerstreuung, Züchtigung und Verfolgung ein. Aber Gott hat gesammelt, was er zerstreut hatte. „Ihr werdet mein Volk sein, und ich werde euer Gott sein!“

Ja, es geht noch weiter: „Es werden noch Völker vieler Städte kommen, um den Herrn anzuflehen und den Herrn der Heerscharen in Jerusalem zu suchen!“ (Sach. 8, 20)

Gott wird seinen Geist auf Israel ausgießen und einen neuen Bund schließen. „Und der Herr wird dich zum Haupt setzen und nicht zum Schwanz…“ (Sach. 12, 10)

Israel wird in den letzten Tagen an Bedeutung gewinnen, nicht verlieren. In den letzten Tagen soll das geschehen. Diese Welt ist jetzt schon im Umbruch. Denn die "letzten Tage" sind bereits angebrochen. Viele Ereignisse deuten auf die Endzeit hin. Lasst uns dafür beten, dass das Volk der Juden sich zu ihrem Messias wendet, und den annimmt, den sie ans Kreuz geschlagen haben. Es war von Gott so bestimmt, sonst wären wir alle dem Tode preisgegeben. 

Jesus soll viele zum Raube haben, denn er hat vieler Sünden getragen, der Gerechte hat viele gerecht gemacht.Und Jesaja sagt: "Darum will Ich Ihm die Vielen zum Anteil geben, und Er wird Starke zum Raub erhalten..." (Jes. 53, 12a)

Und Deutschland hat Gott den Rücken zugekehrt und nicht das Angesicht. Beten wir für Deutschland, dass unser Land nicht zum Schwanz wird, sondern dass es gerettet wird! Halten wir an am Gebet, dass unser Volk Gnade finden möchte und nicht ins Verderben stürzt!

Beten wir dafür, dass Gott unserem Volk die Sünden vergeben möge, denn bei Gott ist viel Vergebung.

 

Gott wird das Geschick Israels wenden!

„Schreibe die Worte in ein Buch“ Jer. 30, 2.3.8.13.14.17.19f. Gott hat sein Volk hart geschlagen, er erbarmt sich seines Volkes: Er will Genesung und Heilung bringen. „Loblieder und Freudengesänge sollen von ihnen ausgehen; und ich werde sie mehren und nicht mindern, ich werde sie herrlich machen.“ 

Am Ende der Tage: (Dan. 12,13; Mat. 24,3) Es wird kommen, der da kommen soll! (Jer. 30, 24; Jes. 2) Haggai sagt: „Mein Geist soll in eurer Mitte bleiben; fürchtet euch nicht! So spricht der Herr der Heerscharen: Noch einmal, eine kurze Weile, werde ich den Himmel und die Erde erschüttern, das Meer und das trockene Land; und ich werde auch alle Heidenvölker erschüttern, und das Ersehnte aller Heidenvölker wird kommen: und ich werde dieses Haus mit Herrlichkeit erfüllen, spricht der Herr der Heerscharen.“ (Hag.2, 5b-7; Hebr. 12, 26- 29) 

Noch wendet Gott sich vermehrt den Nationen zu. Täglich werden Tausende und aber Tausende hinzugetan zur Gemeinde Jesu. In China gibt es mehr als 40 Millionen Christen. Ihre Zahl wächst täglich, obwohl sie unter schwierigsten Bedingungen und im Untergrund als Christen leben müssen. Mögen noch viele zu Christus und zum Christentum kommen, damit der Lohn Jesu Christi groß werde. Die „Vollzahl der Heiden“ muss erreicht werden. Paulus sagt: Hinsichtlich des Evangeliums sind sie zwar Feinde um euretwillen, hinsichtlich der Auserwählung aber Geliebte um der Väter willen.“ (Röm. 11, 28) 

 

Doch das weitgehend isolierte Volk der Juden wird noch wunderbare Tage in nicht allzu ferner Zukunft erleben. Der Israel geschlagen hat, der wird es heilen, der es gedemütigt hat, wird es groß machen vor allen Nationen. Das Volk wird umkehren zu Gott und ihn weinend anschauen, den sie durchstochen haben. (Jer. 31, 7- 11; Sach. 12, 10)

Gott wird ihnen ein neues Herz geben, einen neuen Bund mit Israel schließen. (Jer. 31, 31- 34; Hes. 36, 26- 28)

 

Der Nahe Osten – der Kofliktherd

Im Nahen Osten, dem Konfliktherd der Erde, herrscht kein Friede. Israel ist noch mit Blindheit geschlagen bis zum heutigen Tag. Doch die Zeit wird kommen, wo Gott dem ganzen Volk die Augen öffnen wird und sie ihren Messias erkennen werden. Gott wird sich auch den Ägyptern zu erkennen geben (Jes. 19, 21- 25), und den Stolz der Philister (Palästinenser) wird er brechen u. Frieden schaffen. (Sach. 9, 6- 8) Was Menschen nicht schaffen, das schafft Gott. Blindheit ist über den Nationen und über Israel (2. Kor. 4,3; 3,14; Jes. 25,7). Vergessen wir nicht: Die Verwerfung der Juden = Versöhnung der Welt. Das heißt: Diese Zeit der Verwerfung Israels ist die Zeit der Gnade und der Tag des Heils für die Nationen!

Und die offene Tür der Zeit der Gnade wird Gott zuschließen wie er auch die Arche Noah zuschloss, und niemand konnte aufschließen. Dann wir Jesus erscheinen in den Wolken des Himmels, in Kraft und Herrlichkeit. Er wird seine Gemeinde, die Erlösten, heimholen in die ewigen Wohnstätten. Das Volk der Juden musste schwere Drangsal erleiden wie kein anderes Volk. Dann entstand der neue Staat Israel 1948. In wenigen Monaten ist die Zahl 70 Jahre erfüllt. 

Die Schrift sagt: "Bald nach der Drangsal jener Tage wird die Sonne verfinstert werden, und der Mond wird seinen Schein nicht geben, und die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte des Himmels erschüttert werden. Und dann wird das Zeichen des Menschensohns am Himmel erscheinen, und dann werden sich alle Geschlechter der Erde an die Brust schlagen, und sie werden den Sohn des Menschen kommen sehen auf den Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit." (Mat. 24, 29. 30)

 

 

64. „Zankapfel“ Jerusalem - Israel

 

Gibt es eine Lösung? Und wann kommt die Lösung?

 

(Auszüge verkürzt aus einem Bericht von Shira Sorko- Ram aus „Maoz- Israel“ 03. 2017)

 

Shira spricht in ihrem Bericht über die aktuelle und brisante Lage in Israel, und was den Islam betrifft, auch die prekäre Lage weltweit an. Sie sagt: „Ich muss zugeben, ich habe viele schlaflose Nächte wegen der geistlichen und moralischen Talfahrt der westlichen Zivilisation gehabt, vor allem in den beiden Ländern Israel und Amerika, in denen ich Staatsbürgerin bin.“ (Anmerkung: Aus demselben Grund wünschte ich uns Deutschen schlaflose Nächte.) 

 

„Vor ungefähr 15 Jahren hörte ich Präsident George W. Bush, wie er die „Roademap für Frieden“ ankündigte, indem er das Heilige Land in „zwei Staaten für zwei Völker, die in Frieden und Sicherheit leben“ werden, aufteilte.“ (Anm.: Diese Aufteilung ist eine Konzession gegenüber den Palästinensern. Diese wollten und wollen das ganze Territorium Israels. Das ist nicht, was Gott will!) Shira fährt fort:

„Nicht genug damit, seine Reaktion auf die Katastrophe vom 11. 09. 2001 war eine Deklaration, dass „der Islam eine Religion des Friedens sei.“ (Der IS hat viele Unterstützer und viele Dulder.)

„Gott will alle segnen, die Abraham und seine Nachkommen segnen, und die verfluchen, die ihn und seine Nachkommen verfluchen (1. Mo. 12, 3). (Abraham hatte zwei Söhne. In Isaak wird das geistige Israel und Jerusalem gesegnet werden, nicht in Ismael, dem Urvater der Araber. )

 

„Gott wird mit denen, die gegen Israel (auch gegen das geistige Israel, die Christen) gezogen sind, ins Gericht gehen. Der Prophet Joel sagt: „Denn siehe, in jenen Tagen und zu jener Zeit, wenn ich das Geschick Judas und Jerusalems wende, da werde Ich alle Heidenvölker versammeln ... Und Ich werde dort mit ihnen ins Gericht gehen wegen meines Volkes und meines Erbteils Israel, weil sie es unter die Heidenvölker zerstreut und mein Land ausgeteilt haben.“ (Joel 4, 1- 2)

 

Shira erwähnt in ihrem Bericht das Geschichtsereignis von 1947, wo die UN das Territorium des alten Staates Israel in zwei Staaten geteilt hatte, in einen jüdischen und einen arabischen Staat. Sie sagt:

„In den Tagen gab es kein palästinensisches Volk, nur Araber. Doch die Araber hatten zwei Staaten für zwei Völker abgelehnt. Sie wollten einen arabischen Staat, und keinen jüdischen.“ (Der Prophet Joel sagt: „Mein Land (= Gottes Land) haben sie aufgeteilt!“ 4, 2)

Sie schreibt dann von der islamischen Unterwanderung in den Vereinigten Staaten während der Präsidentschaft Barak Obamas,  von der massiven Einwanderung muslemischer Missionare und von Konvertiten unter den Häftlingen. (Es trifft auch auf unser Land zu, obwohl sie von USA spricht.) Sie sagt:

"Obama füllte das Weiße Haus mit moslemischen Beratern.“ Ihren Ausführungen folgt ein ganz wichtiger Satz, den sich auch deutsche Politiker und die Bürger gut merken sollten. Sie sagt:

„Eine Demokratie ohne Gott kann gegen den Islam nicht gewinnen!“

 

In der Tat: Das haben nur wenige bedacht. (Es gibt noch mehr, worüber wir Deutsche, wir Europäer nachdenken sollten.)

 

„Es kommt eine Flut von islamischen Flüchtlingen in westliche Länder mit Wirtschaftswachstum; und man kann den Strom nicht aufhalten und Flüchtlinge wegen ihrer Relegion nicht abweisen. Die Geburtenrate der Moslems ist viel höher als in jedem demokratischen Land, die allesamt dringend Arbeitskräfte brauchen. Die Umfragen bestätigen, dass 10 bis 15% der moslemischen Bevölkerung zum Dschiehad tendieren, die das Ziel verfolgen, die ganze Welt für den Islam zu erobern. Und die Doktrin der Scharia im Islam warnt die Moslems eindringlich, sich nicht in die westliche Gesellschaft zu integrieren. Wird ein Land, nicht nur durch Einwanderung sondern auch durch die hohe Kinderrate, von Moslems überschwemmt, gibt es keine Abwehr mehr und entwickelt sich durch Wahlen und auch Angst vor Terror zu einem islamischen Staat.“ 

(Anmerkung: Aus Angst macht man in Deutschland die Augen zu!)

 

„Jetzt, zu diesem Zeitpunkt, hat der Gott Israels den Vereinigten Staaten das Privileg gegeben, den Weg zu bereiten, um den jüdischen Staat zu bewahren.“ 

„Biblische Werte werden geächtet. Abtreibungs- Rechte und Homosexuellen Rechte und Islamische Rechte sind die vorherrschenden liberalen Werte in Amerika.“ (Auch in Deutschland geschieht dasselbe, und man tut so, als existiere Gott nicht.) „Wirklich, wem ist es noch nicht bewusst, dass die Religionsfreiheit der Christen ausgehöhlt wird?

 

Eine Vielzahl von Atheisten werden von extremistischen Magnaten finanziert; sie haben nichts anderes zu tun, als alles und jedes vor Gericht zu zerren, das danach aussieht, als stamme es aus der Bibel. 

Atheistische Professoren haben die amerikanische Geschichte neu geschrieben und unterziehen die wehrlose Jugend Amerikas einer regelrechten Gehirnwäsche. Sie fördern einen genusssüchtigen Lebensstiel und eine ungezügelte Denkweise, wodurch sie einen gewalttätigen Protest gegen jede biblische Moral auslösen. Zügellosigkeit wird freie Meinungsäußerung genannt; gottgegebene Werte werden verspottet, das Reden ihrer Befürworter wird unterdrückt. Im Jahre 2016 fanden 52.000 Amerikaner den Tod wegen einer Überdosis an Drogen. In dem jahr hat Heroin mehr Amerikaner getötet, als die Waffen.

 

Die einzige wahre Abwehr gegen eine islamische und gegen eine atheistische Übermacht ist diese: „Wenn mein Volk, über dem mein Name ausgerufen ist, sich demütigt, und sie beten und suchen mein Angesicht und kehren um von ihren bösen Wegen, dann werde Ich vom Himmel her hören und ihre Sünden vergeben und ihr Land heilen.“ (2. Chr. 7, 14)

 

Zwischen 1917 und 1947 gab Gott dem Vereinigten Königreich das Privileg eine neue Israelische Nation nach 2.000 Jahren Exil zu gründen. Großbritanien hat die Chance des Jahrhunderts vertan. Wird nun der US- Präsident Trump es schaffen?“ 

Gott spricht: „Warum toben die Heiden und ersinnen die Völker Nichtiges? Die Könige der Erde lehnen sich auf, und die Fürsten verabreden sich gegen den Herrn und gegen seinen Gesalbten. Der im Himmel thront, lacht; der Herr spottet über sie.“ (Ps. 2, 1- 2. 4)

 

Gott hat das Problem längst gelöst durch seinen König und unseren Erlöser. Gegen Gott anrennen gleicht dem, wenn jemand gegen eine Wand anrennt. Gott sagt: „Ich habe meinen König eingesetzt auf Zion, meinem heiligen Berg!“

 

 

62. Wer wird bestehen?

 

„Siehe, er kommt! Spricht der Herr der Heerscharen. Wer aber wird den Tag seines Kommens ertragen, und wer wird bestehen, wenn er erscheint?“ (Mal. 3, 1b- 2)

Das erste Kommen Jesu in diese Welt, von den Propheten an-gekündigt, ging in Erfüllung. Das zweite Kommen Jesu ist an vielen Stellen in der Bibel erwähnt und wird auch in Erfüllung gehen. Niemand kennt den genauen Zeitpunkt seiner Wieder-kunft, nur der Vater im Himmel. Israel ist der Zeiger an Gottes Weltenuhr. Jesus selbst sagt über das Ende der Weltzeit: „Und es werden Zeichen geschehen an Sonne, Mond und Sternen, und auf Erden Angst der Heidenvölker vor Ratlosigkeit bei dem Tosen des Meeres und der Wogen, da die Menschen in Ohnmacht sinken werden vor Furcht und Erwartung dessen, was über den Erdkreis kommen soll; denn die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden. Und dann werden sie den Sohn des Menschen kommen sehen in einer Wolke mit großer Kraft und Herrlichkeit.“ (Luk. 21, 25- 27) 

Jesus fügt ein Gleichnis an: „Seht den Feigenbaum und alle Bäume! Wenn ihr sie schon ausschlagen seht, so erkennt ihr von selbst, dass der Sommer jetzt nahe ist. So auch ihr: Wenn ihr seht, dass dies geschieht, so erkennt, dass das das Reich Gottes nahe ist.“ (V. 29- 31)

„Wenn aber dies anfängt zu geschehen, so richtet euch auf und erhebt eure Häupter, weil eure Erlösung naht.“ 

Der Feigenbaum Israel als Staat blüht seit Mai 1948. Alle Bäume sind die Heidenvölker, die zusehends erwacht sind und Knospen schlagen. Die Kolonien überall in der Welt befreiten sich von der Kolonialherrschaft und wurden souveräne Staaten. Jesus sprach: „Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis alles geschehen ist.“

Nachdem Jesus vom Ölberg in den Himmel entrückt wurde, schauten ihm die Jünger einige Zeit nach. Da erschienen ihnen zwei Engel, die sprachen: „Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr hier und seht zum Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg in den Himmel aufgenommen worden ist, wird in derselben Weise wieder-kommen, wie ihr ihn habt in den Himmel auffahren sehen!“(Apg. 1, 11)

Nach der Himmelfahrt Jesu setzte eine Christenverfolgung ein. Damals gab es noch nicht viele Christen. Heute gibt es weltweit eine große Schar von Gläubigen; allein in China, wo Christen verfolgt werden, schätzt man ihre Zahl auf mehr als 30 Millionen. Damals hielt Petrus auch in Cäsarea eine Rede. Er sagte: „Und wir sind Zeugen alles dessen, was er im Land der Juden  und in Jerusalem getan hat. Ihn haben sie getötet, indem sie ihn ans Holz hängten. Diesen hat Gott auferweckt am dritten Tag und hat ihn offenbar werden lassen, nicht dem ganzen Volk, sondern uns, den von Gott vorher erwählten Zeugen, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben nach seiner Auferstehung von den Toten. Und er hat uns geboten, dem Volk zu verkündigen und zu bezeugen, dass er der von Gott bestimmte Richter der Lebendigen und der Toten ist.“ (Apg. 10, 39- 42)

Wer wird bestehen am „Tag des Herrn?“ Wer kann ihm mit Freuden entgegen gehen, wenn er erscheint? Gottes Wort er-mahnt uns, auf die von Gott bestätigte Heilsverkündigung zu hören: „Darum sollten wir desto mehr auf das achten, was wir gehört haben, damit wir nicht etwa abgleiten. Denn wenn das durch Engel gesprochene Wort zuverlässig war und jede Übertretung und jeder Ungehorsam den gerechten Lohn empfing, wie wollen wir entfliehen, wenn wir eine so große Errettung missachten?“(Hebr. 2,1-3)

In unserer schnelllebigen Zeit sind die Menschen kurzatmig und kurz denkend, halten aber gern lange Reden. Denke über das Wort nach: „Habt acht, dass ihr den nicht abweist, der da redet!“

Die Erde und auch der Himmel werden noch einmal erschüttert werden. (Hebr. 12, 26) Der Prophet Haggai sagt: „Noch einmal, eine kurze Weile, werde ich den Himmel und die Erde erschüttern, das Meer und das trockene Land; und ich werde auch alle Heidenvölker erschüttern, und das Ersehnte der Heidenvölker wird kommen; und ich werde dieses Haus mit Herrlichkeit erfüllen…“ (Haggai 2, 6. 7)

„Ich werde Königsthrone umstoßen und die Macht der heidnischen Königreiche zertrümmern.“ (Vers 22)

 

GM

 

 

 

61. Frohe Botschaft mit-teilen, Reichtum aus-teilen!

 

Das Evangelium den Armen!

Jakobus sagt zu den Reichen: „Wohlan nun, ihr Reichen, weint und heult über das Elend, das über euch kommt!“ (Jak. 5, 1)

 

Wie sollen sie aber weinen über das Elend, das über sie kommt, da sie doch gar nicht sehen und nicht erkennen, dass ein Elend über sie kommt. Es sei denn, sie würden die Bibel aufschlagen und darin lesen. Auch Reiche haben häufig irgendwo eine Bibel liegen. Wer von den Reichen keine Bibel hat, der ist sehr, sehr arm. Jesus verließ die Herrlichkeit des Himmels; er kam auf diese Erde und wurde arm, damit wir durch seine Armut reich würden. (2. Kor. 8, 9)

Er wurde in der kleinen Stadt Bethlehem in einem Stall geboren, weil man für den neugeborenen König und Erlöser der Menschheit keinen Platz in der Herberge fand. Jesus ist zuerst für die Armen gekommen. 

Später las er in der Synagoge in Nazareth aus der Jesaja- Rolle vor: „Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, den Armen frohe Botschaft zu verkündigen; er hat mich gesandt, zu heilen, die zerbrochenen Herzens sind, Gefangenen Befreiung zu verkünden und den Blinden, dass sie wieder sehend werden, Zerschlagene in Freiheit zu setzen…“ (Luk. 4, 18. 19; Jes. 61, 1- 2)

 

Das Unglück der Reichen

Die Reichen werden es sehr schwer haben, ins Himmelreich zu kommen (vergleiche: Matth. 19, 23. 24). Die Reichen dieser Welt müssen sich zuerst von ihrem Reichtum lösen und barmherzig werden. Lot war sicher in Sodom auch reich geworden. Lots Familie wurde vor dem unmittelbaren Untergang Sodoms durch die Engel aus Sodom herausgeführt, weil sein Onkel (Abraham) für die Einwohner Sodoms zu Gott gebetet und mit Gott gerungen hat. Lots Frau hatte es nicht geschafft, sich von Sodom und ihrem angesammelten Reichtum zu lösen. Entgegen der Warnung des Engels schaute sie sich um und erstarrte zur Salssäule. (1. Mo. 19) Abraham war sogar reicher als Lot, aber auch barmherziger, gelöst von allem, gerecht und edel. Er hat nie andere übervorteilt. Abraham wurde von den Hetitern „Fürst Gottes“ genannt (1. Mo. 23, 6). Er wurde der Vater aller Gläubigen. 

Den Reichen verschafft ihr Reichtum nicht das Himmelreich, aber viele schlaflose Nächte, zerrüttete Ehen, zerbrochene Existenzen und Ünglück statt Glück; und Milliarderssöhne sind suizidgefährdet. 

 

Und wie sollen sie Barmherzigkeit erlangen?

„Der Reiche rühme sich nicht seines Reichtums, sondern wer sich rühmen will, der rühme sich dessen, dass er Einsicht hat und mich erkennt, dass ich der Herr bin, der Barmherzigkeit, Recht und Gerechtigkeit übt auf Erden! Denn daran habe ich Wohlgefallen, spricht der Herr.“ Jer. 9, 22. 23) 

Gott ist der Vater der Barmherzigkeit (2. Kor. 1, 3), und Jesus lebte Barmherzigkeit auf Erden aus, denn Gott war in ihm und mit ihm. Jesus kann alle freimachen, die Gebundenen, die Süchtigen und auch die Habsüchtigen. Zu den Jüngern sprach Jesus einmal: „Hütet euch vor der Habsucht! Denn niemandes Leben hängt von dem Überfluss ab, den er an Gütern hat.“ (Luk. 12, 15)

 

Ein reicher Narr

Und danach sagte Jesus ihnen ein Gleichnis vom reichen Narren, dessen Felder einen reichen Ertrag hatten, und dessen Scheunen die Ernte nicht aufspeichern konnten, weil sie viel zu klein waren. Dann sprach er zu sich: „Das will ich tun: Ich will meine Scheunen abbrechen und größere bauen… und will zu meiner Seele sagen: Seele, du hast einen großen Vorrat auf viele Jahre; habe nun Ruhe, iß und trink und sei guten Mutes! Aber Gott sprach zu ihm: Du Narr! In dieser Nacht wird man deine Seele von dir fordern; wem wird gehören, was du bereitet hast? So geht es dem, der für sich selbst Schätze sammelt und nicht reich ist für Gott!“ (Luk. 12, 18- 21)

 

Der reiche Mann und der arme Lazuzus

Eine andere Geschichte ist die  vom reichen Mann und dem armen Lazarus. Sie müsste alle Reichen erschrecken lassen. (Lukas 16, Verse 19- 31). Lazarus war schwer krank und vegetierte von den Abfällen des Reichen so dahin, bis er starb. Dann wurde er von den Engeln in Abrahams Schoß getragen und befand sich im Paradies; der reiche Man dagegen starb und befand sich in ewigen Qualen. Das war für beide erst der Hades (das Totenreich); für den einem die Vorstufe des Himmels, für den anderen die Vorstufe der Gehenna (Hölle). 

„Wer sich über den Armen erbarmt, der leiht dem Herrn, und er wird ihm seine Wohltat vergelten.“ (Spr. 19, 17)

 

Unrechtmäßiger Reichtum

Wer nicht auf legale Weise zu Reichtum gekommen ist, kann eine Begegnung mit Jesus kaum ertragen; doch er wird anschließend verändert sein und seine Einstellung verändern. In der Bibel finden wir ein gutes Beispiel darüber mit Zachäus. Er war ein Oberzöllner und ist durch Betrug zu Reichtum gekommen. Doch Zachäus wollte unbedingt Jesus einmal sehen. Er sah ihn, und Jesus sprach zu ihm: „Heute muss ich in dein Haus einkehren!“

Bei ihrem gemeinsamen Mahl sprach Jesus wohl nicht viel, aber durch seine Gegenwart war Zachäus innerlich aufgewühlt, und sein Gewissen plagte ihn. Er sprach zu Jesus: „Siehe, Herr, die Hälfte meiner Güter gebe ich den Armen, und wenn ich jemand betrogen habe, so gebe ich es vierfältig zurück!“ Und Jesus sprach zu ihm: Heute ist diesem Haus Heil widerfahren!“ (Luk. 19, 8. 9a)

So können auch andere Menschen Frieden finden.

 

Unvergängliche Reichtümer der Herrlichkeit

Ihr Reichen: Gott bietet euch unvergängliche Reichtümer an, und unvergängliche Freude und ungetrübtes Glück. Und Gottes herrliche Himmelsgüter unterliegen keiner Entwertung und keiner Inflation. Gottes Schlösser und Paläste sind keine Luftschlösser. Der die herrliche Welt in ihrer ganzen Vielfalt und Kreativität geschaffen hat, der hält Herrlichkeiten in der Himmelswelt für den bereit, der an ihn glaubt. Der Apostel Paulus sagt: „Der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, gebe euch den Geist der Weisheit und Offenbarung in der Erkenntnis seiner selbst, erleuchtete Augen eures Verständnisses, damit ihr wisst, was die Hoffnung seiner Berufung und was der Reichtum der Herrlichkeit seines Erbes in den Heilige ist.“ (Eph. 1, 17. 18)

 

Die sich für reich halten!

Es sind in Wahrheit arme Leute, die sich für reich halten. Sie sagen: „Ich bin reich und habe Überfluss, mir mangelt es an nichts. Sie erkennen nicht, dass sie in Wahrheit elend und erbärmlich sind, arm, blind und entblößt.“ Jesus sagt: „Ich rate dir, von mir Gold zu kaufen, das im Feuer geläutert ist, damit du reich wirst, und weiße Kleider, damit du dich bekleidest und die Schande deiner Blöße nicht offenbar wird: und salbe deine Augen mit Augensalbe, damit du sehen kannst.“ (Offb. 3, 17. 18)

Wer Jesus nicht kennt, kann durchaus viel Reichtümer besitzen; doch ohne ihn bist du arm und blind und bloßgestellt. Das sind die Worte Jesu. Gott hat uns so sehr geliebt, dass er seinen eigenen Sohn für uns in den Tod gegeben hat. Sollten wir da nicht die Liebe Gottes erwidern? Und sollten wir nicht auch die Liebe Jesu zu uns erwidern, der das Erlösungswerk vollbracht und und erlöst hat vor dem Zorn Gottes? Die Liebe zu Gott wird durch gute Werke bewiesen. 

Johannes sagt: „Denn wie kann Gottes Liebe in einem Menschen bleiben, dem die Not seines Bruders oder seiner Schwester gleichgültig ist, obwohl er selbst alles im Überfluss besitzt?“ (1. Joh. 3, 17)

Jesus sagt: „Denn wer sein Leben retten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden. Denn was hilft es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber sein Leben verliert? Oder was kann der Mensch als Lösegeld für sein Leben geben?“ (Matth. 16, 25. 26)

 

Alle Dinge gemeinsam

Wenn ein Mensch von der Liebe Gottes erfasst wird, übt er Liebe und Barmherzigkeit aus. Und wenn er vom Heiligen Geist erfüllt wird, verliert er auch den letzten Rest des Egoismus und liebt seinen Bruder, seine Schwester bedingungslos und selbstlos. 

Nach der Ausgießung des Heiligen Geistes hatten die Jünger die Lektion der Barmherzigkeit gelernt und sie ausgeführt. Es heißt: „Es kam aber große Furcht über alle Seelen, und viele Wunder und Zeichen geschahen durch die Apostel. Alle Gläubigen waren aber beisammen und hatten alle Dinge gemeinsam; sie verkauften ihre Güter und Besitztümer und verteilten sie unter alle, je nachdem einer bedürftig war.“ (Apg. 2, 43- 45)

Sie blieben also in der Gemeinschaft und taten alles gemeinsam: Sie nahmen teil an den gebetsstunden, sie teilten das Brot, den Wein und das Wort aus; sie teilten einander ihre Nöte mit, sie teilten ihre Güter auf, verkauften ihre Besitztümer, um Notdürftige daran teilhaben zu lassen, sie waren beständig und einmütig im Tempel, sie trafen sich auch in den Häusern und lobten Gott. Niemand hatte Not. Und ihr Glaube wurde gestärkt. Ich behaupte: Auf grund dieser Dinge und der Einmütigkeit der Gläubigen wirkte Gott viele Zeichen und Wunder; und täglich bekehrten sich Menschen, die der Gemeinde hinzugetan wurden.

 

Reichtum teilen! So könnte die große Hungersnot in der Welt bekämpft und aufgehoben werden. Tausende Kinder sterben täglich an Hunger, und viele Reiche leisten sich eine Übernachtung im Luxushotel in Dubai für mehr als 1.000,- Dollar. Um nur ein Beispiel zu nennen. Die Ungerechtigkeit nimmt zu in der Welt!

GM

 

 

60. Das Werk der Gerechtigkeit wird Friede sein

 

„Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist; wer darin Christus dient, der ist Gott wohlgefällig und auch von den Menschen geschätzt.“ (Röm. 14, 17. 18)

 

Wie sehnen sich doch die Völker nach Frieden und Gerechtigkeit!Trends und der Zeitgeist suggerieren uns laufend wie der Mensch sein muss, der Erfolg und Ansehen in der Gesellschaft hat. Die Bibel aber, das Wort Gottes, beschreibt den Menschen, der Gott gefällt, Segen empfängt und zum Segen für andere wird.

Wir registrieren, dass in unserer Welt viel Ungerechtigkeit herrscht. Die Gerechtigkeit im Leben der Gesellschaft, des Volkes und zwischen den Völkern muss eingefordert werden. Weil die Ungerechtigkeit herrscht und die Gerechtigkeit fehlt, gibt es immer wieder Auseinandersetzungen, Streit und Kriege zwischen den Völkern. Das Neue Testament zeigt uns die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt und die durch den Glauben an Jesus Christus kommt. Da, wo jetzt noch Unrecht, Ungerechtigkeit, Lieblosigkeit, Hass und Chaos herrschen, wird einmal Gerechtigkeit herrschen und Friede sein.

Jesaja spricht vom zukünftigen und kommenden Friedensreich Jesu Christi, von dem Reich der Gerechtigkeit. Das wäre doch schön, wenn der König eines Volkes in Gerechtigkeit regieren und die Obersten nach Recht und Gerechtigkeit fragen und handeln würden. Was wir jetzt vermissen, wird dann, wenn das Königreich Jesu anbricht, so sein! Es heißt weiter: 

Und das Werk der Gerechtigkeit wird Friede sein und der Ertrag der Gerechtigkeit Ruhe und Sicherheit für ewig.“ (Jes. 32, 17)

Nicht nur Israel, auch die Nationen sehnen sich nach Gerechtigkeit und Frieden. Das wird kommen, wenn der Geist aus der Höhe über Israel ausgegossen wird. Gott hat durch Jesaja zu Israel gesprochen und sie an Gottes Gebote erinnert und gesagt: „Ich bin der Herr, dein Gott, der dich lehrt, was dir nützlich ist, der dich leitet auf dem Weg, den du gehen sollst. O dass du doch auf meine Gebote geachtet hättest! Dann wäre dein Friede wie ein Wasserstrom gewesen und deine Gerechtigkeit wie Meereswellen.“ (Jes. 48, 17. 18)

Der Friede Gottes ist beständig wie ein Strom. Der Friedefürst gibt der Welt den Frieden, den sie braucht. Er schafft Recht und Gerechtigkeit. Salomo spricht viel von Recht, Gerechtigkeit und Frieden.

„Gerechtigkeit und Recht sind deines Thrones Grundfeste, Gnade und Treue gehen vor deinem Angesicht her. Glücklich ist das Volk, das den Jubelruf kennt! Herr, im Licht deines Angesichts wandeln sie. In deinem Namen freuen sie sich täglich, und durch deine Gerechtigkeit werden sie erhöht.“ (Ps. 89, 15- 18)

Salomo spricht häufig von der Gerechtigkeit. „Der Pfad des Gerechten ist wie der Glanz des Morgenlichts, das immer heller leuchtet bis zum vollen Tag. Der Weg der Gottlosen ist dichte Finsternis; sie wissen nicht, worüber sie straucheln.“ (Spr. 4, 18. 19) 

„Das Verlangen der Gerechten lässt der Herr nicht ungestillt, aber die Gier der Gottlosen weist er ab.“ (Spr. 10, 3)

„Segen ist auf dem Haupt der Gerechten, aber der Mund der Gottlosen birgt Gewalttat.“ (Spr. 10, 6)

„Der Mund der Gerechten ist eine Quelle des Lebens, aber der Mund der Gottlosen birgt Gewalttat.“ (Spr. 10, 11)

„Der Gerechte gebraucht seinen Erwerb zum Leben, der Gottlose sein Einkommen zur Sünde.“ (Spr. 10, 16)

„Das Warten derGerechten wird Freude werden, aber die Hoffnung der Gottlosen wird verloren sein.“ (Spr. 10, 28)

„Reichtum hilft nicht am Tag des Zorns, aber Gerechtigkeit rettet vom Tod.“ (Spr. 11, 4)

„So gewiss die Gerechtigkeit zum Leben führt, so sicher die Jagd nach dem Bösen zum Tod.“ (Spr. 11, 19)

„Den Gerechten wird kein Übel treffen, aber die Gottlosen werden voll Unglück sein.“ (Spr. 12, 21)

„Auf dem Pfad der Gerechtigkeit ist Leben, auf ihrem Weg gibt es keinen Tod.“ (Spr. 12, 28) 

„Gerechtigkeit erhöht ein Volk, aber die Sünde ist die Schande der Völker.“ (Spr. 14, 34)

„Die Gerechten werden das Land erben und ewig darin wohnen.“ (Ps. 37, 29) 

 

Jesus sagt: „Glückselig, die nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten, denn sie werden gesättigt werden.“ (Matth. 5, 6)

 

 Muss Gott die Christen heute an die Gebote Gottes neu erinnern, weil zur Zeit die christlichen Länder in schwerer Bedrängnis sind.  Der Friede, den Menschen schaffen, ist oft nur von kurzer Dauer, unbeständig und brüchig. Christen haben die Pflicht, Gott um Frieden für ihr Volk und Land zu bitten. Gott ist ein Gott des Friedens, der Gerechtigkeit, der Liebe und Barmherzigkeit, ein Gott der Treue und der Wahrheit. Die Gerechtigkeit, die Jesus uns erworben hat, ist ein hohes geistliches Gut. Er ist selbst unsere Gerechtigkeit, die vor Gott gilt. Weißt du wovon ich rede? Kennst du schon die Gerechtigkeit durch Christus?

Paulus sagt: Wie nun durch die Übertretung des Einen die Verurteilung für alle Menschen kam, so kommt auch durch die Gerechtigkeit des Einen für alle Menschen die Rechtfertigung, die Leben gibt. Denn gleichwie durch den Ungehorsam des einen Menschen die Vielen zu Sündern gemacht worden sind, so werden auch durch den Gehorsam des Einen die Vielen zu Gerechten gemacht.“ (Röm. 5, 18. 19)

In Jesus Christus, dem Gerechten, sind die Gläubigen gerecht gemacht. Auch deshalb musste der Heilige und Gerechte sterben, damit wir in ihm  die Gerechtigkeit Gottes würden. (2. Kor. 5, 21)

Von daher schreibt das Neue Testament häufig einiges über die Gläubigen als die „Gerechten“. Sie sind „Gerecht Gemachte“ in Jesus Christus, und der Friede Gottes regiert in ihren Herzen.

 GM

 

 

 

 

 

59. Schubkasten- und Fächerdenken

 

Was ist damit gemeint?

 

Unser Kopf ist voll mit vorgefassten Meinungen und Urteilen über Personen und Ereignisse. Wir haben ein fertiges Urteil über jeden und jedes und legen es dann  in einem Schubfach ab. Und bei Bedarf, wenn wir das vorgefertigte Urteil brauchen, öffenen wir nur das Schubfach, ziehen die betreffende Akte heraus und machen Gebrauch davon im Gespräch mit  unseren Freunden und Bekannten. Dabei fällt vielleicht gar nicht auf, wie anmaßend wir dabei vorgehen. Wir tun so, als wäre unsere vorgefertigte und zu den Akten gelegte Meinung richtig, korrekt und unantastbar. Wir tun uns schwer damit, alternative Meinungen anzuhören, obwohl wir doch nicht Gott sind und alle Dinge über die betreffende Person oder über eine Sachlage wissen können. Manchmal erfahren wir Dinge über die Person oder den Sachverhalt, die uns erstaunen lassen. Dann müssen wir unser Urteil oft korrigieren oder uns sogar bei der Person entschuldigen, die wir in einem schlechten Licht sahen und sie in eine der unteren Schubfächer eingeräumt hatten. Personen werden mangels besseres Wissen ungerecht beurteilt, klassifiziert  abgestempelt und zu den Akten gelegt.

 

Hast du schon einmal daran gedacht, wieviel Porzelan  zerschlagen wird durch ein unvorsichtig gesprochenes Wort und durch ein falsches Urteil? Und wieviel Unsegen kann auch über uns selbst und über andere Menschen kommen, denen wir den Segen Gottes abgesprochen haben aufgrund von Negativbildern in unseren Köpfen und aufgrund eines Fehlurteils. Wieviel Leid könnte in den Ehen und Familien, in der Gesellschaft und sogar im Zusammenleben der Völker  vermieden werden, würde man immer wahrhaftig, korrekt und gerecht, ohne Heuchelei und Trikserei miteinander umgehen. Das unlautere Wesen hat sich leider durchgesetzt. Vom Urteilen zum Verurteilen ist nur ein kleiner Schritt. 

Die ganze Welt ist voll von Negativbildern und Negativnachrichten, weil das Schubfächerdenken = Negativdenken, bei vielen Menschen zu einer automatischen Einrichtung in ihrem Leben geworden ist, die ein objektives und gerechtes Urteil verhindert. Und weil der Mensch ein unvollständiges Bild hat, ist er „nicht im Bilde“. Das Dilemma aber ist: Der Mensch hat Gott aus den Augen verloren, sein Gewissen ist verhärtet, sein Schuldgefühl abhanden gekommen und auch sein Sinn für Gerechtigkeit. Darum richtet er nach dem Schubkastendenken, nicht nach Wahrheit, Güte, Recht und Gerechtigkeit.  Das folgende Beispiel von Sokrates aus vorchristlicher Zeit zeigt uns, wie schnell der Mensch schon damals bereit war etwas weiterzusagen, wovon er von seiner Richtigkeit und seiner Nützlichkeit nicht überzeugt war.

 

Drei Siebe

Zu Sokrates Sokrates (470- 399 v. Chr.) kam einmal ein Mann und sagte: „Du, höre, ich muss dir etwas Wichtiges über deinen Freund erzählen!“ „Warte ein wenig“, unterbrach ihn der weise Sokrates.

„Hast du das, was du mir erzählen willst , schon durch die drei Siebe hindurchgehen lassen?“

„Welche drei Siebe?“ 

„So höre gut zu! Das erste Sieb ist das Sieb der Wahrheit. Bist du überzeugt, ob alles was du mir sagen willst, auch wahr ist?“

„Das nicht, ich habe es von anderen sagen hören.“

 

„Aber dann hast du es wohl durch das zweite Sieb hindurchgehen lassen, das Sieb der Güte?“

Der Mann errötete und sagte: „Ich muss gestehen, nein!“

 

Sokrates: Und hast du wenigstens an das dritte Sieb gedacht und dich gefragt, ob es nützlich sei, mir das von meinem Freund zu erzählen?“ 

„Nützlich? - Eigentlich nicht!“

„Siehst du“, sagte Sokrates, „wenn das, was du mir erzählen willst, weder wahr noch gut, noch nützlich ist, dann behalte es lieber für dich.“

 

Gesetzesmenschen

Auch bei frommen Gesetzesmenschen die sich mit einer verklemmten Meinung im Gesetz festgefahren haben, gibt es dieses Schubkastendenken. Sie beharren auf ihrer Meinung; und an ihrer Schriftkenntnis gibt es nichts zu rütteln. Und so stecken sie dann auch alle anderen in ihre engen vier Wände, oder in ihre engen Schubfächer. Führungen Gottes gibt es für sie nicht, nur Gesetze, die sie selbst nicht halten. Das legt Paulus ja den Galatern zur Last. Er sagt: „Damals aber, als ihr Gott nicht kanntet, dientet ihr denen, die von Natur nicht Götter sind. Jetzt aber, da ihr Gott erkannt habt, ja vielmehr von Gott erkannt seid, wieso wendet ihr euch wiederum den schwachen und armseligen Grundsätzen zu, denen ihr von neuem dienen wollt?“ (Gal. 4,8.9)

 

Der Mensch ist eher dazu geneigt, ein Gesetz zu halten als in der Freiheit des Geistes zu leben, die Christus uns erkauft hat. (Gal. 1, 5) Christus hat uns vom Gesetz erlöst, wir konnten es nicht halten. Der Mensch, ob gebildet oder nicht gebildet, ist zutiefst unsicher in seiner Meinung und unvollkommen in seiner Erkenntnis. In Christus, dem vollkommenen Menschen und dem wahrhaftigen Gott (1. Joh. 5, 20) haben wir Erlösung und Weisheit und Gerechtigkeit und Heiligung. In Ihm ist Sicherheit; in ihm haben wir Frieden mit Gott. Jesus Christus ist das Maß unseres Glaubens, das Maß unserer Liebe und das Maß aller Dinge. (Kol. 1, 15- 20) Auf dem Aeropag in Athen sprach Paulus die Menschen an, die viele Gottheiten verehrten und den wahren Gott nicht kannten. Er sagte unter anderem ein Zitat des kretischen Dichters Epimenides (ca 600 v. Chr.):

„In ihm leben, weben und sind wir.“ (Apg. 17, 28)

 

Die Liebe - das Bindeglied

Die Liebe zu Christus bringt uns in die Gottesnähe. Wer Jesus wirklich liebt und das nicht nur mit Worten, der liebt Gott; wer Jesus dient, dient Gott; wer Jesus verehrt, verehrt Gott! Die Liebe ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist. Die Liebe Gottes hat uns gerettet. (vergleiche Johannes 3, 16) Wenn wir die Liebe Gottes, die in Jesus Christus ist, annehmen, akzeptieren wir Gottes Heilsplan und geben Gott recht. Dann sind wir mit Gott verbunden durch den Heiligen Geist. Ohne die Liebe zu Jesus vermagst du nicht einmal an Gott zu glauben, denn Jesus ist der Anfänger und der Vollender unseres Glaubens. (Hebr. 12, 2)

Ohne die Liebe klassifiziert der Mensch auch die Glaubensmenschen,  stempelt ihn ab als Fundamentalisten und steckt ihn in ein Schubfach. In der Politik wird alles per Gesetzgebung (Legislative) festgelegt, aber der Mensch wird immer gesetzloser. Er hat  eine eigene Idee, wie alles zu sein hat, ohne alles zu wissen. Aber Gottes Gebote lässt er außer acht. Das kann nicht gut gehen. Der Mensch kann fromm sein wie ein Pferd auch fromm sein kann. Er kann religiös und gleichzeitig ohne Liebe sein, wenn Gott sein Herz nicht in Besitz nehmen darf. Auch der fromme Mensch ist ohne die Liebe wie ein „tönendes Erz und eine klingende Schelle.“ (1. Kor. 13, 1) 

Denke daran: Nicht deine Berufserfahrung, deine Beförderung oder dein Studium zählt, sondern deine Liebe. Wo die Liebe fehlt, fehlt alles. Was unsere Welt dringend braucht ist Liebe. Mit Liebe und Vernunft und mit Halten der Gebote Gottes kann das Elend in der Welt aufgehalten werden.

Allein die Liebe kann Verwundete trösten, Wunden heilen und verbinden. Worte können verletzen, Hass tötet, die Liebe verbindet.

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Zeitgeist: Auflehnung

 

Billy Graham sagt: Unsere Zeit ist durch Auflehnung gegen bestehende Ordnungen und Gesetze auf allen Gebieten gekennzeichnet. Streiks und Randalismus gehören schon zur Tagesordnung. Die guten alten Ideale brechen zusammen. Paulus hat die Gesetzlosigkeit als Kennzeichen der „letzten Tage“ beschrieben. Christen dürfen sich nicht von dieser Atmosphäre anstecken lassen. Man lehnt sich auf und will keine Autorität anerkennen.

Staat und Kirche, Heim und Familie sind Opfer dieses Verfalls und werden vom Zeitgeist zerfressen. Heute sind viele Dinge auf den Kopf gestellt. Die biblische Ermahnung „Ihr Kinder gehorcht euren Eltern!“, lautet heute eher: „Ihr Eltern gehorcht euren Kindern; denn das ist billig!“

In den Schulen gibt es kaum noch Ordnung und Disziplin. Die Moral ist auf dem Nullpunkt, Hemmungen kennt man nicht. Nur die wahre Gemeinde Jesu kann durch das Geisteswehen den Verfall noch aufhalten.“

 Beten wir dafür!

GM

 

 

 

 

58. Beistand der Jünger

 

Jesus sprach zu den Jüngern: „Ich lasse euch nicht (allein) als Waisen zurück; ich komme zu euch! Und ich will den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand - Tröster - Fürsprecher senden, dass er bei euch bleibt in Ewigkeit, den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann.“ (Joh. 14, 16. 17a)

Aus dem obigen text geht hervor, dass der Heilige Geist zu Pfingsten an Jesu Stelle gesandt wurde. Und auch dieses, dass er für alle Zeiten bleibend gesandt wurde. Und: Diesen Heiligen Geist kann der Ungläubige nicht empfangen. Wenige Tage vor seiner Himmelfahrt sprach Jesus zu seinen Jüngern. Sie waren tief betrübt, als er vom Weggang zum Vater sprach. Was wird dann aus uns, so dachten sie? Ohne dich können wir nicht Gemeinde bauen, den Feind besiegen und die Bollwerke des Bösen zerstören. Jesus sprach zu ihnen: „Nun aber gehe ich zu dem, der mich gesandt hat, und niemand unter euch fragt mich: Wohin gehst du?, sondern weil ich euch dies gesagt habe, ist euer Herz voll Traurigkeit. Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich hingehe; denn wenn ich nicht hingehe, so kommt der Beistand nicht zu euch. Wenn ich aber hingegangen bin, will ich ihn zu euch senden.“ (Joh. 16, 5- 7)

 

A) Die ganze Wahrheit

 

Die Jünger Jesu hatten Jesu Worte noch gar nicht recht realisiert, als sie an Pfingsten den Beistand empfingen, den parakletos = Beistand, Tröster, Anwalt. Jesus nennt ihn den „Geist der Wahrheit.“ Er sagt zu ihnen: „Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, so wird er euch in die ganze Wahrheit leiten.“ (Vers 13a)

Halbwahrheiten sind unvollständig und stellen Fakten in ein falsches Licht. Gott ist ein wahrhaftiger Gott. Durch den „Geist der Wahrheit“, der Pfingsten auf die Jünger kam, haben sie das Verständnis empfangen, dass sie „den Wahrhaftigen erkennen.“ (1. Joh. 5, 20a) Gott ist vollkommen im Licht; er ist ein „Vater der Lichter“ (Jak. 1, 17), er offenbart immer die ganze Wahrheit. Manche Gemeinden sind heute traurig über den geistlichen Zustand der Gemeinde, obwohl der Geist der Wahrheit doch da ist. Aber der  Heilige Geist kann gehemmt und aufgehalten werden in seinem göttlichen Auftrag, die Gemeinde Jesu zu bauen. Ohne die gut gemeinten Ermahnungen und Ratschläge der Pastoren und Gemeindeleiter kann unsere Welt gut auskommen, ohne die Mahnworte Jesu und das Reden des Heiligen Geistes nicht. Ohne das Wirken des Geistes geht es mit der Gemeinde bergab, weil dann die Gemeinde ihrer Berufung, als Licht der Welt zu leuchten, nicht mehr nachkommen kann. Wo der Heilige Geist nicht hineinleuchten und wirken kann, bleibt es dunkel. Wo er das kann, schafft er Licht und Leben in der Gemeinde, und durch die Gemeinde im ganzen Umfeld. 

 

Er ist der „Zur Hilfe Gerufene“ Rechtsanwalt und Stellvertreter Jesu. Manche Gemeinden begnügen sich mit Halbwahrheiten der Bibel, und sie scheinen die Fülle des Geistes und die geistlichen Gaben gar nicht zu vermissen. Der „Geist der Wahrheit“ will aber die Gemeinde Jesu in die ganze Wahrheit der Bibel hineinführen. Die Glieder Jesu bereiten dem Haupt Schmerzen, wenn sie das Wirken des Geistes Gottes in seiner Gemeinde unterbinden oder hemmen. Warum sind eigentlich so viele Glieder der Gemeinde mit einer „Magerkost“ zufrieden, wenn ihr Herr und Meister ihnen doch eine „Vollkost“ verordnet hat? An dieser geistlichen Misere kranken viele Gemeindeglieder, weil sie geistlich unterernährt sind. Die Ursache für diesen geistlichen Notstand ist die Magerkost auf der Kanzel, also ein „halbes Evangelium!“ „Kein volles Evangelium!“ 

 

B) Das volle Evangelium

 

Das ist sehr traurig! Da schaffen auch die vielen Bibelübersetzungen oder ein verlängertes Theologiestudium keine Abhilfe, wenn der parakletos aus dem Lehrunterricht und der Herr aus seiner Gemeinde ausgesperrt bleiben. Solange dies sich nicht ändert, bleibt alles wie es ist, kraftlos, saftlos, wirkungslos! 

Hatte Jesus nicht an Pfingsten die Traurigkeit der Jünger beendet? Ist nicht mit Pfingsten der wahre Bau der Gemeinde begonnen worden? Und ist nicht ein mustergültiges Verhalten der Gläubigen an Pfingsten entstanden? (Apg. 2, 41- 47) Warum übersieht man diese markanten Bibelaussagen und klammert sie sogar in vielen Pfingstpredigten aus? Das Selektieren und Ausschmücken der Predigten geschieht häufig in selbstgefälliger Weise, ohne viel Gebet und ohne Einfluss des Heiligen Geistes. Verkündigungsweise von Paulus: „Und meine Rede und meine Verkündigung bestand nicht in überredenden Worten menschlicher Weisheit, (und jetzt kommt es) sondern in Erweisung des Geiste und der Kraft, (aus dem bestimmten Grund) damit euer Glaube nicht auf Menschenweisheit beruhe, sondern auf Gottes Kraft.“1.Kor.2, 4. 5

Eine von der Schrift begründete Mahnung in Liebe ausgesprochen kann sehr hilfreich sein. Paulus ermahnt immer „durch die Barmherzigkeit Gottes.“ Der Heilige Geist leitet dich in die ganze Wahrheit.  Er überzeugt dich, das volle Evangelium zu verkündigen. 

 

C) Was er hören wird... 

 

 „... denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. Er wird mich verherrlichen; denn von dem Meinen wird er nehmen und euch verkündigen.“ Joh. 16, 13b. 14)

 

Der Heilige Geist bestätigt Jesu Reden und verherrlicht Jesus.

Das tut er, indem er aus dem Reichtum Jesu nimmt und uns mitteilt. Der Geist Gottes ist die dritte Person der Gottheit und proklamiert auch dadurch die Trinität (Dreieinigkeit). Der Heilige Geist redet also nicht aus sich selbst, sondern was Jesus ihm sagt. Jesus hätte auch aus sich selbst reden können, war er doch vollkommen und ohne Sünde. Er tat es nicht, sondern sagte das, was er hörte. Es heißt: „Ich kann nichts aus mir selbst aus tun. Wie ich höre, so richte ich; und mein Gericht ist gerecht, denn ich suche nicht meinen Willen, sondern den Willen des Vaters, der mich gesandt hat.“ (Joh. 5, 30)

 

Unser Eigenwille verursacht oft Probleme, an denen nicht nur wir selbst kranken, manchmal auch die ganze Gemeinde. Wir sollten mehr auf das hören, was der Geist Gottes hört und uns mitteilt!

 

„Er wird mich verherrlichen!“

Jesus hat stets den Vater verherrlicht. Deshalb verherrlicht der Vater auch den Sohn. „Jesus sprach: Vater, die Stunde ist gekommen; verherrliche deinen Sohn, damit auch dein Sohn dich verherrliche. Ich habe dich verherrlicht auf Erden; ich habe das Werk vollendet,das du mir gegeben hast, damit ich es tun soll.“ (Joh. 17, 1. 4)

Jesus hat den Vater und den Geist Gottes verherrlicht. Und nun heißt es: Er wird mich verherrlichen. Verherrlichen wir mit Worten und Taten Jesus? Wir sollten das tun, was der Geist Gottes tut!

  „Von dem Meinen wird er nehmen und euch verkündigen.“ (V. 14)„Der Beistand aber, der Heilige Geist, ... der wird euch alles lehren, was ich euch gesagt habe.“ (Joh.14, 26)

 

D) Das Zeugnis Jesu

 

In Jesu Namen hat der Vater den Beistand gesandt. Somit ist das Zeugnis des Heiligen Geistes auch das Zeugnis Jesu. „Und die Salbung, die ihr von ihm empfangen habt, bleibt bei euch, und ihr habt es nicht nötig, dass euch jemand lehrt; sondern so, wie euch die Salbung selbst über alles belehrt, ist es wahr und keine Lüge; und so wie sie euch belehrt hat, werdet ihr in ihm bleiben.“ (1. Joh. 2, 27)

Jesus sagte einmal: „Wenn ich von mir selbst Zeugnis ablege, so ist mein Zeugnis nicht glaubwürdig. Ein anderer ist es, der von mir Zeugnis ablegt...“ (Joh. 5, 31)

 

Zunächst weist Jesus dabei zurecht auf Johannes hin. Er war ein großer Prophet, der zu Lebzeiten Jesu lebte und wie kein anderer vor ihm auf Jesus, das Lamm Gottes, hinwies. Doch Jesus nimmt kein Zeugnis von einem Menschen an. (V. 34) Doch Jesus sagt: „Ich habe ein größeres Zeugnis als das des Johannes... 

die Werke, die mir mein Vater gab, dass ich sie vollbringe, eben die Werke, die ich tue, geben Zeugnis von mir, dass der Vater mich gesandt hat. Und der Vater, der mich gesandt hat, hat selbst von mir Zeugnis gegeben.“ (Joh. 5, 36. 37)

 

Dann weist er auf das Wort Gottes, auf die Schriften des Alten Testaments hin. Diese Drei geben Zeugnis von Jesus. Und das genügt vielen Menschen nicht, an Jesus zu glauben? Sonderbar!

Wo das Zeugnis von Jesus durch die Zeugen Jesu im Glauben und glaubhaft verkündigt wird, denen kommt der Heilige Geist zur Hilfe. Und wenn wir Jesus verherrlichen und seinen Namen verkündigen, nicht uns selbst und nicht unsere Theorien und unsere Meinungen, dann kommt der Heilige Geist uns zur Hilfe! Der Parakletos wurde an Pfingsten uns zur Hilfe gerufen.

So können wir sagen:

Dann kommt der „Uns Zur Hilfe Gerufene“ uns zur Hilfe.

57. Geistliche Gaben 

 

A) Strebt danach !

 

Paulus sagt: „Strebt nach der Liebe, doch bemüht euch auch eifrig um die Geisteswirkungen; am meisten aber, dass ihr weissagt!“ (1. Kor. 14, 1)

Alle Gaben des Heiligen Geistes sollen in der Gemeinde reichlich vorhanden sein. In der Praxis sieht das ganz anders aus, nämlich so, dass ein großer Mangel darin herrscht, jedenfalls hier bei uns in den deutschen Gemeinden. Warum sind die Gaben des Geistes in der Gemeinde so wichtig? Durch die Gaben des Heiligen Geistes werden die Besucher des Gottesdienstes auf die Gegenwart Gottes aufmerksam. Das ist Gottes Absicht. Durch die Gaben redet Gott zu dem Herzen des Fremden. Durch die Weissagung zum Beispiel wird der Ungläubige stark kofrontiert, und das Verborgene seines Herzens wird aufgedeckt werden. Plötzlich merkt er: Ich bin ja „bloßgestellt.“ So kommt der Mensch zu der Erkenntnis: Gott sieht mich, und Gott kennt mich! Ich kann mich nicht länger vor ihm verbergen. Ich muss mich Gott stellen! „Also, ihr Brüder, strebt danach,  zu weissagen, und das Reden in Sprachen verhindert nicht.“ (Vers 39)

 

Kein Versteckspiel

 

Der Sünder verbirgt seine Sünde, aber er kann es nur solange tun, bis Gott sie aufdeckt und ins Licht stellt. Von Anfang an (von Adam an) spielt der Mensch sein Versteckspiel mit Gott. Gott rief damals: „Adam, wo bist du!“ Obwohl Gott ihn längst gesehen hatte. Vor Gott kann sich kein Mensch verstecken, denn er hat Augen wie Feuerflammen. Und doch versteckt sich der Mensch bis heute vor Gott, seinem Schöpfer. Woran liegt es, dass die Menschen in Sünden leben können und sich dabei als gute Menschen versuchen darzustellen? Es liegt an der Gemeinde! Es liegt an den „nicht vorhandenen Geistesgaben.“ Es liegt am Mangel von Geistesgaben, also daran, dass Gott sich in der Gemeinde nicht offenbaren kann, so wie er es möchte! Vor Gottes Thron wird das Versteckspiel der Menschen ein Ende haben. (2. Kor. 5, 10; Prd. 12, 14) Dann wird auch die Weissagung aufhören. Sie wird nicht mehr nötig sein. Denn wir gelangen ja vom Glauben zum Schauen.

 

Verborgene Sünden

Aber warum offenbart Gott sich nicht in unserer Gemeinde? Wir beten doch darum. Ich bin sicher: Ein wesentlicher Grund dafür ist: Auch in der Gemeinde gibt es verborgene Sünde! Und ich bin genauso sicher darin: Wenn diese Sünden durch Geistesgaben aufgedeckt werden, wird Gott sich wieder offenbaren. Denken wir einmal an Achan, der etwas von dem Verbannten heimlich nahm und Israel deshalb eine schwere Niederlage in der kleinen Stadt Ai erleiden musste. (Josua 7) Oder denken wir an Ananias und Saphira, die in einer Gemeinde mit Gottesoffenbarungen eine Sache unwahrhaftig geschildert haben und dafür mit dem Tode bestraft wurden. (Apg. 5) Verborgene Sünde im Volke Gottes muss aufgedeckt werden. Man kann sich an Vieles in einer Gemeinde gewöhnen, auch an Missstände. Es ist an der Zeit, dass auch heikle Dinge offen angesprochen werden, solche nämlich, die den Segen in der Gemeinde aufhalten. Nicht immer weiter so, wie bisher. Wenn Gott den Finger auf eine wunde Stelle legt, muss die Gemeinde darauf eingehen. Gott möchte eine gesunde Lehre, denn er möchte Gemeindewachstum. Er sieht, was wir nicht sehen können, es sei denn er zeigt es uns.

 

Wozu Weissagung (prophetische Rede) ?

Die Weissagung steht also an erster Stelle unseres Strebens nach geistlichen Gaben. Oder streben wir gar nicht danach? Sind wir vielleicht ganz zufrieden mit dem geistlichen Zustand der Gemeinde? Es gibt auch so etwas wie eine geistliche Unzufriedenheit. Und die möge Gott uns schenken! Wo andere ganz zufrieden waren mit dem Zustand der Gemeinde, da haben die Propheten die säkulare Lage der Gemeinde längst erkannt und zu Gott gerufen um eine geistliche Erneuerung. Zungenreden und Weissagung sind von Gott in der Gemeinde eingesetzt zu einem ganz bestimmten Zweck. Paulus sagt: „Denn wer in Sprachen redet, der redet nicht für Menschen, sondern für Gott; denn niemand versteht es, sondern er redet Geheimnisse im Geist. Wer aber weissagt, der redet für Menschen zur Erbauung und zum Trost.“ (1. Kor. 14, 2- 3) Die Bibel sagt: „Wenn ihr nach geistlichen Gaben eifert, so strebt danach, dass ihr überströmend (überreich) seid zur Erbauung der Gemeinde!“  (1. Kor. 14, 12b)

 

Das Zungenreden dient zur Erbauung dessen, der in Zungen redet, die Weissagung aber dient zur Erbauung der Gemeinde. (Vers 4) Und dann sagt Paulus einen wichtigen Satz: „Ich wünschte, dass ihr alle in Sprachen reden würdet, noch viel mehr aber, dass ihr weissagen würdet. Denn wer weissagt, ist größer, als wer in Sprachen redet; es sei denn, dass er es auslegt, damit die Gemeinde Erbauung empfängt.“ (V. 5) 

Wer weissagt, ist größer, als wer in Zungen redet. Warum? Im Gegensatz zu dem, der in Zungen redet, ist er der ganzen Gemeinde nützlich, denn er dient ihr durch die Weissagung zur Auferbauung. Er redet nicht in den Wind. Alle haben Nutzen von der Weissagung, denn alle können verstehen, was er sagt. Manchmal schenkt Gott auch eine Weissagung nur an eine Person. Und nun spricht Paulus die Gemeinde direkt an und sagt: „Also auch ihr, da ihr eifrig nach Geisteswirkungen trachtet, strebt danach, dass ihr zur Erbauung der Gemeinde Überfluss habt!“ (Vers 12)

Die Gemeinde soll also überströmend und überreich sein in den geistlichen Gaben, damit die Gemeinde aufgebaut werde. Einzig und allein dafür schenkt Gott Gaben. Sie sind nicht zum Selbstzweck da. 

Wir dürfen die Bibel nicht verfälschen und den Leuten nicht „Eindrücke“ als Weissagung verkaufen. Diese Bezeichnung kommt in dem Zusammenhang mit Weissagung in der Bibel nicht vor.

 

Zungenreden und Weissagung dienen als Zeichen

„Darum dienen die Sprachen als ein Zeichen, und zwar nicht für die Gläubigen, sondern für die Ungläubigen; die Weissagung aber ist nicht für die Ungläubigen, sondern für die Gläubigen.“ (Vers 22)

Und dann erklärt der Apostel das zu einem besseren Verständnis: „Wenn nun die ganze Gemeinde am selben Ort zusammenkäme, und alle würden in Sprachen reden, und es kämen Unkundige oder Ungläubige herein, würden sie nicht sagen, dass ihr von Sinnen seid? Wenn aber alle weissagten, und es käme ein Ungläubiger oder Unkundiger herein, so würde er von allen überführt, von allen erforscht; und so würde das Verborgene seines Herzens offenbar, er würde auf sein Angesicht fallen und Gott anbeten und bekennen, dass Gott wahrhaftig in euch ist.“ (Verse 23- 25)

 

B) Gottes Absicht mit der Gemeinde!

 

Die geistlichen Gaben sind zum Aufbau der Gemeinde bestimmt, nicht zur Selbstauferbauung. Sie müssen also in den Dienst der Gemeinde gestellt werden. Alle sollen von den geistlichen Gaben profitieren. So kann die Gemeinde innerlich, also geistlich wachsen. Heute ist es vielfach so in den Gemeinde: Man sorgt zuerst für äußerliches Wachstum, man trommelt auf vielerlei Art und Weise Leute zusammen, und dann betet man um geistliche Gaben und um geistliches Wachstum. Das ist die verkehrte Reihenfolge.

Was lehrt uns die Bibel? Wie war es denn zu Pfingsten? Hatte Jesus zu den Jüngern gesagt: Trommelt viele Leute zusammen, und dann wartet, was passieren wird? Wir lesen: „Und als er mit ihnen zusammen war, gebot er ihnen, nicht von Jerusalem zu weichen, sondern die Verheißung des Vaters abzuwarten, die ihr (so sprach er) von mir vernommen habt, denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit Heiligen Geist getauft werden nicht lange nach diesen Tagen.“(Apg. 1, 4.5)

Dann kam bei den Jüngern die Frage nach dem Zeitpunkt der Königsherrschaft auf. Und Jesus antwortete ihnen: „Es ist nicht eure Sache, die Zeiten oder Zeitpunkte zu kennen, die der Vater in seiner eigenen Vollmacht festgesetzt hat; sondern ihr werdet die Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde!“ (Apg. 1, 7. 8)

 

Ein „Eindruck“ ist keine Weissagung

Ich kann beim besten Willen weder in den Propheten, noch in der Apostelgeschichte, noch in den Briefen der Apostel, noch in den Aussagen Jesu den Ausdruck „Eindrücke“ finden, schon gar nicht im Zusammenhang mit Weissagung oder prophetischer Lehre. Er ist von Menschen erfunden und wird häufig mit Weissagung verwechselt. Diese „Eindrücke“ haben nichts mit Eingebung und nichts mit Weissagung zu tun. In Joel, Kapitel drei heißt es: „Und danach wird es geschehen, dass ich meinen Geist ausgießen werde über alles Fleisch. Und eure Söhne und Töchter werden weissagen." (nicht Eindrücke vermitteln).

Auch Gesichte, Träume und Visionen schenkt Gott auf dieselbe Art und Weise durch seinen Heiligen Geist.

Gemeinde muss nach biblischen Vorschriften gebaut werden, nicht nach menschlichen Strategien. Gottes Geist muss alle Leute erfassen, die klugen und gebildeten, auch die eingebildeten und die einfachen Leute, das sind die Unkomplizierten. Die Jünger „blieben beständig und einmütig im Gebet und Flehen zusammen...“ (Apg. 1, 14a) 

Und Gott belohnte ihre Treue und Jesus sandte die Verheißung des Vaters auf sie. Und was geschah denn seit Pfingsten mit der Gemeinde Jesu? Sie wuchs innerlich und äußerlich weltweit, bis an das Ende der Erde. Also Gottes Plan mit der Gemeinde ist: 

  1. Ihr sollt in Jerusalem, der Anbetungsstätte, auf die Verheißung des Vaters warten!
  2. Ihr sollt mit dem Heiligen Geist getauft werden!
  3. Ihr werdet Kraft zum Zeugendienst empfangen, dann, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist!
  4. Ihr werdet Jesu Zeugen sein, aufgrund dieser Kraft, nicht vorher! Und das Evangelium wird verkündigt werden weltweit!

 

C) Aufbau der Gemeinde (gr.= oikodome)

 

Eine Gemeinde, die sich für geistlich hält, wo aber keine keine Zeichen und Wunder und keine Krankenheilungen geschehen, und wo die Gottesfurcht fehlt, ist in ihrer Geistlichkeit unglaubwürdig. Wie war es am ersten Pfingsttag? 3.000 Seelen nahmen das Wort an, das gepredigt wurde, ließen sich taufen und wurden zur Gemeinde hinzugetan. Dann erfolgte eine gewisse Beständigkeit und Treue der Gläubigen. Es heißt: „Sie hielten aber fest an der Lehre der Apostel, der Gemeinschaft, dem Brechen des Brotes und den Gebeten. Doch kam Furcht über jede Seele, denn es geschahen durch die Apostel viele Wunder und Zeichen in Jerusalem. Auch war die Furcht bei allen groß.“ (Apg. 2, 42. 43, Konk.)

Da war also eine große Gottesfurcht! Das unterscheidet sie von vielen Versammlungen heute. Und da war noch eine wichtige Eigenschaft bei den Gläubigen: „Und jeden Tag waren sie beständig und einmütig im Tempel und brachen das Brot in den Häusern, nahmen die Speise mit Frohlocken und in Einfalt des Herzens; sie lobten Gott und waren angesehen bei dem ganzen Volk. Der Herr aber tat täglich die zur Gemeinde hinzu, die gerettet wurden.“ (Verse 46. 47)

 

Der Herr baut Gemeinde, nicht der Gemeindegründungsverein! Salomo sagt: „Wenn der Herr nicht das Haus baut, dann arbeiten umsonst, die daran bauen; wenn der Herr nicht die Stadt behütet, dann wacht der Wächter umsonst.“ (Ps. 127, 1)

Und wenn der Herr nicht die Gemeinde baut, dann zerbricht sie, wenn Jesus das Oberkommando abgesprochen wird beim Bau seiner Gemeinde, dann kommen zwar manche Menschen zu Ehren, aber die Gemeinde erlebt früher oder später ein Fiasko. Alle Ehre gebührt Gott. Wenn wir dem die Ehre nicht geben, sondern dem verweigern, dem sie gebührt, suchen wir vielleicht eigene Ehre. Jesus sagte einmal zu den Juden: „Wie könnt ihr glauben, die ihr Ehre voneinander nehmt und die Ehre von dem alleinigen Gott nicht sucht?“ (Joh. 5, 44)

 

In allen Werken und Taten sollen wir Gott verherrlichen und Gottes Ehre stets suchen und in der Gottesfurcht wandeln. Das ist ein gutes Fundament für die Gemeinde und für unser Leben. Darauf kann man bauen. (1. Kor. 3, 11) Der Aufbau= oiko domeo kann darauf entstehen, und der wird dann Wind und Stürmen standhalten. In unserem menschlichen Bemühen gibt es viele Misserfolge. Wir beten zwar, Gott möge uns bei dem Aufbau einer Gemeinde helfen, doch anschließend wird eine Sitzung einberufen und dann nehmen wir alles selbst in die Hand. Wir müssen den Willen Gottes erfragen. Gott will nicht nur helfen, er will regieren, dirigieren, uns leiten und führen. Wenn wir alles selbst machen, dann machen wir Gott arbeitslos. Dann müssen wir aber auch mit Misserfolg und Niederlagen rechnen. Wer ohne Gott rechnet, der verrechnet sich, der macht die Rechnung ohne den Wirt! Und dann wundern wir uns über Parteiungen, Trennungen, Spaltungen. Paulus mahnt uns: „Ich ermahne euch aber, Brüder, durch den Namen unseres Herrn Jesus Christus, dass ihr alle einmütig redet und nicht Spaltungen unter euch seien, sondern dass ihr in demselben Sinn und in derselben Meinung völlig zusammengefügt seid.“(1. Kor. 1, 10)

 

Einmütig reden heißt, derselben Gesinnung und derselben Meinung sein; und dann gemeinsam handeln! So kann Gemeinde gebaut werden. So kann es keine Spaltungen geben. Die Bibel spricht an verschiedenen Stellen von oiko domeo= Auferbauung: 

  1. „Ihr seid auferbaut auf der Grundlage der Apostel und Propheten...“ Eph. 2, 20- 22)
  2. Wir haben ein Gebäude von Gott erbaut.“ (2. Kor. 5, 1)
  3. „Sprecht einander zu, und einer baue den anderen auf, so wie ihr es auch tut!“  (1. Thess. 5, 11, Konk.)
  4. „Denn wir sind Gottes Mitarbeiter; ihr aber seid Gottes Ackerfeld und Gottes Bau!“ (1. Kor. 3, 9)
  5. „So lasst uns nun nach dem streben, was zum Frieden und zur gegenseitigen Erbauung dient!“ (Röm. 14, 19; 15, 2)
  6. Gott hat etliche als Apostel gegeben, etliche als Propheten, als Evangelisten, als Hirten und Lehrer, zur Zurüstung der Heiligen, für das Werk des Dienstes, für die Erbauung des Leibes des Christus, bis wir alle zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen, zur vollkommenen Mannesreife, zum Maß der vollen Größe des Christus; damit wir nicht mehr Unmündige seien, hin- und hergeworfen und umhergetrieben von jedem Wind der Lehre durch das betrügerische Spiel der Menschen, durch die Schlauheit, mit der sie zum Irrtum verführen, sondern wahrhaftig in der Liebe, heranwachsen in allen Stücken zu ihm, der das Haupt ist, der Christus!“ (Eph. 4, 11- 15)
  7. Wir sollen einander Handreichung tun zur Auferbauung seiner selbst!“ (Eph. 4, 16)
  8. „Kein faules Wort  gehe aus eurem Mund hervor, sondern nur ein gutes, wenn es der Auferbauung bedarf, damit es den Hörenden Gnade gebe.“ (Eph. 4, 29)

 

„Also, ihr Brüder, strebt danach, zu weissagen, und das Reden in Sprachen verhindert nicht.“ (1. Kor. 14, 39)

 

„Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid, und dass der Geist Gottes in euch wohnt?“ (1. Kor. 3, 16)

 

 „Den Geist dämpft nicht! Die Weissagung verachtet nicht! Prüft alles, das Gute behaltet!“ (1. Thess. 5, 19- 21)

 

 

 

56. Kauft die Zeit aus!

 

1. Nutzt die Tageszeit zum Gutes Tun!

 Die Bibel sagt: „Werdet nicht müde, Gutes zu tun. Es wird eine Zeit kommen, in der ihr eine reiche Ernte einbringt. Gebt nur nicht vorher auf! Solange uns noch Zeit bleibt, wollen wir allen Menschen Gutes tun; vor allem aber denen, die mit uns an Jesus Christus glauben.“ (Gal. 6,  9. 10, Hfa)

Das Müde Werden, oder das Bedürfnis, schlafen zu wollen, hat verschiedene Gründe. Zum Einen kann es durch Überarbeitung hervorgerufen werden. In einer späten  Nachtstunde sagt dir dein Körper aber auch: Hör mal, du musst schlafen, dein Körper braucht Ruhe!“ Junge Leute überhören diese Stimme oft; oder sie halten sich mit starken Getränken wach. Unser Herr und Schöpfer der Welten hat es so wunderbar eingerichtet, dass er am späten Abend das Licht, das die Welt erleuchtet, ganz langsam ausschaltet. Aber seitdem es das Kunstlicht gibt, machen die Menschen die Nacht zum Tag und halten sich nicht an Gottes Ordnung.

 Im obigen Bibelvers geht es jedoch nicht um die körperliche Müdigkeit, sondern um die geistliche. Wir sollen nicht müde werden, Gutes zu tun, vor allem an unseres Glaubens Genossen. Der Vers sagt aus, dass wir dadurch zu seiner Zeit eine reiche Ernte einbringen werden. Und er sagt auch aus, dass die Zeit, Gutes zu tun, begrenzt ist und aufhören wird.

 

2. Nutzt die Tageszeit zum Lobpreis Gottes!

 Die Vögel würden wahrscheinlich weiter singen und ihren Schöpfer 24 Stunden loben, gäbe es nachts keine Dunkelheit. Doch Gott wusste: Das halten ihre Kehlen nicht durch. Sie brauchen keine Überstunden machen, 12 Stunden Lobpreis sind genug. Wieviel Lobpreiszeit haben wir Menschen für Gott? Nutzt die Tageszeit zum Lobpreis Gottes! Wenn diese nicht ausreicht, dann nutzt auch die Nachtzeit. Gott gebührt Preis und Ehre, Lob und Anbetung! Die Amsel lobt Gott im Sommer dreimal täglich. Die Nachtigal hat Gott mit 21 verschiedenen Melodien ausgerüstet, um Gott zu loben. Vielleicht müssen wir Menschen bei ihnen Nachhilfeunterricht nehmen. 

 

3. Nutzt die Tageszeit Werke Gottes zu wirken!

 Und wenn diese dazu nicht ausreicht, dann nutzt auch die Nachtzeit. Die Zeit, die Gott uns gab und gibt, ist kostbar. Sie läuft irgendwann ab. Manche Leute schlafen auch am Tage viel zu lange, und könnten doch im Reiche Gottes aktiv sein. Daher sagt die Bibel auch: „Kauft die Zeit aus!“ Nutzt sie, solange ihr es könnt!

„Denn ihr wart einst Finsternis; jetzt aber seid ihr Licht in dem Herrn. Wandelt als Kinder des Lichts! Die Frucht des Geistes besteht nämlich in lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit. Prüft also, was dem Herrn wohlgefällig ist, und habt keine Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis, deckt sie vielmehr auf.“ (Eph. 5, 8- 11) 

 Was wäre das für ein großer Sieg für die Güte, für die Gerechtigkeit und die Wahrheit, wenn das, was im Dunkeln geschieht in der Politik, in der Gesellschaft aufgedeckt würde und ans Licht käme! „...denn was heimlich von ihnen getan wird, ist schändlich auch nur zu sagen. Das alles aber wird offenbar, wenn es vom Licht aufgedeckt wird... Darum heißt es: Wache auf, der du schläfst, und stehe auf aus den Toten, so wird dich Christus erleuchten!“ (Verse 12- 14)

 

Viele scheuen das Licht. Sie schwirren im Halbdunkel, wie die Fledermäuse, oder ganz im Dunkeln. Gottes Reich wird durch Christus und Gottes Geist gebaut. Und das geschieht im Licht und am Tage. Gotteskinder sind Kinder des Tages, nicht Kinder der Nacht. Paulus sgt weiter: „Seht nun darauf, wie ihr mit Sorgfalt wandelt, nicht als Unweise, sondern als Weise; und kauft die Zeit aus, denn die Tage sind böse.“ (V. 15. 16)

 

„Ihr alle seid Söhne des Lichts und Söhne des Tages. Wir gehören nicht der Nacht an noch der Finsternis. So lasst uns auch nicht schlafen wie die anderen, sondern lasst uns wachen und nüchtern sein!“ (1. Thess. 5, 5. 6)

 

4. Die Zeit auskaufen!

 Christen müssen hellwach sein und im Licht wandeln, denn die Tage sind böse, in welchen wir leben. Und nur so können wir auch Gemeinschaft haben mit dem vater und dem Sohn und untereinander. (1. Joh. 1, 7) Die Zeit auskaufen heißt, die Gelegenheit nutzen. Viel Zeit blieb oft ungenutzt für Gottes Werk, die Zeit, die vor uns liegt und die der Herr uns gewährt, können wir nutzen. In der Übersetzung „Hoffnung für alle“ lesen wir im Epheserbrief: „Dient Gott, solange ihr es noch könnt, denn wir leben in einer schlimmen Zeit. Seid nicht verbohrt; sondern begreift, was der Herr von euch will! Betrinkt euch nicht; das führt nur zu einem ausschweifenden Leben. Lasst euch vielmehr von Gottes Geist erfüllen. Singt für den Herrn, und jubelt aus vollem Herzen! Im Namen unseres Herrn Jesus Christus dankt Gott, dem Vater, zu jeder Zeit, überall und für alles!“ (Eph. 5, 16- 20)

 

Oft hört man sagen: „Ich habe keine Zeit!“ Ehrlicher wäre: „Ich nehme mir keine Zeit für dies oder jenes.“

Auch in seinem Brief an die Kolossergemeinde weist Paulus die Christen darauf hin, die Zeit auszukaufen und zu nutzen. Er sagt: „Verhaltet euch klug und besonnen denen gegenüber, die keine Christen sind. Nutzt die wenige Zeit, die euch noch bleibt! Redet mit jedem Menschen freundlich; alles, was ihr sagt, soll gut und hilfreich sein. Bemüht euch darum, für jeden die richtigen Worte zu finden.“ (Kol. 4, 5. 6)

 

5. Ablenkungsmanöver

Jemand sagte einmal: „Wenn wir uns aufmachen, Gutes zu tun, (Fürbitte zu tun, zu beten und Gott zu loben, Kranke zu besuchen) dann macht sich sofort der Feind auf uns daran zu hindern: „Ach, mir geht es gerade nicht so gut! Heute habe ich einen Termin. Wenn ich beten will, klingelt das Telefon, oder es klopft jemand an der Tür.“ 

Das Telefon kann man abstellen, und die Tür kann man zuschließen. Die Tagesnachrichten sind oft Negativnachrichten. Sie dürfen bei Christen nicht Priorität haben, sondern die Morgen- und Abendandachten müssen den ersten Platz einnehmen. Nur die Bibel vermittelt gute Nachrichten, Segen und Heil. Wir beschäftigen uns auch nicht so sehr mit bibelfremden Lehren und heidnischen Religionen, sondern mit der gesunden Lehre des Wortes Gottes. Es gibt nützliche Dinge, die Gottes Werk fördern, und unnütze Dinge, die uns wertvolle Zeit rauben und unsere Gebetszeit verkürzen. Die Bibel spricht von teuren Zeiten, von schweren Zeiten und von greulichen Zeiten. (Mat. 24, 7; 2. Tim. 3, 1) Der Teufel versucht jeden zu verführen. Jesus hat alle Versuche des Teufels mit dem "Schwert des Geistes" abgewehrt. (Matth. 4) Die Zeit des Versuchers läuft bald ab, die Zeit der Gnade hält noch an.

 

6. Die Zeit der Gnade ist kurz

 Gott hat es so wunderbar eingerichtet und durch Jesus das Heil für alle Menschen erwirkt. Gott hat die „Zeit der Gnade“ eingeführt. Paulus schreibt im zweiten Korintherbrief: „Als Gottes Mitarbeiter bitten wir euch: Lasst die Gnade, die Gott euch geschenkt hat, in eurem Leben nicht ohne Auswirkung bleiben. Denn Gott hat gesagt: „Ich will dein Gebet erhören. Es wird eine Zeit der Gnade für dich geben, einen Tag, an dem du meine Hilfe erfährst!“ Genau diese Zeit ist jetzt da, der Tag der Rettung ist nun gekommen.“ (2. Kor. 6, 1. 2)

 

 Dieser Tag der Gnade oder Tag des Heils ist schon sehr lange da, nämlich seit 2.000 Jahren. Aber dieser Gnadentag Gottes findet ein Ende. (Jes. 49, 8) Erlöste Menschen müssen die Zeit der Gnade auskaufen und den „Tag des Heils“ ausnützen und wirken, solange es „Tag“ ist, solange es „Heute“ heißt, solange das Licht in dieser Welt noch leuchtet. Und Unerlöste werden von der Schrift her aufgefordert, die Gunst der Stunde und die Chance der Gnade und den Tag des Heils zu nutzen und sich für Christus zu entscheiden.

Jesus sprach: „Ich bin das Licht für die Welt. Wer mir nachfolgt, irrt nicht mehr in der Dunkelheit umher, sondern folgt dem Licht, das ihn zum Leben führt.“ (Joh. 8, 12, Hfa)

 Er sagt auch: „Ich muss die Aufgaben, die Gott mir gegeben hat, erfüllen, solange es Tag ist. Bald kommt die Nacht, in der niemand  mehr etwas tun kann. Solange ich in der Welt bin, werde ich für diese Welt das Licht sein.“ (Joh. 9, 4, Hfa)

Jesus ist auch jetzt noch in der Welt, nämlich in den Herzen der Gotteskinder und durch die Gegenwart des Heiligen Geistes. Nach der Schlachter- Übersetzung lautet obiger Vers: "Ich muss die Werke dessen wirken, der mich gesandt hat, solange es Tag ist; es kommt die Nacht, da niemand wirken kann."

 

Und an anderer Stelle sagt Jesus: „Das Licht ist nur noch kurze Zeit bei euch. Nutzt diese Zeit, macht euch auf den Weg, (solange ihr das Licht noch habt), bevor euch die Dunkelheit überfällt! Wer im Dunkeln geht, kann weder Weg noch Ziel erkennen. Vertraut euch dem Licht an, solange ihr es habt, dann werdet ihr im Licht leben.“ (Joh. 12, 35. 36, Hfa)

 

„Solange ihr das Licht habt, glaubt an das Licht, damit ihr Kinder des Lichtes werdet!“ (Schlachter Üb.)

 

 

 

57. Berufen zur Gemeinschaft

 

Gott will von unserem ganzen Herzen und Wesen Besitz ergreifen. Er möchte nicht nur einen Teil von uns; er will uns ganz haben. Jesus hat ja auch nicht ein Teilopfer für uns erbracht, sondern ein Ganzopfer. Unser Leben gehört schon Gott, aber Gott möchte mit uns Gemeinschaft haben. Und das geht nur, wenn wir der Heiligung nachjagen. Ohne Heiligung wird niemand den Herrn sehen! 

Die Gemeinschaft mit Gott kommt im Gebet zum Ausdruck. Paulus sagt: „Gott ist treu, durch den ihr berufen seid zur Gemeinschaft mit seinem Sohn Jesus Christus, unserem Herrn.“ (1. Kor. 1, 9)

 

Gotteskinder sind dazu berufen, mit Jesus Gemeinschaft zu haben. Jesus hat immer Gemeinschaft mit dem Vater, und er verbindet uns mit dem Vater. Er stellt die Verbindung her, nicht telefonisch, sondern direkt. Suchen wir im Gebet die Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohn, oder sprechen wir nur Worte des Gebets vor den Menschen? Spüren wir beim Beten die Gegenwart Gottes, des Heiligen Geistes, oder spüren wir nur den Druck der Knie, falls wir hinknien? Blicken wir auf Jesus, oder nehmen wir nur wahr, der neben uns sitzt? Gemeinschaft mit Brüdern und Schwestern ist kostbar. Die Gemeinschaft des Heiligen Geistes und mit Jesus ist noch kostbarer. Die Bibel sagt: „Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft miteinander, und das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, reinigt uns von aller Sünde.“ (1. Joh. 1, 7)

 

Gebetsloses Beten

 

Nur auf den ersten Blick scheint das ein Widerspruch zu sein, bei näherer Betrachtung nicht. Es gibt tatsächlich Menschen, die beten um gebetet zu haben. Sie beten nicht, um Gottes Angesicht zu suchen, auch nicht, um etwas zu empfangen. Sie haben kein Herzensanliegen und tragen auch keine Gebetslast auf ihrem Herzen. „Die Gebetslast ist der Wagen, und der Glaube sind die Räder des Wagens.“ (E. M. Bounds) Sie kennen keine Gebetslast, weil sie keine Notwendigkeit verspüren, kein Brennen für das Reich Gottes, kein Erbarmen für Menschen in Not und keine Glut des Glaubens. Ohne Glauben kann man Gott nicht gefallen und auch nicht erhörlich beten. (Mk. 11, 24; Jak. 5, 15) Vergib deinem Nächsten, damit Gott dir vergeben kann. Sonst betest du vergeblich. Das ist gebetsloses Beten. (Mk. 11, 25)

 

Haltet an am Gebet!

 

Anhaltendes beten und flehen zu Gott ist vielen Menschen fremd. Die Bibel sagt: „Haltet an am Gebet!“ „Seid fröhlich in Hoffnung, in Bedrängnis haltet stand, seid beharrlich im Gebet!“ (Röm. 12, 12)

Jakob rang im Gebet und gab auch uns ein Beispiel für anhaltendes Beten. Das kommt in seinen Worten zum Ausdruck: „Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn!“  (1. Mo. 32, 27) 

Auch Abraham, der ein Freund Gottes genannt wurde, rang um die Seelen von der gerichtsreifen Stadt Sodom, die schon viele Jahre im Toten Meer begraben ist.

Jesus hat in den Erdentagen „Bitten und Flehen mit lautem Rufen und Tränen dem dargebracht, der ihn aus dem Tod erretten konnte, und er ist erhört worden um seiner Gottesfurcht willen.“ (Hebr. 5, 7)

 

Nach Pfingsten blieben die Jünger Jesu beständig im Gebet. (Apg. 2, 42; 6, 4) Sie hielten an am Gebet. Wer Jesus liebt, wird seine Worte befolgen und seine Gebote halten. (Joh. 14, 23) Ernste Beter entziehen sich der Welt und der Bequemlichkeit, um zu beten. Die Bibel sagt: Das Gebet eines Gerechten vermag viel, wenn es ernstlich ist. (Jak. 5, 16b)

 

Gott gab Mose nach seinem Aufenthalt am Königshause eine  lange Auszeit. 40 Jahre hütete er die Schafe seines Schwiegervaters. Und dabei hatte er viel Zeit zum Gebet und zur Vorbereitung auf seinen späteren großartigen geistlichen Dienst. Johannes der Täufer zog sich in die Wüste zurück zum Beten.  Jesus selbst zog sich in die Wüste zurück. Dort wurde er auch vom Teufel versucht.

Der Gebetskampf Jesu in Gethsemane nahm er die Jünger zur Verstärkung mit, aber sie waren eingeschlafen. Jesus rang allein weiter im Gebet, bei dem sein Schweiß wie Blutstropfen auf die Erde fielen. Das zeigt uns die ganze Härte dieses Gebetskampfes. Hingabe an Gott ist nötig. Ein Grund dafür, warum wir so wenig die Herrlichkeit Gottes erfahren, liegt darin, dass wir uns Gott nicht völlig ausliefern. Unser ganzes Herz und unsere ganze Seele müssen in dem flehenden Gebet Gott geweiht sein.

Der Himmel muss von der großen Not, die auf unserem Herzen liegt, bestürmt, und durch unser Beten und Rufen bewegt werden. Das kann aber nur geschehen, wenn Gott vorher unser Herz bewegt. Beim Beten muss unser Glaube in Aktion treten. Sonst können wir nicht Gottes Verheißungen in Anspruch nehmen und keine Gebetserhörung erfahren.

Das anhaltende Gebet, das flehende Gebet aus tiefstem Herzen und das Gebet, das sich auf Gottes Wort bezieht und das im Glauben und Vertrauen gesprochen wird, hat gute Aussicht erhört zu werden. Das Gebet des Glaubens wird dem Kranken helfen; es wird auch der Not der Welt begegnen. Der Heilige Geist ist die Triebkraft der glaubenden Christen.

Jesu Jünger sind auch zum Beten berufen.

 

Der Gebetsberg

 

Jesus berief Petrus, Jakobus und Johannes, um mit ihnen auf einem Berg zu beten. Die Bibel sagt ausdrücklich, dass es ein hoher Berg war. Sie mussten den Berg zuerst besteigen. Um hohe Gottesoffenbarungen zu erleben, müssen auch wir uns zunächst bemühen, den „hohen Berg“ zu erklimmen. Es ist doch gewöhnlich so: Wenn wir uns aufmachen, um zu beten, hat sich vor uns schon der Feind aufgemacht, um uns Knüppel in den Weg zu werfen. Und auch ein Berg von Sorgen und Lasten hat sich vor uns aufgetürmt. Wenn wir uns dann von den Sorgen losgerissen und den Aufstieg zum Gebetsberg begonnen haben, fühlen wir uns besser. Und auf dem Gipfel des Berges können wir endlich frei durchatmen, denn die Luft ist dort sehr klar, und die Aussicht und Fernsicht ist sehr gut. Propheten erklimmen häufig einen hohen Berg, um zu beten, und wegen der guten „Fernsicht,“ die sie nach dem Gebet erlangen. Gott zeigt ihnen Dinge, die noch in der Ferne liegen und die andere nicht sehen.

Der Teufel führte Jesus auf einen sehr hohen Berg, zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit, um ihn zu versuchen. (Matth. 4) Aber Jesus führte die Jünger auf einen hohen Berg, um mit ihnen zu beten, und um die Herrlichkeit Gottes zu erleben.

 

Diese Welt ist unter den Fluch der Sünde geraten; sie muss uns klein werden, und die Anziehungskraft Jesu muss immer größer werden. Diese Welt mit ihren Verlockungen und Versuchungen verhindert bei uns häufig den Aufstieg auf den Gebetsberg. Deshalb verpassen wir die Herrlichkeit Gottes und die Verklärung Jesu, die Petrus, Johannes und Jakobus selbst erfahren hatten. Johannes sagt: „Was wir gesehen und gehört haben, das verkündigen wir euch, damit ihr Gemeinschaft mit uns habt; und unsere Gemeinschaft ist mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus.“ (1. Joh. 1, 3)

 

Paulus sagt: „Wir aber müssen Gott allezeit für euch danken vom Herrn geliebte Brüder, dass Gott euch von Anfang an erwählt hat zur Rettung in Heiligung des Geistes und im Glauben an die Wahrheit, wozu er euch auch berufen hat durch unser Evangelium, zur Erlangung der Herrlichkeit unseres Herrn Jesus Christus.“ (2. Thess. 2, 13. 14)

 Wir sind  zum ewigen Leben  und von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht  berufen. (1. Tim. 6, 12; 1. Petr. 2, 9)

 

Überraschungsgäste

 

Die drei Jünger waren mit Jesus auf dem Berg und beteten. Und während sie so im Gebet waren, erschienen ihnen zwei Überraschungsgäste aus dem Paradies, zwei Propheten des Alten Bundes: Mose und Elia. Bevor sie erschienen, geschah etwas Großartiges: Jesus wurde vor ihren Augen verherrlicht und umgestaltet. Die Bibel sagt: „Und er wurde vor ihnen verklärt, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß wie das Licht.“ (Matth. 17, 2)

Die Jünger hatten die Überraschungsgäste, Mose und Elia, mehr im Blickfeld als Jesus, den Herrn der Gemeinde. War ihnen die Verherrlichung Jesu (Joh. 17, 1- 4) denn weniger wichtig als die Erscheinung der Propheten?

Und ist dies nicht sehr bezeichnend für unsere Gemeinden heute, wo die Überraschungsgäste (häufig auch selbsternannte Propheten) die ganze Aufmerksamkeit bekommen, und Jesus eine Nebenrolle zugeschoben wird?

 

Wo wir uns auch immer zum Gebet versammeln, Jesus muss im Mittelpunkt und der Mittelpunkt bleiben. (Mat. 18, 20)

Als die Jünger in ihrem Boot Not litten und Jesus auf den Wellen zu ihnen kam, erkannten sie nicht ihren Herrn, dem Sturm und Wellen gehorchen müssen. So geht es vielen Gläubigen: Die übernatürlichen Wunder Jesu kommentieren sie manchmal mit Unglauben. Petrus hatte bei der Erscheinung von Mose und Elia eine Idee; er sagte: „Herr, es ist gut, dass wir hier sind.“ Das ist richtig! Doch er fügte noch hinzu:  „Wenn du willst, werde ich hier drei Hütten machen, dir eine und Mose eine und Elia eine.“ (Vers 4)

Sein Vorschlag wurde von einer Wolke überschattet, Gott sprach vom Himmel zu den Jüngern: „Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. Auf Ihn sollt ihr hören!“ (V. 5)

Auf ihn hat der hier anwesende Mose hingewiesen: „Einen Propheten wie mich wird euch der Herr, euer Gott, aus euren Brüdern erwecken; auf ihn sollst du hören.“ (5. Mo. 18, 15)

Und der hier anwesende Petrus hatte Mose zitiert. Den einen wird Jesus plötzlich, wie ein Dieb in der Nacht, erscheinen. Den anderen, die beten: „Komme bald, Herr Jesus!“, als Heiland und Erlöser. (Offb. 16, 15) 

 

„Darum seid auch ihr bereit! Denn des Menschen Sohn kommt zu einer Stunde, da ihr es nicht meint.“ (Matth. 24, 44)

 

GM

 

 

54. „Erforsche mein Herz!“

 

Jeremia sagt: „Trügerisch ist das Herz, mehr als alles, und bösartig; wer kann es ergründen?“ (Jer. 17, 9) 

         

Und David sagt: „Erforsche mich, o Gott, und erkenne mein Herz. Prüfe mich und erkenne meine Gedanken, und sieh, ob ich auf  bösem Weg bin, und leite mich auf dem ewigen Weg.“ (Ps. 139, 23. 24)

 

Gott erforscht Nieren und Herzen. Gott will uns vor falschen und verderblichen Wegen bewahren, denn er weiß, dass das Sinnen und Trachten des menschlichen Herzens böse ist von Jugend an. (1. Mo. 8, 21) Er weiß auch, dass wir wegen unseres trügerischen Herzens oft falsche Entscheidungen treffen. Aber er lässt uns unsere freie Entscheidung. Im Römerbrief, Kapitel eins heißt es: „Die Menschen sind in ihren Gedanken in nichtigen Wahn verfallen. Ihr unverständiges Herz wurde verfinstert… Da sie sich für weise hielten, sind sie zu Narren geworden. Sie haben die Herrlichkeit des ewigen Gottes vertauscht mit dem Bild, das den vergänglichen Menschen und Tieren gleicht.“ (Röm. 1, 21- 23)

Das Herz kann mit Weisheit oder mit Torheit gefüllt sein. Es kommt heraus, was drin steckt. Die Toren haben ihr Herz auf der Zunge. Jesus sagt:„Wovon das Herz voll ist, davon geht der Mund über.“

Es sprudelt Weisheit oder Torheit heraus, je nach dem. Salomo sagt: „Die Lippen der Weisen säen Erkenntnis, das Herz der Narren aber ist unaufrichtig.“ (Spr. 15, 7)

 

 

 A) Behüte dein Herz 

 

Salomo sagt: „Mehr als alles, was man sonst bewahrt, behüte dein Herz! Denn in ihm entspringt die Quelle des Lebens.“ (Sprüche 4, 23, Elb.)

Manch einer spricht zu viel, oftmals unbedacht und ohne Überlegung. Und hinterher beißt er sich auf die Zunge: „O, das hätte ich nicht sagen sollen.“ Die Schwierigkeit liegt nun darin, diese Worte wieder rückgängig zu machen. Sie stehen doch im Raum. Der Sprecher gab ihnen Raum. Und nun? Jetzt hol einmal die Worte zurück, die ausgestreut sind. 

In einer alten Geschichte las ich folgendes: Eine Frau mit einer lockeren Zunge hatte viel böse Worte über die Nachbarn ausgetreut. Der Pfarrer dieser Gemeinde ging zu jener Frau mit einem Kissen unterm Arm. Dann stiegen beide den Kirchturm hinauf, und der Pfarrer schnitt das Kissen auf und ließ die Federn munter durch die Lüfte fliegen, die sich überall verstreuten. Dann sprach er zu der Frau: „So, nun geh hin und sammle alle Federn wieder auf!“ 

Die Frau sah ihn verdutzt an und sagte: „Das kann ich nicht!“

„So ist es auch mit den Worten, die du ausgestreut hast! Verstehst du, was du angerichtet hast?“

 

Hinterher bereut man, dass einem die Zunge so locker saß. Aber man bringt es häufig nicht übers Herz, sich bei dem zu entschuldigen, dem die bösen Worte gelten. Die Zunge, das kleine Glied, kann einen großen Waldbrand entfachen. Jakobus sagt: „Denn wir fehlen alle manigfaltig. Wer aber auch in keinem Wort fehlt, der ist ein vollkommener Mann und kann auch den ganzen Leib im Zaum halten.“ (Jak. 3, 2)

Es hat mehrere Gründe, warum wir vor allen Dingen unser Herz behüten müssen. Das Herz ist das Hauptorgan und die Zentralstelle für den Blutkreislauf im Körper, eine Pumpstation, die ununterbrochen dafür sorgt, dass wir am Leben bleiben. Es ist die Quelle des Lebens, mehr noch: Es ist der Sitz des Lebensgeistes, des Gefühls und des Verstandes und der tiefen Empfindung. 

Von daher verstehen wir auch, wenn man sagt: „sein Herz ausschütten = sich aussprechen, das Herz auf dem rechten Fleck haben = eine treffsichere Einstellung, ein Herz und eine Seele = völlig übereinstimmen, das Herz auf der Zunge haben = seine Gefühle leicht verraten, etwas auf dem Herzen haben = ein Anliegen, einen Wunsch haben. Es gibt noch mehr herzhafte Ausdrücke: Herzenswunsch, Herzensgüte, Herzensdieb, herzerfreuend, herzerquickend, herzinnig, herzig, herzhaft, herzen, herzlich, Herzensangst, Herzeleid, herzlos, herzzerreißend, herzbrechend. 

Behüte dein Herz und sei herzlich zu allen Menschen! 

 

Den herzlosen Menschen sollte man mit Herzlichkeit begegnen! Jesus macht uns ein freundliches Angebot, wie die Seele Ruhe findet, und wir ihm unbelastet dienen können. Er sagt: „Darum kommt alle her zu mir, die ihr euch abmüht und belastet seid; ich will euch Ruhe schenken, dass ihr aufatmen könnt. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr für eure Seelen Ruhe finden. Denn mein Joch ist sanft und meine Bürde leicht.“ (Mat. 11, 28- 30, Br.)

Von sanftmütigen und demütigen Menschen nimmt man gern Lehre an. Darum gehen wir auch gern in die Schule Jesu und lernen von ihm! Er ist ein guter Lehrer, weil seine Lehre zum Heil des Menschen führt, und weil er das vorgelebt hat, was er lehrte. Seine Bürde und seine Lektionen sind leicht, aber wir tun uns schwer damit, sie zu halten. Im Hebräerbrief lesen wir: „Lasst uns hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen, in völliger Gewissheit des Glaubens, durch Besprengung der Herzen los vom bösen Gewissen und am Leib gewaschen mit reinem Wasser.“ (Hebr. 10, 22)

Man kann nicht mit unwahrhaftigem Herzen, mit Schuld befleckt und mit einem bösen Gewissen vor Gottes Thron erscheinen. Jesus nimmt die Schuld uns weg; er reinigt unser Herz und unser Gewissen. Durch ihn gelangen wir vor Gottes Thron.

Gott kann man nicht mit einem Geplärr der Lippen (Amos 5, 23) loben, während das Herz fern von ihm ist; sondern mit einem wahrhaftigen Herzen (Joh. 4, 24), das durch das Blut Jesu gereinigt und geheiligt ist. David sagt im Gebet: „Lass die Worte meines Mundes und das Sinnen meines Herzens wohlgefällig sein vor dir, Herr, mein Fels und mein Erlöser.“ Ps. 19, 15)

 

 B) Viel Herzeleid

 

Die Bibel sagt: „Auf den Wegen der Gottlosen ist viel Herzeleid.“ 

Manche Menschen kriegen es fertig, doppelzüngig oder mit geteilter Zunge zu sprechen, doppelherzig oder mit geteiltem Herzen. „Naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch! Reinigt die Hände, ihr Sünder, und heiligt eure Herzen, die ihr geteilten Herzens seid!“ (Jak. 4, 8)

Ist das denn möglich? Kann man denn Gott lieben und die Welt? (2. Kor. 6, 14- 17) Darum beherzigt, was die Bibel sagt, nämlich: „Zieht nicht in einem fremden Joch mit Ungläubigen! Denn was haben Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit miteinander zu schaffen? Und was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis?“ (V. 14)

 

Hartherzig

 

Hartgesottene Menschen schauen mit versteinerter Mine, weil ihr Herz versteinert ist. Was hat denn ein Stein im Herzen zu suchen? Es gibt zwar Nierensteine und Galensteine, aber ein Stein im Herzen ist doch am falschen Platz. Pharao hatte sein Herz vor Mose verhärtet und verstockt. Er ließ das Volk Israel nicht ziehen, denn er wollte die billigen Arbeitskräfte nicht verlieren und das Volk nicht aus ihrer Sklaverei entlassen. Das kam ihm teuer zu stehen, denn Gott war auf Israels Seite. Gott ist immer auf der Seite der Schwachen. Doch Israel ist auch Gottes erwähltes Eigentumsvolk. Wer sich gegen Gott auflehnt, hat von vorn herein verloren. Hartherzigkeit schafft viel Herzeleid und gebrochene Herzen. 

 

Gebrochene Herzen

 

Manche Leute haben wegen der Hartherzigkeit und Verstocktheit  eines lieben Menschen ein gebrochenes Herz. Dann ist ihnen schwer ums Herz; das Herz ist schwer belastet, ihnen blutet das Herz. In solchen Fällen hat man das Bedürfnis, seinem Herzen Luft zu machen, indem man das, was einem bedrückt, jemandem mitteilen und anvertrauen möchte. Das ist gut; es ist aber auch sehr ratsam, das Herz vor Gott auszuschütten. (Ps. 12, 5) Jesus heilt zerbrochene Herzen. In Psalm 34, Vers 19 heißt es: „Der Herr ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind, und er hilft denen, die zerschlagenen Geistes sind.“

Nimm Gottes Verheißungen in Anspruch, es kostet dir nichts. Wenn du  das getan hast, kannst du frei aufatmen. Es fällt dir ein Stein vom Herzen, vielleicht auch mehrere.

 

Verstockte Herzen

 

Gott redete damals immer wieder durch die Propheten zu einem widerspenstigen und verstocktem Volk mit einem abtrünnigen Herzen. „Heute, wenn ihr seine Stimme hört, so verstockt eure Herzen nicht“   (Ps. 95, 7- 8; Hebr. 3, 7-8)

Die Verstockung des Herzens ist eine gefährliche Sache; sie kostet den vielen Menschen das ewige Leben. Gott wurde zornig über jenes Geschlecht, das 40 Jahre in der Wüste umherirrte, und Gott sprach: „Immer gehen sie in ihrem Herzen in die Irre, und sie haben meine Wege nicht erkannt, so dass ich schwor in meinem Zorn: Sie sollen nicht in meine Ruhe eingehen!“ 

Und weiter: „Habt acht, ihr Brüder, dass nicht in einem von euch ein böses, ungläubiges Herz sei, das im Begriff ist, von dem lebendigen Gott abzufallen! Ermahnt einander vielmehr jeden Tag, solange es „Heute“ heißt, damit nicht jemand unter euch verstockt wird durch den Betrug der Sünde!“ Hebr.3, 10- 13)

 

Das Herz spielt im Leben der Gläubigen eine entscheidene Rolle. „Denn mit dem Herzen glaubt man, um gerecht zu werden, und mit dem Mund bekennt man, um gerettet zu werden.“ (Röm. 10, 10)

 

Ein neues Herz

 

Gott sprach: „Ich will ihnen ein Herz geben, dass sie mich erkennen sollen, dass ich der Herr bin; und sie sollen mein Volk, und ich will ihr Gott sein; denn sie werden sich von ganzem Herzen zu mir bekehren.“ (Jer. 24,7

Das neue Herz von Gott erhält der Gläubige nach seiner Bekehrung. Es ist das Geheimnis eines neuen Lebens mit Gott. Der zu Gott Bekehrte ist in Jesus Christus eine neue Schöpfung. (2. Kor. 5, 17) Das alte Sündenleben ist vorbei, alles ist neu geworden: Die Hartherzigkeit und die Verstocktheit sind weg, die Kaltherzigkeit und die Lieblosigkeit sind weg; das alles gehört der Vergangenheit an. Vor dem herrschte die Sünde in unserem Leben, wie bei allen Menschen, jetzt herrscht die Gnade, wie bei allen Bekehrten. 

Vormals dienten wir der Sünde zum Tode hin; jetzt dienen wir Gott zum Leben hin. Vormals waren wir fern von Gott und verschlossen für Gottes Wort; jetzt sind wir Gott nahe gekommen durch das Öffnen unseres Herzens für Gott. Wie die Blumen sich der Sonne öffnen und in herrlicher Pracht erblühen, so konnte auch das Licht der Gnade Gottes und der Geist Gottes die geöffneten Herzen erfassen. Mittels des Geistes Gottes können wir Gottes Wort recht verstehen. Der Heilige Geist unterweist uns und führt uns von Licht zu Licht, von Erkenntnis zu Erkenntnis, wie Gott es gesagt hat: „Ich will ihnen ein neues Herz geben, das sie mich erkennen sollen…“

Die Gotteserkenntnis ist sehr wichtig im Christenleben, denn davon hängt das ewige Leben ab. (Joh. 17, 3) Und aus Mangel an Erkenntnis geht ein Volk zugrunde. 

 

C) Die herzliche Barmherzigkeit Gottes

 

Israel wurde aufgefordert, das Gesetz Gottes zu bewahren und zu befolgen, und Gott zu suchen. Im fünften Buch Mose sprach Gott: „Wenn du aber von dort den Herrn, deinen Gott, suchen wirst, so wirst du ihn finden, ja, wenn du ihn von ganzem Herzen und von ganzer Seele suchen wirst. Denn der Herr, dein Gott, ist ein barmherziger Gott; er wird dich nicht verlassen noch verderben; er wird auch den Bund, den er deinen Vätern geschworen hat, nicht vergessen.“ (5. Mo. 4, 29. 31)

Gott ist kein Mensch, der irgend etwas vergessen oder untreu sein könnte. Gott ist treu und gerecht, und das seit Ur- Zeiten. Er hält, was er zugesagt hat. Gott macht auch keine halben Sachen, wie wir Menschen das oft tun. Darum möchte Gott auch von uns keine Halbherzigkeit und keine halben Entscheidungen, sondern ganze Sache. Gott will unser ganzes Herz und unsere ganze Seele. Suche den Herrn, deinen Gott, von ganzem Herzen und mit ganzer Seele, so wirst du ihn finden! Dann wird er sich dir zu erkennen geben. Gott spricht: „Gib mir, mein Sohn, dein Herz!“ 

 

„Du sollst Gott, den Herrn lieben mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele, mit deinem ganzen Verstand!“  (Mat. 22, 37) 

Das ist das größte Gebot. Gottes herzliche Barmherzigkeit hat uns besucht aus der Höhe. (Luk. 1, 78)

„Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte.“ (Ps. 103, 8)

 

Seine Gnade hat noch kein Ende. Gott ist ein „Vater der Barmherzigkeit und Gott alles Trostes.“ (2. Kor. 1, 3) „Darum seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.“ (Luk. 6, 36)

Gott hat uns „nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren zu einer lebendigen Hoffnung…“ (1. Petr. 1, 3) Der Apostel Paulus schreibt an die  Philipper- Gemeinde: „Gibt es nun bei euch Ermahnung in Christus, gibt es Zuspruch der Liebe, gibt es Gemeinschaft des Geistes, gibt es Herzlichkeit und Erbarmen…“ (Phil. 2, 1)

Die Antwort muss jeder selbst geben und dafür sorgen, dass diese aufgezählten Eigenschaften in seiner Gemeinde vorhanden sind. Wo Herzlichkeit und Erbarmen fehlen, da fehlt es auch an Gemeinschaft des Geistes, da fehlt es an Zuspruch der Liebe und an der Ermahnung im Geiste Jesu Christi. In dieser Reihenfolge.

 

Noch einmal die Worte von König David:

„Erforsche mich, o Gott, und erkenne mein Herz. Prüfe mich und erkenne meine Gedanken, und sieh, ob ich auf bösem Weg bin, und leite mich auf dem ewigen Weg.“ (Psalm 139, 23. 24)

 

 

D) Herzenseinstellung

 

 Manchmal hört man zur Ermutigung den menschlichen Rat: „Fass dir ein Herz!“ Oder: „Nimm dein Herz in beide Hände!“

Das soll uns anspornen, etwas zu wagen. Es ist tatsächlich eine Herzenssache, etwas zu wagen. Es ist auch eine Herzenssache, den Schritt zu Gott und mit Gott zu wagen.

David betet: „Lehre mich, Herr, Deinen Weg: Ich will wandeln in Deiner Wahrheit! Fasse mein Herz zusammen zur Furcht  Deines Namens.“ ((Ps. 86, 11, Elb.) Drei Wahrheiten lehrt uns dieser Vers: 

 

1. Lehre mich Deinen Weg!

Wir haben es nötig, von Gott gelehrt und unterwiesen zu werden, denn Gottes Wille, seine Wege und Absichten mit uns, sind uns doch unbekannt. Gott möchte, dass wir die gesunde und biblische Lehre besser kennen lernen und sie auch lehren (Titus 1, 9), damit wir, und die uns hören gesund sind im Glauben. Es gibt Menschen, die fremde Lehren verbreiten, und nicht die gesunden Worte unseres Herrn Jesus Christus annehmen, und die Lehre, die der Gottesfurcht entspricht." (1. Tim. 6, 3. 4) Paulus bezeichnet sie als "aufgeblasen." Paulus ermahnt den Timotheus und uns und sagt: "Halte dich an das Muster der gesunden Worte, die du von mir gehört hast, im Glauben und in der Liebe, die in Christus Jesus ist! Dieses edle anvertraute Gut bewahre durch den Heiligen Geist, der in uns wohnt" (2. Tim. 1, 13. 14) 

Irgendwann verpuffen die Aufgeladenen, und mit ihnen ihre Lehren.  Der Heilige Geist lehrt uns! (Joh. 16, 13; 1. Joh. 2, 27)

 

2. Wandeln in der Wahrheit

Jesus sprach: „Der, welcher mich gesandt hat, ist wahrhaftig, und was ich von ihm gehört habe, das rede ich vor der Welt. Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger, und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen!“ (Joh. 8, 26b. 31. 32)

Jesus sagte das zu den Juden, denn sie verstanden seine Worte nicht. (Vers 43) Der Blindgeborene, den Jesus geheilt hatte, sagte: „Wir wissen aber, dass Gott nicht auf Sünder hört; sondern wenn jemand gottesfürchtig ist und seinen Willen tut, den hört er.“ (Joh. 9, 31)

„Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme.“ (Joh. 18, 37b)

Johannes sagt, dass der Sohn Gottes gekommen ist und uns ein Verständnis gegeben hat, damit wir den Wahrhaftigen erkennen. (1. Joh. 5, 20a) Daher beten wir Gott „im Geist und in der Wahrheit an.“

Jesus ist der „König der Wahrheit“, durch den wir zu Gott kommen.

 

3. Richte mein Herz auf Gottesfurcht aus!

„Fasse mein Herz zusammen zur Furcht Deines Namens“ bedeutet „einige mein Herz“ = richte es auf das Eine: auf die Gottesfurcht. Diese drei Wahrheiten gehören zusammen und machen es möglich, das Gott unsere Gebete erhört. Ich glaube aber, dass der letzte Punkt für uns in der heutigen Zeit des Fernsehens, des Internets und der modernen, technischen Anlagen der wichtigste Punkt ist, weil die Gottesfurcht aus vielen Kirchen gewichen ist. Sie ist immer noch der Anfang der Weisheit und der erkenntnis. Spr. 1, 7; 9, 10)

Vortreffliche Redeweisheit kann weder Gottes Weisheit noch Gottesfurcht ersetzen. (1.Kor. 2, 1f.) Wie technische Dinge häufig neu eingestellt werden müssen, so sollte auch unser Herz neu geistlich ausgerichtet werden, und unsere Einstellung zu Gott und Gottesdiensten neu korrigiert werden. Die Neuausrichtung auf Gott ist lebensnotwendig und darf nicht vernachlässigt werden. Sonst erleben wir irgendwann ein böses Erwachen.

David betet weiter: „Ich will dich preisen, Herr, mein Gott, mit meinem ganzen Herzen und deinen Namen ewig verherrlichen. Du aber, Herr, bist ein barmherziger und gnädiger Gott, langsam zum Zorn und groß an Gnade und Wahrheit.“ (Ps. 86, 12. 15)

 

Unser Gott ist barmherzig und gnädig und gütig. In der rechten Herzenseinstellung nimmt Gott unseren Lobpreis an. Ich hatte etwa 25 Jahre lang Herzrhythmusstörungen. Nach einer Herzopperation schlug mein Herz wieder gleichmäßig, ohne zu stolpern. Meine Enkelin (Krankenschwester) sagte zu mir: „Opa, du bist gut eingestellt.“ Sie meinte natürlich, mein Herz ist mittels Medikamenten gut eingestellt. Ist unser Herz auch zu Gott gut eingestellt? Gott möge uns dazu helfen durch seinen guten Heiligen Geist. 

 

Mose war der Mittler zwischen Gott und dem Volk Israel. Gott sprach zu ihm: „O wenn sie doch immer ein solches Herz hätten, mich zu fürchten und alle meine Gebote allezeit zu halten, damit es ihnen gut ginge und ihren Kindern ewiglich.“ (5. Mo. 5, 29)

Mose betete für sein Volk um Gnade in der rechten Herzensstellung. (2. Mo. 33, 12f.) Auch Daniel betete in der rechten Einstellung des Herzens für sein Volk. Er stellte sich, wie Mose, unter die Schuld seines Volkes und tat Fürbitte für das Volk. (Dan. 9, 3f.) 

 

 

„Teach me your way, O Lord, and I will walk in your truth; give me an undividet heart, that I may fear your name.“ (N I V)

 

 

Prüfe mich, Herr, erforsche Du mein Herz.

Prüf mich, o Heiland, flehe ich grad' jetzt.

Siehe , ob ich auf rechtem Wege sei,

reinige mich von Sünd' und mach mich frei.

 

Ich preise Dich, denn Reinigung find' ich.

Erfüll Dein Wort, mach reines Herzens mich.

Wohne in mir, wo einst die Sünde war.

Herr, Deinen Namen rühm' ich immerdar.

 

O Helfer Geist, Erweckung kommt von Dir.

Gib die Erweckung und beginn in mir.

Dein Wort verspricht's und Du erhörest mich:

Segne mich jetzt, o Herr, ich bitte Dich.

 

( J.Edwin Orr )

 

 

 

53. Das Volk, das im Finstern lebt…

 

„Das Volk, das im Finstern lebt, sieht ein großes Licht, hell strahlt es auf über denen, die ohne Hoffnung sind.“ (Jes. 9, 1)

Jesus, das „Licht der Welt“, ist in unsere dunkle und hoffnungslose Welt gekommen. Er konnte sagen: „Ich bin das Licht für die Welt. Wer mir nachfolgt, irrt nicht mehr in der Dunkelheit umher, sondern folgt dem Licht, das ihn zum Leben führt.“ (Joh. 8, 12, Hof)

 

Viele Millionen Menschen haben Jesus angenommen. Diese irren nicht mehr in der Dunkelheit umher, sie folgen dem Licht der Welt auf dem Weg, der zum ewigen Leben führt. Aber viele andere sind verstockt, verblendet, oder verführt von falschen Propheten und Irrlichtern dieser Welt. Und ohne Jesus irren sie in Dunkelheit und Ungewissheit, ohne Halt und ohne Hoffnung. 

Jesaja wirkte als Prophet von 740 bis 701 v. Chr. Er wies wie kein anderer Prophet auf Jesus, den Retter und Erlöser der Menschheit hin. Er sagte damals: „Steh auf, Jerusalem, und leuchte! Denn das Licht ist gekommen, das deine Finsternis erleuchtet. Die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir wie die Sonne.“ (Jes. 60, 1, Hof)

Das war ein heller Lichtstrahl für das in Dunkelheit lebende Volk Israel. Doch Jesus kam als Erlöser für die ganze Mensheit. Der Prophet bekräftigt diese Aussage mit dem zweiten Vers. Er sagt darin: „Noch bedecken dunkle Wolken die Erde, alle Völker leben in finsterer Nacht. Doch über dir leuchtet das Licht des Herrn auf, und seine Herrlichkeit überstrahlt dich.“

Wie passend ist doch dieser Vers für unsere Zeit: „Dunkle Wolken bedecken die Erde, und alle Völker leben in finsterer Nacht!“ Jesus kam einst in eine dunkle Welt, und er kommt wieder in eine dunkle Welt, aber nicht als Kind in der Krippe, sondern als König in Majestät und Herrlichkeit. Jesus kam zu seinem Volk, doch sein Volk hat ihn nicht erkannt. Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf. Er kommt zum zweiten Mal zu ihnen; dann wird die Decke von ihren Augen weggetan sein - dann werden sie sehen und erkennen, in welchen sie gestochen haben. Der Prophet sagt, dass der Herr 70 Jahre zornig über Jerusalem und die Städte Judas war. (Sach. 1, 12) In diesem Zusammenhang stellen wir fest, dass Israel im Mai 2018 70 Jahre bestehen wird. 

Der Engel sprach auf Gottes Geheiß zu Sacharja: „Darum, so spricht der Herr: Ich eifere für Jerusalem und für Zion mit großem Eifer; und ich bin heftig erzürnt über die selbstsicheren Heidenvölker; denn als ich nur ein wenig zornig war, halfen sie zum Unglück! Ich habe mich Jerusalem wieder voll Erbarmen zugewandt; mein Haus soll darin gebaut werden… Meine Städte sollen wiederum von Gutem überfließen, und der Herr wird Zion wieder trösten und Jerusalem wieder erwählen!“ (Sacharja 1, 16a. 17)

 

Die dunklen Wolken, die zur Zeit die Erde bedecken und die Juden und die Christen ängstigen, bedrohen und bedrängen, wird das Licht der Herrlichkeit Gottes verdrängen, und sein Volk Israel wird Frieden haben und wird am Ende mit dem empfangenen Gotteslicht die Heidenvölker erleuchten. Kein Volk hat es nötig, im Finstern zu leben, weil das Licht Gottes doch für alle greifbar nahe ist. 

Finsternis bedeckt zwar die Erde, doch wer sich für Jesus entscheidet, entscheidet sich für Licht und Leben, für Wahrheit und Gerechtigkeit. Und zu solchen Leuten kann gesagt werden, was Jesaja zu Israel sagte, nämlich: „…aber über dir geht auf der Herr, und seine Herrlichkeit erstrahlt über dir.“ (Jes. 60, 2)

 

Strahle deine Liebe aus durch mein Herz,

lass die Welt Jesu Schönheit nur seh’ n!

Lass das Vorbild, Gottes Sohn,

durch mein ganzes Leben geh’ n!

Strahle aus Gottes Liebe durch mich!

 

 

 

 

 

52. Die Herrlichkeit Gottes

 

1. „Dein ist die Herrlichkeit!“

 

Unser Gott ist ein Gott der Herrlichkeit, der Gott unseres Herrn JESUS CHRISTUS, und der Vater der Herrlichkeit. Auf dieser fluchbeladenen Erde kann nur menschlich begrenzte und zeitlich begrenzte Herrlichkeit sein, also eine kurze und vergängliche Herrlichkeit. Doch je mehr wir die Nähe Gottes suchen und je näher  wir Gott sind, desto mehr und intensiver können wir Die Herrlichkeit Gottes erfahren. Wahre und dauerhefte Herrlichkeit ist bei Gott, dem Vater. Daher lehrt Jesus seine Jünger und uns beten: „Unser Vater, der du bist im Himmel! Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf Erden.“

Das steht ganz bewusst so an erster Stelle. Wir müssen beim Beten unseren Blick zu allererst und ganz bewusst auf Gott, den Schöpfer aller Dinge, auf seine Majestät und Würde und auf seinen großen und herrlichen Namen richten. Auch auf die Erhabenheit und Heiligkeit Gottes und sein Reich. Gottes Name ist heilig, wird von der Engelwelt im Himmel heilig gehalten und soll auch auf Erden geheiligt werden! Sein Reich ist im Himmel, und es muss auch auf Erden kommen! Sein Wille geschieht im Himmel, und er muss auch auf Erden geschehen! Diese drei Dinge haben Priorität und müssen die erste Stelle in unseren Gebeten einnehmen. Denn sie haben einen höheren Stellenwert, als alle anderen Dinge und als alle unsere menschlichen Belange, Bitten und Bedürfnisse. Deshalb lehrt Jesus uns, in dieser Reihenfolge unser Gebet und unsere Bitten vor Gottes Thron zu bringen. Dann können wir auch unsere Bedürfnisse, wie das tägliche Brot und andere Nöte wie Leid und Krankheiten ihm sagen. Bitt um Vergebung der Schuld in der Weise, wie du dem Nächsten seine Schuld vergibst. Es folgt dann: „Und führe uns nicht in Versuchung, sondern errette uns von dem Bösen!“

Nie war der Mensch solchen Versuchungen ausgesetzt wie heute. Wenn wir das Gebet in die Praxis umsetzen, dringen wir durch zum Reich, zur Kraft und zur Herrlichkeit Gottes. Es heißt: „Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit! Amen!“ Denke daran: Wenn du betest, so betest du zu Gott, dem das Reich, die Kraft und die Herrlichkeit eigen ist. 

 

2. Die Herrlichkeit Jesu

 

Wir lesen im Bericht des Stephanus über Abraham: „Der Gott der Herrlichkeit erschien unserem Vater Abraham als er in Mesopotanien war …“ (Apg. 7, 2)

Die Herrlichkeit Gottes erschien Mose in einer Wolke. (2. Mo. 16, 11) Gott redete mit Mose von Angesicht zu Angesicht. Als Gott Mose sagte, dass er Gnade gefunden habe vor seinen Augen, sprach er zu Gott: „So lass mich doch deine Herrlichkeit sehen!“ Doch Gott sprach zu ihm: „Mein Angesicht kannst du nicht sehen, denn kein Mensch wird leben, der mich sieht.“ (2. Mo. 33, 18. 20)

Als die Zeit dafür erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn auf die Erde. Jesus verließ die Herrlichkeit des Vaters und kam arm und gering auf diese Erde, um uns zu erlösen. Johannes sagt: „Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns; und wir sahen seine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“ (Joh. 1, 14)

Gott ist der Vater der Herrlichkeit, und Jesus empfing Herrlichkeit vom Vater. (Joh. 12, 28; 17, 10. 24)

Petrus sagt: „Wir sind Augenzeugen seiner herrlichen Majestät gewesen. Denn er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Herrlichkeit, als eine Stimme von der hocherhabenen Herrlichkeit an ihn erging: „Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe!“ (2. Petr. 1, 16b. 17)

Jesus betet: „Vater, die Zeit ist gekommen! Lass jetzt die Herrlichkeit deines Sohnes erkennbar werden, damit dein Sohn deine Herrlichkeit sichtbar macht.“ (Joh. 17, 1b, Hof.)

Nicht alle erkennen die Herrlichkeit Jesu, darum können sie auch nicht die Herrlichkeit des Vaters erfassen und nicht erkennen. Ohne Glauben ist es unmöglich Gott zu gefallen, auch nicht die Herrlichkeit Gottes zu sehen.Gott, der Vater, hat Jesus verherrlicht, und der Sohn Gottes hat uns von seiner Herrlichkeit mitgeteilt. Im gleichen Kapitel sagt Jesus: „Vater, ich möchte, dass alle, die du mir gegeben hast, bei mir bleiben. Sie sollen an meiner Herrlichkeit teilhaben. Du hast mir die Herrlichkeit gegeben, denn du hast mich geliebt, längst bevor die Welt geschaffen wurde.“  (Joh. 17, 24, Hof.)

Jesus kommt wieder als König und Herr, in Kraft und Herrlichkeit. (Matth. 24, 29. 30)

"Dein ist die Herrlichkeit!" Die Herrlichkeit ist Gott eigen. Sie kommt von Gott rundgeht zu Gott. Sie kam vom Vater zum Sohn und ging zum Vater. Sie kommt vom Sohn zu Gottes Kindern und geht zum Vater.

 

3. Die Herrlichkeit der Kinder Gottes

 

Gott will „den Reichtum seiner Herrlichkeit an den Gefäßen der Barmherzigkeit erzeigen, die er zuvor zur Herrlichkeit bereitet hat.“ (Röm. 9, 23)

Wer sind denn die Gefäße der Barmherzigkeit? Das sind die Erlösten aus den Juden und aus allen Nationen. Paulus spricht auch von den „Gefäßen des Zorns“, die Gott getragen und zum Verderben zugerichtet hat.“ (Vers 22)

In Römer acht sagt er: „Ich bin ganz sicher, dass alles, was wir zurzeit erleiden, nichts ist, verglichen mit der Herrlichkeit, die Gott uns einmal schenken möchte. Darum wartet die ganze Schöpfung sehnsüchtig und voller Hoffnung auf den Tag, an dem Gott seine Kinder in diese Herrlichkeit aufnimmt. Ohne eigenes Verschulden sind alle Geschöpfe der Vergänglichkeit ausgeliefert, weil Gott es so bestimmt hat. Aber er hat ihnen die Hoffnung gegeben, dass sie zusammen mit den Kindern Gottes einmal von Tod und Vergänglichkeit erlöst und zu einem neuen, herrlichen Leben befreit werden.“ (Röm. 8, 18- 21, Hof.)

 

So besteht also Hoffnung für alle glaubenden Menschen und durch das Offenbarwerden der „Söhne Gottes“ auch Hoffnung auf Erlösung für die gesamte Kreatur.

Gott hat uns durch das vollkommene Opfer Jesu Christi Teilhaber seiner Herrlichkeit werden lassen und uns zur Herrlichkeit Gottes zubereitet. Den Reichtum der Herrlichkeit Gottes will Gott an den Gefäßen der Barmherzigkeit, also an uns, erzeigen und offenbar machen. „Die gespannte Erwartung  der Schöpfung sehnt die Offenbarung der Söhne Gottes herbei.“ (Vers 19)

Die gesamte Tierwelt soll also auch von dem Fluch des Fressens und Gefressenwerden erlöst werden. (vergleiche Jesaja 11, 6- 9) Daher wartet die gesamte Schöpfung und ist gespannt darauf, was mit der „Krone der Schöpfung“ passiert. Wir haben die Erlösung im Glauben angenommen. Wir sind auch erlöst, aber noch nicht vollkommen; unsere Leiber bedürfen noch der Erlösung  und der Verwandlung. Die Schöpfung soll „befreit werden von der Knechtschaft der Sterblichkeit zur Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes.“

Paulus sagt: „Auch wir erwarten seufzend die Sohnesstellung, die Erlösung unseres Leibes.“ (Vers 23b)

Wir sind Erben des Königs und Vaters der Herrlichkeit!

 

 4. Erleuchtete Augen

 Wir müssen mit geöffnetem Herzen und einem gesalbten Geist, mit Gottes Verstand, sehen und erkennen, was uns von Gott gegeben ist. Wir müssen das Gottesgeschenk wahrnehmen und annehmen und als unser Eigentum betrachten. Gott gebe uns „erleuchtete Augen“, das zu sehen. Paulus schreibt an die Gemeinde zu Ephesus: „Ihn, den Gott unseres Herrn Jesus Christus, dem Vater, dem alle Herrlichkeit gehört, bitte ich darum, euch durch seinen Geist Weisheit zu geben, dass ihr ihn immer besser erkennt und er euch seinen Plan zeigt. Er öffne euch die Augen, damit ihr seht, wozu ihr berufen seid, worauf ihr hoffen könnt und welch unvorstellbar reiches Erbe auf alle wartet, die zu Gott gehören.“ (Eph. 1, 17. 18, Hof.)

 Mit unserem menschlichen Verstand vermögen wir göttliche Dinge nicht zu erfassen. Gott muss unseren Verstand erleuchten! Gott gehört und gebührt alle Herrlichkeit. Und Jesus hat Gottes Herrlichkeit sichtbar gemacht. Der Ungläubige sieht sie nicht. Ihm fehlt mangels Heiligen Geistes das Aufnahmevermögen. Jesus möchte uns, seine Erlösten an seiner und Gottes Herrlichkeit teil haben lassen. Er hat uns den Zugang zu Gottes Herrlichkeit schon hier ermöglicht. Darum gebührt ihm alle Ehre.

 

Herrlichkeit Dir, Jesus allein!

Herrlichkeit Dir, Jesus allein!

Alles, was Odem hat, stimme mit ein,

Herrlichkeit Jesus, ja, Jesus allein!

 (Eduard Ruprecht)

 

5. Die Herrlichkeit des Evangeliums

 

Paulus stellt die Herrlichkeit des Gesetzes der Herrlichkeit des Evangeliums, also der Botschaft von Jesus Christus, gegenüber. Er sagt: „Schon das Gesetz, das in Stein gehauen war und den Tod brachte, ließ etwas von der Gottesherrlichkeit erkennen. Nachdem Gott Mose das Gesetz gegeben hatte, lag da nicht ein Glanz auf Moses Gesicht - so stark, dass die Israeliten es nicht ertragen konnten? Doch wie schnell war dieser Glanz erloschen!“ (2. Kor. 3, 7, Hof.)

Und Paulus schlussfolgert: Wieviel herrlicher muss es dann sein, die rettende Botschaft von Christus zu verkündigen, denn sie führt die Menschen durch Gottes Geist zum Leben!“ (Vers 8)

Paulus gebraucht in diesem Abschnitt zwei Ausdrücke: „Dienst des Todes“ und „Dienst des Geistes in Herrlichkeit.“

„Dienst des Todes“ = das Gesetz in Stein gehauen, es brachte kein Leben, es brachte aber unsere Sündenschuld ans Licht. Der „Dienst des Geistes in Herrlichkeit“ = das ewige, lebenspendende Evangelium. In der Übersetzung „Hoffnung für alle“ heißt es: „Die Herrlichkeit des Gesetzes verblasst vor der Herrlichkeit der Botschaft von Jesus Christus. Wenn schon das Gesetz, das doch nur für eine bestimmte Zeit galt, Gottes Herrlichkeit erstrahlen ließ, um wie viel mehr wird sich Gottes Herrlichkeit durch die Botschaft von Jesus Christus offenbaren, die ewig gilt!“ (2. Kor. 3, 10. 11, Hof)

 

Und weil wir diese Hoffnung haben, können wir die herrliche Botschaft von Jesus Christus ( oder: Die Botschaft von der Herrlichkeit Jesu) mit Freimut und mit offenem Gesicht und voller Zuversicht verkündigen. Wir brauchen unser Gesicht nicht mit einem Tuch oder einer Decke verhüllen. Daher folgert Paulus: „Wir alle aber stehen mit unverhülltem Gesicht vor Gott und spiegeln seine Herrlichkeit wider. Der Herr verändert uns durch seinen Geist, damit wir ihm immer ähnlicher werden und immer mehr Anteil an seiner Herrlichkeit bekommen.“ (Vers 18, Hof)

Die Ungläubigen hat Satan (der Fürst dieser Welt) so verblendet, dass sie das helle Licht des Evangeliums von der Herrlichkeit des Christus nicht sehen, welcher das Ebenbild Gottes ist.“ (2. Kor. 4, 4)

 

JESUS ist die Ausstrahlung der Herrlichkeit Gottes und der Ausdruck seines Wesens und er trägt alle Dinge durch das Wort seiner Kraft! Er hat sich, nachdem er die Reinigung von unseren Sünden durch sich selbst vollbracht hat, zur Rechten der Majestät in der Höhe gesetzt." (Hebräer 1, 3)

 

O wie herrlich ist die Kunde, nimm sie gläubig an:

Gestern, heute und für immer Jesus helfen kann.

Ja, er liebt und rettet Sünder, heilt die Kranken gern,

trocknet Tränen, stillt die Stürme - Ehre sei dem Herrn!

 

(A. B. Simpson)

 

GM

 

51. Lebendige Hoffnung 

 

1. Jesus gibt uns Hoffnung

Jesus gab dem gebildeten Theologen und Schriftgelehrten Nikodemus Hoffnung, er gab auch den einfachen Leuten Hoffnung. Er sagte zu Nikodemus: „Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen! Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, so kann er nicht in das Reich Gottes eingehen.“ (Joh. 3, 3. 5) „Wundere dich nicht, dass ich dir gesagt habe: Ihr müsst von neuem geboren werden!“ (V. 7)

Es gibt keinen anderen Weg und keine andere Möglichkeit, ins Reich Gottes eingehen zu können. Wasser und Geist meint durch das Wort Gottes und den Geist Gottes. Der Geist bestätigt das Wort. Indem wir das Wort Gottes annehmen, bestätigen wir, dass Gott wahrhaftig ist, der seinem Sohn zu unserer Erlösung gesandt hat. Sobald wir das Wort Gottes aufnehmen und annehmen, beginnt der  Geist Gottes zu wirken. Die Wiedergeburt ist im Grunde eine Auferstehung aus dem Tod. Zwei Dinge müssen zusammenkommen, die Gnade Gottes von oben, die er uns in Jesus geschenkt hat, und das Ja zu Jesus von unten. Die Wiedergeburt ist nötig. „Denn alle haben gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit, die sie vor Gott haben sollten, so dass sie ohne Verdienst gerechtfertigt werden durch seine Gnade auf Grund der Erlösung, die in Christus Jesus ist.“ (Röm. 3, 23. 24) 

 Jesus wurde das Sühnopfer für unsere Schuld und der Mittler zwischen Gott und den Menschen. Er hat uns, die wir ausgeschlossen waren aus der Familie Gottes, miteingeschlossen und uns das Bürgertum des Himmels erworben. Er hat uns, die wir keine Hoffnung hatten, eine lebendige Hoffnung in unser Herz gelegt. Gott hat uns "wiedergeboten zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten." (1. Petr. 1, 3)

Deshalb lasst uns die dargebotene Hoffnung ergreifen! „Diese Hoffnung halten wir fest als einen sicheren und festen Anker der Seele, der auch hineinreicht ins Innere , hinter den Vorhang, wohin Jesus als Vorläufer (gr. prodromos) für uns eingegangen ist, der Hohepriester in Ewigkeit geworden ist…“ (Hebr. 6, 19. 20a)

„Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit!“ (Kol. 1, 27b) 

Er gab uns die Hoffnung der Herrlichkeit!

Den müssen wir haben, der uns Hoffnung gibt!

 

2. Hoffnung über den Tod hinaus

Jeder Mensch hat gewisse Vorstellungen vom Leben und stellt gewisse Ansprüche an das Leben. Bei den meisten enden die Vorstellungen vom Leben mit dem Tod, weil aufgrund der Sünde jeder Mensch sterben muss, und weil der Mensch ohne Gott denkt: „Mit dem Tod sei alles aus!“ Wer sagt denn so etwas? „Der Narr spricht in seinem Herzen: Es gibt keinen Gott!“ (Ps. 14, 1) Wenn es keinen Gott gäbe, gäbe es keine Erlösung, keine Auferstehung und keine Hoffnung. Dann wäre das Leben sinnlos, ziellos, hoffnungslos! Gott schafft nichts ohne Zielbestimmung. „Und Gott schuf den Menschen in seinem Bild, im Bilde Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie.“ (1. Mo. 1, 27)

Durch Adam kam die Sünde in die Welt, durch Christus die Gnade. Durch die Sünde haben wir das Bild Gottes verloren, durch Christus können wir es wieder erlangen. Wir werden verwandelt werden in sein Bild (2. Kor. 3, 18). Die Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, und die Kraft des Blutes Jesu, das er für unsere Sünden vergossen hat, sind stärker als der Tod. "Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Tod wo ist dein Stachel, Totenreich wo ist dein Sieg?" (1. Kor. 15, 55)

 Unsere  Hoffnung reicht über den Tod hinaus! Wir sind „wiedergeboren zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu von den Toten.“ (1. Petr. 1, 3)

Aus seiner Gnade leben wir und werden ohne Verdienst gerechtfertigt. Der den Tod besiegt hat und den Schlüssel des Todes in seiner Hand hat, der gab uns ewiges Leben.

Darum reicht unsere Hoffnung  über den Tod hinaus!

 

3. Hoffnung gibt uns Heimat

Ja, wir waren einst (vor der Bekehrung) heimatlos. Nicht die Heimat gibt uns Hoffnung, sondern die Hoffnung gibt uns Heimat. Die meisten Menschen haben nur eine irdische Heimat; sie kennen Jesus nicht und wissen nichts von der himmlischen Heimat. Darum haben sie auch keine Hoffnung auf die Auferstehung von den Toten. Auch wir waren einst ohne Hoffnung, denn wir waren ohne Christus und hatten keinen Zugang zu Gott, dem Vater. „Denkt daran, dass ihr einst… zu jener Zeit ohne Christus wart, … und ihr hattet keine Hoffnung und wart ohne Gott in der Welt.“ (Eph. 2, 12)

Für Christen gibt es ein einst ohne Christus, ohne Bündnisse der Verheißung und ohne Hoffnung, und ein jetzt, die Zeit mit Christus und mit einer lebendigen Hoffnung des ewigen Lebens. Die Gläubigen des Alten Bundes „waren davon überzeugt, dass sie Fremdlinge und Wanderer ohne Bürgerrecht sind auf Erden; denn die solches sagen, geben damit zu erkennen, dass sie ein Vaterland suchen.“ (Hebr. 11, 13.14)

Wer Christus gefunden hat, der hat Erlösung und Heimat gefunden. 

Verlier die Hoffnung nicht, die dir Heimat gibt!

 

 4. Die Hoffnung gibt uns Halt

Die Hoffnung ist ein fester Ankergrund unserer Seele. Die christliche Hoffnung ist im Worte Gottes und im Herzen des Gläubigen  verankert. Diese Hoffnung gibt uns einen sicheren Halt. Wir halten fest, was unserem Leben Halt gibt.

Unser Herr Jesus ist der Felsengrund auf dem wir stehen; er ist der Grund unseres Glaubens und auch der Grund unserer Hoffnung. Unser Glaube an Jesus, und unsere Hoffnung liegen in Gott fest gegründet. Das gibt unserer Seele festen Halt. „Denn einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.“ (1. Kor. 3,10b. 11) „Lasst uns festhalten am Bekenntnis der Hoffnung, ohne zu wanken, denn er ist treu, der die Verheißung gegeben hat.“(Hebr. 10,23) 

Hoffnung gibt dir Halt! Verlier den Halt der Hoffnung nicht!

 

5. Die Hoffnung gibt uns Trost

Auch im Sterben  nimmt diese lebendige Hoffnung dem Gläubigen die Furcht vor dem Tod. Der Gläubige ist getröstet, denn er zehrt von der Kraft seines Glaubens und der Hoffnung; der Ungläubige aber bleibt ohne Jesus auch ohne Trost, im Leben und im Sterben. Der uns diese Hoffnung gab, der hat den Tod besiegt! Diese Hoffnung ist im Worte Gottes festgeschrieben und kann nicht gelöscht werden. Sie ist durch die Auferstehung Jesu von den Toten festgemacht und begründet. (1. Kor.15,16-22)

Gott ist ein Gott des Trostes, der Barmherzigkeit, der Liebe, des Friedens, der Geduld und der Hoffnung (2. Kor.1,3; 13,11; Röm.15, 33.5.13.) Unser Gott ist auch ein Vater der Herrlichkeit, ein Vater der Geister und ein Vater der Lichter. (Eph. 1, 17; Hebr. 12, 9; Jak. 1, 17)

„Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und mit Frieden im Glauben, dass ihr überströmt in der Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes!“ (Röm. 5, 13)

Hoffnung gibt dir Freude und Frieden durch den Glauben. Verlier diesen Glauben nicht!

Hoffnung gibt dir die Kraft zu glauben. Verlier diese Kraft nicht!

Hoffnung gibt dir Trost und stärkt deinen Glauben. 

 

6. Die Hoffnung hat ein Ziel

Der feste Grund unserer Hoffnung ist Jesus selbst. Er ist auch das Ziel unseres Glaubens. Johannes sagt: „Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Kinder Gottes heißen sollen! Darum erkennt uns die Welt nicht, weil sie ihn nicht erkannt hat. Geliebte, wir sind jetzt Kinder Gottes, und noch ist nicht offenbar geworden, was wir sein werden; wir wissen aber, dass wir ihm gleichgestaltet sein werden, wenn er offenbar werden wird; denn wir werden ihn sehen wie er ist.“ (1. Joh. 3, 1-2)

Die Welt erkennt uns nicht, weil sie Gott nicht erkannt hat und den Heiligen Geist nicht empfangen kann in diesem sündigen und umbußfertigen Zustand (Joh.17,3; 14,17). Nur wiedergeborene Menschen haben eine lebendige Hoffnung. Das ist unsere Hoffnung: Wir werden auferstehen aus den Toten zum ewigen Leben, wir werden verwandelt werden in sein Bild, und wir werden ihn sehen wie er ist! Johannes sagt: „Und jeder, der diese Hoffnung auf ihn hat, reinigt sich, gleiwie auch er rein ist.“ (Vers 3) 

Hoffnung hat eine Ausrichtung zu Gott, unserem Vater. So sagt Petrus auch: „… die ihr durch ihn (Jesus) an Gott glaubt, der ihn aus den Toten auferweckt und ihm Herrlichkeit gegeben hat, damit euer Glaube  und eure Hoffnung auf Gott gerichtet seien.“ (1. Petr. 1, 21)

Hoffnung auf Christus heiligt und reinigt dich. "Deshalb müssen wir um so mehr auf das achtgeben, was wir gehört haben (das Wort Gottes), damit wir nicht daran (am Ziel) vorbeigleiten." (Hebr. 2, 1, Konk.)

Halte  an der zielgerichteten Hoffnung fest!

Verlier das Ziel nicht aus den Augen!

 

7. Die Substanz der Erwartung

Stehst du im Glauben, erwartest du die Wiederkunft Jesu? Der Glaube (= pistis) ist die Annahme (gr.= hypostasis) dessen, was man erwartet. Der Glaube ist die Substanz, die Grundlage oder das Wesen unserer Erwartung (elpis= Hoffnung). Die Bibel sagt: „Denn wir sind Mitteilhaber des Christus geworden, das heißt, wenn wir die anfängliche Grundlage bis zur Vollendung stetig festhalten.“ (Hebr. 3, 14, Konk.)

Annahme heißt auf lateinisch substantia.  Erwartung hat mit Warten und Ausharren zu tun. David wartete auf Gott (Ps. 62, 2), Joseph von Arimathia wartete auf das Reich Gottes (Mk. 15, 43), Simeon und andere mit ihm warteten auf den Trost Israels (Luk. 2, 25), jene 70 Jünger warteten auf die Verheißung des Vaters (Apg. 1, 4). Paulus schreibt an Titus: „Denn die Gnade Gottes ist erschienen, die heilbringend ist für alle Menschen; sie nimmt uns in Zucht, damit  wir die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden verleugnen und besonnen und gerecht und gottesfürchtig leben in der jetzigen Weltzeit, indem wir die glückselige Hoffnung erwarten und die Erscheinung der Herrlichkeit  des großen Gottes und unseres Retters Jesus Christus.“ (Tit. 2, 11- 13)

Was ist die Substanz deiner Hoffnung und Erwartung? Nichts und niemand unter der Sonne kann dir die Hoffnung geben, die Jesus geben kann. Nichts und niemand kann uns diese Hoffnung rauben. Mitteilhaber Jesu Christi - das ist an eine Bedingung geknüpft, nämlich diese: Wenn wir die anfängliche  Grundlage (unseres Glaubens) bis zur Vollendung (unseres Glaubens) festhalten!

Unsere Hoffnung und Erwartung hat also eine großartige und kostbare Verheißung. Darum wollen wir die Flinte nicht ins Korn werfen, unseren Glaubenskampf nicht vorzeitig abbrechen, sondern weiterführen, auch wenn der Endkampf härter wird! Wir wollen festhalten an der Hoffnung bis ans Ende. Wir wollen nicht träge werden, sondern Nachfolger derer, die durch Glauben und Geduld die Verheißungen ererben. (vergleiche: Hebr. 6, 11. 12) Wir haben einen besseren und bleibenden Besitz im Himmel. Darum werfen wir auch unser Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat. (Hebr. 10, 35)

So können wir Mitteilhaber des Christus werden!

  

8. Hoffnung und Erwartung der Herrlichkeit Gottes

Wir lesen im Philipper- Brief: Unser Bürgerrecht aber ist im Himmel, von woher wir auch den Herrn Jesus Christus erwarten als den Retter, der unseren Leib der Niedrigkeit umgestalten wird, so dass er gleichförmig wird seinem Leib der Herrlichkeit, vermöge der Kraft, durch die er sich selbst auch alles unterwerfen kann.“ (Phil. 3, 20. 21)

Wir, die Gläubigen, sind gespannt auf den Himmel, und wir freuen uns darauf und blicken erwartungsvoll auf die Verheißungen und auf den, der uns erlöst und den Geist der Wahrheit gegeben und uns eine Wohnung bereitet hat! Das Reich Christi wird in Macht und Herrlichkeit hervorbrechen. (Matth. 24, 30) Doch bevor der „helle Tag“ anbricht, muss der „Morgenstern aufgehen in unseren Herzen.“ (1. Petr. 1, 19)

Jesus sagt: „Ich bin die Wurzel und der Spross Davids.“ (Offb. 22, 16b) Das gilt Israel. Als die Wurzel ist er göttlich und Davids Herr. Als Spross ist er Mensch, Sohn Davids. (Ps. 110, 1) Jesus ist geboren und gestorben als „König der Juden.“ (Matth. 2, 2; 27, 37) Er wird auch regieren als König der Juden (Sach. 9, 9). Im Verhältnis zur Gemeinde ist Jesus der  „leuchtende Morgenstern.“ Paulus sagt: Wir rühmen uns der Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes. Aber nicht nur das, sondern wir rühmen uns auch in den Bedrängnissen, weil wir wissen, dass die Bedrängnis standhaftes Ausharren bewirkt, das standhafte Ausharren aber Bewährung, die Bewährung aber Hoffnung, die Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden, denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist.“ (Röm. 5, 2b- 5) Wir erwarten den Herrn! „Jesus wird denen erscheinen, „die auf ihn warten (ihn erwarten), nicht wegen der Sünde, sondern zum Heil!“ (Hebr. 9, 28b)

Das Warten auf die Herrlichkeit Gottes, oder die Erwartung der Erscheinung Jesu, lässt uns nicht träge sondern aktiv werden! „Christus lebt mitten unter euch. Er hat euch die Hoffnung auf die Herrlichkeit geschenkt.“ (Kol. 1, 27b, Hfa)

 Im Glauben erwarten wir die Herrlichkeit Gottes!

 

9. Das Seufzen in der ganzen Schöpfung

Der Apostel spricht in Römer Kapitel acht ein wichtiges Thema an.

„Die Leiden der jetzigen Zeit fallen nicht ins Gewicht gegenüber der Herrlichkeit, die an uns geoffenbart werden soll. Denn die gespannte Erwartung der Schöpfung sehnt die Offenbarung der Söhne Gottes herbei. Die Schöpfung ist nämlich der Vergänglichkeit unterworfen, nicht freiwillig, sondern durch den, der sie unterworfen hat, auf Hoffnung hin, dass auch die Schöpfung selbst befreit werden soll von der Knechtschaft der Sterblichkeit zur Freiheit der Herrlichkeit der Söhne Gottes.“ (Röm.8,19f)

Eine tiefe Sehnsucht oder eine gespannte Erwartung liegt also in der ganzen Schöpfung (Vers 19). Die griechische Bezeichnung dafür heißt apo karadokia= Vorahnung. (vergleiche Phil. 1, 20). Gott hat Großartiges mit der gesamten Schöpfung vor! Diese Schöpfung hat durch den Sündenfall Schaden erlitten (Fluch Gottes, 1. Mo. 3, 17); sie liegt in Knechtschaft. Auf grunddessen liegt eine gespannte Erwartung, ein Sehnen und ein Seufzen auf ihr. Worauf ist die Schöpfung gespannt? Worauf wartet sie? Auf die Offenbarung der Söhne Gottes! Sind wir denn nicht bereits jetzt erlöst? Ja, wir sind erlöst, aber für die Schöpfung ist unserere Erlösung unvollkommen und unsichtbar. In Vers 22 stellt Paulus das Seufzen der unerlösten Schöpfung heraus, indem er sagt: „Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung mitseufzt und mit in Wehen liegt, (weil auch die Gotteskinder in ihrem unerlösten Leibe seufzen) bis jetzt; und nicht nur sie , sondern auch wir selbst, die  wir die Erstlingsgabe des Geistes haben, auch wir erwarten seufzend die Sohnesstellung, die Erlösung unseres Leibes. Denn auf Hoffnung hin sind wir errettet worden. Eine Hoffnung aber, die man sieht, ist keine Hoffnung… Wenn wir aber auf das hoffen, was wir nicht sehen, so erwarten wir es mit standhaftem Ausharren.“ (Röm. 8, 25)

Wir erwarten die vollkommene Sohnesstellung, die wir jetzt schon im Glauben erfassen können (Röm. 8, 14.15), die aber erst durch die leibliche Auferstehung vollkommen wird. Dann kann auch die Kreatur zu einem neuen, erlösten Leben auferstehen. (Jes. 11, 6- 9) „Denn alle, die durch den Geist Gottes geleitet werden, die sind Söhne Gottes.“ 

Der Gegenstand unseres Glaubens ist unseren Augen jetzt noch verborgen; doch wir werden sehen, was wir geglaubt haben! „Wenn aber das Vollkommene in die Erscheinung tritt, dann sind alle Teilwahrheiten überwunden.“ (1. Kor. 13, 10, Br.)

Paulus kannte noch ein anderes „Mit- seufzen“, das des Geistes Gottes, der uns zu Hilfe kommt (Röm. 8, 26- 27). Sonst wären wir nicht imstande, recht zu beten wie es Gott gefällt. Ein Seufzer auf Gott ausrichtet kann schon ein Gebet sein.

Unser Seufzen und das Seufzen der ganzen Schöpfung wird ein Ende haben, wenn der Herr der Herrlichkeit erscheint!

Das Seufzen der Kreatur hat dann ein Ende! Denn Herrlichkeit kennt keine Not, keine Bedrängnis, keine Bedrückung, keine Betrübnis, keine Last, kein Leid, keine Einschränkung der Freude und des Friedens, keine negative Beeinschränkung der Seele und keine Veränderung des Lichts, der Wonne, des Wohlseins noch der Seligkeit. 

Wie Jesus auf dem Verklärungsberg verklärt wurde, so werden auch die Erlösten als seine Brautgemeinde verklärt werden. Die Braut des Königs muss für seinen König passend gemacht sein, also "in sein Bild gestaltet werden." 

 

10. Die Hoffnung gibt dir Kraft

David sagt: "Glücklich ist, wer sein Vertrauen auf den Herrn setzt und sich nicht mit den Überheblichen und den Lügnern einlässt!" (Psalm 40, 5, Hfa)

  Wer kann uns nehmen, was Gott uns gegeben hat, wer uns enterben vom himmlischen Erbe? „Ist Gott für uns, wer kann gegen uns sein? Er, der sogar seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern ihn für uns alle dahingegeben hat, wie sollte er uns mit ihm nicht auch alles schenken? Wer will gegen die Auserwählten Gottes Anklage erheben? Gott ist es doch, der rechtfertigt! Wer will verurteilen? Christus ist es doch, der gestorben ist, ja mehr noch, der auch auferweckt ist, der zur Rechten Gottes ist, der auch für uns eintritt! Wer will uns scheiden von der Liebe des Christus?“ 

Nichts kann uns trennen von der Liebe Gottes, die in Christus ist. Paulus war sich seines  Glaubens in Jesus sehr gewiss. Er betont es mit den folgenden Worten: „Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentümer noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes, noch irgend ein anderes Geschöpf uns zu scheiden vermag von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.“ (Röm. 8, 31b- 35. 38. 39)

Viele werden im Glauben träge und verlieren die Hoffnung, je länger die Wiederkunft Jesu dauert. Vertraue Jesus; er stärkt deinen Glauben und deine Hoffnung. Er ist der Anfänger und Vollender des Glaubens (Hebr. 12, 2). Die Schrift sagt: „Werft eure Zuversicht nicht weg, die eine große Belohnung hat! Denn standhaftes Ausharren tut euch not, damit ihr, nachdem ihr den Willen Gottes getan habt, die Verheißung erlangt. Denn noch eine kleine, ganz kleine Weile, dann wird der kommen, der kommen soll, und nicht auf sich warten lassen.“ (Hebr. 10, 35- 37)

„Die Hoffnung ist eine Quelle der Freude und die Freude eine Quelle der Kraft. Die Niedergedrückten und die Furchtsamen sind schwach und untätig; die Hoffnungsvollen sind aktiv und mutig.“ (H. Ed. Manning)

Macht gewisse Schritte im Glauben und stärkt euch im Wort der Verheißung! Gott selbst fordert uns auf, an der angebotenen Hoffnung festzuhalten! ( Hebr. 3, 6; 6, 11.19; 10, 23)

Hoffnung gibt dir Kraft, sie kann dich auch in schweren Zeiten, wie Krankheit, Versuchung und Drangsal  hindurch tragen. "Die auf den Herrn vertrauen, sind wie der Berg Zion, der nicht wankt, sondern ewiglich bleibt." (Psalm 125, 1) 

Halte daran fest, was dir Kraft verleiht!

 

11. Erkenne die Herrlichkeit Gottes!

Je mehr wir die Herrlichkeit Gottes durch sein Wort erkennen, desto mehr wird auch unsere Hoffnung und die Erwartung der Herrlichkeit gestärkt werden, desto fester und sicherer unser Glaube, desto reicher und gründlicher unsere Liebe zu unserem Herrn. Den Herrn der Herrlichkeit zu erkennen, ihn zu lieben, ihm zu folgen und seine Worte zu befolgen; das ist das A und O unseres Glaubens, und bringt uns ewiges Leben. Jesus hob seine Augen zu Himmel empor und sprach: „Vater, die Stunde ist gekommen; verherrliche deinen Sohn, damit auch dein Sohn dich verherrliche - gleichwie du ihm Vollmacht gegeben hast über alles Fleisch, damit er allen ewiges Leben gebe, die du ihm gegeben hast. Das ist aber das ewige Leben, dass dich , den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.“ Joh.  17, 1- 3

Unser Gott ist der Vater der Herrlichkeit, und Jesus verließ die Herrlichkeit des Vaters, um uns zu erlösen. Paulus betet für die Gemeinde der Epheser, „dass der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, euch den Geist der Weisheit und Offenbarung gebe in der Erkenntnis seiner selbst, erleuchtete Augen eures Verständnisses, damit ihr wisst, was die Hoffnung seiner Berufung und was der Reichtum der Herrlichkeit seines Erbes in den Heiligen ist.“ (Eph. 1, 17- 18)

Möge Gott uns den Geist der Weisheit und Offenbarung geben, damit wir ihn erkennen, und uns erleuchten, damit wir verstehen und wissen, was die Hoffnung seiner Berufung und der überaus große Reichtum der Herrlichkeit Gottes ist. Aber nicht nur das, sondern, was der Reichtum der Herrlichkeit seines Erbes in den Heiligen ist! Wir wissen, dass wir vom Herrn Erbe empfangen werden (Kol. 3, 24; Eph. 1, 14). Doch Jesus hat viele erlöst und gerecht gemacht; er wird die Vielen zum Erbe haben. (Jes. 53, 11. 12; Hebr. 1, 2). 

Petrus sagt: „Ihn liebt ihr, obgleich ihr ihn nicht gesehen habt; an ihn glaubt ihr, obgleich ihr ihn jetzt nicht seht, und über ihn werdet ihr jubeln mit unaussprechlicher und herrlicher Freude, wenn ihr das Endziel eures Glaubens davontragt, die Errettung der Seelen!“ (1. Petr. 1, 8. 9)

Das ist unsere lebendige Hoffnung, die Hoffnung der Herrlichkeit Gottes! Diese Hoffnung geben wir nicht preis! An dieser Hoffnung halten wir fest! Wohl dem, der seine Hoffnung setzt auf den Herrn! Verkenne nicht die Herrlichkeit Gottes, sondern erkenne sie durch den Heiligen Geist!

Dann wirst du Unglaubliches glauben und die Herrlichkeit erfahren!

 "Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit! Amen." 

 

12. Menschen ohne Hoffnung

Nicht jeder erwartet die Herrlichkeit Gottes. Viele Menschen haben keine Hoffnung, im Leben und im Tod. Sie müssen traurig sein, wir nicht! Denn Jesus hat alle Feinde besiegt, auch den Tod.

Paulus schreibt an die Kolosser-Gemeinde: „Wir danken dem Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, indem wir allezeit für euch beten, da wir gehört haben von eurem Glauben an Christus Jesus und von eurer Liebe zu allen Heiligen, um der Hoffnung willen, die euch aufbewahrt ist im Himmel.“ (Kol. 1, 3- 5a)

Unser Erbe wird im Himmel aufbewahrt. Für die, die weder an Gott noch an ein ewiges Leben, noch an den Himmel glauben, kann Gott nichts aufbewahren. Dagegen: „Für uns, die wir in der Kraft Gottes bewahrt werden durch den Glauben zu dem Heil, das bereit ist, geoffenbart zu werden in der letzten Zeit. Dann werdet ihr jubeln, die ihr jetzt eine kurze Zeit, wenn es sein muss, traurig seid in mancherlei Anfechtungen, damit die Bewährung eures Glaubens (der viel kostbarer ist als das vergängliche Gold, das doch durchs Feuer erprobt wird) Lob, Ehre und Herrlichkeit zur Folge habe bei der Offenbarung Jesu Christi.“ (1. Petr. 1, 4b- 7)

In der Hafenstadt Saloniki wurden unlängst zwei Graburnen von Archäologen ausgegraben. Sie stammen aus dem ersten nachchristlichen Jahrhundert, aus der Stadt, in der Paulus eine Gemeinde gegründet hatte. In einer Urne waren die sterblichen Überreste eines Heiden, in der anderen die eines Christen. Die  Inschriften lauteten bei dem ersten: „Keine Hoffnung!“ Bei dem zweiten: „Christus ist mein Leben!“ (Aus Wort und Geist 2000)

Paulus sagt: Wir müssen "nicht traurig sein, wie die anderen, die keine Hoffnung haben. Denn wenn wie glauben, dass Jesus Christus gestorben und auferstanden ist, so wird Gott auch die Entschlafenen durch Jesus mit ihm führen.“ (1. Thess 4, 13b- 14f)

 

Gott wird eines Tages die Schmach von Israel wegnehmen. Und sie werden ihn erkennen, in den sie gestochen haben (Sach. 12, 10). An jenem Tag wird man sagen: „Seht, das ist unser Gott, auf den wir gehofft haben, dass er uns rette; das ist der Herr, auf den wir hofften; nun lasst uns frolocken und fröhlich sein in seiner Rettung!“ (Jes. 25, 9)

Sei ein Mensch mit einer lebendigen Hoffnung!

 

GM

 

50. Klagelieder und Loblieder - Alles zu seiner Zeit

 

 

 Sollen wir Klagelieder anstimmen? Sollen wir  nicht Loblieder singen und  Gott die Ehre geben?

Ja! Alles zu seiner Zeit! 

Nicht alles, was wir Gott zumuten, gefällt ihm auch. In unserer Zeit tanzen manche Gemeindeglieder fröhlich auf einem brüchigen Parkett und nennen es Lobpreis. Wo es doch um uns herum brennt und das Boshafte in der Welt zunimmt! Wo doch viele Menschen abgeschlachtet werden Hunderttausende Christen den Märtyrertod sterben! Und wo täglich neue Hiobsbotschaften in den Tagesnachrichten erscheinen! Wo das Elend des Flüchtlingsdramas und die Christenverfolgung kein Ende haben! Wer kann da so tun, als wäre alles in bester Ordnung, oder als ginge ihn das nichts an? Könnt ihr tanzen und fröhlich sein wenn andere um des Evangeliums willen leiden,bedroht oder abgeschlachtet werden? Was sagt uns die Bibel: "Wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit; wenn ein Glied geehrt wird, so freuen sich alle Glieder mit?" (1. Kor. 12, 26)

 Wir können darin von unserem Herrn lernen, der doch als unser Hoherpriester Mitleid mit uns hat,  und der sich beim Vater für uns verwendet? Sollten wir uns  nicht auch verwenden für unsere Brüder und Schwestern, die in Not sind? Sind Gebet und Fürbitte jetzt nicht dringender? Nimm deinen Glauben nicht auf die leichte Schulter! "Einer trage des anderen Lasten, so werdet ihr das Gesetz des Christus erfüllen!"

 Lass dir vom Geist Gottes zeigen was Vorrang hat!

 

Hebt heilige Hände empor! - Alles zu seiner Zeit!

 

Die Bibel sagt: "Die Brüder sollen heilige Hände zum Gebet aufheben an allen Orten!" Der Lobpreis hat natürlich im Gottesdienst und auch zu Hause seinen Platz. Es gibt jedoch viele Dinge die verhindern, dass unser Lobpreis bis vor Gottes Thron vordringt.  Gott muss Wohlgefallen haben an unserem Lobpreis. Sonst könnten auch uns die Worte des Propheten Jesaja treffen. ( Jesaja 1, 12f). Der Apostel Paulus sagt: "Wandelt als Kinder des Lichts - denn die Frucht des Lichts besteht in lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit -, indem ihr prüft, was dem Herrn wohlgefällig ist." (Eph. 5, 8b. 9. 10, Elb.)

 Paulus wusste sehr gut, warum er diese Ermahnung durch die Barmherzigkeit Gottes aussprechen musste, nämlich "... dass ihr eure Leiber darbringt als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer: das sei euer vernünftiger Gottesdienst!" 

 

Passt euch nicht dem Weltlauf an!

 

Paulus spricht also davon, dass wir unsere Leiber als ein lebendiges, heiliges und Gott wohlgefälliges Opfer darbringen. Keine Tier- Opfer wie im Alten Bund, und keine anderen Opfer, sondern uns selbst will Gott. Und wenn wir uns ihm ausliefern, heiligt er uns. Jesus ist uns von Gott zur Heiligung gemacht. Unsere geheiligten Leiber (Glieder) können Gott wohlgefällig sein durch den Heiligen Geist. So können wir vor Gott hintreten, so können wir auch geheiligte Hände zu Gott emporheben. Sogar die Musikinstrumente können dann durch den geheiligten Spieler geheiligt sein. In dieser geheiligten Haltung und Stellung nimmt Gott unser Opfer an. So ist es Gott wohlgefällig. Und Paulus sagt dazu: "Das sei euer vernünftiger Gottesdienst!"

Der Apostel fügt im nächsten Vers hinzu: "Und passt euch nicht diesem Weltlauf an, sondern lasst euch in eurem Wesen verwandeln durch die Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist." (Röm. 12, 1- 2)

 

 Das bedeutet andersrum gesagt, dass ein oberflächlicher Christ gar nicht prüfen und erkennen kann, was der gute, Gott wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist. Wir suchen doch Gottes Wohlgefallen!  Oder etwa nicht? Oder willst du den Menschen gefallen? Dann ist die Kanzel nicht dein Platz! Darum sagt Paulus: "Wenn ich allerdings den Menschen noch gefällig wäre, so wäre ich nicht ein Knecht des Christus." (Gal. 1, 10b)

Wer den Menschen wohlgefällig sein will, passt sich dem diesem Weltlauf an, wer Gott wohlgefällig sein will, passt sich Gott an! Der kann auch jederzeit prüfen, was Gott gefällt.

 

Gibt es bei euch Ermahnung?

 

Prüft euch selbst, ob ihr im Glauben (2. Kor. 13, 5) seid, ob ihr die Salbung habt, die euch alles lehrt (1.Joh. 2, 20) und ob ihr Gottes Willen erkennt und ihn in die Tat umsetzt. Unsere Erkenntnis und unser Urteilsvermögen werden durch die Liebe zu Jesus gefördert. (vergleiche Phil. 1, 9. 10) Paulus fragt die Philipper im zweiten Kapitel seines Briefes, ob sie im Geist und in der Gesinnung Jesu wandeln. Er sagt: "Gibt es nun bei euch Ermahnung in Christus, gibt es Zuspruch (Trost) der Liebe, gibt es Gemeinschaft des Geistes, gibt es Herzlichkeit und Erbarmen ...?"

 

Was würde Paulus heute sagen?

 

Würde Paulus heute leben, hätte er viel Arbeit, denn er würde, gedrängt durch den Heiligen Geist,  von Gemeinde zu Gemeinde gehen und überall diese Fragen stellen.

 Der Apostel würde mit Bestürzung feststellen: Die Gottesfurcht ist aus vielen Gemeinden gewichen; menschliche statt geistliche Aktivitäten vielerorts! Nur geistliche Menschen erkennen die Säkularisierung einer Gemeinde, das Betrüben und Dämpfen des Heiligen Geistes. Paulus würde den mangelhaften Besuch der Gebetsstunden beklagen, das Fehlen der Anbetung im Geist und in der Wahrheit und sogar das Fehlen des geistgewirkten Lobpreises. Heilige Hände - Fehlanzeige! 

Die geistliche Mangelerscheinung einer Gemeinde macht auf eine geistliche Unterversorgung und eine geistliche Unterernährung aufmerksam, weil eine gesunde, biblische Lehre dort fehlt. Paulus würde Alarm schlagen und den geistlichen Notstand ausrufen, bevor die geistliche Unterernährung zu schlimmen geistlichen Krankheiten führt! Er würde den  Abfall von Gott erkennen und bloßlegen, ihn den Leuten vor Augen führen. Er würde sagen: "Habe ich euch denn nicht klar auf eine böse Zeit hingewiesen, die in den letzten Tagen kommen wird (2. Tim. 3, 1- 5). "Denn es wird eine Zeit kommen, da werden sie die die gesunde Lehre nicht ertragen..." (2. Tim. 4, 3) Leute, werdet wach! Diese Zeit ist schon da!"

Ja, wir leben bereits in diesen Tagen, die die Bibel vorausgesagt hat? (Matth. 24, 4 -14; 2. Thess. 2, 3f.)

 

 Es gibt auch kein "Christliches Abendland" mehr; das ist Geschichte von einst. Ernste Christen werden nicht mehr ernst genommen von denen, die Gott leugnen und Jesus Christus verleugnen. Die Christen werden mit einer neuen, aggressiven Qualität des Unglaubens und der Gottlosigkeit konfrontiert. Mit "Isaak", dem Sohn der Verheißung, dem Sohn nach dem Geist, kommen sie nicht klar; nun werden sie mit "Ismael" massiv konfrontiert, dem Sohn "nach dem Fleisch." (Gal. 4, 22f.) Isaak ist Abrahams Sohn, der ihm verheißen wurde, Ismael aber ist zwar auch ein Sohn Abrahams, aber der Sohn von der ägyptischen Magd, "nach dem Fleisch."

Der Abfall, also die bewusste Abkehr von Christus (gr.= apostasia) kommt schleichend. Christus  wurde von Gott verherrlicht, und Gott wurde in ihm und durch ihn verherrlicht. (Matth. 17, 5; Joh. 17, 1)  Was schwache Christen nicht aufhalten können, muss zwangsläufig folgen, nämlich: Die "bösen Tage".  

Wie nötig wären heute gottgeweihte Menschen, die heilige Hände emporheben und zu Gott flehen! Sie könnten den antichristlichen Geist noch etwas aufhalten.

 

Zieht die Waffenrüstung Gottes an! 

 

Die Waffen der Christen liegen verschlossen im Waffenschrank, und der Schlüssel zum Waffenschrank ging ihnen verloren! Man sollte den Schlüssel suchen! Wenn du den Schlüssel gefunden hast, bediene dich am Waffenarsenal Gottes! Ungläubige haben zu diesem Waffenschrank Gottes mit der "Waffenrüstung Gottes" keinen Zugang. Gläubige Christen werden aufgefordert: „Zieht die ganze Waffenrüstung Gottes an, damit ihr standhalten könnt gegenüber den listigen Kunstgriffen des Teufels.“ (Eph. 6, 11)

 Wenn der Feind zum Angriff bläst, müssen Christen aufwachen vom Schlaf, die Waffenrüstung anlegen und den Kampf aufnehmen. Paulus sagt weiter im nächsten Vers: "Denn unser Kampf ist nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Gewalten, gegen die Mächte, gegen die Weltbeherrscher dieser Finsternis, gegen die geistigen Mächte der Bosheit in der Himmelswelt." (Vers 12)

 

Was hast du in deiner Hand?

Nachdem Gott Mose zu dem großen Dienst, das Volk Israel aus der Knechtschaft Ägyptens zu befreien, berufen hat, sprach er zu Mose: "Was hast du in deiner Hand?"

Mose hatte nur einen Stab in seiner Hand; doch mit diesem Stab hat er große Zeichen und Wunder getan. Dieser Stab wurde zur Schlange und dann wieder zum Stab. Ein Hinweis auf das Kreuz Jesu. Mit diesem Stab schlug er den Felsen, und es floss Wasser daraus, damit das Volk seinen durst löschen konnte. Mit diesem Stab teilte er das Rote Meer und errettete das Volk vor seinen Verfolgern. Lieber Leser! Was hast du in deiner Hand? Vielleicht das Wort Gottes. Mach Gebrauch davon, denn es hat große Macht und Autorität! Und gebrauche die ganze Waffenrüstung Gottes in deinem Glaubenskampf!

 

Tut Fürbitte! - Alles zu seiner Zeit! 

 

Tut auch Fürbitte für die Obrigkeit und für alle Menschen, auch für die falsch geleiteten. (1. Tim. 2, 1- 4)

Es ist doch höchste Zeit, ins Gebet zu gehen! Paulus sagt in Römer 13, 1- 2: "Jedermann ordne sich der Obrigkeit unter, die über ihn gesetzt sind; denn es gibt keine Obrigkeit, die nicht von Gott wäre; die bestehenden Obrigkeiten aber sind von Gott eingesetzt. Wer sich also gegen die Obrigkeit auflehnt, der widersetzt sich der Ordnung Gottes; die sich aber widersetzen, ziehen sich selbst die Verurteilung zu."

Manchmal ist Fürbitte zu wenig. Manchmal müssen Christen von der Defensive in die Offensive übergehen, also vom Verteidigungskampf zum Angriff, wie beim Fußball. Ein Zeugnis geben ist solch eine Offensive. 

 

Zeugt von Jesus! - Alles zu seiner Zeit!

 

In einer Klinik, in  welcher ich mit vielen anderen eine Reha bekam, gab ich einem türkischen Bürger, der betonte kein Deutscher zu sein, ein Zeugnis von Jesus. Er hatte über sein kleines Radio sehr laut eine Rede von Erduans abgespielt. Als ich ihn darauf aufmerksam machte, er könnte das auch etwas leiser stellen, denn wir, die wir in seiner Nähe standen und auf unsere Therapie warteten, möchten das nicht hören, gab er folgende Antwort: "Erduan ist der beste Mann, die deutsche Regierung taugt nichts, und in Deutschland wäre vieles schlecht." Darauf hin fragte ich ihn, warum er denn nicht in der Türkei geblieben wäre. Seine Antwort darauf war ausweichend. Er betonte, kein Deutscher zu sein, sondern türkischer Staatsbürger. Seit 30 Jahren wäre er schon in Deutschland. Ich wies darauf hin, dass jeder, der hier lebt, sich auch den deutschen Gesetzen unterstellen müsse. Dem Widersprach er kräftig mit dem Hinweis, er sei Türke.

Soweit sind wir also schon! Trotzdem bete ich auch für diesen Menschen, dass er Jesus kennen lernen möge.

Denn unser Gott, den wir kennen und dem wir dienen, ist ein Gott der Liebe und des Friedens, ein Gott der Wahrheit und Gerechtigkeit. Gott liebt auch die Menschen, die durch den Koran irregeleitet werden.

 

"Seid wachsam zu jeder Zeit!

 

Ist es nicht so:  Alle sind eingeschlafen, wie in der Geschichte von den zehn Jungfrauen, oder wie damals in Gethsemane, als Jesus den schwersten Gebetskampf allein ausfechten musste (Mk. 14, 34- 42)! Während die Jünger schliefen, ging Jesus abseits einen Steinwurf weit und rang im Gebet allein. Dann kam er zurück zu den Jüngern und fand sie schlafend. Er sprach zu Petrus: „Könnt ihr nicht eine Stunde mit mir wachen? Wacht und betet, damit ihr nicht in Anfechtung geratet! Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.“ (Matth. 26, 40- 41)

Dreimal fand Jesus die Jünger schlafend vor, statt betend. Dann sagte er zu ihnen: „Schlaft ihr noch immer und ruht? Siehe, die Stunde ist nahe, und der Menschensohn wird in die Hände der Sünder ausgeliefert. Steht auf, lasst uns gehen! …“ (Verse 45- 46)

Es ist auch heute nicht anders: Gebet ist bitter nötig, aber der Herr findet seine Kinder schlafend. Der Wohlstand hat uns schläfrig gemacht. Auch Paulus sieht die Stunde für gekommen, dass wir vom Schlaf aufwachen sollten (Röm. 13, 11).

Dreimal betete Jesus dieselben Worte zum Vater, dreimal schliefen die Jünger ein; deshalb sollten wir auch dreimal täglich beten! Das tat Daniel.

 

A) Die Folgen des Abfalls damals

 

Betrachten wir die damalige geistliche Lage des Volkes Israels etwas näher. Israel war gespalten in ein Nordreich und ein Südreich. Das Nordreich war aufgrund seines Abfalls von Gott untergegangen; und Juda, das Südreich entfernte sich immer mehr von Gott, besonders während der langen Herrschaft des Königs Manasse. Unmoral und Götzendienst nahmen überhand. Manasse opferte sogar eins seiner Kinder dem Baal. Vergeblich mahnte und warnte der Prophet Jeremia viele Jahre vor dem kommenden Gericht. Nun trat das ein, wovor er warnte. Das Volk wurde nach Babel in Gefangenschaft geführt, die Städte und heiligen Stätten lagen in Trümmern. Ein Unheil hatte sich angedeutet, ein Unheil ist gekommen. Auch heute deutet sich ein Unheil an. Es scheint schon gekommen zu sein, aufgrund des Abfalls unseres Volkes von Gott, des Volkes Martin Luthers.

 

Der Schmerz des Propheten

 

Und über den schweren Sündenfall seines Volkes fühlte Jeremia Schmerz. Die Folgen des Abfalls Israels bringt er in den fünf Kapiteln der Klagelieder zu Ausdruck. Es ist doch so: Auf einem brüchigen Parkett kann man nicht tanzen. Auf den selbst verursachten Trümmern, also den Folgen des Ungehorsams, kann man auch nicht hüpfen und fröhlich sein. Trauer und Leid, Schmerz und Klagelieder müssen folgen.

 

Alles zu seiner Zeit! 

Jeremia hatte wegen seiner Prophezeiungen häufig leiden müssen, psychisch und auch physisch an seinem Leibe. Sein Schmerz war ein Schmerz, ein Mitfühlen und ein Mitleiden mit seinem Volk . Es war eine Last, wie sie Jesus 280 Jahre später über Jerusalem auch hatte und in einem Zusammenhang mit einer Prophetie zum Ausdruck brachte: „Jerusalem, Jerusalem, die du die Propheten tötest und steinigst, die zu dir gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder sammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken unter die Flügel sammelt, aber ihr habt nicht gewollt. Siehe, euer Haus  wird euch verwüstet gelassen werden …“ (Matth. 23, 38. 38)

Auch Daniel fühlte auch Mitleid mit seinem  Volk; er stellte sich unter die Sünde seines Volkes und betete zu Gott  wegen der Sünden seines Volkes. (Dan. 9, 3f)

 

Jesus weinte über Jerusalem, weil er sah, was sie erwartete: "Und als er näher kam und die Stadt sah, weinte er über sie und sprach: Wenn doch auch du erkannt hättest, wenigstens noch an diesem deinen Tag, was zu deinem Frieden dient! Nun aber ist es vor deinen Augen verborgen. Denn es werden Tage über dich kommen, da deine Feinde einen Wall um dich aufschütten, dich ringsum einschließen und von allen Seiten bedrängen werden..." (Luk. 19, 41- 43) 

Jerusalem hat die Zeit seiner Heimsuchung nicht erkannt. Und das Christentum in Europa hat Christus verloren. Das ist so traurig, denn bereits jetzt muss Europa die Folgen dessen tragen: Es ist uneinig und zerstritten, es wird dazu  vom Islam überströmt und weiß keine Antwort darauf. Nicht die Stärke des Islam ist die Ursache dieses Leids, sondern die Schwäche des Christentums! Es ist zum Weinen! 

 

"Ihr werdet weinen und wehklagen..." 

 

Diese Worte Jesu sind keineswegs nur auf die Juden beschränkt. Wird es unserem Volk ähnlich ergehen, wenn wir nicht auf Gottes Wort achten und nicht umkehren zu Gott? Jesus konnte weinen. Wir haben das Weinen verlernt! Das Weinen über unser Fehlverhalten, das Weinen über Tragödien und Nöte in der Welt, das Weinen um die Verlorenen! Ein Psychotherapeut würde sagen: Ein Mensch, der nicht weinen kann, dessen Seele ist krank. Desgleichen auch bei dem, der nicht lachen kann.

 

 B) Die Klagen des Propheten - Alles zu seiner Zeit!

 

Jeremia klagt: Ach, wie einsam sitzt doch jetzt die Stadt, die einst so stark bevölkert war! Sie ist zur Witwe geworden (Jes. 47, 7- 9), sie, die groß war unter den Völkern, die Fürstin der Hauptstädte. Sie weint unaufhörlich bei Nacht, und ihre Tränen laufen ihr über die Wangen; sie hat keinen Tröster unter allen ihren Liebhabern; alle ihre Freunde sind ihr untreu, sind ihr zu Feinden geworden.“ (Verse 1- 2)

Der zweite Teil des zweiten Verses ist geradezu eine prophetische Aussage auch für das heutige Israel: „Sie hat keine wahren Tröster - alle ihre Freunde sind ihr untreu, gleichgültig und sogar zu Feinden geworden!“

Die Nationen, einschließlich Europas, kümmern sich mehr um die Palästinenser als um Israel. Israel ist isoliert, steht einsam und verlassen da, wie eine Witwe. Das jüdische Volk musste in der Vergangenheit viele Tränen vergießen, es hat nicht aufgehört zu weinen.

 

Sie hat keinen Tröster

 

Und Jeremia weint, weil der Tröster fern ist. „Sie hören mich zwar seufzen, aber ich habe niemand, der mich trösten würde…“(V. 21a). 

Ein Volk in Bedrängnis und ohne Tröster! Das ist die derzeitige Weltsituation und betrifft gleich viele Staaten. Ja, es sieht trostlos aus in unserer Welt. Trostlos, weil die Not kein Ende zu nehmen scheint! Trostlos, weil die Gottlosigkeit und die Gesetzlosigkeit und die Ungerechtigkeit überhand nehmen. „Zion streckt flehentlich ihre Hände aus, doch da ist niemand, der sie tröstet.“  (Vers 17a)

Juda ist im Elend gefangen und findet unter den Heiden keine Ruhe. (Vers 3; Jer. 52, 27f) In der Welt der Sünde findest du keine Ruhe, keinen Frieden. Jesus kann dir Frieden geben, dauerhaften Frieden (Matth. 11, 28- 30). Gott spricht dir Trost und Frieden zu.

„Die Straßen Zions trauern, weil niemand mehr zu den Festen kommt.“ (Vers 4)

Die Nöte sind überall greifbar gegenwärtig und erschreckend massiv. Aber wo sind die Tröster? Und wo sind die Beter?

 

 Widersacher haben die Oberhand

 

Jeremia klagt: „Ihre Widersacher haben die Oberhand gewonnen, ihren Feinden geht es gut; denn der Herr hat ihr Betrübnis zugefügt um ihrer vielen Übertretungen willen.“ (Vers 5a)

Wir Christen können aus der Geschichte Israels unsere Lehren ziehen; deshalb gab Gott uns diese Geschichten schwarz auf weiß. Wenn unsere Gemeinden veröden und verweltlichen, dann öffnen wir zwar den Ungläubigen die Türen des Gotteshauses weit, aber auch denen, die nicht Christus suchen, sondern die sozialen Einrichtungen und die materiellen Vorteile. Es schleichen sich auch Leute ein, die der Vorteile wegen Frömmigkeit vorspielen, sich schnell eine Aufgabe oder ein Amt zulegen und irgendwann in der Gemeinde die „Oberhand“ gewinnen. Nun, wenn unsere Gemeinden veröden, ist das immer ein Zeichen für den geistlichen Notstand der Gemeinde. Dann ist es Zeit, priesterlich vorzugehen und einen Gebetsaufruf zu starten. Dann sind nicht neue Methoden oder Strategien gefragt, sondern Hirten, die beten können und die ihre Schäflein immer wieder auf frische Weide und zum frischen Wasser führen.

 

 „Das ist das größte Herzeleid, wenn um die Sünde die Seele schreit!“

Es gibt in Deutschland viele Nöte in den Familien mit heranwachsenden Kindern, die nicht ans Licht kommen, weil die Betroffenen darüber nicht sprechen möchten. Weil man das Wort Gottes den Menschen vorenthält, bleiben sie im Dunkeln. Der Mensch will klüger sein als Gott, der uns doch die Gebote zum Leben gegeben hat. Die antiautoritäre Erziehung hat Früchte getragen, böse Früchte. Und Nachts vergießen unzählige Mütter viele Tränen, weil ihre Kinder, auf Abwege geraten sind und den Eltern Sorge bereiten. So manch ein Sohn ist dem Wahnsinn und der Lüge des IS verfallen und hat ihnen geglaubt, weil er die Wahrheit der Bibel weder in der Schule noch im Elternhaus zu hören bekam. 

Du junger Mann und du junge Mutter, du Vater, du darfst deine Not, die deine Seele belastet, herausschreien und dein Herz vor Gott ausschütten. Gott hört den Schrei einer belasteten Seele, die frei werden will! Gott sieht deine Not, die dich veranlasst, ihn anzurufen (Psalm 50, 15)! 

 

C) Ein barmherziger Vater

 

„Du wirst dich aufmachen und dich über Zion erbarmen; denn es ist Zeit, dass du ihr Gnade erweist; die Stunde ist gekommen!“

„Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarmt sich der Herr über die, welche ihn fürchten.“ (Ps. 102, 14; 103, 13) 

Ja, Gott hat Mitleid mit uns allen, deshalb erbarmt er sich auch! 

Das wusste auch Jeremia, denn er sagt: „Gnadenerweise des Herrn sind es, dass wir nicht gänzlich aufgerieben wurden, denn seine Barmherzigkeit ist nicht zu Ende; sie ist jeden Morgen neu, und deine treue ist groß.“ (Jer. 3, 22. 23) 

Jesaja beleuchtet die Situation aus einer anderen Warte und sagt:

„Macht Bahn, macht Bahn! Räumt jeden Anstoß aus dem Weg meines Volkes! Denn so spricht der Hohe und Erhabene… und dessen Name „Der Heilige“ ist: „In der Höhe und im Heiligtum wohne ich und bei dem, der zerschlagenen und gedemütigten Geistes ist, damit ich den Geist der Gedemütigten belebe und das Herz der Zerschlagenen erquicke.“ (Jes. 57, 14. 15) 

Gott kennt Israels Wege, er kennt auch deine Wege. Voller Barmherzigkeit wendete er sich seinen Kinder wieder zu, nachdem sie gesündigt hatten und dann gedemütigt wurden. Gott spricht: „Seine Wege habe ich gesehen; dennoch will ich es heilen und es leiten und ihm und seinen Trauernden mit Tröstungen vergelten, indem ich Frucht der Lippen schaffe: Friede, Friede den Fernen und den Nahen, spricht der Herr; ja, ich will es heilen!“ (Verse 18. 19)

Ein guter Vater erzieht und straft auch seinen Sohn wo es nötig ist, damit er später Freude an ihm hat, nicht Ärger. Und der himmlische Vater straft und weist seine Kinder zurecht (Hebr. 12, 5f), damit er Freude an ihnen hat. Wohl dem Menschen, der Zurechtweisung versteht und Züchtigung annimmt. Und wohl auch dem Volk, das Züchtigung annimmt. Denn aus Mangel an Erkenntnis geht ein Volk zugrunde.

Der Apostel Paulus sagt: „Gelobt sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Barmherzigkeit und Gott alles Trostes, der uns tröstet in all unserer Bedrängnis, damit wir die trösten können, die in allerlei Bedrängnis sind, durch den Trost, mit dem wir selbst von Gott getröstet werden.“ (2. Kor. 1, 3. 4)

 Gott ist es, der uns geliebt hat und uns einen ewigen Trost und eine gute Hoffnung gegeben hat durch Gnade, er tröste  eure Herzen und stärke euch in jedem guten Wort und Werk!“ (2. Thess. 2, 17)

Gott leidet, wenn sein Volk leidet. Er übt Barmherzigkeit an seinen Kindern. (2. Mo. 3, 7)

Der Widersacher sind genug, auch der Herrschsüchtigen! Aber wo sind die Priester? Denn ohne sie geht es beständig bergab. Am Ende dieses Zeitalters werden nicht die Widersacher Gottes sondern Gott selbst und die Kinder Gottes die Oberhand haben und auf Erden regieren.

 

 

Eure Trauer soll Freude werden! - Alles zu seiner Zeit!

 

Jesus sagte einmal zu den Jüngern: „Ihr werdet weinen und wehklagen, aber die Welt wird sich freuen; und ihr werdet trauern, doch eure Traurigkeit soll in Freude verwandelt werden.“ (Joh. 16, 20)

Alles zu seiner Zeit!

Und so hat das Volk des Herrn, so haben alle Gotteskinder die Verheißung, dass sie am Ende sich freuen werden. Das Weinen ist ein Ausdruck der Seele über das Leid, das über einen Menschen oder ein ganzes Volk hereingebrochen ist. Wenn der Betroffene, der Leidtragende seine Schuld erkennt und bereut, wirkt Gott bei ihm eine innere Bewegung zur Umsinnung und Umkehr. Das nennt die Bibel Buße. Und der ganze Himmel freut sich darüber, wenn ein Mensch in Reue und Buße umkehrt. (Luk. 15, 7)

Wer seinen falschen Weg erkennt und umkehrt, kann die Klagen einstellen und freudig ein Loblied anstimmen, wie der David: „Du hast meine Klage in einen Reigen verwandelt; du hast mein Trauergewand gelöst und mich mit Freude umgürtet, damit man dir zu Ehren lobsinge und nicht schweige.“ (Ps.  30, 12. 13a)

Auch das Wallfahrtslied der Gefangenen Zions, die der Herr zurückbrachte,  kann er singen: „… da waren wir wie Träumende. Da war unser Mund voll Lachen und unsere Zunge voll Jubel; da sagte man unter den Heiden: „Der Herr hat Großes an ihnen getan!“ 

Der Herr hat Großes an uns getan, wir sind fröhlich geworden. Herr, bringe unsere Gefangenen zurück wie die Bäche im Negev! Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten. Wer weinend hingeht und den Samen zur Aussaat trägt, der kommt gewiss mit Freuden zurück und bringt seine Garben!“ (Psam 126)

 

 Wie gern feierten und feiern die Israeliten ihre Feste! Damit war es vorbei. Doch sie kehren zurück! Wo Jesus der Mittelpunkt der Gemeinde ist, dort ist das Fest des Herrn (Joh. 7, 37- 38). Dort fließt das Lebenswasser, denn Jesus bietet den Durstigen das Wasser des Lebens. Das gilt für die Gemeinde Jesu. Der Durstige kann davon trinken,  Jesus teilt es aus. Wo der Herr der Gemeinde auftritt, dort hört man die „Freude Jerusalems“ von fern. (Neh. 12, 43)

 

 Alles hat seine Zeit!

 

"Alles hat seine bestimmte Stunde, und jedes Vorhaben unter dem Himmel hat seine Zeit:

Geboren werden hat seine Zeit, und Sterben hat seine Zeit, Pflanzen hat seine Zeit, und das Gepflanzte ausreißen hat seine Zeit; Töten hat seine Zeit, und Heilen hat seine Zeit; Zerstören hat seine Zeit, und bauen hat seine Zeit; Weinen hat seine Zeit, und Lachen hat seine Zeit; Klagen hat seine Zeit, und Tanzen hat seine Zeit." (Prediger 3, 1- 4)

 

GM

 

 

49. Hebt eure Herzen und Hände zu Gott empor!

 

A) Die Zentralfrage - Beziehung zu Gott

 

„Lasst uns unsere Herzen mit den Händen zu Gott im Himmel erheben!“ (Klagelieder 3, 41)

Die Zentralfrage im Leben ist die Frage nach der Beziehung zu Gott dem Schöpfer. Viele haben keine Beziehung zu Gott. Wenn der Mensch, seinen Schöpfer aus den Augen verloren hat, so bleibt das nicht ohne Folgen. Der Mensch schuldet Gott Preis und Dank uns Anbetung. Wenn er aber Gott seinen Dank verweigert und es versäumt, ihm die gebührende Ehre zu erweisen obwohl er Die Existenz Gottes an der Schöpfung sehen und erkennen kann, so hat das Folgen. Und davon lesen wir im Römerbrief, Kapitel 1, 18- 23.

Undank Gott gegenüber ist die Folge eines gottlosen Lebens. (V. 21) Gott erwartet von allen Menschen Dank und Preis, speziell von seinen Kindern. Wer da weiß Gutes zu tun, und tut es nicht, dem wird es zur Sünde. 

1. Wie kommt es, dass Menschen in ihren Gedanken in nichtigen Wahn verfallen? 

2. … und dass ihr unverständiges Herz verfinstert wurde?

3. … und da sie sich für weise hielten, sind sie zu Narren geworden. Wie kommt es?

4. … dass sie die Herrlichkeit Gottes vertauscht haben mit einem Bild, das dem vergänglichen Menschen und den Tieren gleicht? Ich könnte noch vieles hinzufügen.

Wie kommt es, dass sie Mann mit Mann Schande treiben und auch die Frauen Homosexualität treiben. Sodom und Gomorha lassen grüßen.

Die Bibel sagt: „Darum hat Gott sie auch dahingegeben!“

 

Aber soweit darf es nicht kommen. Manche denken: Da kann man nichts machen: Die Menschen suchen das Verderben - sie bekommen das Verderben! Doch: Man kann beten!

 

 

B) Fürbitte

 

Leben wir denn heute nicht in einer ähnlichen Situation? Und schreit denn heute nicht auch die Sünde bis zum Himmel, wie damals? Kann man da nichts machen?

Wer die Not sieht, der erkennt auch die Notwendigkeit der Fürbitte und des Gebets. Abraham wusste, da muss man Fürbitte tun. Schließlich war sein Neffe Lot mit seiner Familie in Sodom. Abraham betete und flehte: „Du barmherziger und gnädiger Gott! Du bist ein gerechter Gott. Du kannst doch nicht den Ungerechten mit dem Gerechten umbringen!“

Abraham handelte mit Gott. Er hatte ein gutes Verhältnis zu Gott. Gott  würde Sodom nicht verderbt haben, hätte er 50 Gerechte darin gefunden, auch dann nicht, gäbe es dort 40 oder 30 oder 20 oder 10 Gerechte.  Es gab keine zehn Gerechte in Sodom. 

 

C) Woher kommt die Bosheit des Menschen?

 

Die Bibel sagt: Aus dem Herzen kommen böse Gedanken. Aus bösen Gedanken entstehen schnell böse Worte. Und bösen Worten folgen oft böse Taten. (Mat. 15, 19) Siehe IS.

Gott sah auch damals die Verderbtheit und Bosheit der Menschen. (1. Mo. 6, 5.6) Doch Noah durfte eine rettende ARCHE bauen für sich und seine Familie. JESUS heißt die Arche. Wie ist deine Beziehung zu Gott? Hast du eine gute Verbindung durch unseren Herrn Jesus (einen guten Draht)? Wähle die Ruf-Nr. PS. 5015. Der Anruf ist kostenfrei, und der Anrufer ist zu jeder Zeit erreichbar: „Rufe mich an am Tag der Not, so will ich dich erretten, und du sollst mich ehren!“

 

D) Saget Gott Dank allezeit für alles!

 

Gotteskinder sollen aus einen reinen, geheiligten Herzen und in der Fülle des Geistes Gott Dank darbringen, ihn loben und verherrlichen.

Der Prophet Jona floh vor Gott und versteckte sich auf dem Schiff. Dadurch ist das Schiff in Seenot geraten, und die ganze Besatzung bangte um ihr Leben. Christen, versteckt euch nicht auf euren Schiffsreisen oder Flugreisen! Zeigt euer Gesicht, bekennt euren Glauben! Und betet zu eurem Gott! Gott erhört Gebet. Hebt eure Hände empor zu Gott und betet! Hebt eure Hände und Herzen empor und tut herzliche Fürbitte! Denn die Tage, in denen wir leben, sind „böse Tage!“

 

„Lasst uns unsere Herzen und heilige Hände zu Gott im Himmel erheben!“

 

 

 

48. Rückzug ?

 

A) Rückzug aus der Welt?

Wir leben in einer bösen Welt. Der Fürst dieser Welt verführt Menschen zum Bösen und sucht auch die Auserwählten zu Fall zu bringen. Manche Christen ziehen sich immer mehr aus den weltlichen Dingen zurück, so gut sie es können; und andere passen sich immer mehr der Welt an. Gotteskinder sind in der Welt, aber nicht von der Welt. Ein Rückzug aus der Welt ist falsch, eine Anpassung an die Welt ist auch falsch. Christen sind in die Welt gesetzt, um als Lichter zu leuchten. Dieser hohen Berufung müssen wir nachkommen bis Jesus erscheint! Jesus sagt: „In der Welt habt ihr Bedrängnis; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“ (Joh. 16, 33)

Ein Rückzug oder das Sicheinigeln wäre auch deshalb falsch, weil die Christen dann dem Missionsauftrag Jesu nicht nachkämen. Die Worte Jesu "Seid getrost, ich habe die Welt über-wunden!",  nehmen uns die Angst, geben uns Hoffnung und machen uns mutig und zuversichtlich. Wenn Jesus diese Welt überwunden hat, und er hat sie überwunden, dann müssen wir in ihm erfunden sein, damit auch wir die Welt überwinden. Ohne ihn schaffen wir es nicht. Doch: Der glaube an ihn rechnet mit seiner Hilfe. Der Ungläubige hat Gott nicht auf der Rechnung, deshalb kann er auch nichts empfangen. Der Gläubige empfängt von Gott Güter, Gaben und Talente, denn er setzt sein Vertrauen auf Gott. Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. (1. Joh. 5, 4) Wenn Jesus das Licht der Welt ist, und er ist es (Joh. 8, 12), dann können auch wir das Licht der Welt sein, weil (wenn) wir sein Wort in uns bewahren und das Licht von ihm beziehen (Matth. 5, 14)

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Keine Gleichstellung mit der Welt

„Passt euch nicht diesem Weltlauf an, sondern lasst euch in eurem Wesen verwandeln durch die Erneuerung eures Sinnes.“ (Röm. 12, 2a)

Warum, um alles in der Welt, sollen wir uns dieser Welt gleichstellen, wenn doch das Wesen dieser Welt vergeht, und wir Teilhaber des Reiches Gottes sind (1. Kor. 7, 31)? Und das Reich Jesu ist nicht von der Art dieser Welt. Das Königreich Neu Christ ist ein ewiges Reich (Joh. 18, 36. 37). Die Freundschaft mit der Welt ist Feindschaft gegen Gott. Jakobus sagt: „Wer also ein Freund der Welt sein will, der macht sich zum Feind Gottes.“ (Jak. 4, 4)

Das Böse in der Welt und der Druck auf die Gläubigen nehmen immer mehr zu! Wankelmütigkeit,  Unentschlossenheit, Doppelherzigkeit oder ein geteiltes Herz das wird einmal der Vergangenheit angehören. Denn: Je länger es währt, umso schneller läuft alles auf den Tag hinaus, von dem es heißt: "Wer Unrecht tut, der tue weiter Unrecht, und wer unrein ist, der verunreinige sich weiter, und der Gerechte übe weiter Gerechtigkeit, und der Heilige heilige sich weiter! Und siehe, ich komme bald und mein Lohn mit mir..." (Off. 22, 11. 12a)

 

B) Rückzug vom Abendmahl? Nein!

Je näher die Wiederkunft Jesu rückt, desto häufiger sollte das Mahl des Herrn gefeiert werden. Denn das Abendmahl ist die innigste Gemeinschaft mit dem Herrn und ein heiliger Akt unseres Gottesdienstes, wenn es biblisch gehandhabt wird. Nur Versöhnte mit Gott und mit allen Menschen sollten daran teilnehmen. Wer sich der Versöhnung nicht sicher ist, sollte (wenn möglich) noch vor der Teilnahme am Mahl die Aussöhnung suchen, und anschließend zum Tisch des Herrn treten; andernfalls aber Brot und Wein an sich vorübergehen lassen. Paulus sagt: „Ihr könnt nicht den Kelch des Herrn trinken und den Kelch der Dämonen; ihr könnt nicht am Tisch des Herrn teilhaben und am Tisch der Dämonen!“ (1. Kor. 10, 21)

Die Heiden opfern den Dämonen, nicht Gott. Nicht nur damals, auch heute bleibt das wahr. Feiert würdig das Mahl des Herrn. Die Einsetzungsworte Jesu: „Nehmt, eßt! Das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird; dies tut zu meinem Gedächtnis! Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; dies tut, sooft ihr ihn trinkt, zu meinem Gedächtnis! Denn sooft ihr dieses Brot eßt und diesen Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.“ (1. Kor. 11, 24- 26) 

Allein an diesem Text kannst du erkennen, wie heilig und ernst die Feier des Abendmahls ist, oder sein sollte. Vom Tag der Ausgießung des Heiligen Geistes an feierten die Jünger täglich das Mahl. Viele Gemeinden tuen es nur einmal im Monat. Ich betone es noch einmal: Je näher der Tag der Wiederkunft Jesu rückt, desto häufiger sollten Christen das Mahl feiern. Es folgt noch ein wichtiger Teil, der unbedingt dazu gehört; aber häufig weggelassen wird, um die Gewissen der Teilnehmer nicht zu beunruhigen. Denn es heißt: „Wer also unwürdig dieses Brot ißt oder den Kelch des Herrn trinkt, der ist schuldig am Leib und Blut des Herrn. Der Mensch prüfe aber sich selbst…“ (Vers 27f) 

Also prüft euch selbst! Wenn alles in Ordnung ist, dürft ihr daran teilnehmen. Viele nehmen das Mahl unwürdig und leichtfertig. Sie machen sich keine Gedanken darüber. Denn es heißt auch: "... denn wer unwürdig ißt und trinkt, der ißt und trinkt sich selbst ein Gericht, weil er den Leib des Herrn nicht unterscheidet." (Vers 29)

 Und deshalb sind unter euch viele Schwache und Kranke. Die Voraussetzungen dafür müssen geschaffen und die Bedingungen erfüllt werden, damit wir uns kein Gericht zuziehen. Paulus erklärt auch die Bedeutung der Abendmahlsfeier und sagt: „Der Kelch des Segens, den wir segnen, ist der nicht die Gemeinschaft des Blutes des Christus? Das Brot, das wir brechen, ist es nicht die Gemeinschaft des Leibes des Christus? Denn es ist ein Brot, so sind wir, die viele, ein Leib; denn wir alle haben Teil an dem einen Brot.“ (1. Kor. 10, 16. 17)

 

C) Absonderung?

Im zweiten Korintherbrief schreibt Paulus: „Zieht nicht in einem fremden Joch mit Ungläubigen! Denn was haben Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit miteinander zu schaffen? Und was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis? Wie stimmt Christus mit Belial überein? Oder was hat der Gläubige gemeinsam mit den Ungläubigen? Wie stimmt der Tempel Gottes mit Götzenbildern überein? Denn ihr seid ein Tempel des lebendigen Gottes.“ (2. Kor. 6, 14- 16a)

Mit Ungerechtigkeit oder Gesetzlosigkeit können wir keine gemeinsame Sache machen. Und mit dem Fürsten der Finsternis  können Kinder des Lichts keine Gemeinschaft haben. Auch nicht mit Götzenbildern. Solche Leute haben kein Erbteil im Reich Jesu Christi  und Gottes (Eph. 5, 5). Ein Tempel Gottes zu sein ist Grund genug, sich zu heiligen von allem Widergöttlichen. Babylon, das Bild der großen Hure, wird sein eigenes Gericht empfangen. Johannes hörte eine Stimme aus dem Himmel, die sprach: „Geht hinaus aus ihr, mein Volk, damit ihr nicht ihrer Sünden teilhaftig werdet und damit ihr nicht von ihren Plagen empfangt! Denn ihre Sünden reichen bis zum Himmel, und Gott hat ihrer Ungerechtigkeiten gedacht.“ (Offb. 18, 4. 5)

Gottes Gericht wird der Wahrheit und der Gerechtigkeit entsprechen ( Röm. 2, 2. 5; Offb. 16, 7). Wenn du mir nicht glauben willst, so glaube doch den Worten Jesu, aus dessen Mund kein Trug gefunden wurde. Er ist die Wahrheit in Person; und sein Worte werden nicht vergehen. Jesus sagt: „Ich sage euch aber, dass die Menschen am Tage des Gerichts Rechenschaft geben müssen von jedem unnützen Wort, das sie geredet haben. Denn nach deinen Worten wirst du gerechtfertigt, und nach deinen Worten wirst du verurteilt werden!“ (Matth. 12, 36. 37)

Seid wahrhaftig, wie euer Vater im Himmel wahrhaftig ist! Ihr sollt heilig sein, wie euer Vater im Himmel heilig ist! Und ihr sollt vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist! (vergl. 1. Mo. 11, 44; Matth. 5, 48) Von Paulus können wir viel lernen, was zu einer entschiedenen Christusnachfolge beiträgt. Er sagt: „Von mir aber sei es ferne, mich zu rühmen, als nur des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus, durch das mir die Welt gekreuzigt ist, und ich der Welt.“ (Gal. 6, 14)

 

D) Heiligung - Reinigung - Absonderung -Weihe

Heiligung ist Reinigung und Absonderung für Gott! Heiligung hat  auch mit Hingabe und Weihe zu tun. Für viele Christen, eigentlich für alle, ist die Heiligung- die Reinigung- die die Absonderung -die Weihe und die Hingabe notwendig. Jesus ist uns von Gott auch zur Heiligung gemacht worden (1. Kor. 1, 30). Jesus betet zum Vater: „Heilige sie in deiner Wahrheit! Dein Wort ist die Wahrheit.“ (Joh. 17, 17) Und der Vater erhört das Gebet. Jesus sagt auch: „Und ich heilige mich selbst für sie, damit auch sie geheiligt seien in Wahrheit.“ (V. 19)

Wir sind zwar doppelt abgesichert, aber wir müssen die Heiligung auch selbst wollen und der   Heiligung nacheifern, nachjagen. Sonst werden wir den Herrn nicht sehen (Hebr. 12, 14). Ein Christ, der in Sünde fällt,  bekennt die Sünde und empfängt Vergebung (1. Joh. 1, 9). Die Sünde ist nicht unser Lebenselement. Sie darf nicht über uns herrschen, sondern wir müssen über die Sünde herrschen (1. Mo. 4, 7). Es heißt: „So soll nun die Sünde nicht herrschen in eurem sterblichen Leib. Gebt auch nicht eure Glieder der Sünde hin als Werkzeuge der Ungerechtigkeit, sondern gebt euch selbst Gott hin als solche, die lebendig geworden sind aus den Toten, und eure Glieder Gott als Werkzeuge der Gerechtigkeit.“ (Röm. 6, 12a. 13)

Petrus weist darauf hin, dass wir als gehorsame Kinder uns nicht den Begierden anpassen, denen wir früher in unserer Unwissenheit dienten, sondern wie der, welcher euch berufen hat, heilig ist, sollt auch ihr heilig sein in eurem ganzen Wandel.“ (1. Petr. 1, 14. 15)

Denn wie sollen wir sonst bewahrt werden „vor der Stunde der Versuchung, die über den ganzen Erdkreis kommen wird.“ (Offb. 3, 10b)

Darum ist es so wichtig, Gottes Wort zu bewahren in einem reinen Herzen. Was der Apostel an die Gemeinde zu Thessalonich schrieb, gilt auch uns: „Euch lasse der Herr wachsen und überströmend werden in der Liebe zueinander und zu allen, gleichwie auch wir sie zu euch haben, damit eure Herzen gestärkt und untadelig erfunden werden in Heiligkeit vor unserem Gott und Vater bei der Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus mit allen seinen Heiligen.“ (1. Thess. 3, 12. 13)

 

Paulus spricht hier von der Erfüllung unserer Herzen mit überströmender Liebe zueinander und zu allen Menschen, damit wir ohne Tadel vor ihm bestehen können, bei seiner Wiederkunft. Gott hat uns nicht zur Unreinheit berufen, sondern zur Heiligung. Paulus fügt hinzu: „Deshalb - wer dies verwirft, der verwirft nicht Menschen, sondern Gott, der doch seinen Heiligen Geist in uns gegeben hat.“ (Kap.4,8)

 

GM

 

 

47. Lasst beides miteinander wachsen!

 

Im Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen sagte Jesus: „Das Reich der Himmel gleicht einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte. Während die Leute schliefen, kam sein Feind und säte Unkraut mitten unter den Weizen und ging davon. Als nun die Saat wuchs und Frucht ansetzte, da zeigte sich auch das Unkraut. Und die Knechte des Hausherrn traten herzu und sprachen zu ihm: Herr, hast du nicht guten Samen gesät? Woher hat er denn das Unkraut? Er sprach zu ihnen: Das hat der Feind getan! Da sagten die Knechte zu ihm: Willst du nun, dass wir hingehen und es zusammenlesen? Er aber sprach: Nein! damit ihr nicht beim Zusammenlesen des Unkrauts zugleich mit dem Weizen ausreißt. Lasst beides miteinander wachsen bis zur Ernte, und zur Zeit der Ernte will ich den Schnittern sagen: Lest zuerst das Unkraut zusammen und bindet es in Bündel, dass man es verbrenne; den Weizen aber sammelt in meine Scheune!“ (Matth. 13, 24- 30)

Diese Geschichte ist aktuell, weil Jesus hier von der Vollendung des Zeitalters spricht. Gott sät nur guten Samen aus. Das Unkraut zwischen dem guten Samen hat der Feind des Menschen ausgesät. Und das Unkraut wächst und gedeiht auch in dieser bösen Welt. So manch ein Bauer wünschte, sein Acker wäre frei vom Unkraut. Er erklärt dem Unkraut den Krieg mit kostspieligen aber  schädlichen Unkrautvernichtungsmitteln. Wer sagt denn, dass der Weizen davon unbeschadet bleibt. Und wenn seine Äcker überdüngt werden, wer sagt denn, dass das Grundwasser davon unbeschadet bleibt. Wenn der gute Samen Schaden erleidet, indem man das Unkraut bekämpft, ist es doch sinnvoll, beides miteinander wachsen zu lassen bis zur Ernte; und dann die Trennung vorzunehmen, wie es seit Jahrtausenden gehandhabt wurde.  Der Mensch will klüger sein als der Schöpfer; er  legt Hand an in der Ökonomie, er führt sein sein Wissen durch und zerstört Leben und Lebewesen in der Schöpfung, schadet sich und anderen Kreaturen. Es ist  erwiesen, dass das Bienensterben auf Überdüngung und Unkrautvernichtungsmitteln zurückzuführen ist.  Das sind schlechte Aussichten für den Honig, den wir Menschen doch gern den Bienen wegnehmen, um ihn selbst zu verzehren. Das sind nur einige Beispiele, die Gott, dem Schöpfer recht geben.

Der Schöpfer selbst sagt: „Lasst beides miteinander wachsen bis zur Ernte!“

Hier ist vom Endgericht die Rede. Die Trennung von Gut und Böse erfolgt am Ende der Weltzeit. Dann wird Gott seine Engel aussenden, dass sie das Unkraut dieser Welt bündeln und für das Feuer bereit halten und den „guten Weizen“ in Gottes Scheune sammeln. (Mal. 3, 19. 20; Matth. 13, 38- 43) Jesus deutet dies Gleichnis: „Der Acker ist die Welt; der gute Same sind die Kinder des Reichs; das Unkraut aber sind die Kinder des Bösen. Der Feind, der es sät, ist der Teufel; die Ernte ist das Ende der Weltzeit; die Schnitter sind die Engel.“

Gott hat das Unkraut, also das Böse, nicht gesät. Jesus rechnet die Pharisäer zu den Pflanzen, die Gott nicht gepflanzt hat. Denn er sagt zu den Jüngern: „Jede Pflanze, die nicht mein himmlischer Vater gepflanzt hat, wird ausgerissen werden.Laßt sie; sie sind blinde Blindenleiter! Wenn aber ein Blinder den anderen leitet, werden beide in die Grube falle.“ (Matth. 15, 13. 14)

 

A) Er hat seinen Thron aufgestellt zum Gericht 

„Wenn aber der Sohn des Menschen in seiner Herrlichkeit kommen wird und alle heiligen Engel mit ihm, dann wird er auf dem Thron seiner Herrlichkeit sitzen, und vor ihm werden alle Heidenvölker versammelt werden. Und er wird sie voneinander scheiden, wie ein Hirte die Schafe von den Böcken scheidet, und er wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, die Böcke aber zu seiner Linken. Dann wird der König denen zu seiner Rechten sagen: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, und erbt das Reich, das euch  bereitet ist seit Grund-legung der Welt!“ (Matth. 25, 31- 34)

David und Daniel sprechen davon: „Ja, er hat seinen Thron aufgestellt zum Gericht. Ja, er wird den Erdkreis richten in Gerechtigkeit und den Völkern das Urteil sprechen, wie es recht ist.“ (Psalm 9, 8. 9)

„Ich schaute, bis Throne aufgestellt wurden und ein Hochbetagter setzte sich… Ein Feuerstrom ergoss sich und ging von ihm aus Tausendmal Tausende dienten ihm, und zehntausendmal Zehntausende standen vor ihm; das Gericht setzte sich, und die Bücher wurden geöffnet.“ (Dan. 7, 9a. 10)

Das bedeutet, dass es sich hier um das Endgericht handelt.  Zu diesem Gericht werden nur Ungläubige erscheinen. Ihre Taten sind alle in Büchern verzeichnet. Daher seit es auch: „Bücher wurden geöffnet!“

Die Auferstehung der Toten geschieht  nur zu diesem Gericht (Offb. 20, 12. 13). Wenn du wissen möchtest, was die Ungläubigen in diesem Gericht erwartet, musst du die Verse 14 und 15 im obigen Kapitel lesen. Die Bibel unterscheidet zwischen den Toten der Ungläubigen und den der Gläubigen. Darum heißt es auch bei Jesaja: "Aber Deine Toten werden leben!" (Jes. 26, 19a)

 

B) Alle Toten werden auferstehen zum Gericht!

Alle Toten werden einmal auferstehen, die einen, die das Gute getan haben, zur Auferstehung des Lebens; die anderen, die das Böse getan haben, zur Auferstehung des Gerichts (Joh. 5, 28. 29).  

 

 Die Bibel spricht dann von dem „Zweiten Tod.“ Der betrifft nicht die Gläubigen (siehe: Offb. 2, 11). Wir lesen im Buch der Offenbarung: „Und das Meer gab die Toten heraus, die in ihm waren, und der Tod und das Totenreich gaben die Toten heraus, die in ihm waren; und sie wurden gerichtet, ein jeder nach seinen Werken. Und er Tod und das Totenreich wurden in den Feuersee geworfen. Das ist der zweite Tod.“ (Offb. 20, 13. 14)

Nur wer im „Buch des Lebens“ eingeschrieben ist, bleibt davor verschont. Jedem steht es offen, im Buch des Lebens eingeschrieben zu werden. Jesus musste den Tod schmecken um unseretwillen, aber er lebt; und er hat die Schlüssel des Totenreichs und des Todes (Offb. 1, 18). Gott ist der gerechte Richter über alle Menschen.

 

Gericht über die Völker

Gott wird am Ende auch Gericht üben über die Völker. Die Bibel unterscheidet zwischen Israel, dem jüdischen Staat, und allen übrigen Staaten. Bei diesem Gericht geht es im Wesentlichen darum, was die Völker oder Einzelne Israel Gutes getan oder nicht getan haben. Entsprechend wird das Urteil sein. Jesus sagt: „Was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan!... Was ihr einem dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr mir auch nicht getan!“ (Matth. 25, 40. 45)

 

Zeichen am Himmel

Zeichen am Himmel werden das Kommen Jesu ankündigen (Joel 3, 3- 4; Matth. 24, 30) Die Sonne wird schwarz werden wie ein Trauerkleid, und der Mond wird rot wie Blut werden, und die Sterne werden ihren Schein verlieren und  auf die Erde fallen. Und es wird das Zeichen des Menschensohns sichtbar am Himmel erscheinen. Dann werden alle Völker und Geschlechter auf Erden wehklagen. Auf der Erde wird Finsternis sein, und die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden. So war es, als Jesus unter der Last der Sünde der ganzen Menschheit starb. So wird es wieder sein, wenn er in Herrlichkeit als Friedefürst auf Erden erscheint. Judas schreibt eine Prophetie von Henoch. Darin heißt es: „Siehe, der Herr ist gekommen mit seinen heiligen Zehntausenden, um Gericht zu halten über alle und alle Gottlosen unter ihnen zu strafen wegen all ihrer gottlosen Taten, womit sie sich vergangen haben, und wegen all der harten Worte, die gottlose Sünder gegen ihn geredet haben.“ (Judas 14b. 15)

 

 

GM

  

 

46. Bleibt in ihm bis er erscheint!

 

Johannes schreibt im ersten Brief: „Und nun, Kinder, bleibt in ihm, damit wir Freimütigkeit haben, wenn er erscheint, und uns nicht schämen müssen vor ihm bei seiner Wiederkunft.“ (1. Joh. 2, 28)

Was hier und an vielen Stellen mit Wiederkunft übersetzt wird, heißt eigentlich: Bei seiner Anwesenheit“ (gr. = par ousia = daneben sein), so auch in Matth. 24, 3. 27. 37. 39; 1. Kor. 15, 23; 1. Thess. 2, 19; 3, 13; 4, 15; 5, 23; 2. Thess. 2, 1; 2, 8; 2. Petr. 1, 16; 3, 4. 11 u. a.) 

So sagt auch Jakobus: „Seid nun geduldig, Brüder, bis zur Anwesenheit des Herrn. Siehe, der Landmann wartet auf die kostbare Frucht der Erde und geduldet sich auf sie, bis sie den Regen, den frühen und den späten, erhält. Seid auch ihr geduldig und festigt eure Herzen, weil sich die Anwesenheit des Herrn genaht hat.“ (Jak. 5, 7. 8, Konk.)

Auf dem Ölberg traten die Jünger zum Herrn heran und sprachen zu ihm: „Sage uns, wann wird dies geschehen, und was wird das Zeichen deiner Wiederkunft und des Endes der Weltzeit sein?“ (Matth. 24, 3)

So sind wir Menschen: Wir fragen, wie die Jünger, nach dem Zeitpunkt der Wiederkunft Jesu und nach den Zeichen seiner Wiederkunft. Johannes sagt: „Bleibt in ihm!“ Das ist ganz entscheidend. Petrus sagt: „Seid geduldig bis zur Anwesenheit des Herrn!“ 

 Und Petrus weist darauf hin, dass am Ende Spötter kommen werden, die nach ihren eigenen Lüsten wandeln und sagen: „Wo ist die Verheißung seiner Wiederkunft?“

Höre nicht auf die Spötter, sondern auf sein Wort. „Der Herr zögert nicht die Verheißung hinaus, wie es etliche für ein Hinauszögern halten, sondern er ist langmütig gegen uns , weil er nicht will, dass jemand verlorengehe, sondern dass jedermann Raum zur Buße habe.“ (2. Petr. 3, 4. 9)

Für viele wird der „Tag des Herrn“ plötzlich und unerwartet kommen. Des Herren Tag wird kommen wie ein Dieb in der Nacht! Darum müssen wir allezeit bereit zu sein und allezeit in ihm bleiben, bis er erscheint! Aus diesem Grunde weiß niemand Tag und Stunde seiner Wiederkunft, nur der Vater. (Matth. 24, 36). Jesus hat es den Jüngern mitgeteilt, was vor seiner Wiederkunft geschehen wird.

 

Habt acht, dass euch niemand verführt!

Es scheint so, als würde ergar nicht auf ihre Fragen eingehen. Er sagt ihnen, was Priorität hat und was sie zu tun haben, nämlich:  „Habt acht, dass euch niemand verführt!“ (Matth. 24, 3)

Und das ist so wichtig. Das heißt auch, dass eine massive Verführung vor seiner Wiederkunft sein wird. Er sagt weiter: „Denn viele werden unter meinem Namen kommen und sagen: Ich bin Christus! Und sie werden viele verführen.“ (Vers 5) „Und es werden viele falsche Propheten auftreten und werden viele verführen.“ (Vers 11)

 Der große Abfall

Verführung! Die Gnadenzeit geht zu Ende, die Gerichtszeit folgt. Paulus sagt: „Lasst euch von niemand in irgendeiner Weise verführen! Denn es muss unbedingt zuerst der Abfall kommen und der Mensch der Sünde geoffenbart werden, der Sohn des Verderbens, der sich widersetzt und sich über alles erhebt, was Gott oder Gegenstand der Verehrung heißt, so dass er sich in den Tempel Gottes setzt als ein Gott und sich für Gott ausgibt.“ (1. Thess. 2, 3. 4; Dan. 11, 36- 39)

Die Verführung wird weltweit massiv erfolgen. Wer da nicht fest gegründet in Jesus ist, wird dem Verführer verfallen und ausgeliefert sein. „Der Geist aber sagt ausdrücklich, dass in späteren Zeiten etliche vom Glauben abfallen und sich irreführenden Geistern und Lehren der Dämonen zuwenden werden durch die Heuchelei von Lügenrednern, die in ihrem eigenen Gewissen gebrandmarkt sind. Sie verbieten zu heiraten und Speisen zu genießen, die doch Gott geschaffen hat…“ (1. Tim. 4, 1- 3a)

 

"Böse Zeit"

Wir müssen die Zeit auskaufen und sie nutzen, um in Christus gegründet zu sein. Denn es ist böse Zeit! In manchen Gemeinden geht es sehr lebendig zu, aber den Ernst der Stunde hat man nicht erkannt. Wer die Zeichen der Zeit nicht erkennt und sich vom Zeitgeist treiben lässt, läuft Gefahr, den Ruf des Erzengels und den Schall der Posaune Gottes zu überhören wenn Jesus kommt. Der Apostel Paulus mahnt ernsthaft und sagt: „Wache auf, der du schläfst, und stehe auf aus den Toten, so wird dich Christus erleuchten! Seht nun darauf, wie ihr mit Sorgfalt wandelt, nicht als Unweise, sondern als Weise; und kauft die Zeit aus, denn die Tage sind böse.“ (Eph. 5, 14- 16)

Gott setzt zu seiner Zeit einen Schlusspunkt, wenn das Maß der Sünde voll ist (Dan. 8, 23). Wir aber sollen zum vollen Maß der Fülle Christi gelangen (Eph. 4, 13). Es klingt hart, aber es ist Gottes Wort: „…Weil sie die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben, durch die sie hätten gerettet werden können…darum wird ihnen Gott eine wirksame Kraft der Verführung senden, so dass sie der Lüge glauben, damit alle gerichtet werden, die der Wahrheit nicht geglaubt haben, sondern Wohlgefallen hatten an der Ungerechtikeit.“ (2. Thess. 2, 10b- 12)

Und es ist gut, wenn wir viel das inspirierte Wort Gottes betrachten, beachten, darüber nachsinnen und auf uns wirken lassen, anstatt auf fremde Stimmen "großer Redner", die auch Leute beeindrucken, beeinflussen und an sich reißen können. Viele von den großartigen Rennen suchen den Menschen zu gefallen, nicht Gott. Der Apostel Paulus sagt: "Predige ich denn jetzt Menschen oder Gott zu Dienst? Oder gedenke ich Menschen gefällig zu sein? Wenn ich den Menschen noch gefällig wäre, so wäre ich Christi Knecht nicht." (Gal. 1, 10)

Heute ist auch die Zeit der "großen" Redner, der Gefälligkeitsredner. Um so schlimmer und gefährlicher sind solche Redner denen, die das Wort Gottes nicht gut genug kennen und auch nicht nachprüfen, ob die Predigt schriftgemäß ist.

 

Kriege und Kriegsgerüchte

Jesus sprach weiter: „Ihr werdet aber von Kriegen und Kriegsgerüchten hören; habt acht, erschreckt nicht, denn dies alles muss geschehen; aber es ist noch nicht das Ende. Denn ein Heidenvolk wird sich gegen das andere erheben und ein Königreich gegen das andere; und es werden hier und dort Hungersnöte, Seuchen und Erdbeben geschehen.“ (Matth. 24, 6. 7)

 

Verführung - Abfall - böse Zeit - Verfolgung - Tötung von Juden und Christen um des Namens Jesu willen! Das alles geschieht bereits in unseren Tagen. Wer Ohren und Augen hat, nimmt es wahr. Jesus fügt aber noch hinzu: „Dies alles ist erst der Anfang der Wehen.“

Doch erschreckt nicht, dies alles muss geschehen! Das alles ist erst der Anfang. Es kommt also noch schlimmer! Erschreckt nicht!

Aber wappnet euch mit der ganzen Waffenrüstung Gottes. Paulus ermutigt uns dazu und sagt: „Im übrigen, meine Brüder, seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. Zieht die ganze Waffenrüstung Gottes an, damit ihr standhalten könnt gegenüber den listigen  Kunstgriffen des Teufels; denn unser Kampf richtet sich nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Herrschaften, gegen die Gewalten, gegen die Weltbeherrscher der Finsternis dieser Weltzeit, gegen die geistlichen (Mächte) der Bosheit in den himmlischen Regionen.“ (Eph. 6, 10- 12)

Ja, lasst uns den „guten Kampf des Glaubens“ kämpfen, nicht müde werden, und nicht die Flinte ins Korn werfen und den Kampf vorzeitig  beenden. Denn Jesus sagt: „Wer aber ausharrt bis ans Ende, der wird gerettet werden.“ (Matth. 24, 13)

Das Evangelium vom Reich Gottes wird weltweit gepredigt werden, und dann wird das Ende kommen. Also: Bleibt in ihm bis er erscheint!

 GM

 

45. Wer fällt und steht nicht wieder auf?

 

 A) Schuldgefühle drücken zu Boden

Können Christen Schuldgefühle haben? Ja, aber im Gegensatz zu Nichtchristen können sie die Schuldgefühle auch los werden. Schuldgefühle können uns plagen, zermürben und uns schlaflose Nächte schaffen. Wir sind dann wie ein elendes Wrak, oder ein angeschlagener Boxer, wie einer, der neue Impulse, neuen Antrieb und neue Ermutigung von irgendwoher braucht. Wir lassen den Kopf hängen; und das ist nicht Gottes Wille. Die Bibel sagt: „Wer fällt und steht nicht wieder auf? Wer weicht vom rechten Weg ab und kehrt nicht wieder um?“ (Jer. 8, 4)

Die Abkehr vom rechten Weg sollte den Menschen zur Umsinnung und zur Umkehr bewegen. Die Bibel nennt es auch Buße. Wer jedoch auf seinem abgewichenen Weg bleibt, der hat sich den Weg zu Gott selbst verbaut oder abgeschnitten und muss mit seinem belasteten Gewissen und Schuldgefühlen allein fertig werden. Gott will dir Gutes tun, aber du fühlst dich schlecht. Aufgrund deiner schlechten Gefühle willst du Gottes Gnaden-geschenk nicht annehmen. Doch sollst du wissen: Wer Gottes Geschenk nicht annimmt und die Annahme verweigert, beleidigt ihn. Das Geschenk der Gnade ist sehr teuer. Du darfst dieses Geschenk annehmen. Jeder Tag ist ein Tag der Gnade, und jeden Tag bietet Gott uns seine Gnade an, die Gnade der Vergebung. Sie lässt uns aufatmen. Sie richtet uns wieder auf. Wir dürfen also wieder aufstehen, wenn wir gefallen sind. Gottes Geist stimmt uns wieder fröhlich und lenkt unsere Gedanken positiv. Der König der ganzen Erde will uns zu Königskindern machen und uns reich beschenken! Steh auf, der du am Boden liegst und nur die irdischen Probleme und Nöte siehst. Schau nicht mehr auf die Schuld, schau auf die vergebende Gnade Gottes! Richte deinen Blick nach oben und warte auf Gott, er wird’s wohl machen. Der Psalmist sagt: „Meine Seele klebt am Staub; belebe mich nach deinem Wort! Meine Seele weint vor Kummer; richte mich auf nach deinem Wort!“ 

Und Gott erhört solche Gebete; und dann kannst auch du diese Worte sagen: Ich halte meine Füße fern von jedem bösen Weg, damit ich dein Wort befolge. Ich bin tief gebeugt; Herr, belebe mich nach deinem Wort! Mache meine Schritte fest durch dein Wort, und lass nichts Böses über mich herrschen!“ (Psalm 119, 25. 28. 101. 107. 133)

 

B)  Schuld verschweigen oder loswerden?

Manche Leute versuchen die Schuld zu verschweigen. Sie schaden sich selbst und anderen damit. Vor Menschen kann man die Schuld eine Zeit lang verschweigen und zudecken, vor Gott nicht. Der König David hat es versucht, seine Schuld zu verschweigen, das ist ihm nicht gelungen. Sondern er hat sich selbst viele Nöte geschaffen. Dann wurde er anderen Sinnes und bekannte Gott seine Schuld, und Gott vergab ihm seine Schuld und rechnete sie ihm nicht an. Daher konnte er auch sagen: „Wohl dem, dessen Übertretung (Vergehen - Treuebrüche) vergeben, dessen Sünde zugedeckt ist! Wohl dem Menschen, dem der Herr keine Schuld anrechnet, und in dessen Geist keine Falschheit ist! Als ich es verschwieg, da verfielen meine Gebeine durch mein Gestöhn den ganzen Tag. Denn deine Hand lag schwer auf mir Tag und Nacht, so dass mein Saft vertrocknete, wie es im Sommer dürr wird. Da bekannte ich dir meine Sünde und verbarg meine Schuld nicht!“(Ps. 32, 1- 5a)

So manch einer möchte seine Schuld loswerden, doch er weiß nicht wie und wo. Jesus nimmt die die Schuld ab. Das Bekennen einer Schuld vor ihm und vor Menschen ist der einzige Weg die Schuld loszuwerden. Christen sind wahrheitsliebende Menschen, die authentisch leben und  die die Wahrheit lieben und tun, denn sie sind „aus Gott geboren“ (1. Joh. 4, 7; 5, 19. 29). Schuld verschweigen macht krank, Schuld bekennen führt zum Heil. Es ist also besser die Schuld loszuwerden, als ein Leben lang damit geplagt zu werden.  Wir Menschen sind vergessliche Leute, Gott kann nicht vergessen, aber vergeben. Gott kehrt unsere Schuld nicht einfach unter den Teppich. Schuld wird bei Gott lange aufbewahrt, bis zum Gericht. Von Ephraim sagt die Bibel: "Ephraim Schuld ist zusammen-gebunden, seine Sünde ist aufbewahrt." (Hosea 13, 12)

Doch zwei Verse weiter spricht der Prophet von Jesus, dem Lamm Gottes und Sündenpilger, der unsere ganze Schuld am Kreuz getragen hat. Es heißt da: "Ich will sie erlösen aus der Gewalt des Totenreichs, vom Tod will ich sie loskaufen..." (Vers 14a)

Der Erlöser von unserer Sündenschuld ist gekommen und hat eine Erlösung geschaffen für alle Menschen und für alle Zeiten. Gotteskinder dürfen sich dasrüber freuen, dass der Sündentilger auch jetzt noch beim Vater für uns aktiv als unser Hoherpriester eintritt. Wir dürfen ihm alle Schuld bekennen, alle Lasten und Belastungen bringen. Wenn manche Worte unkontrolliert und leichtfertig über unsere Lippen kommen und unser Gegenüber sich getroffen oder verletzt durch die Worte fühlt, dann kommen manchmal Zweifel auf, und wir fragen uns: Habe ich jetzt etwas Falsches gesagt? Muss ich mich bei der Person entschuldigen, oder nicht? Besser ist es, sich einmal zuviel zu entschuldigen als einmal zu wenig. Jemand sagte einmal: „Zweifel wachsen wie wuchernde Brombeeren in der Wildnis, die Hände und Lippen beflecken.“

Lippen und Hände - den bösen Worten folgen leicht böse Taten. Pass also gut auf, dass du alle Zweifel beseitigst, und dass die Stacheln der Brombeeren dein Gegenüber weder beflecken noch verletzen. Denn eine unbereinigte Sache und eine unvergebene Sünde nagt im Herzen und plagt dich oder den anderen, und raubt euch den Frieden und den Segen. „Habt Frieden mit allen Menschen, soviel an euch ist!“ Hütet euch, dass in eurem Herzen keine bittere Wurzel aufwächst und Unheil anrichtet und viele durch sie befleckt werden. (Hebr. 12, 15) Vergib immer, denn auch Gott vergibt uns immer unsere Schuld, wie wir vergeben unseren Schuldigern.

 

C) Können Christen sündigen?

Sie können in Sünde fallen, aber sie stehen wieder auf und reinigen sich. Wir haben einen Fürsprecher beim Vater, der für uns eintritt und sich für uns verwendet. Johannes sagt: „Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, so verführen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.“ (1. Joh. 1, 8. 9)

Wenn du in Sünde gefallen bist, dann steh wieder auf, bekenne Gott deinen Fall, beuge dich vor ihm und bitte ihn um Vergebung. Verharre nicht in der Sünde; sonst führt sie dich immer weiter weg von Gott und versklavt dich. Das ist die Absicht des Widersacher Gottes. Jesus ist gekommen, die Gebundenen und Versklavten aus ihrer Sklaverei zu lösen und zu befreien. 

Können sie mutwillig sündigen?

Anders verhält es sich, wenn sie mutwillig sündigen. Die Bibel macht dazu klare Aussagen. Es heißt immer wieder: „Lasst uns festhalten… an dem Bekenntnis zu Jesus, an der Hoffnung des ewigen Lebens, an der Gnade, die uns zuteil wurde, an der brüderlichen Liebe (Hebr. 4, 14; 6, 11; 12, 28; 13, 1).

Wenn wir das nicht tun und das Bekenntnis zu Jesus gering schätzen, und die Hoffnung des ewigen Lebens, und die Gnade und die Liebe gering achten, so werfen wir Gottes Angebot fort und verachten das große Liebesopfer Jesu. Darum heißt es auch: „Denn wenn wir mutwillig sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, so bleibt für die Sünden kein Opfer mehr übrig, sondern nur ein schreckliches Erwarten des Gerichts und ein Zorneseifer des Feuers, der die Widerspenstigen verzehren wird.“ (Hebr. 10, 26. 27)

 Und an anderer Stelle: „Denn es ist unmöglich, die, welche einmal erleuchtet worden sind und die himmlische Gabe geschmeckt haben und Heiligen Geistes teilhaftig geworden sind und das gute Wort Gottes geschmeckt haben, dazu die Kräfte der zukünftigen Weltzeit, und die dann abgefallen sind, wieder zur Buße zu erneuern, da sie für sich selbst den Sohn Gottes wiederum kreuzigen und zum Gespött machen!“(Hebr. 6, 4-6)

Du kannst nicht mutwillig sündigen und ein Gotteskind sein!

GM

 

 44. Säge nicht den Ast ab, auf dem du sitzt!

 

Unsere moderne Gesellschaft sitzt auf einem morschen Ast und weiß es nicht. Und sie sägt an dem Ast, auf dem sie sitzt. Der gesunde Menschenverstand sagt mir: So etwas macht man doch nicht; und das kann tödlich enden. Ich möchte das ein wenig erläutern: Die meisten Menschen unserer Tage haben den Glauben ihrer Väter verlassen. Sie haben sich vom lebendigen Gott abgewandt und den heidnischen Religionen, also den toten Göttern zugewandt. Einige haben sich der Philosophie oder dem Atheismus zugewandt. Das ist lebensgefährlich, verderblich und tödlich. Es ist doch sonderbar: Sie suchen ihr Heil nicht in der heilenden Arzenei, die der große Arzt, der Schöpfer, ihnen verschrieben hat, nicht im Worte Gottes, nicht in den Geboten und nicht in den Verheißungen der Heiligen Schrift. Stattdessen beschäftigen sie sich mit zweifelhaften Aussagen von Bibelkritikern und ungläubigen Bibelforschern, die herausgefunden haben wollen, dass Jesus gar nicht vom Tode auferstanden sei. Damit versuchen sie den Gläubigen die Grundlage ihres Glaubens wegzunehmen. Denn: „Wäre Christus im Grabe geblieben, so wäre unser Glaube vergeblich, so wärt ihr noch in euren Sünden.“

Aber er ist wahrhaftig auferstanden und vielen erschienen!

 

Von Gott dahingegeben

Sie wussten, dass ein lebendiger Gott ist, und haben ihm nicht den Dank gegeben, die ihm zusteht. Sie sind „in ihren Gedanken in nichtigen Wahn verfallen, und ihr unverständiges Herz wurde verfinstert. Da sie sich für weise hielten, sind sie zu Narren geworden.“ (Röm. 1, 21)

Und nun scheint es so zu sein, als wäre der Ast abgestürzt, auf dem sie saßen. Denn die Bibel sagt: Darum hat Gott sie auch dahingegeben in die Begierden ihrer Herzen, zur Unreinheit, so dass sie ihre eigenen Leiber untereinander entehren.“ (Vers 24) (nämlich durch Tätowierung und Piercing). Darum hat Gott sie auch dahingegeben in entehrende Leidenschaften“ (Homo und Lespen, Vers 26) „Darum hat Gott sie auch dahingegeben in unwürdige Gesinnung…“ (Röm. 1, 28)

Dreimal unterstreicht die Bibel das Urteil über gewisse Menschen, die von Gott dahingegen sind. Wenn eine Mutter ihr Kind aufgibt, so ist das eine schlimme Sache. Aber wenn Gott einen Menschen dahingibt, das ist schlimmer. Da scheint die Gnade zur Vergebung abgeschnitten zu sein. Doch Gott erbarmt sich auch immer wieder über Menschen, die aus der tiefsten Gosse, aus der schlimmsten Sünde der Abnormität herausfinden und zu Gott rufen! 

 

Keine Spitzfindigkeiten!

Spurgeon sagte einmal: „Wenn ich zum Tode verurteilt wäre und Aussicht auf Begnadigung hätte, würde ich sicher nicht nach Gründen suchen, weshalb ich nicht begnadigt werden sollte. Und wenn ich dem Ertrinken nahe wäre, würde ich eher nach einem Strohalm greifen, als einen Rettungsring wegzustoßen.“

Wie viele Menschen stoßen den Rettungsring beiseite, und verachten das Kreuz von Golgatha zu ihrem eigenen Verderben. Spurgeon sagt: „Viele Menschen scheinen spitzfindige Anwälte für ihr eigenes Verderben zu sein. Sie stöbern die ganze Bibel durch nach Drohworten. Wenn sie damit fertig sind, gehen sie zur Vernunft, zur Philosophie, zum Unglauben, um sich die Tür vor der Nase zuschlagen zu lassen.“

Gott in seiner Liebe und Gnade stoßt niemanden hinaus. Es ist der Mensch selbst, der sich ins Abseits manövriert und immer weiter in die Gottferne und ins Verderben zubewegt. Jesus sagt: "Alles, was mir mein Vater gibt, das kommt zu mir; und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen." (Joh. 6, 37)

 Es ist eine große Torheit, wenn Menschen die Bibel durchforsten, große Dinge suchen und die rettende Heilsbotschaft absichtlich übersehen (überlesen). Eine kleine Geschichte hilft zu ver-deutlichen, was einer ausgedörrten Welt und einer nach Wahrheit hungernden Menschheit fehlt: Zwei Philosophen trafen sich in einem Wirtshaus und erörterten stundenlang Ernährungsfragen. Dann standen sie hungrig vom Tisch auf und gingen ihres Weges. An ihrem Nachbartisch saß ein einfacher Landwirt. Der stellte keine Fragen. Er griff zu Messer und Gabel, sättigte sich und ging fröhlich seines Weges.“

So ist es bis heute geblieben: Die Einen diskutieren, philosophieren und suchen tausend Gründe, nicht an Gott zu glauben. Sie erkranken selisch mangels geistlicher Ernährung, und sie sterben den ewigen Tod mangels Unglauben. Tausende andere Menschen lesen die Bibel, glauben dem Worte Gottes, essen vom Tisch des Herrn und trinken vom Kelch. Sie sind fröhlich im Herrn und gehen fröhlich ihres Weges! Ein Kind fragt nicht viel nach den Bestandteilen der Nahrung; es ißt, weil es Hunger hat. Gotteskinder essen das Brot des Lebens. Sie suchen keine Spitzfindigkeiten, sie suchen das Angesicht Gottes, und empfangen Trost und Gnade und Weisheit und Kraft. Bist du ein Königskind, dann bleibe deinem König treu! Bleib in deiner Stellung als Gotteskind, und säge nicht den Ast ab, auf dem du sitzt! Man könnte auch sagen: Gib deinen Königssitz nicht preis!

 

In einem sinkenden Boot?

Es ist so traurig, dass die Irrlehrer und die falschen Propheten, die uns unseren Glauben abspenstig machen wollen, zunehmen; und die wahren Propheten in der Gemeinde fehlen. Sie fehlen, weil auch die gesunde Lehre in der Gemeinde fehlt. Sie fehlen, weil Wächter fehlen und der Geist Gottes sich aus ihrer Mitte zurückgezogen hat. Es ist erbärmlich und fassungslos, dass aufgeklärte Christen zufrieden sind mit Magerkost und mit einem Gefälligkeitdevangelium. Und du Verkündiger des Evangeliums: Wie willst du vor Gott bestehen, vor dem du doch Rechenschaft ablegen musst? Es ist deine Pflicht, über die Seelen der Gemeinde zu wachen (Hebr. 13, 17). Mit Predigten, welche die Zuhörer von Jesus wegführen, sitzt du am Ende selbst auf einem morschen Ast, der abzubrechen droht. Paulus sagt zu den Galatern: „Ihr lieft gut; wer hat euch aufgehalten, dass ihr der Wahrheit nicht gehorcht?… Ein wenig Sauerteig durchsäuert den ganzen Teig… wer euch aber verwirrt, der wird das Urteil tragen, wer er auch sei.“ (Gal. 5, 7. 9. 10)

Darum lasst euch von Niemandem verwirren! Haltet euch an die Schrift! So wird der Herr mit euch sein. Macht euch nicht schuldig am Evangelium. Viele sitzen in einem sinkenden Boot. Und damit meine ich nicht die Flüchtlinge, sondern die aus der Gegenwart Gottes Geflüchteten. Unterhaltung und Show- business gibt es zur Genüge in der Welt, das brauchen wir nicht in der Gemeinde! Die Schläfrigkeit erfasst  in der Endzeit alle, auch die das Öl in ihren Gefäßen haben (Mat. 25, 5). Darum müssen wir uns rechtzeitig um die Fülle des Geistes bemühen. Von Torheit kann der Mensch befreit werden, indem er die Weisheit Gottes annimmt. Wo will der Mensch hinfliehen vor dem ewigen und lebendigen Gott, der Augen hat wie Feuerflammen? Und wo willst du die Ewigkeit zubringen? In der Herrlichkeit bei Gott, oder an dem Ort, wo das Feuer nicht verlischt und der Wurm nicht stirbt?

Eine dritte Möglichkeit gibt es nicht. Deshalb säge nicht an dem Ast, auf den der Herr dich gesetzt hat. Lass dir deinen Platz in der rettenden "Arche", die "Jesus" heißt, nicht streitig machen. Und lass dir deine Gotteskindschaft durch nichts und durch niemanden rauben.

„Wer will uns scheiden von der Liebe des Christus?“ (Röm. 8, 35a)

GM

 

 

43. Liebt Gott von ganzem Herzen!

 

Nahet euch zu Gott!

Die Propheten im Alten Bund weisen zwar auch auf den Erlöser hin, der kommen sollte und der auch kam. Aber das Gesetz konnte uns nicht erlösen. Wir lesen im Hebräerbrief: „Die frühere Vorschrift ist außer Kraft gesetzt worden, weil sie schwach und nutzlos war. Denn das Gesetz Moses konnte die Menschen nicht vollkommen machen und ans Ziel führen. Jetzt aber haben wir eine bessere Hoffnung gewonnen, die uns wirklich in die Nähe Gottes bringt.“ (Hebr. 7, 18. 19, Hof.)

 

Jetzt aber, im Neuen Bund, da Christus gekommen ist, haben wir eine bessere Hoffnung! Und an dieser Hoffnung halten wir fest. (Hebr. 6, 19; 10, 22- 24)

Jetzt aber heißt es: „Naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch!“ (Jak. 4, 8a)

 Jesus hat uns diese Hoffnung gebracht: Durch ihn können wir zu Gott nahe kommen. Wenn doch die Menschen Jesus kennen würden,  so würden sie ihn lieben  seine Nähe suchen. Und je näher wir ihm kommen, desto mehr Licht und Erkenntnis gewinnen wir über ihn. Der Grund für das fehlende Licht und die fehlende Erkenntnis liegt aber auch darin, dass wir nicht, oder zu wenig darauf achten, was Jesus sagt. Würden wir Jesu Worte mehr beachten und auch tun was er sagt, dann würde er all unseren Mangel ausfüllen, uns Leben und volles Genüge schenken. Die Liebe Gottes zu uns Menschen ist in dem, was Jesus tat, zu erkennen. Der Geist Gottes teilt uns das was Jesu eigen ist mit, nämlich die Herrlichkeit Gottes voller Gnade und Wahrheit. In Ihm ist die Fülle der Gottheit leibhaftig. Und aus seiner Fülle haben wir alle empfangen Gnade um Gnade. Jesus ist die Ausstrahlung seiner Herrlichkeit und der Ausdruck seines Wesens. Das Leben mit Jesus ist ein herrliches Leben in der Nähe Gottes. Der Liederdichter hat es selbst erfahren. Er drückt es so aus:

Nahe bei Jesus, o Leben so schön, seliges Wandeln auf sonnigen Höh’n!

Nicht einen Schritt mehr von Jesus entfernt, selig, ja selig, wer dieses gelernt! (B. Kühn)

 

Wirkt Gottes Werke!

Einmal kam ein Gesetzesgelehrter zu Jesus, versuchte ihn und sprach: „Meister, was muss ich tun, um ewiges Leben zu erben?“ Jesus sprach: „Was steht im Gesetz geschrieben?“ Er antwortete: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft und deinen Nächsten wie dich selbst.“ Was sagte Jesus dazu?

„Du hast recht geantwortet; tue dies, so wirst du leben!“ (Luk. 10, 25- 28)

Diese Geschichte will uns lehren: Das Kennen der Gebote genügt nicht, es hilft uns nicht weiter in unserem Glaubensleben. Wir müssen Werke des Glaubens haben! (vgl: Jak. 2, 17f., 1. Joh. 2, 17). Im Tun der Werke Gottes beweisen wir unseren Glauben und unsere Liebe zu Gott, und wir empfangen wir Leben aus Gott. 

 

Werke für Gott beweisen unsere Liebe zu Gott

Jesus hat viele Werke gewirkt, durch Gott und für Gott. Wer an den Sohn Gottes glaubt, der wird auch Werke Gottes tun. (Joh. 14, 12) Sie bringen uns näher zu Gott. Er sagt: „Wer meine Gebote festhält und sie befolgt, der ist es, der mich liebt; wer aber mich liebt, der wird von meinem Vater geliebt werden, und ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.“ (Joh. 14, 21) 

Weil wir Jesus lieben, arbeiten wir für das Reich Gottes. Die Liebe zu Jesus macht uns aktiv, eifrig und brennend für Gott. Das Licht des Evangeliums muss leuchten in der dunklen Welt; und das Feuer des Heiligen Geistes muss brennen in den Herzen der Gotteskinder. Damit viele Menschen die Herrlichkeit Gottes erfahren. Jesus hat uns schon geliebt, als wir noch in Dunkelheit unseres Herzens und in Übertretung des Gesetzes wandelten. (Röm. 5, 8) Aus lauter Liebe hat er uns zu sich gezogen und in sein Licht geführt, und aus der Gottesferne in die Gottesnähe gebracht. Johannes sagt: „Meine Kinder, lasst uns nicht mit Worten lieben, noch mit der Zunge, sondern in der Tat und Wahrheit!“ (1. Joh. 3, 18)

Und Jesus sagt: „Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort befolgen, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen.“ (Joh. 14, 23)

 

Sei ganz sein, oder lass es ganz sein!

Jesus möchte uns ganz haben, denn er hat ein Ganzopfer gebracht zu unserer Erlösung. Wir gehören nicht uns selbst, sondern dem, der  uns erkauft mit seinem Blut. Wie heißt es doch: „Du sollst Gott, deinen Herrn, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft und deinen Nächsten wie dich selbst.“

Lasst uns Gott nicht halbherzig lieben, auch nicht mit doppelter Seele, wie es Jakobus sagt: „Naht euch zu Gott, und er wird sich zu euch nahen. Reinigt eure Hände, ihr Sünder, und  läutert eure Herzen, die ihr eine doppelte Seele habt.“ (Jak. 4, 8, Konkordante Übers.)

„Macht eure Herzen keusch, ihr Wankelmütigen!“ (Luther)

„Heiligt eure Herzen, ihr Zwiespältigen!“ (Bruns Übers.)

„Schenkt Gott eure Herzen, ihr Schwankenden!“ (Gute Nachricht Übers.)

„Lasst Gott allein in euren Herzen wohnen!“ (Hoffnung für alle Übers.)

 

„Come near to God and he will come near to you. Wash your hands, you sinners, and purify your heards, you doublemindet.“ (New International Version)

 

GM

 

 

42. Der König der Herrlichkeit

 

„O Herr, der König freut sich in deiner Kraft, und wie frohlockt er so sehr über dein Heil! Du hast ihm gegeben, was sein Herz wünschte, und ihm nicht verweigert, was seine Lippen begehrten. Denn du kamst ihm entgegen mit köstlichen Segnungen, du hast eine Krone aus Feingold auf sein Haupt gesetzt. Er bat dich um Leben, du hast es ihm gegeben; Dauer der Tage für immer und ewig. Groß ist seine Herrlichkeit durch deine Rettung; Hoheit und Pracht hast du auf ihn gelegt. Denn du setzt ihn zum Segen für immer, erquickst ihn mit Freude vor deinem Angesicht. Denn der König vertraut auf den Herrn und durch die Gnade des Höchsten wird er nicht wanken.“ (Ps. 21, 2- 8)

Welch großartigen Worte eines Königs über den „König der Herrlichkeit.“ Nicht irgend ein König, sondern der große, gottgeweihte König David, der Psalmdichter- und sänger sagte diese Worte. David hatte guten Kontakt zu seinem Gott; er lobte und verherrlichte Gott. Vor jeder Schlacht, vor jedem Kampf rief der König den Herrn an. Und er rief auch das Volk zur Fürbitte auf, wie wir im zwandzigsten Psalm lesen können. David kannte seinen Gott; er kannte auch die Macht des Gebets und erfuhr oft Erhörung. Deshalb vergisst er nicht, Gott zu danken und ihm Anbetung und Lob-preis darzubringen. Den Sieg über die Feinde erwartet er allein von Gott. Seine Seele konnte allezeit frohlocken und die Siege des Herrn im Glauben ausrufen, schon bevor die Schlacht geschlagen war. 

Solches Verhalten bringt das Vertrauen zu Gott (in Gott) zum Ausdruck. David ging es immer um die Ehre Gottes. Auch deshalb hat David das Zeugnis: „Ein Mann nach dem Herzen Gottes!“

Er wollte sich nichts selbst zuschreiben, denn er wusste: Alle Gaben sind Leihgaben von Gott. Darum gebührt Gott alle Ehre. Deshalb war das Gotteslob und die Ehre und Verherrlichung Gottes ein fester Bestandteil seines Lebens, was in allen seinen Psalmen klar erkennbar ist. Sein persönliches Ver-hältnis zu Gott kommt in diesem Psalm durch die häufige persönliche Anrede Gottes zum Ausdruck. (das „Du“ erscheint hier zehn mal, bei Bruns siebzehn mal.) In allen Königs- Psalmen wird auch der prophetische Charakter deutlich. Das ist dem geistlichen Bibelleser sicher längst aufgefallen.

Im obigen Psalm und in Psalm 24 ist die Rede von dem „großen König“ und dem „König der Herrlichkeit:“ „Hebt eure Häupter empor, ihr Tore, und hebt euch, ihr ewigen Pforten, damit der König der Herrlichkeit einziehe! Wer ist dieser König der Herrlichkeit? Es ist der Herr, der Starke und Mächtige, der Herr, der Held im Streit!“ (Ps. 24, 7. 8)

 

Der Psalmist will alle Menschen, vor allem aber, die Priester des Heiligtums aufwecken, die Herzenstüren zu öffnen für den König der Herrlichkeit. Er trägt nicht mehr die Dornenkrone, welche die Kriegsknechte ihm auf sein Haupt drückten, die Krone der Leiden und der Schmach. Nein! Er trägt die goldene Krone der Ehre und der Herrlichkeit. Wir haben allen Grund, diesen König zu ehren!

Der Psalmist muntert die Menschen auf: „Kommt, lasst uns dem Herrn zujubeln und jauchzen dem Fels unseres Heils!… Denn der Herr ist ein großer Gott und ein großer König über alle Götter.“ (Psalm 95, 1. 3)

Jesus schließt das "Vater Unser" mit den Worten: „Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit! Amen.“

Im Matthäusevangelium lesen wir häufig vom Königreich des Himmels. Als Johannes auftrat und zu predigen begann, tat er das mit den Worten: "Sinnet um! Denn das Königreich der Himmel hat sich genaht!" (Matth. 3, 2)

Als nicht lange danach Jesus öffentlich auftrat, begann er zu Herolden und zu sagen: "Sinnet um! Denn das Königreich der Himmel hat sich genaht!" (Matth. 4, 17, Konkordates Testament)

Das "Tausendjährige Friedensreich" Jesu wird auf der Erde sein. Doch zuerst kommt das Himmelreich, dann das  Friedensreich Jesu auf Erden. Alle Reiche dieser Welt zerbrechen einmal und haben ein Ende; das Reich Gottes hat kein Ende. Daniel spricht von den vier Weltreichen, die alle keinen Bestand hatten, und das Römische Reich, das ein geteiltes Reich ist und damals erschien und verfiel, hat seine Fortsetzung in der EU. Dieses Reich, wird zum Teil ein starkes und zum Teil ein schwaches Reich sein; und es kann nicht bestehen! (vergleiche Dan. 2, 40- 43). Es heißt dann: "Aber in den Tagen jener Könige wird der Gott des Himmels ein Königreich aufrichten, das in Ewigkeit nicht untergehen wird; und sein Reich wird keinem anderen Volk überlassen werden; es wird alle jene Königreiche zermalmen und ihnen ein Ende machen; es selbst aber wird in Ewigkeit bestehen." (Vers 44) 

Das Reich  des "Königs der Herrlichkeit", ist ein ewiges Reich und bleibt in Ewigkeit bestehen. Jesus spricht selbst von seiner Wiederkunft und sagt: „Und dann wird das Zeichen des Menschen-sohnes am Himmel erscheinen, und dann werden sich alle Geschlechter der Erde an die Brust schlagen, und sie werden den Sohn des Menschen kommen sehen auf den Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit.“ (Matth. 24, 30)

Der König der Herrlichkeit wird sich aufmachen, die Königskinder und Erben seines Königreichs zu sich zu holen.

„Dann werden die Heiden den Namen des Herrn fürchten und alle Könige auf Erden deine Herrlichkeit, wenn der Herr Zion gebaut hat und erschienen ist in seiner Herrlichkeit, wenn er sich zu dem Gebet der Verlassenen gewendet und ihr Gebet nicht verachtet hat.“ (Psalm 102, 16- 18)

Als die Jünger vom Ölberg dem Herrn bei seiner Himmelfahrt nachsahen, sprachen zwei Engel zu ihnen: „Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr hier und seht zum Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg in den Himmel aufgenommen worden ist, wird in derselben Weise wiederkommen, wie ihr ihn habt in den Himmel auffahren sehen!“ (Apg. 1, 11)

 

Bist du schon eingegangen in das Königreich Gottes? Erwartest du den Herrn der Herrlichkeit und König der Könige? (Offb. 22, 17f) Hebe dein Haupt empor und erkenne, dass das Tor zum Reich Gottes weit geöffnet ist. Wenn Gott dieses Tor zuschließt, wie er auch die Arche Noahs zuschloss, ist die Zeit der Gnade für die Nationen zu Ende. Dann wendet Gott sich wieder seinem auserwählten Volk Israel voll und ganz zu. Wer  eingegangen ist in das Königreich des Himmels, wird leben in Ewigkeit.

In der Offenbarung sagt Jesus: "Siehe, ich komme bald!" "Siehe, ich stehe vor der Tür!"

Es ist kein anderer als der "König der Herrlichkeit", der vor den Herzenstüren vieler Menschen steht, und anklopft, und um Einlass bittet! Und dieser König sagt auch, dass die Gläubigen das Verheißungsgut, das uns viele Leute streitig machen wollen, festhalten und bewahren sollen, bis er kommt; und er kommt bald! Bereitet euch vor, ihm zu begegnen! (Off. 3, 11. 20)

 

 GM

41. Sorgenkinder oder Königskinder?

 

Gibt es Sorgenkinder unter  den Gotteskindern? Ja, leider viele! Wir schaffen uns selbst Probleme und Sorgen, und merken oft nicht, dass sie unseren Glauben behindern und den Segen Gottes verhindern. Es heißt: „Mit Sorgen und mit Grämen läßt Gott sich gar nichts nehmen; es muss erbeten sein.“ Für Sorgen und Probleme gibt es eine Abladestelle: Golgatha. Petrus sagt: „Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.“ (1. Petr. 5, 7)  Und Paulus  sagt: „Sorgt euch um nichts; sondern in allem laßt durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden.“ (Phil. 4, 6. 7)

 

Königskinder haben keine Sorgen; der König sorgt für die Königskinder. Paulus fügt zum obigen Vers noch hinzu: „Und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren (verbergen) in Christus Jesus!“

Wir versäumen es häufig, unsere Anliegen (unsere Sorgen) durch Gebet und Flehen und mit Danksagung vor Gott kundwerden zu lassen! Und darum gehören wir auch zu den Sorgenkindern. Wenn wir aber unser Versäumnis nachholen und alles, was uns bedrückt Gott im Gebet unter-breiten, dann gelangen unsere Anliegen an die rechte Stelle, und unsere Sorgen liegen in guten Händen. Dann haben wir abgelegt, was uns bedrückt; wie man Akten ablegt, die erledigt sind, oder die in eine andere Abteilung,  eine höhere Instanz gehören.  Ich habe damit nichts mehr zu tun. Wenn wir das Weiterleiten der Sorgen an die zuständige Behörde, die höhere Instanz, vollzogen haben, bekümmert uns das nicht mehr. Ein anderer kümmert sich  darum. Wir brauchen uns nicht zu sorgen und zu grämen; denn Jesus will uns diese Arbeit abnehmen. Der Friede Gottes wird unsere Herzen und Gedanken nicht beunruhigen, sondern beruhigen und bewahren  in Christus Jesus . Das meint Paulus, wenn er sagt: „Und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und Gedanken bewahren in Christus Jesus!“

Unser Augenmerk ist also auf Jesus gerichtet, nicht auf die Sorgen. In der Bergpredigt sagt Jesus: „Seid nicht besorgt für euer Leben, was ihr essen und was ihr trinken sollt, noch für euren Leib, was ihr anziehen sollt! Ist nicht das Leben mehr als die Speise und der Leib mehr als die Kleidung? Seht hin auf die Vögel des Himmels, dass sie weder säen noch ernten, noch in Scheunen sammeln, und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr nicht viel wertvoller als sie? Wer aber unter euch kann mit Sorgen seiner Lebenslänge eine Elle zusetzen?“(Matth. 6, 25- 27, Elb.)

Gott will gebeten sein, uns Gott muss verherrlicht werden wie im Himmel, so auch auf Erden.  Ihm gebührt alle Ehre. Denn alle guten Gaben kommen her, o Gott, von dir!

Wer seine Sorgen auf  Jesus wirft und sein Vertrauen auf Gott setzt, kann unbesorgt sein und erhält sich den Frieden Gottes im Herzen. Jesus deutet das Gleichnis vom Samen unter die Dornen so: „Unter die Dornen gesät aber ist es bei dem, der das Wort hört, aber die Sorge dieser Weltzeit und der Betrug des Reichtums ersticken das Wort, und es wird unfruchtbar.“ (Matth. 13, 22)

 

Trennungen und Ärgernisse

Ärgernisse sind Gift für die Seele, destruktiv und zerstören gute Verbindungen. Ärger laugt aus und macht den Menschen krank. Und wer starke Schuldgefühle hat, bei dem werden Hormone freigesetzt, die Krankheiten erzeugen. Sorgen, Ärger und Schuld gehören ans Kreuz. Gebt kein Ärgernis! Nehmt keinen Anstoß! Und gebt keinen Anstoß, außer Anstöße positiver Art! Paulus sagt: „Ich ermahne euch aber, ihr Brüder: Gebt acht auf die, welche Trennungen und Ärgernisse bewirken im Widerspruch zu der Lehre, die ihr gelernt habt, und meidet sie.“ (Röm. 16, 17; 14, 13)

Trennungen sind niemals gut, weder in einer Ehe, noch in der Familie, noch in der Gemeinde. Im obigen Text geht es um die gesunde, biblische Lehre, die nicht allen Gläubigen schmeckt. Manche Leute ärgern sich so sehr über ein Wort des Predigers, dass sie die Gemeinde für immer verlassen und nicht  über die Konsequenz ihres Handelns nachdenken. Andere  laden schwere Schuld auf sich und erwarten noch den Segen Gottes. Hier treten die Worte Jesu in den Vordergrund: „Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich, und wer nicht mit mir sammelt,  der zerstreut!“ (Matth. 12, 30)  

Schuldgefühle drücken zu Boden. Gib deine Schuld ab an Jesus! Viele Menschen ärgern sich an Jesus. Das ist ganz schlimm. Jesaja spricht vom „Stein des Anstosses und Fels des Ärgernisses.“ (Jes. 8, 14) Christus war den Juden ein Ärgernis und  den Griechen eine Torheit.  Paulus sagt weiter: „Denen aber, die berufen sind, sowohl Juden als auch Griechen, verkündigen wir Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit.“ (1. Kor. 1, 24)

Das Evangelium ist Gottes Kraft zum Heil jedem Glaubenden.

Königskinder sind reich gemachte, prädestinierte und prevelegierte Menschen, die sich niemals von ihrem König trennen.

 

Heilung von Leib und Seele

Krankheiten jeder Art kann Jesus heilen, die Gebundenen kann er freimachen, die Gefangenen in die Freiheit führen. Der Schöpfer kennt Leib und Seele; er kann, und er will  die Kranken heilen. Zu dem Lahmen sagte Jesus: „Steh auf, nimm deine Liegematte und geh umher!“ (Joh. 5, 8)

Du kannst, wie jener, 38 Jahre an einer Krankheit leiden und immer neue Ausreden für deine Unbeweglichkeit finden und in deiner Unbeweglichkeit verharren, weil dir niemand hilft und andere dir immer zuvor kommen. Du kannst aber auch Mut fassen und im Namen Jesu aufstehen! Schau nicht auf die Krankheit und nicht auf die Probleme, sondern schau auf den, der die Probleme lösen kann! 

Gott bekennt sich zu denen, die im Glauben aufstehen und aufsehen auf Jesus! Er freut sich darüber, wenn Menschen sich erheben, Gott vertrauen und im Aufblick auf ihn aktiv werden. Gott ist gut. Wage etwas mit Gott und für Gott! Er liebt dich so sehr, dass er seinen Sohn für dich in den Tod gab. Und der gute und liebende Gott bittet und nötigt uns, das zu tun, was gut ist, und was heilsam und segensreich ist für uns und für andere. Er wendet alle Not und hilft uns aus dem Tod! Unser Misstrauen und unser Unglaube können Gottes Arm nicht bewegen, aber unser Vertrauen zu ihm kann es. Der Glaube kann Berge versetzen. Petrus sprach zu Jesus: „Meister, auf dein Wort will ich das Netz auswerfen!“ (Luk. 5, 5b) 

Der Erfolg war überwältigend! Auf das Wort Jesu ging Petrus auch auf dem Wasser. Lasst uns mutig sein und dem Allmächtigen mehr zutrauen! Auf sein Wort wollen wir etwas wagen und handeln.

 

Der Vorläufer und Herold des Königs 

Johannes der Täufer wurde im Alten Testament angekündigt (Jes. 40, 3- 5; Mal. 3, 1). Er erscheint als Vorläufer und Wegbereiter Jesu. Mit seiner Botschaft „Tut Buße, denn das Reich der Himmel ist nahe herbeigekommen“ (Matth. 3, 2), hat Johannes das messianische Königreich erneut angekündigt, das die Propheten geweissagt hatten. Es ist das Königreich des Himmels, weil es die Regierung des Himmels auf der Erde darstellt (vgl. Matth. 6, 10). Daniel weist darauf hin (Dan. 2, 34- 35. 44; 7, 23- 27). Johannes wies immer wieder auf Jesus hin: „Ich zwar taufe mit Wasser zur Buße; der aber nach mir kommt, ist stärker als ich, dessen Sandalen zu tragen ich nicht würdig bin; er wird euch mit Heiligem Geist und Feuer taufen.“ (Matth. 3, 11)

Er war überzeugt, dass Jesus der Messias und der König aller Könige und Erlöser aller Menschen ist. Wohl aufgrund seiner scharfen Reden geriet Johannes ins Gefängnis. Dort hörte er dann von den Werken, die Jesus tat. Plötzlich überfielen ihn Zweifel.  Er sandte zwei seiner Jünger zu Jesus und ließ ihm sagen: „Bist du derjenige, der kommen soll, oder sollen wir auf einen anderen warten?“ (Matth. 11, 3f)

Das ist erstaunlich! Wo er doch den Messias und das Königreich Gottes angekündigt hatte. Hatte Johannes etwa an einer Sache Anstoß genommen? Dann sandte Jesus Jünger zu Johannes und ließ ihm sagen, was sie hörten und sahen: „Blinde werden sehend und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören, Tote werden auferweckt, und Armen wird das Evangelium verkündigt. Und glückselig ist, wer nicht Anstoß nimmt an mir!“ (Matth. 11, 6)

Als diese unterwegs waren, sprach Jesus zu der Volksmenge über Johannes und sagte auch: „Wahrlich, ich sage euch: Unter denen, die von Frauen geboren sind, ist kein Größerer aufgetreten als Johannes der Täufer; doch der Kleinste im Reich der Himmel ist größer als er. Aber von den Tagen Johannes des Täufers an bis jetzt leidet das Reich der Himmel Gewalt, und die, welche Gewalt anwenden, reißen es an sich.“ (V. 11. 12)

Jesus ließ sich selbst von Johannes im Jordan taufen, obwohl er kein Sünder ist und die Taufe nicht benötigte. Damit stellte er sich den Sündern gleich und erfüllte das Vorbild des Aaron, der als Priester an den Waschungen teilnahm. Jesus wollte den Forderungen des Gesetzes Genüge leisten. Johannes wehrte ihm, doch Jesus sprach: „Lass es jetzt so geschehen; denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen!“ (Matth. 3, 15)

 

Der Vater hat ihn zweimal bestätigt, bei der Taufe und auf dem Verklärungsberg. Auf die Taufe des Königs folgte die Salbung, als sich der Himmel öffnete und der Heilige Geist auf ihn herabkam. (Matth. 3, 16) So wurde Jesus vom Vater selbst für das Werk der Erlösung geweiht (Apg. 4, 27; 10, 38). 

 

GM

40. Gleichnisse - das Bilderbuch Jesu

 

 

A) Das Bilderbuch Jesu

                       

Im Alten Testament sprach Gott zu den Propheten oft durch Bilder. Im Neuen Testament sprach Jesus oft durch Gleichnisse. Ein Gemälde muss man zuerst als ganzes auf sich wirken lassen, ehe man die einzelnen Partien betrachtet. Goethe hat einmal gesagt: „Bilder und Gleichnisse sind wie bemalte Fensterscheiben. Sieht man vom Marktplatz in die Kirche hinein, dann erscheint alles düster; das Glasbild ist ziemlich farblos und verworren. Tritt man aber in die Kirche hinein, dann wird alles farbenfroh und hell. Die Bilder und Ornamente fangen an zu leuchten und zu glänzen.“

 

    So ist es auch mit den Gleichnissen Jesu. Man darf sie nicht nur von außen betrachten. Man muss dem näher treten, der sie erzählt. Und dieses „Näher Herankommen“ meint Jesus, wenn er am Schluss der Gleichnisse sagt: „Wer Ohren hat zu hören, der höre!“ (Matth. 13, 9) 

Man muss in die Kirche hinein gehen, um die Schönheit der bunten Kirchenfenster im rechten Licht und Glanz zu sehen. Und man muss dicht zu Jesus herantreten und unter den Einfluss seines Geistes kommen.  Dann erkennen und verstehen wir, was er sagt. „In seinem Licht sehen wir das Licht!“

In seiner Nähe spüren,  erfahren und erfassen wir auch die Nähe und die Herrlichkeit Gottes!

 

B) Warum in Gleichnissen?

Einmal traten die Jünger an Jesus heran und sprachen zu ihm: „Warum redest du in Gleichnissen mit ihnen?" Er aber antwortete und sprach zu ihnen: „Weil es euch gegeben ist, die Geheimnisse des Reiches der Himmel zu verstehen; jenen aber ist es nicht gegeben. Denn wer hat, dem wird gegeben werden, und er wird Überfluss haben; wer aber nicht hat, von dem wird auch das genommen, was er hat.“ (Matth. 13, 10- 12)

  Die Geheimnisse des Reiches Gottes zu verstehen ist also eine Gabe von Gott (gottgegeben). Den Jüngern Jesu ist das gegeben, den anderen nicht. „Euch ist es gegeben!“ (vergleiche 1. Kor. 2, 14- 15) Der geistliche Mensch versteht die Worte Jesu, ob in Gleichnissen oder ohne sie. Der natürliche Mensch aber nimmt nicht an, was des Geistes Gottes ist. Der Geistliche versteht, denn er hat etwas von Gott empfangen, und er empfängt immer Neues dazu. „Wer hat, dem wird gegeben werden, sodass er Überfluss haben wird.“ 

 

Der Geistliche sieht, denn er hat Licht von Gott empfangen. (2. Kor. 4, 3- 4) Der Erleuchtete steht im Licht und wandelt im Licht; der Nichterleuchtete steht im Dunkeln und gehört noch zu denen, die mit den Ohren nicht hören und mit den Augen nicht sehen. Deshalb sagte Jesus auch: „Darum rede ich in Gleichnissen zu ihnen, weil sie sehen und doch nicht sehen und hören und doch nicht hören und nicht verstehen; und es wird an ihnen die Weissagung des Jesaja erfüllt, welche lautet: „Mit den Ohren werdet ihr hören und nicht verstehen, und mit den Augen werdet ihr sehen und nicht erkennen! Denn das Herz dieses Volkes ist verstockt…“ (V. 13- 15a)

 

 C) Erleuchtete Augen des Herzens

Unser Verstand (die Ratio) kann nicht alle geistlichen Aussagen der Heiligen Schrift fassen. Dafür ist der menschliche Verstand zu klein. Auch deshalb gab Gott uns seinen Heiligen Geist. Wir brauchen eine innere Erleuchtung, wir benötigen erleuchtete Augen des Herzens, damit wir ver-stehen, was Gott sagt. Wir brauchen gesalbte Augen, gesalbte Ohren, gesalbte Herzen und gesalbte Lippen. (Jes. 50, 4; 6, 5- 7)

Gotteskinder müssen in dieser dunklen Welt dem nachkommen, wozu sie gesetzt sind, nämlich zum Licht und Salz. Wie soll die Welt Jesus erkennen, wenn die, die Jesus kennen, ihn lieben und ihn auch haben, nicht zeigen und bezeugen, was sie haben? Wenn unser Licht schwach geworden ist, kann der uns neue Augensalbe geben (Offb. 3, 18), damit wir die göttlichen Dinge sehen, sie begehren und uns danach ausrichten.

„Lass die Worte meines Mundes und das Sinnen meines Herzens wohlgefällig sein vor dir, Herr, mein Fels und mein Erlöser!“ (Ps. 19, 15)

 Der Heilige Geist ist unsere Salbung. Er gibt uns die rechte Ausrichtung, die rechte Haltung und die rechte Stellung. (Ps. 86, 11) Nachdem der Apostel Paulus von dem Glauben der Epheser- Gemeinde und von ihrer Liebe zu allen Heiligen gehört hat, hörte er nicht auf, für sie zu danken und zu beten, "dass der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, euch gebe den Geist der Weisheit und Offenbarung zur Erkenntnis seiner selbst. Er erleuchte die Augen eures Herzens, damit ihr wisst, was die Hoffnung seiner Berufung, was der Reichtum der Herrlichkeit seines Erbes in den Heiligen und was die überragende Größe seiner Kraft an uns, den Glaubenden, ist, nach der Wirksamkeit der Macht seiner Stärke." (Eph. 1, 17- 19, Elb.)

Ich gebe zu: Das sind zwei lange und nicht leichte Sätze. Einmal durchlesen genügt nicht!

 

 Kenner der Weltliteratur aus allen Völkern urteilen einheitlich über die Gleichnisse Jesu und sagen: „Diese Gleichnisse stehen einzig in ihrer Art da.“

Wie tief einleuchtend sind diese Geschichten vom Himmelreich. Über Jahrtausende haben sie nichts von ihrer Wirkung, Realität und Schönheit eingebüßt. Der Professor und das Kind, beide können sie verstehen.

 

GM

 

 

 

39. Jesu Kindheit

Beschneidung und Opfergabe

Die Mutter Jesu und Josef reisten mit dem Kind nach Jerusalem, um im Tempel ihre Opfergabe darzubringen: Ein Paar Turteltauben und zwei junge Tauben. Sie waren arm, und für Arme war diese Opferung so vorgesehen. Und Jesus wurde nach jüdischem Gesetz am achten Tag nach seiner Geburt beschnitten. Genau zu dieser Zeit drängte der Heilige Geist  Simeon auch in den Tempel zu gehen. 

 

Segnung und Prophetie durch Simeon

Simeon hatte vom Heiligen Geist die Zusage empfangen, dass er den Tod nicht sehen würde, bevor er den Gesalbten des Herrn gesehen habe. Und als die Eltern das Kind Jesus in den Tempel hineinbrachten, um es nach dem Brauch des Gesetzes Gott zu weihen, nahm Simon es auf seine Arme, lobte Gott und sprach: "Herr, nun entlässt du deinen Knecht in Frieden nach deinem Wort! Denn meine Augen haben dein Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht zur Offenbarung für die Heiden und zur Verherrlichung deines Volkes Israel!" (Luk. 2, 29- 32)

Josef und die Mutter Jesu waren verwundert über diese Aussage des Simeon. Dann segnete er das Kind und sprach zu Maria, seiner Mutter: "Siehe, dieser ist gesetzt zum Fall und Auferstehen vieler in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird. Aber auch dir selbst wird ein Schwert durch deine Seele dringen, damit aus vielen Herzen die Gedanken geoffenbart werden." (Vers 34)

Eine vierfache Weissagung! Die erste betraf ihn selbst, die zweite galt Israel, die dritte bezog sich auf alle Menschen, und die vierte Weissagung galt Maria, der Mutter Jesu. Nachdem Josef und Maria alle Vorschriften im Gesetz erfüllt hatten, kehrten sie zurück nach Nazareth. "Das Kind aber wuchs und wurde stark im Geist, erfüllt mit Weisheit, und Gottes Gnade war auf ihm."

Jesus war Jude, deshalb musste das jüdische Gesetz an ihm vollzogen werden. Das geschah durch die Beschneidung und später auch durch die Taufe des Johannes im Jordan. Doch Jesus sollte nicht nur der Erlöser Israels sondern der Erlöser der ganzen Menschheit werden. Die große Masse des Volkes war fromm, und die religiösen Führer waren in den jüdischen Gesetzen stark verwurzelt und festgefahren. Es waren nur Einzelne, die tatsächlich auf ihren Erlöser warteten. Dazu gehörten Simeon und die Prophetin Hanna. Das waren gottesfürchtige und gottgeweihte Menschen, die nicht nur über den Messias sprachen, sondern sie beteten, fasteten und warteten auf den Erlöser Israels. Der Prophet Jesaja sagt: "Da ist die Stimme deiner Wächter! Sie werden ihre Stimme erheben und miteinander jauchzen; denn mit eigenen Augen werden sie es sehen, wenn der Herr wieder nach Zion kommt. Ihr Trümmer Jerusalems, freut euch und frohlockt miteinander! Denn der Herr hat sein Volk getröstet, hat Jerusalem erlöst!" (Jes. 52, 8. 9)

Wahrscheinlich ist für diese Weissagung von Jesaja das Gesetz der doppelten Bedeutung anwendbar. Das heißt: Sie bezieht sich auf  das erste Kommen Jesu im Jahr Null, und auch auf sein zweites Kommen für sein Volk Israel, wenn er seine Füße auf den Ölberg setzen wird (Sacharia 14, 4). Doch vorher wird der Herr in den Wolken erscheinen, und die Gemeinde Jesu wird ihm entgegenrückt werden (1. Thess. 4, 16. 17).

Simeons Worte wurden erfüllt: Seine Augen haben Gottes Heil gesehen. Und auch jene Worte sind wahr geworden, die er sagte: "Dieser ist dazu bestimmt, dass viele in Israel zu Fall kommen, aber er wird auch viele aufrichten." Und: "Er wird zu einem Zeichen, das Widerspruch erregt." Ja, Jesus hat Widerspruch von den Sündern erduldet bis in unsere Zeit hinein (Hebr. 12, 3). Und dabei wird offenbar werden, welche Gedanken in vielen Menschen schlummern. Viele ärgerten sich an ihm und nahmen Anstoß an seinen Worten, sogar seine Brüder ärgerten sich an ihm. Jesus sagt: "Selig ist, der sich nicht an mir ärgert."

Vieler Gedanken sind durch Jesu Worte offenbar geworden: Die Heuchelei der Pharisäer, das böse Herz des Judas, die Selbstsicherheit des Petrus' und vieler anderer bis in unsere Tage. Simeon hielt nur ein kleines Kind, ein Baby in seinen Armen, und er wusste durch den Geist Gottes geoffenbart, zu welcher Größe und Bedeutung für alle Menschen dieses Kind Gottes heranwachsen wird. Er wird einmal entweder ihr Richter oder ihr Retter sein! (Jes. 8, 14- 15; 1. Petr. 2, 7- 8; 1. Kor. 1, 18- 24) Maria hat es schmerzlich erlebt: "Ein Schwert ist durch ihre Seele gedrungen." (Vergleiche Matth. 12, 46f; Luk. 2, 51; Joh. 2, 3- 5; 19, 25- 27)

Auch die Worte Jesajas haben sich bewahrheitet: "Der Herr hat seinen heiligen Arm entblößt vor den Augen aller Heiden; und alle Enden der Erde werden das Heil unseres Gottes sehen!" (Jes. 52, 10)

 

 Der zwölfjährige Jesus im Tempel

Der zwölfjährige Jesus war außergewöhnlich. Die Zahl 12 weist übrigens auf die 12 Stämme Israels und auch auf die 12 Apostel hin. Wir lesen in der Schrift, dass Josef und Maria alljährlich zum Passahfest nach Jerusalem reisten. Der Knabe Jesus war dabei. Als die Festtage zu Ende waren, machten sich Maria und Josef auf den Heimweg nach Nazareth, aber Jesus war nicht dabei. Sie zogen eine Tagesreise weit nach Galiläa und suchten ihn in der großen Volksmenge, die alljährlich zum Passaufest kam, bei den Verwandten und Bekannten. Dort vermuteten sie ihn. Weil sie ihn jedoch nicht fanden, kehrten sie zurück nach Jerusalem und suchten ihn dort. Es ist auch heute so: Einige suchen Jesus bei den Verwandten oder Bekannten, andere suchen ihn auf jüdischen oder christlichen Festen. Du musst in den Tempel gehen, dort findest du ihn! 

Wenn deine Verwandten oder deine Bekannten dich nicht zu Jesus führen können, dann geh in den „Tempel“, die Stätte der Anbetung; dort findest du ihn. Die Schrift sagt: „Und es geschah, nach drei Tagen fanden sie ihn im Tempel sitzend mitten unter den Lehrern, wie er ihnen zuhörte und sie befragte.“ (Vers 46)

„Nach drei Tagen“ = eine prophetische Bedeutung: Die Juden suchen Gott seit mehr als 2.000 Jahren. „Ihr werdet mich suchen und nicht finden!“ 

Ein Tag ist bei Gott wie tausend Jahre, und tausend Jahre wie ein Tag. Am dritten Tag fanden sie Jesus. Und im dritten Jahrtausend wird Israel seinen Messias finden. Das Volk der Juden wird umkehren zu seinem Gott! Der Prophet Hosea sagt: „Kommt, wir wollen wieder umkehren zum Herrn! Er hat uns zerrissen, er wird uns auch heilen; er hat uns geschlagen, er wird uns auch verbinden! Nach zwei Tagen wird er uns lebendig machen, am dritten Tag wird er uns aufrichten, dass wir von ihm leben.“ (Hosea 6, 1- 2)

 Der zwölfjährige Jesus saß unter den Schriftgelehrten und nahm Anteil an ihren Ge-sprächen. Er stellte Fragen und hörte ihnen zu. Alle aber, die ihn hörten, gerieten außer sich über sein Schrift- Verständnis und seine Antworten. Wir haben großes Verständnis für die besorgte Mutter Jesu und ihre Reaktion als sie ihn im Tempel fanden. Es heißt dort: „Und als sie ihn sahen, waren sie bestürzt; und seine Mutter sprach: „Kind, warum hast du uns das getan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht!“ (Vers 48)

Das Volk der Juden wird bestürzt  werden, und   sie werden weinen , wenn sie den sehen, den sie durchstochen haben (Sach. 12, 10). Jesus antwortete: „Weshalb habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meines Vaters ist?“

Maria und Josef verstanden das Wort nicht, das er zu ihnen  sagte. Und auch wir staunen weiter über den Ausgang dieser Geschichte. Es heißt: „Und er ging mit ihnen hinab und kam nach Nazareth und war ihnen untertan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an Weisheit und Alter und Gnade bei Gott und den Menschen.“ (Verse 51 und 53)

Die Bibel offenbart uns beide Seiten Jesu, die menschliche und die göttliche. Wahrschein-lich hat Jesus seinem irdischen Vater Josef, dem Zimmermann, in seiner Werkstatt geholfen, bevor er die göttliche Berufung wahrnahm und für alle Menschen Erlösung erwirkte.

 

GM

 

38. Anfang der Erkenntnis

 

 Mangel an Schriftkenntnis

„Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Erkenntnis.“ (Spr. 1, 7a)

Die fehlende Gottesfurcht in den Gemeinden zieht viele Fehler nach sich, offenbart geistlichen Mangel, auch den Mangel an  Gotteserkenntnis. Wir müssen zum Anfang der Erkenntnis zurückkehren, also die Furcht des Herrn suchen, damit die geistliche Mangelerscheinung aufhört. Nie war dies nötiger als heute. Die Sprüche des Königs Salomo sind uns dabei hilfreich. Und die ganze Bibel verhilft zur Gotteserkenntnis dem, der sie liest! Wir müssen zum Anfang der Erkenntnis zurückkehren, dann wird auch das Ende gut werden.  Und der Anfang ist die Gottesfurcht. Das Ende, oder die Folge der Ehrfurcht Gottes ist eine neue Gottesoffenbarung.

Du musst Gott ernst nehmen, denn Gott nimmt dich auch ernst, sehr ernst. Gott gab sogar seinen einzigen Sohn in den Tod, damit du ewiges Leben hättest. Warum ist die Gottesfurcht heute eine Mangelerscheinung sogar unter vielen Christen? Man kann es auch anders beschreiben und die Frage damit gleichzeitig beantworten: Warum orientieren sich viele Christen mehr an weltlichen  Erscheinungen als an der Bibel? Gott ist nicht dein Kumpel, oder dein Spielkamerad, sondern dein Schöpfer und Herr. So, wie du mit deiner Bibel umgehst, so gehst du mit Gott, deinem Schöpfer, um. Mit anderen Worten: Wir müssen Gott beim Wort nehmen und Gottes Wort als das authentische und inspirierte Wort aus Gottes Mund anerkennen, was es ja ist. 

    Die Christen in Beröa forschten täglich in der Schrift (Apg. 17, 11).  Wer tut das noch? Wer es tut, nutzt sich und denen, mit denen er zu tun hat. Das Motto lautet also: Zurück zum Wort Gottes!

    

Fehlende biblische Lehre

 Nach Pfingsten blieben die Gläubigen beständig in der Lehre der Apostel, sie blieben auch beständig in der Gemeinschaft, in der Abendmahlsfeier und in den Gebetsstunden (Apg. 2, 42f),  die heute leider vielerorts aufgelöst werden. Sie hielten alle Dinge gemeinsam, verkauften ihre Güter und verteilten sie unter den Bedürftigen. Jeden  Tag hatten sie Gottesdienst.  Die Folgen waren in jeder Hinsicht positiv. Täglich bekehrten sich  viele Menschen. Und kein Wunder: „Es kam aber Furcht (Gottesfurcht) über alle Seelen, und viele Wunder und Zeichen geschahen durch die Apostel. “ (Vers 43)

    Der vorwärtsgewandte Blick ist falsch, wenn man die biblische Fährte, den Weg, den Gott vorgeschrieben hat, verlassen hat. Also müssen wir zurückschauen auf die Väter des Glaubens, auf die Gründer und Säulen der Gemeinde. Zurückschauen allein genügt nicht. Wir müssen umkehren, die rechte Fährte der schriftgemäßen Vor-gaben suchen und unser Leben danach ausrichten. Je weiter einzelne Gemeinden vom rechten Weg abgewichen sind, desto weiter müssen sie zurückgehen.  Das Motto lautet: Zurück zur biblischen Lehre!

 

 

 Gemeinschaft im Geist
     Die neuzeitliche Gemeinde hat zwar erstarrte und verkrustete Zeremonien, alte gesetzte Gemeindeordnungen und Gesetze abgebaut, aber gleichzeitig neue aufgebaut und erhofft sich davon Gemeindezuwachs. Wir müssen  nicht unsere Strategie ändern, sondern unsere Einstellung, unsere Gesinnung. Nicht wir müssen etwas bewegen, der Geist Gottes will uns bewegen. Wenn der Geist Gottes die Menschenherzen bewegt, dann folgt die geistliche Gesinnung wie von selbst. Wenn er  den Stolz und den Egoismus, die Selbstsucht und die Hartherzigkeit zerbricht,  dann kommt auch eine Gottesfurcht  über alle Seelen.

     Und plötzlich gibt es keine Rangordnung mehr in der Gemeinde; denn die Amtsträger schmelzen in der Gegenwart Gottes zuerst dahin, weil die Liebe Gottes, seine Barmherzigkeit und Gnade den Menschen so spürbar und greifbar nahe kommt. Und dann begreifen wir Erkenntnis, dann ergreifen wir Verständnis!

    Viele Menschen, die neu in eine Gemeinde kommen suchen Liebe und Gemeinschaft, und finden Betriebsamkeit, Zerstreutheit, Ichsucht und Selbstsucht. Das mag übertrieben klingen, doch bei näherem Hinsehen ist es so. Es hat sich vielerorts eine rein menschliche, zu menschliche Gemeinschaft etabliert, über die Fremde oft erstaunt sind, weil sie die geistliche Gemeinschaft suchen. Gottes Wort will uns auch darin Ausrichtung geben. Johannes sagt: "Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft miteinander, und das Blut  Jesu Christi, seines Sohnes, reinigt uns von aller Sünde."  (1. Joh. 1, 7)

    Im dritten Vers sagt er, dass "unsere Gemeinschaft mit  dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus ist."  Das wollen die Menschen an uns sehen und erkennen. Das "Weltliche" hingegen haben sie doch zur Genüge ausgekostet. Die innigste Gemeinschaft mit dem Herrn und untereinander kommt im Abendmahl zum Ausdruck.

Das Motto lautet: Zurück zur  Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohn!

 

 Fehlende Unterweisung und Ermahnung

  Es  fehlt an Unterweisung  und Zurechtweisung in den Gemeinden und in den Familien. Salomo sagt: „Höre, mein Sohn, auf die Unterweisung deines Vaters, und verwirf nicht die Lehre deiner Mutter! Denn sie sind ein schöner Kranz für dein Haupt und ein Schmuck um deinen Hals. Mein Sohn, wenn dich Sünder überreden wollen, so willige nicht ein.“ (Sprüche 1, 8- 10)


Unverständige Menschen lieben mehr den Spott als Erkenntnis der Wahrheit. Unverständige sind unbelehrbar; und Unbelehrbare sind rechthaberisch, selbstsicher und Besserwisser. Salome sagt: "Darum klopft das Unglück an ihre Türen und das Verderben ereilt sie." Die Weisheit spricht weiter: „Weil ihr vielmehr allen meinen Rat verwerft und meine Zurechtweisung nicht begehrt, so werde ich auch über euer Unglück lachen, wenn das kommt, was ihr fürchtet.“ (Sprüche 1, 25- 26)
     Einem Unglück kann man entkommen, wenn man Warnungen annimmt. Unter den IS- Kämpfern, die in Syrien und anderswo viel Leid schaffen, gibt es auch Söhne aus Deutschland, die auf die Unterweisung ihres Vaters nicht hören wollten und die Lehre ihrer Mutter verwarfen. So wurden Hunderttausende Flüchtlinge geschaffen. Unglück kann verhütet werden durch das Annehmen der Ermahnung und das Bewahren der Gebote.  

Das Motto lautet: Nimm Ermahnung  an!

 

 Gott will uns bauen zu einem Tempel

  Die Bibel sagt uns: „Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes gaz zubereitet sei, zu jedem guten Werk völlig ausgerüstet.“ (2. Tim. 3, 16)

Paulus schreibt an Timotheus: „Habe acht auf dich selbst und auf die Lehre; bleibe betsändig dabei! Denn wenn du dies tust, wirst sowohl dich selbst retten als auch die, welche auf dich hören.“ (1. Tim. 4, 16)

     Es haben sich  fremdartige und bibelfremde Lehren in die Gemeinden eingeschlichen. Da gilt es wachsam zu sein, zu korrigieren und sich korrigieren zu lassen. 

 „Wenn jemand fremde Lehren verbreitet und nicht die gesunden Worte unseres Herrn Jesus Christus annimmt und die Lehre, die der Gottesfurcht entspricht, so ist er aufgeblasen und versteht doch nichts, sondern krankt an Streitfragen und Wortgefechten, woraus Neid, Zwietracht, Lästerung, böse Verdächtigungen entstehen, unnütze Streitgespräche von Menschen, die eine verdorbene Gesinnung haben und der Wahrheit beraubt sind …“ (K. 6, 3- 5)

     Die Aufgeblasenen, von denen Paulus spricht, müssen Dampf ablassen und die Hochgestellten herunterkommen vom „hohen Ross“. Vielleicht gibt es noch eine Chance, dass die Gemeinde gesundet. Ohne Gottesfurcht und ohne gesunde Lehre wird es nicht gelingen.
Denkt daran: Wir sind "Gottes Hausgenossen, auferbaut auf der Grundlage der Apostel und Propheten, während Jesus Christus selbst der Eckstein ist, in dem der ganze Bau, zusammengefügt, wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn, in dem auch ihr miterbaut werdet zu einer Wohnung Gottes im Geist.“ (Epheser 2, 20- 21)


     Darum wollen wir in allem, was wir tun, seine Gnade rühmen und ihm die Ehre geben, damit der geistliche Bau wächst zu einem Tempel in Gott, und wir in diesem Tempel miterbaut werden zu einer Wohnung Gottes im Geist. Gottes Wort soll uns dazu ermutigen, dass wir „in Liebe zusammengeschlossen und mit völliger Gewissheit im Verständnis bereichert werden, zur Erkenntnis des Geheimnisses Gottes, des Vaters,  und des Christus, in welchem alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis verborgen sind.“ (Kol. 2, 2- 3)

 

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 37. Worte des Trostes und der Hoffnung


Am letzten Passahfest nahm Judas den Bissen aus Jesu Hand und ging hinaus in die Nacht, um ihn zu verraten.  Danach erwies Jesus den Jüngern beispielhaft einen Liebesdienst in Form einer Fußwaschung und sagte zu ihnen, dass auch sie einander die Füße waschen sollen. Dann sprach er: „Jetzt ist der Sohn des Menschen verherrlicht, und Gott ist verherrlicht durch ihn!“ (Johannes 13, 31)

    „Kinder, nur noch eine kleine Weile bin ich bei euch. Ihr werdet mich suchen, und wie ich zu den Juden sagte: Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht kommen!, so sage ich es jetzt auch zu euch.“ (V. 33)

 

     Die Jünger waren mutlos geworden. Jesus musste sie ermutigen. Er sagte: „Euer Herz sei nicht beunruhigt, nicht erschüttert! Glaubt an Gott und glaubt an mich!“ (Joh. 14, 1)
Die Jünger waren traurig, weil ihr Herr und Meister auch von seinem Weggang zum Vater sprach. Darum sprach er Worte des Trostes und der Hoffnung zu ihnen: „So habt ihr nun Traurigkeit; ich werde euch wiedersehen, und dann wird euer Herz sich freuen, und niemand soll eure Freude von euch nehmen.“ (Joh. 16, 22)

     Wenn ein guter Freund von uns geht, sind wir traurig darüber.  Jesus ist den Jüngern und uns mehr als ein guter Freund. Und wenn der „gute Freund“ sagt: „Ich komme wieder!“, so muss die Traurigkeit dem Trost Platz machen. Nachdem er auf die Wohnungen im Vaterhaus hingewiesen hatte, sagte er: „Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, damit auch ihr seid, wo ich bin.“ (Joh.  14, 3)

     Diese Zusage Jesu sollte seinen Jüngern genügen und sie nicht verzagt sein lassen. Die Freude, die Jesus den Seinen gibt, kann niemand von uns nehmen, auch nicht den Frieden Gottes, auch nicht die Hoffnung des ewigen Lebens. Die Freude, den Frieden und die Hoffnung, die Jesus seinen Jüngern auch heute gibt, kann niemand von ihnen nehmen.

 

Der einzige Weg zum Vater
Es ist immer gut, wenn man Jesus sucht, sein Angesicht und die Gemeinschaft mit ihm. Ohne ihn können wir keine Gemeinschaft mit dem Vater haben. Jesus ist der einzige Weg zum Vater (Hebr. 10, 19. 20), er ist die personifizierte Wahrheit (Joh. 1, 14; 18, 37, und er ist das Leben in der Erfüllung des Willens Gottes  (Joh. 3, 36; 1. Joh. 5, 12). Jesus sagt: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater als nur durch mich!“ (Joh. 14, 6)

 Warum bemühen sich Menschen, die Maria oder andere Personen in die Pflicht einer Vermittlung zu nehmen, wenn doch Jesus der einzige Mittler ist zwischen Gott und den Menschen ist. Es heißt: „Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, der Mensch Christus Jesus, der sich selbst als Lösegeld für alle gegeben hat.“ (1. Tim. 2, 5. 6a und Hebr. 9, 15)

Er sitzt zur Rechten Gottes auf dem Thron. Und durch ihn haben alle Zugang zum Thron der Gnade. (Eph. 2, 18; Hebr. 10, 19) In der Stunde seiner höchsten Anspannung, kurz vor Gethsemane und kurz vor seiner Kreuzigung, tröstet, ermutigt Jesus seine Jünger: „Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt auch an mich!“ Eigentlich heißt es da: „Habt den Glauben Gottes!“ Habt Gottvertrauen und vertraut mir! Habt solches Vertrauen, wie Ich es habe! Jesu dunkelste Stunde wurde durch die Verleugnung des Petrus’ noch mehr verdunkelt. Und die Jünger, die Jesus in seiner schwesten Stunde in Gethsemane Gebetsunterstützung leisten sollten, haben kläglich versagt: Alle schliefen ein. Jesus kannte den Plan seines Vaters und blieb standhaft und gehorsam bis zum Tode am Kreuz. Der Tod konnte den Gerechten nicht halten.


Wohnungen im Vaterhaus
Jesus ging hin, viele Wohnungen im Vaterhaus zu bereiten, denn viele Erlöste aus allen Nationen, aus allen Völkern und Stämmen und Sprachen benötigen eine Wohnung. Während Jesus im Himmel für seine erlöste Schar eine Stätte bereitet, bereitet der Heilige Geist auf Erden die Erlösten für den Himmel zu. Die Zahl der Erlösten ist noch nicht erfüllt. Es sind noch Plätze frei im Vaterhaus!
Er verspricht den Jüngern wiederzukommen. Die Trennung von ihnen ist keine absolute oder endgültige. Diese Trennung ist vielmehr eine Zeit der Bewährung und der Zubereitung der Braut für ihren Bräutigam. Wenn die Zahl der Erlösten aus den Nationen erfüllt ist (siehe Römer 11, 25), wird Jesus wiederkommen und sie heimholen. Er will, dass die bei ihm sind und ewig mit ihm Gemeinschaft haben. Jesus will sammeln und vereinen. Von Anfang an wollte er das. Gott sammelt sein Volk auf Erden. Jeremia sagt: „Der Israel zerstreut hat, der wird es auch sammeln und wird es hüten wie ein Hirte seine Herde.“ (Jer. 31, 10b)

Jesus wollte die Juden sammeln, „wie eine Henne ihre Küken unter die Flügel sammelt, aber ihr habt nicht gewollt!“ (Matth. 23, 37)

Jesus will die Zerstreuten Gotteskinder sammeln. Und seine Kinder sollen mit ihm sammeln. Wer die Sammlung und die Vereinigung der Kinder Gottes nicht bestrebt, der ist auch schuld an ihrer Zerstreuung. Denn Jesus sagt auch: Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut!“ (Matth. 12, 30)

 

Zeige uns den Vater!
Jesus sagt: „Wenn ihr mich erkannt hättet, so hättet ihr auch meinen Vater erkannt; und von nun an erkennt ihr ihn und habt ihn gesehen.“ (Joh. 14, 7)


 So geht es vielen Menschen: Sie wollen Gott sehen, den man nicht sehen kann, und sie übersehen Jesus, den die Jünger sehen konnten. Jesus, wahrhaftiger Mensch und wahrhaftiger Gott. Johannes  sagt: „Wir wissen aber, dass der Sohn Gottes gekommen ist und uns Verständnis gegeben hat, damit wir den Wahrhaftigen erkennen. Und wir sind in dem Wahrhaftigen, in seinem Sohn Jesus Christus. Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben.“ (1. Joh. 5, 20)

Jesus bezeugt von sich, dass er der Sohn Gottes ist, und der Vater legt Zeugnis von seinem Sohn ab. (Joh. 5, 17f) Jesus sagt auch: „Aber auch wenn ich richte, so ist mein Gericht wahrhaftig; denn ich bin nicht allein, sondern ich und der Vater, der mich gesandt hat.“ (Joh. 8, 16)

Der Punkt ist der: Wer nicht glauben will, den kann man weder mit Zeugnissen, noch mit den Worten Jesu, noch mit seinen Werken überzeugen. (Joh. 5, 36) „Die Werke, die ich tue im Namen meines Vaters, diese geben Zeugnis von mir; aber ihr glaubt nicht, denn ihr seid nicht von meinen Schafen, wie ich euch gesagt habe.“ (Joh. 10, 25b- 26)

Der Unglaube hält die Menschen fest in Dunkelheit des Geistes, in Realitätsferne und in Gottesferne. Den Glaubenden schenkt Gott erleuchtete Herzen, Sinne und Gedanken. Den Glaubenden öffnet Gott Augen, Ohren und Herzen und schenkt ihnen Verständnis, dass sie den Wahrhaftigen erkennen. Es war Phillippus, der zu Jesus sprach: „Herr, zeige uns den Vater, so genügt es uns!“ (Joh. 14, 8)

     Jesus gibt ihm die Antwort: „So lange Zeit bin ich bei euch, und du hast mich noch nicht erkannt, Phillippus? Wer mich gesehen hat, der hat den Vater gesehen. Wie kannst du sagen: Zeige uns den Vater? Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und der Vater in mir ist?“ (Verse 9. 10a)


Viele  Menschen sprechen von Jesus und über ihn, jahrelang, aber sie kennen ihn nicht. Und Verkündiger des Evangeliums predigen den Menschen von Jesus, aber sie kennen ihn nicht. Wer Jesus erkennt, erkennt auch den Vater.

Wenn die Menschen die Gottheit Jesu leugnen, dann verleugnen sie damit auch die Werke Gottes, die Jesus tat. Menschen, die Jesus nicht kennen und nicht aufgenommen haben in ihrem Leben, die haben keinen Gott, unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit. Du kannst es nachlesen im Epheserbrief, Kapitel 2, Vers 12.

     Jesus war so eng mit dem Vater verbunden, dass er sagen konnte: „Die Worte, die ich zu euch rede, rede ich nicht aus mir selbst, sondern der Vater, der in mir wohnt, der tut die Werke.“

Gott zu erkennen und den er gesandt hat, bedeutet ewiges Leben. (Joh. 17, 3) Wer Jesus nicht erkennt, der doch unzählige Wunder Gottes vor den Augen der Weltöffentlichkeit tat, wie sollte der Gott erkennen, den er nicht sieht? Der Vater, der in mir wohnt, der tut diese Werke!

Einen anderen Tröster

„Wenn ihr mich liebt, so werdet ihr meine Gebote halten; und ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit, den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht noch ihn kennt. Ihr kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein.“ (Joh. 14, 15- 17, Elb.)

     Wenn sich Ehepartner im Eheversprechen ihr „Ja-Wort“ geben, dann sollte das gelten „bis der Tod sie scheidet.“ Die Scheidung erfolgt in vielen Fällen schon nach wenigen Jahren. Wer zu Jesus ja sagt, so ist das bindend für alle Zeiten. Die Liebe zu ihm macht das Halten seiner Gebote zur Bedingung. Anders gesagt: Das Halten der Gebote Jesu ist der Beweis der Liebe zu Jesus. Wer diese Bedingung erfüllt und seine Gebote hält, der erfüllt auch die Voraussetzung für den Empfang des Parakletos, den anderen Beistand, Tröster und Anwalt. Der Ausdruck „einen anderen“ verrät, dass Jesus selbst auch  „Beistand - Tröster - Helfer und Anwalt“ leibhaftig auf Erden war.

       Das Wort „Ich lasse euch nicht als Waisen zurück; ich komme zu euch“ (V. 18) weist sicherlich darauf hin, dass er in der „dritten Person“ der Gottheit zu den Jüngern kommt und Wohnung in ihnen macht. Der andere Beistand ist der herbeigerufene Geist vom Vater und vom Sohn, also der Geist Gottes und der Geist Jesu Christi (Röm. 8, 14; Gal. 4,6; Phil. 1, 19) Der griechische Begriff, der mit „Tröster“ übersetzt wird, wurde in der juristischen Sprache für einen Verteidiger gebraucht, oder auch für jemanden, der zur Hilfe gerufen wurde. Jesus war und ist selbst solch ein Helfer und Fürspreche, Tröster und Anwalt, den wir zur Hilfe rufen können (1. Joh. 2, 1). Die Welt kann diesen Parakletos nicht empfangen, denn sie sieht ihn nicht und kennt ihn nicht. Alles hängt vom Glauben ab, und von der Liebe zu Jesus. Er sagt: „Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen.“ (Joh. 14, 23 u. 26)

„Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren …“


Die Gemeinde Jesu muss den Geist Jesu haben, die Gemeinde Gottes den Geist Gottes.

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36.  Ausgießen des Heiligen Geistes

 

„Und als der Tag der Pfingsten sich erfüllte, waren sie alle einmütig beieinander. Und es entstand plötzlich vom Himmel her ein Brausen wie von einem dahinfahrenden gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer,  die sich zerteilten und sich auf jeden von ihnen setzten. Und sie wurden alle vom Heiligen Geist erfüllt und fingen an, in anderen Sprachen zu reden, wie der Geist es ihnen auszusprechen gab.“ (Apg. 2, 1- 4)

 

1. Erfüllung der Verheißung

Der Tag des Pfingstfestes musste erfüllt werden, genauso, wie auch die Zeit des Kommens Jesu auf diese Erde erfüllt und reif sein musste. Es heißt auch da: „Als die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn...“ (Gal.4, 4)

So wurde auch die Ausgießung des Heiligen Geistes,  die Joel vorausgesagt hatte, nach Gottes Zeitplan an Pfingsten erfüllt. Kurz vor seiner Himmelfahrt sprach Jesus zu den Jüngern und sagte: „Ich will den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben, dass er bei euch bleibt in Ewigkeit, den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, denn sie beachtet ihn nicht und erkennt ihn  nicht; ihr aber erkennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein.“ (Joh. 14)

Der Begriff Beistand (gr. = Parakleton) bedeutet auch Helfer, Tröster, Anwalt, Fürsprecher.

Pfingsten (gr.= Pentekoste) d.h. der 50. Tag nach dem Ernteanfang (3. Mo. 23, 11), der immer auf den ersten Tag der Woche (Sonntag) fiel. Das Pfingstfest bildete den Abschluss der Ernte, die mit dem Fest der ungesäuerten Brote begann. Pfingsten bedeutet ein neuer Zeitabschnitt bezüglich der Errichtung des Reiches Gottes. Mit Pfingsten begann die Herrschaft Christi in den Herzen der Gläubigen. Pfingsten begann das Zeitalter des Heiligen Geistes. Und das Datum für die Einführung dieses Zeitalters wurde durch den Kalender der jüdischen Feste bestimmt. Es war am Morgen nach dem Sabbat, an dem die Juden die Erstlingsgabe dem Herrn darbrachten, und dass Christus als der Erstling aus den Toten auferstanden ist. Das war der Tag, an dem die große Zusammenkunft der Juden aus aller Welt begann. Das war auch der Jahrestag der Gesetzgebung vom Sinai.

In seinem Namen soll Buße und Vergebung der Sünden verkündigt werden, nicht nur in Jerusalem aber beginnend in Jerusalem, und dann unter allen Völkern. (vergleiche Lukas 24, 47). Das musste mit den Aposteln beginnen, die Jesus leibhaftig erlebt hatten und dies alles glaubhaft bezeugen konnten und bezeugen sollten. Die Bibelstelle in Apostelgeschichte 1, 8 betrifft alle Gläubigen nach seiner Himmelfahrt, die Jesus nicht leibhaftig erlebt, ihn aber dennoch machtvoll durch die Ausgießung des Heiligen Geistes erleben sollten und auch machtvoll seid 2.000 Jahren immer wieder erfahren hatten. Jesus teilt sich dem Gläubigen selbst mit und macht Wohnung in ihm (Joh. 14, 23).

"Und siehe, Ich sende auf euch die Verheißung meines Vaters; ihr aber bleibt in der Stadt Jerusalem, bis ihr angetan werdet mit Kraft aus der Höhe!" Luk. 24, 49)

 

2. Erfüllung der Gläubigen

Wie war es nun am ersten Pfingsttag? Sie hatten sich im Namen Jesu versammelt, um mit dem Heiligen Geist erfüllt zu werden. Sie warteten auf die Verheißung des Vaters, und sie erwarteten sie. Damit erfüllten sie, was der Herr der Gemeinde allen geboten (befohlen) hatte (vergleiche Apostelgeschichte 1, 4). In Jerusalem zu warten meint, dort zu warten, wo der Tempel steht, oder wo deine Anbetungsstätte ist. "...denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt  mit Heiligem Geist getauft werden nicht lange nach diesen Tagen."

  Schon vor dem Empfang des Geistesfülle waren sie alle einmütig beieinander. Das ist  entscheidend dafür, dass auch alle erfüllt wurden mit dem Heiligen Geist. Nach dem Empfang der Geistesfülle war die Einmütigkeit der Jünger noch intensiver und beständig, und es gab immer neue Geistesausgießungen, Heilungen und Zeichen und Wunder. Davon zeugt die Apostelgeschichte (Kapitel 2, 42- 47; 4, 24. 31f; 5, 12; 6, 8; 8, 6). Alle hatten das gleiche Ziel, die gleiche Gesinnung.

Dann entstand vom Himmel her ein Brausen, wie ein gewaltiger Wind, der das ganze Haus erfüllte, in dem sie saßen.  Und alle 120 Jünger erfuhren das Brausen des Windes, das Wehen des Geistes. Alle  fingen an in anderen Sprachen zu reden, denn allen  erschienen feurige Zungen, die sich zerteilten und auf jeden von ihnen setzten. Sie hörten mit der Zungensprache sicherlich nicht so schnell wieder auf. Das Feuer des Heiligen Geistes brannte in ihren Herzen noch lange Zeit.

Joel hatte es geweissagt, und Petrus hatte es an Pfingsten zitiert: „Und es wird geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da werde ich ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne und Töchter werden weissagen, und eure jungen Männer werden Gesichte sehen, und eure Ältesten werden Träume haben; ja, auch über meine Knechte und Mägde werde ich in jenen Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie werden weissagen.“ (Apg. 2, 17- 18)

Es ist geschehen, was Joel geweissagt hatte. Am Ende seiner Rede sagte Petrus: „Diesen Jesus hat Gott auferweckt; dafür sind wir alle Zeugen. Nachdem er nun zur Rechten Gottes erhöht worden ist und die Verheißung des Heiligen Geistes empfangen hat von dem Vater, hat er dies ausgegossen, was ihr jetzt seht und hört.“ (Apg. 2, 32- 33)

Und Petrus fügte noch hinzu: "So soll nun das ganze Haus Israel mit Gewissheit erkennen, dass Gott Ihn sowohl zum Herrn als auch zum Christus gemacht hat, eben diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt!" 

"Als sie das hörten, drang es ihnen durchs Herz!"

Nach dieser eindringlichen und geistgewirkten Rede des Petrus konnten selbst hartgesottene Männer nicht länger widerstehen, oder untätig bleiben. Sie mussten reagieren, denn das Gehörte drang durch! Es erreichte ihre Herzen. Und es drang ihnen durchs Herz. Und sie sprachen zu Petrus und den übrigen Aposteln: "Was sollen wir tun, ihr Männer und Brüder?"

Durch klare Wortverkündigung kann der Heilige Geist auch heute  die Zuhörer in der Gemeinde dahin bringen, dass sie fragend werden. Petrus gab damals an Pfingsten den Menschen die rechte Antwort, die auch heute nicht falsch ist: "Tut Buße, (kehrt um zu Gott!) und ein jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden; so werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes  empfangen. Denn euch gilt die Verheißung und euren Kindern und allen, die ferne sind so viele der Herr, unser Gott, herzurufen wird." (Apg. 2, 38. 39)

Gottes Wort sollte auch heute so verkündigt werden, dass es den Zuhörern unter die Haut geht, oder ihnen durchs Herz dringt. 

 

3. Gott will in uns wohnen

Als Jesus vom Weggang zum Vater zu den Jüngern sprach, waren sie traurig darüber. Jesus sprach zu ihnen: „Ihr habt nun Traurigkeit; ich werde euch aber wiedersehen, und dann wird sich euer Herz freuen, und niemand soll eure Freude von euch nehmen.“ (Joh. 16, 22)

Die Jünger verstanden nicht, warum Jesus zum Vater gehen sollte. „Ich lasse euch nicht als Waisen zurück; ich komme zu euch!“

Gotteskinder sind keine Waisenkinder, sie haben einen Vater im Himmel. Und er tröstete sie mit den Worten: „Es ist gut für euch, dass ich hingehe, denn wenn ich nicht hingehe, so kommt der Beistand nicht zu euch. Wenn  ich aber hingegangen bin, will ich ihn zu euch senden.“ (Joh. 16, 7)

Der Weggang Jesu zum Vater war notwendig und eine Voraussetzung für die Sendung des Heiligen Geistes, den anderen Beistand, Tröster und Helfer.  Jesus sagt: „An jenem Tag werdet ihr erkennen, dass ich in meinem Vater bin und ihr in mir und ich in euch.“ (Joh. 14, 20)

Gott will in uns wohnen. Judas, der Jünger Jesu, sprach zu ihm:  „Herr, wie kommt es, dass du dich uns offenbaren willst und nicht der Welt? Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort befolgen, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen.“ (Joh. 14, 23)

Wer Jesus liebt, der tut was Jesus sagt und befolgt sein Wort. Wer sein Wort nicht befolgt, bei dem ist die Liebe zu Jesus fragwürdig. Wer ihn wahrhaftig liebt, wir vom Vater geliebt werden. Das ist noch nicht alles. Wir, also der Vater und der Sohn, werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen. Paulus sagt: Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit!“ (Kol. 1, 27b)

Möchtest du die Herrlichkeit Gottes erleben, dann lass Jesus in dein Herz einziehen. Mit dem Heiligen Geist zieht Gott selbst in dein Herz. Du musst dies wollen und die Bedingung erfüllen, sonst bleibt dein Leben öd und dein Herz leer. 

 

4. Öffne das Herz!

 Gott möchte so gern seinen Heiligen Geist ausgießen, doch er findet keine leeren Gefäße, keine offenen Herzen. Aber Gott kann verschlossene Herzen aufbrechen und verriegelte Türen öffnen. Im Frühjahr können wir sehr schön in der Natur beobachten, wie die Knospen der Bäume durch Lichteinwirkung und Wärme auf-gebrochen werden, und im Nu sind daraus Blätter entstanden. Die schönsten Blumen erblühen und öffnen ihre Kelche den Insekten. Was so öd und kahl in der Natur war, ist plötzlich wunderschön, herrlich, lieblich und fein. Die Schöpfung, die Schönheit der Natur, zeugt von der Kreativität und Herrlichkeit des Schöpfers. Das will uns etwas lehren: Genauso wunderschön, lieblich und fein und herrlich soll es in deinem und meinem Leben sein, wenn das Licht Gottes und der Geist Gottes und die Liebe Jesu Christi unser Herz erfüllt.

Heute haben wir noch Gelegenheit dazu, unsere Herzen zu öffnen für den göttlichen Strom von oben. Und es wird geschehen, wenn wir tun, was die 120 Jünger damals taten. Es wird geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, werde Ich meinen Geist ausgießen auf alles Fleisch.

 

 

 

 

Auf und macht die Herzen weit, euren Mund zum Lob bereit!

Gottes Güte, Gottes Treu sind an jedem Morgen neu.

 

Let us with a gladsome mind praise the Lord  for he is kind;

For his mercies shall endure, ever faithful, ever sure.

 

A mon Dieu, je me con - fie sa clé - men- ce est in finie'.

Tapen  se'e, o' Dieu d' amour, est vide' - le e' - ter nelle.

 

 

35. Der „vermessene König“

Im Buch des Propheten Daniel, Kapitel elf lesen wir folgendes: „Und der König wird alsdann nach seinem Gutdünken handeln, sich überheben und sich gegen jeden Gott groß dünken; er wird auch gegen den Gott der Götter unerhörte Reden führen und dabei Erfolg haben, bis das Maß des göttlichen Zornes voll ist; denn was beschlossen ist, kommt zur Ausführung. Auch um die Götter seiner Väter wird er sich nicht kümmern und weder dem Lieblingsgott der Frauen (Thammus) noch irgend einem anderen Gott Beachtung schenken, sondern über alle sich erheben. An ihrer Stelle wird er den Gott der Burgen verehren, und einen Gott, den seine Väter nicht gekannt haben, wird er mit Gold und Silber, mit Edel-steinen und Kleinodien ehren. In die festen Plätze wird er Kriegsvolk (oder: die Anhänger) des fremden Gottes legen; wer diesen anerkennt, den wird er mit Ehren überhäufen und ihnen Gewalt über viele verleihen und zur Belohnung Land unter sie verteilen.“ (Dan. 11, 36a- 39, Menge)

Ein schrecklicher und vermessener König! Er ist jedenfalls auch ein Bild auf den Antichristen, der bald ganz offen hervortreten und sein wahres Gesicht zeigen wird. (2. Thess. 2, 3; Offb. 13)

In Nachrichten aus Israel (11/ 2015) habe ich einen Bericht mit den folgenden Ausführungen über obige Verse gelesen, die ich hier verkürzt wiedergeben möchte. Fredi Winkler sagt darin:

„Ich denke, dass dieser geheimnisvolle Abschnitt in Daniel 11, Verse 36- 45 vom Islam redet. Das, was dort in den ersten vier Versen steht, passt geradezu perfekt zur Geschichte der Ausbrei-tung des Islam. Hat Mohammed nicht getan, was er wollte? Hat er nicht die etwa hundert Gottheiten, die in Mekka verehrt wurden, eliminiert und nur eine übrig gelassen? Diese Gottheit hat er dann nach seinen Vorstellungen interpretiert. Nach dem Koran sollte Abraham nicht Isaak, sondern Ismael Gott darbringen. Und Jesus sei nicht am Kreuz gestorben, sondern ein anderer, der ihm ähnlich sah. Damit verstieß Mohammeds neue Lehre gegen die grund-legendsten Lehren des AT und des NT, so wie sie uns durch die Heilige Schrift übermittelt sind. Doch alle Abweichungen von der Bibel werden von den Islamgelehrten einfach als eine Verfälschung der Schrift durch Juden und Christen hingestellt. Hat nicht im traditionellen Islam das Verhältnis zu den Frauen kaum etwas mit Liebe zu tun, sondern eher wie mit einem Gebrauchsgegenstand? Bekam im Islam der Krieg im Namen der Religion nicht einen zentralen Platz? Hat sich die Ausbreitung des Islam nicht durch kriegerische Eroberungen vollzogen? Waren nicht Mohammed und die Kalifen vorwiegend militärische und weltliche Führer? Sind nicht die ersten Nachfolger des Islam durch die Eroberungen uner-messlich reich und Herren über riesige Ländereien geworden? Und hat nicht der Islam, die damals stärkste Macht, das römisch- byzantinische Reich geschlagen? Wir können tatsächlich sagen, dass sich die Aussagen der ersten vier genannten Verse bei Daniel durch Mohammed und den Aufstieg des Islam buchstäblich erfüllt haben.

Mit Vers 40 haben wir dann einen Zeitsprung. Es geht nun um die „Zeit des Endes“, also um die Zeit, in der wir leben. Wenn Daniel hier von dem König des Nordens und dem König des Südens redet, dann ist das aus der Sicht des Heiligen Landes gemeint. Es ist vor diesem Hintergrund gesehen erstaunlich, wie gegenwärtig gerade nördlich und südlich von Israel die islamische Welt in Aufruhr ist. Noch ist nicht wirklich klar abzusehen, wer genau mit dem König des Nordens und mit dem König des Südens gemeint ist, doch militärisch gesehen sind die Türkei im Norden und Ägypten im Süden die stärksten Mächte. Im gegenwärtigen Kampf geht es eigentlich um die Vormachtstellung in der islamischen Welt, die jahrhundertelang in den Händen der Türken war, aber auch lange in den Händen der Ägypter.

 

Den nächsten Versen (ab Vers 40) entnehmen wir, dass der König des Nordens in den Auseinandersetzungen die Oberhand gewin-nen und in die Länder des Nahen Ostens einfallen wird. Nament-lich werden dabei Ägypten, Jordanien (Edom, Moab und Ammon) und das Land der Zierde (= Israel) genannt. Dann werden sich noch weitere Mächte in den Konflikt einmischen, wahrscheinlich auch Russland, wie es gegenwärtig schon in Syrien geschieht. (Vers 44) Für Israel wird dann die schlimmste Zeit anbrechen, nämlich die „Zeit der Drangsal.“ (Dan. 12,1; Matth. 24, 15f)“

Darum: „Erhebt eure Häupter, weil eure Erlösung naht!“ 

GM 

34. Jesu Tod, seine Auferstehung, Himmelfahrt und Pfingsten 

 Jesu Tod und die Folgen

 Jesus starb anders, als alle Menschen sterben. Wir müssen sterben, weil wir den Tod verdient haben (Hebr. 9, 27; Röm. 6, 23); Jesus ging freiwillig in den Tod; sein Tod war ein Opfertod. Er gab sein Leben als Sühnopfer. Er sagt selbst: „Darum liebt mich mein Vater, weil ich mein Leben lasse, damit ich es wieder nehme. Niemand nimmt es von mir, sondern ich lasse es von mir aus. Ich habe Vollmacht, es zu lassen, und habe Vollmacht, es wieder zu nehmen. Diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen.“ (Joh. 10, 17- 18)

Jesus besiegte im Tod  den Tod. (1. Kor. 15, 54f) „Wie nun durch die Übertretung des Einen (Adams) die Verurteilung für alle Menschen kam, so kommt auch durch die Gerechtigkeit des Einen (Jesus) für alle Menschen die Rechtfertigung, die (ewiges) Leben gibt.“ (Röm. 5, 18)

Jesus besiegte auch die Sünde, die Ursache des Todes. Die Sünde ist universal (Röm. 3, 10- 12); sie kam durch Adam in die Welt. Die Sünde ist wie ein Splitter im Fleisch: Der Splitter muss raus, dann heilt die Wunde. Der Splitter verursacht Eiter und stört den Blutkreislauf im Leib. Und die Sünde verursacht geistige und körperliche Schäden.    Jesus hat durch seinen Tod am Kreuz  die Sünde und den Tod besiegt, eliminiert, aufgehoben und beseitigt. Darum sagt die Bibel auch: „Nun aber ist er einmal offenbar geworden in der Vollendung der Weltzeiten zur Aufhebung der Sünde durch das Opfer seiner selbst.“ (Hebr. 9, 26b)

Darum kann auch in den Himmel  keine Sünde hinein, und der Tod wird nicht mehr sein, und keinen Fluch wird es dort geben, (Offb. 21, 4. 27) und keine Nacht wird dort sein. (Offb. 22, 3- 5)

 

Jesu Auferstehung und die Folgen 

Die Auferstehung Jesu kann nicht von seinem Kreuzestod getrennt werden und der Tod nicht von seiner Auferstehung. Beide Ereignisse zusammen bilden das Erlösungswerk Jesu Christi. Viele Aussagen Jesu weisen darauf hin, zum Beispiel: Matth. 16, 21; 17, 22- 23; Mk. 8, 31; 9, 31; Luk. 24, 26; Joh. 10, 17- 18. Jesu Auferstehung  ist die Bestätigung des Erlösungswerkes, auch eine Garantie der Auferstehung aller Gläubigen und ein Weiterleben nach dem Tode. Christus ist der Erstling der Entschlafenen oder der Erstgeborene aus den Toten. ( Offb. 1, 5) 

Viele zweifeln an der Tatsache der Auferstehung Jesu von den Toten. Den Zweiflern würde es nichts nützen, wenn jemand aus den Toten auferstehen und zu ihnen hingehen würde, um sie zu warnen. Denn sie glauben weder den Worten der Propheten, noch den Worten Jesu. (Luk. 16, 27f) Genügt es ihnen nicht, dass Jesus auferstanden ist und Erlösung und ewiges Leben erworben hat? Und dass er zu den Jüngern sagte: "Ich lebe, und ihr sollt auch leben!"

Genügt es  nicht, dass der Auferstandene den Jüngern und danach mehr als 500 Brüdern auf einmal erschienen ist (1. Kor. 15, 5. 6)?

Der Apostel sagt: "Wenn es wirklich keine Auferstehung der Toten gibt, so ist auch Christus nicht auferstanden! Wenn aber Christus nicht auferstanden ist, so ist unsere Verkündigung vergeblich, und vergeblich auch euer Glaube!" (1. Kor. 15, 13- 14)

Und triumphierend sagt er: "Nun aber ist Christus aus den Toten auferweckt! Er ist der Erstling der Entschlafenen geworden." (Vers 20)

Der Triumphruf des Paulus verhallt im Lärm der Gottlosen und im Nebel der Ungläubigen, nicht aber bei uns, den Gläubigen. Manche Leute machen sich Gedanken über die Beschaffenheit des Leibes nach der Auferstehung.  "Du Gedankenloser, was du säst, wird nicht lebendig, wenn es nicht stirbt! Und was du säst, das ist ja nicht der Leib, der werden soll, sondern ein bloßes Korn... Gott aber gibt ihm einen Leib, wie er es gewollt hat, und zwar jedem Samen seinen besonderen Leib. Und es gibt himmlische Körper und irdische Körper; aber anders ist der Glanz der Himmelskörper, anders der der irdischen." (Verse 36- 38. 40)

Dann weist Paulus auf die Vergänglichkeit der irdischen Körper und auf die Unvergäng-lichkeit der himmlischen Körper hin und sagt: "So ist es auch mit der Auferstehung der Toten: Es wird gesät in Verweslichkeit und wird auferweckt in Unverweslichkeit; es wird gesät in Unehre und wird auferweckt in Herrlichkeit; es wird gesät in Schwachheit und wird auferweckt in Kraft; es wird gesät ein natürlicher Leib, und es wird auferweckt ein geistlicher Leib. Es gibt einen natürlichen Leib, und es gibt einen geistlichen Leib." (Verse 42- 44)

Er erläutert es mit drei Bildern aus der Natur, nämlich aus der Pflanzenwelt, dem Fleisch und der Himmelskörper, um  den Auferstehungsleib verständlich zu machen. Es wird ein geistlicher Leib sein, frei von jeglicher Art der Verwesung, von Unehre und von Schwachheit des natürlichen Leibes. (1. Kor. 15, 37- 44) Vielleicht hilft dies unserem geistlichen Verständnis etwas. Wir wollen doch nicht als "Gedankenlose" dastehen. Paulus spricht von dem Irdischen (Adam) und von dem Himmlischen (Jesus). Dann sagt er: "Und wie wir getragen haben das Bild des Irdischen, so werden wir auch das Bild des Himmlischen tragen." (Vers 50)

Bei der Auferweckung des Lazarus’ sprach Jesus zu Martha: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt; und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird in Ewigkeit nicht sterben. Glaubst du das?“ (Joh. 11, 25- 26)

Alle Verstorbenen wird Jesus einmal aus den Gräbern rufen; Er sagt es selbst: "Verwundert euch nicht darüber! Denn es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören werden, und sie werden hervorgehen: die das Gute getan haben, zur Auferstehung des Lebens; die aber das Böse getan haben, zur Auferstehung des Gerichts." (Joh. 5, 28- 29)

 

 Jesus erscheint seinen Jüngern

Nach seiner Auferstehung ist Jesus den Jüngern erschienen und redete zu ihnen über das Reich Gottes.  Er ging durch verschlossene Türen zu seinen Jüngern, sprach mit ihnen und zeigte ihnen seine durchbohrten Hände und seine Seite, weil sie vor Erstarrung nicht glauben konnten, was sie sahen. (Joh. 20, 20) Diese Tatsache gibt natürlich vielen Menschen, auch Theologen, Anlass zu Spekulationen. Hatte Jesus nach seiner Auferstehung einen Leib aus Fleisch und Blut, oder einen "Geistleib?" Schließlich aß er auch vor ihren Augen mit ihnen Brot und Fisch. Zweimal sprach er: "Friede sei mit euch!"

Beim zweiten Mal fügte er hinzu: "Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Dann hauchte er sie an und sprach zu ihnen: "Empfangt Heiligen Geist! Welchen ihr  die Sün-den vergebt, denen sind sie vergeben; welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten." (V.22

Jesus hatte allezeit Vollmacht vom Vater, und er teilte die Vollmacht auch den Jüngern mit.  Nun, nach der Auferstehung, tat er etwas Besonderes: Er hauchte sie an! Er gab ihnen Heiligen Geist schon vor Pfingsten, denn er war ja voll Heiligen Geistes. Er gab ihnen Vollmacht, denn er hatte ja Vollmacht. Thomas fehlte im Kreise der Jünger, als Jesus  erschienen war. Ich weiß es nicht, ob Jesus nur deswegen nach acht Tagen ein zweites Mal den Jüngern erschien. Thomas wollte es nicht glauben, was die Jünger ihm sagten und knüpfte seinen Glauben an eine Bedingung. Die Liebe Jesu reichte auch für den zweifelnden Thomas aus. Jesus ging direkt auf ihn zu und überführte ihn durch Taten und sagte: "Sei nicht ungläubig, sondern gläubig!"

Thomas war überwältigt und antwortete: "Mein Herr und mein Gott!"

Vor seiner Himmelfahrt kündigte Jesus die Sendung des verheißenen Heiligen Geistes an. „Er gebot ihnen, nicht von Jerusalem zu weichen, sondern die Verheißung des Vaters abzuwarten…, denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit dem Heiligen Geist getauft werden nicht lange nach diesen Tagen.“ (Apg. 1, 4- 5) 

An anderer stelle sagt er: „Es ist gut für euch, dass ich hingehe; denn wenn ich nicht hingehe, so kommt der Beistand nicht zu euch. Wenn ich aber hingegangen bin, will ich ihn zu euch senden.“ (Joh 16, 7)

Jesus wusste, dass seine Jünger die Kraft des Heiligen Geistes zum Zeugendienst bitter nötig haben (Apg. 1, 8). Ohne die Kraftausrüstung von oben ist unser Zeugendienst zu schwach, zu lässig, auch zu nachlässig, nicht durchdringend.  Da stoßen wir schnell an unsere Grenzen.

 

Christi Himmelfahrt und die Folgen

 Vom Ölberg ist Jesus aufgefahren, auf den Ölberg wird er seine Füße setzen, wenn er zur Erlösung seines Volkes Israel erscheinen wird. (Sach. 14, 4) Nachdem er alles zur Erlösung getan und alles seinen Jüngern gesagt hatte, „wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf von ihren Augen weg.“(Apg. 1, 9)

Die Jünger trauten ihren Augen nicht, sie schauten zum Himmel, bis ihnen zwei Engel erschienen, die sprachen: „Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr hier und seht zum Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg in den Himmel aufgenommen ist, wird in derselben Weise wie-derkommen, wie ihr ihn habt in den Himmel auffahren sehen!“ Apg. 1, 11)

Von Hennoch und von Elia wissen wir, dass sie entrückt wurden. Die Gläubigen werden auch entrückt werden, wenn Jesus erscheint, um sie heimzuholen. (1. Thess. 4, 13- 18) Was nach Christi Himmelfahrt folgte, ist phantastisch und herrlich, segensreich für alle Menschen, nämlich die Ausgießung des Heiligen Geistes.

 

Pfingsten und die Folgen

 Petrus zitiert in der Pfingstpredigt den Propheten Joel und sagt: „Und es soll geschehen: Jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird errettet werden.“ Er fügt dann hinzu: „Ihr Männer von Israel, hört diese Worte: Jesus, den Nazarener, einen Mann, der von Gott euch gegenüber beglaubigt wurde durch Kräfte und Wunder und Zeichen, die Gott durch ihn in eurer Mitte wirkte, wie ihr selbst wisst, diesen, der nach Gottes festgesetzten Ratschluss und Vorsehung dahingegeben worden war, habt ihr genommen und durch die Hände der Gesetzlosen ans Kreuz geschlagen und getötet. Ihn hat Gott auferweckt, indem er die Wehen des Todes auflöste, weil es ja unmöglich war, dass er von ihm festgehalten würde.“ (Apg. 2, 21- 24)

Dann erinnert er seine Zuhörer an eine Weissagung Davids: „Ich habe den Herrn allezeit vor Augen; weil er zu meiner Rechten ist, wanke ich nicht. Darum freut sich mein Herz und meine Seele frohlockt; auch mein Fleisch wird sicher ruhen, denn Du wirst meine Seele nicht dem Totenreich preisgeben und wirst nicht zulassen, dass dein Heiliger die Verwesung sieht. Du wirst mir den Weg des Lebens zeigen!“ (Ps. 16, 8-10)

Jesus ist ein Nachkomme Davids. David wusste von der Auferstehung Jesu und zeugte davon. Und Jesaja spricht vom kommenden Königreich Jesu auf dem Thron Davids: „Die Mehrung der Herrschaft und der Friede werden kein Ende haben auf dem Thron Davids und über seinem Königreich…“ (Jes. 9, 6a)

Petrus betont die Auferstehung Jesu in seiner Predigt an Pfingsten und sagt: „Diesen Jesus hat Gott auferweckt; dafür sind wir alle Zeugen... Als sie aber das hörten, drang es ihnen durchs Herz!"

Es drang und drang und drang, bis es aus ihrem Munde heraussprudelte: "Was sollen wir tun, ihr Männer und Brüder?"

Dieser Drang  im Herzen der Zuhörer ist heute weitgehend Fehlanzeige. Das muss doch einen Grund haben, dass Gottes Wort die Herzen nicht mehr erreicht. Viele Herzen bleiben unbewegt, kühl, sogar verschlossen. Diesen Drang zur Bekehrung kann nur der Heilige Geist bewirken. Wenn der Heilige Geist mächtig gegenwärtig ist wie an Pfingsten,  ist es für jeden Prediger ein-fach, den Leuten von der Bibel her zu sagen, was sie tun sollen. Petrus sagte ihnen, was sie tun sollen:

"Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden; so werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen." (Apg. 2, 37- 38)

Das Feuer, das Jesus gekommen ist anzuzünden, brannte in den Herzen der Jünger. Das spürten alle Anwesenden. Nicht nur ein Waldbrand, sondern jedes Feuer hat die Eigenschaft alles in seiner Nähe zu verzehren. Es sprang schnell über auf die Zuhörer. In allen Herzen brannte es. Ein Brennen in den Herzen der Gläubigen löst eben einen großen Flächenbrand aus. Es war das Feuer vom Himmel, das allen menschlichen Egoismus, alle Ichbezogenheit, alle Angst und Schüchternheit besiegte und verbannte. Dann wurden die Jünger Jesu freimütig und bezeugten die Auferstehung Jesu mit großer Kraft und mit nachfolgenden Zeichen und Wundern. Dann verherrlichte man Gott in neuen Zungen, dann brachen alle Dämme der Eigentumsrechte, dann teilte man alle Güte an jedermann, der es nötig hatte.

Drei Tage nach der Kreuzigung folgte Jesu Auferstehung, vierzig Tage später seine Himmelfahrt, und weitere zehn Tage später die Ausgießung des Heiligen Geistes an Pfingsten. Das alles muss man im Zusammenhang sehen, will man die große Bedeutung des Erlösungswerkes Jesu recht verstehen. Das jüdische „Wochenfest“ (2. Mo. 34, 22; 5. Mo. 16, 9- 11), auch das „Fest der Ernte“ (2. Mo. 23, 16) oder „Tag der Erstlingsfrüchte“ (4. Mo. 28, 26) fiel genau auf den 50. Tag nach dem Passahfest. Das christliche Pfingstfest fiel also auf den gleichen Tag wie das jüdische Wochenfest. Durch die Ausgießung des Heiligen Geistes an Pfingsten und die Entstehung der ersten Gemeinde wurde das Fest der Juden zu einem Fest der Christen aus Heiden und Juden. Das ist besser zu verstehen durch Paulus’ Worte im Epheserbrief: „Denn Er ist unser Friede, der aus beiden eins gemacht und die Scheidewand des Zaunes abgebrochen hat, indem Er in seinem Fleisch die Feindschaft, das Gesetz der Gebote in Satzungen, hinwegtat, um die zwei in sich selbst zu einem neuen Menschen zu schaffen und Frieden zu stiften, und um die beiden in einem Leib mit Gott zu versöhnen durch das Kreuz.“ (Eph. 2, 14- 16)

So hat Gott Juden und Heiden mit Gott versöhnt und eins gemacht durch das Kreuz Jesu Christi. Durch Ihn haben wir beide den Zutritt zu dem Vater in einem Geist.

Und auch der folgende Bibelvers ist ein wichtiger Teil der Predigt des Petrus: „Nachdem er nun zur Rechten Gottes erhöht worden ist und die Verheißung des Heiligen Geistes empfangen hat von dem Vater, hat er dies ausgegossen, was ihr jetzt seht und hört.“ (Apg. 2, 33)

Pfingsten war erst der Anfang der Geschichte der Apostel und der Gemeinde Jesu. Dieser Anfang findet seine Fortsetzung bis in unsere Zeit.

Möge der Herr uns eine neue Ausgießung des Heiligen Geistes schenken!

GM

 

 

33. Gottes Kraft und Weisheit im Kreuz

Das Wort vom Kreuz – eine Gotteskraft

Das Wort vom Kreuz steht im Mittelpunkt der Betrachtung des Paulus’ im 1. Korintherbrief, Kapitel eins. Die Botschaft von dem gekreuzigten Christus war damals und ist bis heute den Juden, die ein Zeichen forderten, ein Ärgernis, und den Griechen, die Weisheit verlangten, eine Torheit. Paulus sagt es klipp und klar, wem das Wort vom Kreuz eine Torheit ist, und wem es eine Gotteskraft ist. „Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verlorengehen; uns aber, die wir gerettet werden, ist es eine Gotteskraft.“ (1. Kor. 1, 18) Im Vers zuvor sagt Paulus, dass er gesandt ist, das Evangelium zu verkündigen, und zwar nicht in Redeweisheit, damit nicht das Kreuz des Christus entkräftet wird. Nun wissen wir auch, wieso heute die Botschaft vom Kreuz geschwächt oder ganz entkräftet die Zuhörer erreicht. Weil viele Prediger heute „in Redeweisheit und in überredenden Worten menschlicher Weisheit“ auftreten, und nicht in Erweisung des Geistes und der Kraft.“ (1. Kor. 2, 4)

Die Salbung des Heiligen Geistes ist durch nichts zu ersetzen, aber dringend notwendig. Viele Pastoren haben einen Predigerausweis, aber nur wenige haben den Ausweis des Geistes und der Kraft. „Denen aber, die berufen sind, sowohl Juden als auch Griechen, verkündigen wir Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit.“ (1. Kor. 1, 24)

Verkündige du Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit, in Erweisung des Geistes und der Kraft und nicht in Redeweisheit, damit nicht das Kreuz, der Hauptgegenstand der Erlösung, entkräftet werde! Die Übertretung des Gesetzes und die Ungerechtigkeit fordern Gottes Zorn heraus, die Selbstgerechtigkeit der Juden fordert Gottes Gericht heraus; aber die Gerechtigkeit Jesu Christi sühnt Gottes Zorn, weil Jesus das Gericht auf sich nahm. Somit fordert die Gerechtigkeit Gottes den Glauben Jesu, den Glauben an und in ihn. Ohne diesen Glauben ist es unmöglich, Gott zu gefallen. Das Kreuz von Golgatha oder der Glaube an den Gekreuzigten und Auferstandenen ist eine Herausforderung und die dringlichste Aufgabe für alle Menschen. Das Wort vom Kreuz ist eine Gotteskraft. Diese können wir nicht entbehren.

 

Die Weisheit in Person

Die Weisheit ruft die Menschen zur Umkehr auf (Spr. 1, 20- 33). Jesus ist die Weisheit in Person. Christus der Gekreuzigte ist der Inbegriff aller Weisheit. Salomo weist auf Jesus hin (Spr. 8, 22- 36). Und Gottes Kraft ist durch Christus und in ihm erfahrbar. (Apg. 3, 6, 1. Kor. 1, 24, Mk. 5, 30) In Christus sind alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis verborgen. (Kol 2, 3) Alle Knie müssen sich einmal vor Christus, dem Gekreuzigten und Auferstandenen beugen. Wer sich jetzt schon vor ihm beugt, wäre er auch töricht und gering, so ist er doch weiser als die Weisen dieser Welt. Jesus ist uns von Gott zur Weisheit gemacht, zur Gerechtigkeit, zur Heiligung und zur Erlösung, damit (es geschehe), wie geschrieben steht: „Wer sich rühmen will, der rühme sich des Herrn!“ (1. Kor. 1, 30-31)

„Wir reden Gottes Weisheit im Geheimnis, die verborgene, die Gott vor den Weltzeiten zu unserer Herrlichkeit vorherbestimmt hat.“ (1. Kor. 2, 7)

Nicht nur Paulus macht den Unterschied der Weisheit dieser Weltzeit und der Weisheit Gottes deutlich, sondern die ganze Bibel. Der natürliche Mensch kann weder geistliche Werte erkennen, noch die Weisheit Gottes. Uns aber hat es Gott geoffenbart durch seinen Geist“, der in uns wohnt. Niemand kennt die Gedanken Gottes, als nur der Geist Gottes. Paulus sagt weiter: Wir aber haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist, der aus Gott ist, so dass wir wissen können, was uns von Gott geschenkt ist; und davon reden wir auch, nicht in Worten, die von menschlicher Weisheit gelehrt sind, sondern in solchen, die vom Heiligen Geist gelehrt sind.“ (1. Kor. 2, 12- 13)

 

Mit Christus eins gemacht

Im Kreuz Christi ist unser alter Mensch gekreuzigt, damit der „Körper der Sünde“ unwirksam gemacht werde und der Sünde nicht mehr dienen muss. Wir sind durch die Taufe in seinen Tod hineingetauft worden. Paulus sagt: „Wir sind also mit ihm begraben worden durch die Taufe in den Tod, damit, gleichwie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters aus den Toten auferweckt worden ist, so auch wir in einem neuen Leben wandeln. Denn wenn wir mit ihm eins gemacht und ihm gleich geworden sind in seinem Tod, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein.“ (Röm. 6, 4- 5)

Mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod und mit ihm auferweckt zu einem neuen Leben sind wir mit ihm eins gemacht und ihm gleich geworden in seinem Tod und auch in der Auferstehung. Das bedeutet „in Christus“ zu sein. Gerecht können wir nicht sein ohne Heiligung, und heilig können wir nicht sein ohne Rechtfertigung. Die Schrift sagt: „Denn er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zum Sündopfer gemacht, damit wir in ihm zur Gerechtigkeit Gottes würden.“ (2. Kor. 5, 21)

Durch die Opferung des Leibes Jesu Christi sind wir ein für allemal geheiligt. (Hebr. 10, 10) „…wir wissen, dass Christus, aus den Toten auferweckt, nicht mehr stirbt; der Tod herrscht nicht mehr über ihn. Denn was er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben, ein für allemal; was er aber lebt, das lebt er für Gott.“ (Röm. 6, 9- 10)

 

Werkzeuge der Gerechtigkeit

So sind auch wir der Sünde gestorben und zu einem neuen Leben für Gott auferweckt worden. „Haltet euch dafür, dass ihr für die Sünde tot seid, aber für Gott lebt in Christus Jesus, unserem Herrn!“ (V. 11)

Die Sünde soll nicht herrschen in unserem Leben; Christus soll herrschen! Darum lasst uns Gottes Wort beherzigen und tun: Gebt euch selbst Gott hin als solche, die lebendig geworden sind aus den Toten, und eure Glieder Gott als Werkzeuge der Gerechtigkeit!“ (Röm. 6, 13b)

In Christus sind wir auch mit dem Vater verbunden, ohne ihn nicht. Mit Christus eins gemacht kann Gott uns als Werkzeuge der Gerechtigkeit gebrauchen und in seinem Reich einsetzen, die wir zuvor unsere Glieder in den Dienst der Unreinheit und Gesetzlosigkeit gestellt hatten. Wir wollen uns nicht abermals als Knechte der Sünde dem Ungehorsam hingeben. Von der Sünde hat Jesus uns freigekauft und erlöst. „So stellt jetzt eure Glieder in den Dienst der Gerechtigkeit zur Heiligung.“ (Röm. 6, 19b)

Einst waren wir geistlich tot in Übertretungen und Sünden. Gott aber „hat uns, die wir tot waren durch die Übertretungen, mit dem Christus lebendig gemacht, aus Gnade seid ihr errettet, und hat uns mitauferweckt und mitversetzt in die himmlischen Regionen in Christus Jesus.“ (Eph. 2, 6)

 

Wo sind die Hirten?

Man kann dem Geiste Gottes nicht vorschreiben, wie und wann er zu wirken hat.  „Der Wind weht, wo er will, und du hörst sein Sausen; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht. So ist jeder, der aus dem Geist geboren ist.“ (Joh. 3, 8)

In vielen Gemeinden ist der Gottesdienstablauf festgelegt, so fest dass  niemand dran rütteln kann, nicht einmal Gott. Gesunde biblische Lehre fehlt in der Gemeinde. Sie wird mit lustigen Anekdoten und Vorführungen ersetzt, die Lachsalven hervorrufen. Man macht das wohl deshalb, weil den meisten die Freude am Herrn fehlt oder verloren ging.   Das Volk muss sich  dieser „Gottesdienstordnung“ fügen. Das ist traurig. Statt mit der Bibel unter dem Arm kommen viele Leute mit der Cola- Flasche und mit dem Handy in die Versammlung. Wo die Gottesfurcht fehlt,  ist der Verstand meistens ausgeschaltet und das Handy eingeschaltet. Weil das sogenannte „Anbetungs- Team“ zu lange und zu häufig denselben Chorus singt und spielt, muss die Predigt kurz gefasst sein. So kann der geistliche Hunger  nicht gestillt und gesunde geistliche Gemeinde nicht gebaut werden. Man bewegt die Lippen und den Körper, das Herz blieb unbewegt. Das  Herz der Emmausjünger brannte, als sie eine Begegnung mit dem Auferstandenen hatten. Wo jedoch kein Feuer ist, kann nichts brennen. Daran können auch die Eindrücke, meist von Frauen vorgetragen und vielerorts als Weissagung den Leuten verkauft, nichts ändern. Das Spielchen macht der Heilige Geist nicht mit. Er zieht sich zurück. Die Bibel sagt: „Und betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes, mit dem ihr versiegelt worden seid für den Tag der Erlösung.“ (Eph. 4, 30)

Die Gebetsstunden hat man abgeschafft, die Tanzstunden eingeführt. Solange man das nicht ändert, bleibt der geistliche Notstand bestehen. Die Besucher bleiben unberührt, unbewegt und ungestraft. Paulus spricht von Geisteswirkungen und von einer geistlichen Gemeindeordnung im ersten Korintherbrief: „Wenn nun die ganze Gemeinde am selben Ort zusammenkäme, und alle würden in Sprachen reden, und es kämen Unkundige oder Ungläubige herein, würden sie nicht sagen, dass ihr von Sinnen seid? Wenn aber alle weissagten und es käme ein Ungläubiger oder Unkundiger herein, so würde er von allen überführt, von allen erforscht; und so würde das Verborgene seines Herzens offenbar, und so würde er auf sein Angesicht fallen und Gott anbeten und bekennen, dass Gott wahrhaftig in euch ist.“ (1. Kor. 14, 23- 25)

Engel observieren den Gottesdienst; und der Himmel ist betrübt über die Entgleisungen der Gemeinde. „…denn wir sind der Welt ein Schauspiel geworden, sowohl Engeln als auch Menschen.“ (1. Kor. 4, 9b)

Christen sollten zusammenstehen, zusammen beten und zusammen singen und Gottes Wort betrachten, unabhängig von Stand, Nationalität oder Hautfarbe. Das alles geht auch ohne Vorsänger und ohne Vorbeter, aber nicht ohne den Heiligen Geist.  

 

Ich wusste nicht, dass Gott an diesem Ort war

 Wenn jemand nicht „von neuem geboren“ wird, so kann er das Reich Gottes weder sehen noch hineinkommen. (Joh. 3, 3- 5; 1. Joh. 5, 18f) Was aber nicht aus Gott geboren ist, was noch weise und stark und gerecht ist in sich selbst,  was mächtig und edel ist nach dem Fleisch ist und dem Kreuz aus dem Weg geht, das muss „durch Zerbruch gebeugt“ werden. Als Jakob vor seinem Bruder Esau fliehen musste und in Haran übernachtete, war ihm der Herr in einem Traumgesicht erschienen. Als er dann aufwachte, sprach er: „Fürwahr, der Herr ist an diesem Ort, und ich wusste es nicht…“

Jakob hatte beides: Furcht vor seinem Bruder und Ehrfurcht vor Gott. Er war innerlich zerschlagen; solchen ist Gott nahe. Auf sie schaut er herab, bei ihnen wohnt er. (Jes. 57, 15b) Die Gottesfurcht ist aus vielen Herzen, vielen Häusern und aus vielen Gotteshäusern und frommen Veranstaltungen, die man früher Gottesdienste nannte, verschwunden. Jakob sagte: „Ich wusste nicht, dass Gott an diesem Ort war.“ Die Gegenwart Gottes ist nicht von der geographischen Lage abhängig, sondern von  der Herzenseinstellung des Gläubigen. Der hat Gottes Weisheit erfasst, der in Beugung und Zerbruch zu Jesus kommt und ihm die Sünden bekennt. Und der sein Sündenleben in den Tod gegeben hat und mit ihm auferstanden ist zu einem neuen  Leben mit Gott. Wir können gemeinsam um eine neue Ausgießung des Heiligen Geistes beten.  Wir sollten es tun! Wir müssen es tun! Sonst bleibt alles beim Alten.Wenn wir dann das Wehen des Geistes vernehmen  und uns der Gegenwart Gottes  bewusst sind, können wir das Lied anstimmen: „Gott ist gegenwärtig, lasset uns anbeten und in Ehrfurcht vor ihn treten!“

GM 

 

32. Das größte Ereignis der Weltgeschichte

 

1. Der König der Wahrheit vor Gericht

Gott wurde Mensch! Jesus kam in diese Welt, um die Menschen zu retten. Der Hohepriester befragte Jesus über seine Lehre, und Jesus antwortete ihm: „Ich habe öffentlich zur Welt gesprochen. Ich habe allezeit in der Synagoge und in der Weihestätte gelehrt, wo alle Juden zusammenkommen; und ich habe nichts im Verborgenen gesprochen. Warum fragst du mich? Frage die, die alles gehört haben, was ich zu ihnen sprach. Siehe, diese wissen, was ich sagte.“ (Joh. 18, 20. 21, Konk.)

Die Lehre des „Königs der Wahrheit“ ist für alle Menschen gut; nicht alle wollen sie hören. Auch heute gilt: Frage die, die alles gehört oder gelesen haben, was Jesus sagte. Verlass dich nicht auf Menschen, die nur vom Hören- Sagen eine Meinung über Jesus haben, und die die Bibel nie gelesen haben. Es liegt eine große Verantwortung auf denen, die Jesus kennen. Sie müssen ihn bezeugen, und sie können auch gefragt werden über die Lehre Jesu. Wer die Worte des Königs der Wahrheit aufgenommen hat, der kann nicht mehr so weiter leben wie bisher, der muss sein Leben ändern und nach den Worten des Königs der Wahrheit ausrichten. An anderer Stelle im Johannesevangelium weist Jesus darauf hin, dass man seine Worte nicht ablehnen kann, ohne die Konsequenzen zu tragen. Er sagt: „Und wenn jemand meine Worte hört und nicht glaubt, so richte ich ihn nicht; denn ich bin nicht gekommen, um die Welt zu richten, sondern damit ich die Welt rette. Wer mich verwirft und meine Worte nicht annimmt, der hat schon seinen Richter: Das Wort, das ich geredet habe, das wird ihn richten am letzten Tag.“ (Joh. 12, 47. 48)

 

2. Das Gericht am großen weißen Thron

Im Gericht am großen weißen Thron werden die Taten der Menschen den Worten Jesu gegenübergestellt werden. (Offb. 20, 11- 15) Jesu Worte sind die Worte Gottes. (Joh. 12, 49. 50) Der Glaube an Gott ist noch nicht der Glaube an Jesus; aber der Glaube an Jesus ist der Glaube an Gott. (Joh. 12, 44; 14, 9. 10) Gott ruft die Menschen überall vermehrt zur Umkehr auf! Warum? „Weil er einen Tag festgesetzt hat, an dem er den Erdkreis in Gerechtigkeit richten wird durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat und den er für alle beglaubigte, indem er ihn aus den Toten auferweckt hat.“ (Apg. 17, 31)

Jesus ist dieser Mann. Gott hat ihm alles Gericht übergeben. Petrus sagt: „Er hat uns geboten, dem Volk zu verkündigen und zu bezeugen, dass er der von Gott bestimmte Richter der Lebendigen und der Toten ist.“ (Apg. 10, 42)

Der Prophet Daniel sagt: „Ich sah in den Nachtgesichten, und siehe, es kam einer mit den Wolken des Himmels, gleich einem Sohn des Menschen; und er gelangte bis zu dem Hochbetagten und wurde vor ihn gebracht. Und ihm wurde Herrschaft, Ehre und Königtum verliehen, und sein Königtum wird nie zugrunde gehen.“(Dan. 7, 13. 14)

Alle Knie müssen sich vor ihm beugen, und alle Zungen müssen bekennen, dass Jesus Christus der Herr ist. Alle Könige, Herrscher und Richter dieser Welt werden einmal vor dem Richterstuhl Jesu stehen. Zu diesem Gericht werden die Toten auferstehen müssen. (vergleiche: Joh. 5, 28. 29) Der König der Wahrheit ist der König aller Könige (Rex regum). Sein Königreich wird ewig bestehen. Und nun steht dieser König vor einem menschlichen Tribunal (Richterstuhl)? Das ist unfassbar! Können Menschen so blind sein?

 

3. Gekreuzigt unter Pontius Pilatus

Man führte Jesus zuerst zu Hannas, dann zu Kaiphas, und dann in das Prätorium. Die Obersten der Juden haben es geschafft, Jesus vor Gericht zu bringen. Der zukünftige Weltenrichter und König in Ewigkeit soll von sündhaften, sterblichen Menschen gerichtet wer-den, der Sündlose von den Sündern! Er hat auch schon von den Sündern Widerspruch gegen sich erduldet. (Hebr. 12, 3)

Pilatus ging ins Prätorium hinein, ließ Jesus vorführen und fragte ihn: „Bist du der König der Juden?“ Jesus antwortete ihm mit einer Gegenfrage: „Redest du das von dir selbst aus, oder haben es dir andere von mir gesagt?“ (Joh. 18, 33. 34)

Damit hatte Pilatus nicht gerechnet. Er war überrascht; seine Stellung als Richter war in Frage gestellt. Aus dem Verhörer wurde ein Verhörter. In vielen Menschen verbirgt sich ein „Pilatus“, ein Richter, einer, der auf das Geschrei der Masse hört und nach menschlichen Kriterien urteilt und den König der Wahrheit nicht wahrnimmt, obwohl er ganz nahe bei ihm steht. Pilatus reagiert empört: „Bin ich denn ein Jude? Dein Volk und die obersten Juden haben dich mir ausgeliefert! Was hast du getan?“ (Vers 35)

Jesu Antwort: Mein Reich (Königsherrschaft) ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, so hätten meine Diener gekämpft, damit ich den Juden nicht ausgeliefert würde.“

Diese Antwort kam unerwartet für Pilatus, wie auch alle anderen Antworten Jesu. Pilatus kannte nur die menschliche und die unmenschliche Welt, nicht aber die göttliche. Er sprach: „Du bist also doch ein König?“ Jesus antwortete: „Du sagst es; ich bin ein König. Ich bin dazu geboren; und dazu in die Welt gekommen, dass ich der Wahrheit Zeugnis gebe; jeder, der aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme.“ (V. 36. 37)

Pilatus entgegnete ganz lapidar: „Was ist Wahrheit?“ Wahrheit und Gerechtigkeit sind Fremdwörter geworden in unserer Zeit. „Nein, Gerechtigkeit gibt es nicht“, sagte ein Richter zu einem Pastor, „wer glaubwürdige Erklärungen und Zeugen in einem Gerichtsverfahren liefern kann, der hat Aussicht darauf, dass der Prozess zu seinen Gunsten entschieden wird.“

Falsche Zeugen haben damals gegen Jesus ausgesagt. Heute schreckt man auch vor einem Meineid nicht zurück. Pilatus wusch seine Hände in Unschuld, ging hinaus und sprach zu den Juden: Ich finde keine Schuld an ihm!

Dennoch ließ er Jesus kreuzigen. Das Volk drängte ihn dazu. Sie schrien für die Freilassung des Barabbas. Barabbas aber war ein Mörder. Pilatus trieb sein Spiel mit Jesus. Die Kriegsknechte flochten eine Krone aus Dornen, setzten sie Jesus auf das Haupt, legten ihm einen Purpurmantel um, verspotteten ihn und schlugen ihn ins Gesicht. Dann ging Pilatus hinaus zu den Juden und sprach: Seht, welch ein Mensch! Die Diener schrien: „Kreuzige, kreuzige ihn!“ Pilatus spricht zu ihnen: „Euren König soll ich kreuzigen?“

Die Priester sprachen: „Wir haben keinen König als nur den Kaiser!“ Dann wurde Jesus weggeführt. „Und er trug sein Kreuz und ging hinaus zur sogenannten Schädelstätte, die auf hebräisch Golgatha heißt.“ (Joh. 19, 17) Die Frage des Pilatus’ „Was hat er denn Übles getan?“ bleibt für immer unbeantwortet. Er hat nichts Übles getan, nur Gutes. Er hat für die Übeltäter gebetet, als er am Kreuze hing. Er ist mit Übeltätern gekreuzigt worden. (Mk. 15, 14. 28)

 

4. Die Sonne verlor ihren Schein

Vor den Augen der Weltöffentlichkeit wurde der Schöpfer der Welten gekreuzigt. Es geschah auf Golgatha in Jerusalem. Das Totenreich erzitterte als Jesus am Kreuz ausrief: „Eli, Eli, lama sabachtani = Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“

Als Johann Sebastian Bach bei seiner Komposition der Matthäus- Passion an diese Stelle der Kreuzigungsgeschichte kam, rief er ganz erschüttert aus: „Gott von Gott verlassen – wer kann das fassen?“ Die Worte Jesu drangen durch das Weltall und ließen die Gestirne erzittern. Sie konnten es nicht mit ansehen: Die Sonne verlor ihren Schein, und eine Finsternis bedeckte am helllichten Tag für drei Stunden das ganze Land! Das kannte Jesus nicht, dass sich sein Vater von dem geliebten Sohn, der dem Vater allezeit gehorsam war, abwendet. Doch dies eine Mal musste es sein. Aus Liebe zu uns musste der Vater seinen geliebten Sohn am Kreuz sterben lassen. Er würde ihn ja am dritten Tag vom Tod auferwecken.

Der Vorhang im Tempel zerriss von oben bis unten. Damit wurde der Zugang zum Allerheiligsten  für jedermann frei. Alle Gläubigen können nun ins Heiligtum treten. (Hebr. 10, 19- 22) Jedermann hat nun Zugang zum Thron der Gnade. Die Bibel sagt: "Lasst uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zum Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zu rechtzeitiger Hilfe!" (Hebr. 4, 16)

Gräber taten sich auf und mehr als 500 Tote wurden auferweckt und sind vielen erschienen. Der Hauptmann, der dies alles sah, pries Gott, denn er kam zu der Überzeugung: „Wahrlich, dieser Mensch war gerecht!“ (Luk. 23, 47)

 

5. Er entäußerte und er erniedrigte sich selbst

Als Jesus in der Gestalt Gottes war, „hielt er es nicht wie einen Raub fest, Gott gleich zu sein; sondern er entäußerte sich selbst, nahm die Gestalt eines Knechtes an und wurde wie die Menschen; und in seiner äußeren Erscheinung als ein Mensch erfunden, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod; ja zum Tod am Kreuz.“ (Phil. 2, 6- 8)

Die Menschwerdung Gottes ist etwas Großes. Der ewig Seiende und Allwissende, der Allmächtige und  Wahrhaftige, der Gerechte und Heilige lässt sich herab und kommt auf die Stufe von uns Sterblichen, den Sündern; doch er bleibt dabei ohne Fehl und Tadel. Er durchlebte alle Stufen und die Niedrigkeit der menschlichen Schwächen und  Versuchungen . Doch durch die Kraft des Heiligen Geistes überwand er die Sünde in seinem Leib. Er überwand auch den Tod, denn der Tod konnte ihn, den Gerechten, nicht halten. Er verließ die Herrlichkeit bei Gott, er hielt die Gottgleichheit nicht wie einen Raub fest, sondern nahm die Gestalt eines Knechtes an. Er wurde niedrig und gering, damit wir   erhöht würden, er wurde arm, damit wir  reich würden, er wurde als Mensch für Gott abgesondert, damit auch wir durch ihn und in seiner Kraft  für Gott abgesondert lebten. Er heiligte sich selbst für uns, damit auch wir geheiligt seien. „Darum hat Gott ihn auch über alle Maßen erhöht und ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist.“ (Phil. 2, 9)

Die Erniedrigung Jesu geschah zu deiner und meiner Erhöhung.

 6. Die Schuld ist getilgt

Jesaja ruft die Botschaft der Erlösung für das Volk  der Juden aus: "Tröstet, tröstet mein Volk! spricht euer Gott. Redet zum Herzen Jerusalems, und ruft ihm zu, dass sein Frondienst vollendet, dass seine Schuld abgetragen ist. Denn er hat von der Hand des Herrn das Doppelte empfangen für alle seine Sünden. Eine Stimme ruft: In der Wüste bahnt den Weg des Herrn! Ebnet in der Steppe eine Straße für unseren Gott!" (Jes. 40, 1- 3)

Natürlich spricht Jesaja hier von Jesu Kommen zu unserer Erlösung, und von Johannes, der ein Wegbereiter Jesu war. Der Vers drei weist aber auf eine Straße hin, die tatsächlich von Ägypten nach Syrien gebaut werden wird (siehe: Jesaja 19, 23). Vieles deutet schon heute darauf hin. Jesus wird diese Straße benutzen und Frieden schaffen zwischen den Völkern der Wüstenregion. Die Erlösung am Kreuz von Golgatha ist für alle Menschen erwirkt worden. Das Lamm Gottes trug die Sündenschuld der ganzen Welt. (Joh. 1, 29) 

  Jesu Gehorsam bis hin zum Tod am Kreuz hat sich für uns alle ausgezahlt. Er belastete sich selbst mit der ganzen Hypothek unserer Schuld und hat die Gesamtschuld aller Menschen auf sich genommen; er hat den gegen uns gerichteten Schuldschein zerrissen und für null und nichtig erklärt. Somit gehen wir frei aus. Paulus sagt: „Er hat auch euch, die ihr tot  wart in den Übertretungen… mit ihm lebendig gemacht, indem er euch alle Übertretungen vergab; und er hat die gegen uns gerichtete Schuldschrift ausgelöscht.“ (Kol. 2, 13- 14)

Jesus nahm die Schmach und die Schande des Leidens und den Fluch der Kreuzigung auf sich.  Was wir zu tragen nicht im Stande  waren, das trug er: Unsere Schuld nahm er auf sich.

 7. Er gab sein Leben hin

Jesus ist eine Gabe Gottes an alle Menschen. Er gab sich selbst hin. Ihm gebührt Preis und Dank und Anbetung! „So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn dahingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat.“ (Joh. 3, 16)

Die das Leiden und Sterben Jesu herbeiführten und ihn ans Kreuz nagelten, wussten nicht, was sie taten. Jesus betete für sie: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!“ (Luk. 23, 34)

Viele Menschen töten heute die Gerechten. Sie wissen nicht, was sie tun, und ahnen nicht, welch ein furchtbares Gericht sie erwartet. Jesus gab sein Leben für dich und mich! Es lohnt sich nicht, mutwillig zu sündigen, denn: "Der Lohn der Sünde ist der Tod; aber die Gnadengabe Gottes ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserem Herrn."  (Röm. 6, 23)

Jesus gab sein Leben zur Vergebung unserer Sündenschuld. Paulus schreibt an die Epheser- Gemeinde: "Wandelt in der Liebe, gleichwie auch Christus uns geliebt und sich selbst für uns gegeben hat als Darbringung und Schlachtopfer für Gott, zu einem lieblichen Geruch." (Eph. 5, 2

 8. Die Macht der Finsternis

In Gethsemane kämpfte Jesus den Seelenkampf so heftig, dass sein Schweiß wie Blutstropfen auf die Erde fielen. Er sprach: „Meine Seele ist betrübt bis in den Tod.“

Und zu seinen Häschern: „Dies ist eure Stunde und die Macht der Finsternis.“ (Luk. 22, 53)

 Die Macht der Finsternis konnte den Erlösungsplan Gottes nicht vereiteln. Gott hat die Piäne des Bösen vereitelt und die Macht der Finsternis gebrochen. 

Kein Märtyrertod ist mit dem Opfertod Jesu zu vergleichen. Jesu Tod erwirkt Sühne und Vergebung. „Ihn hat Gott zum Sühnopfer bestimmt, das wirksam wird durch den Glauben an sein Blut..“ (Röm. 3, 25a)

Und so wurde die dunkelste Stunde Jesu zum Licht und zu einem Hoffnungsstrahl für alle Gläubigen. Jesaja sagt: „Er wurde misshandelt, aber er beugte sich und tat seinen Mund nicht auf, wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, und wie ein Schaf, das verstummt vor seinem Scherer und seinen Mund nicht auftut.“ (Jes. 53, 7; Joh. 1, 29)

 Das Gericht, das uns treffen sollte, nahm Jesus auf sich. Er ist in das Totenreich hinabsteigen und hat den Gläubigen des Alten Bundes den Sieg verkündet. Finsternis ist Gericht, sie kam über das ganze Land. Auch damals kam eine Finsternis als Gericht drei Tage lang über Ägypten. (2. Mo. 10, 21- 23) Jesus spricht: „Darin aber besteht das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Werke waren böse. Denn jeder, der Böses tut, hasst das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Werke nicht aufgedeckt werden.“ (Joh. 3, 19. 20)

 „Er hat uns errettet aus der Herrschaft der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich des Sohnes seiner Liebe, in dem wir die Erlösung haben durch sein Blut, die Vergebung der Sünden.“ (Kol. 1, 13. 14)

 9. Des „Herren Tag“ oder "Tag des Herrn"

„Des Herren Tag“ ist ein Tag der Finsternis über eine gottlose Welt. (Amos 5, 20) Der König der Wahrheit, der aus der Wahrheit lebte und für die Wahrheit zeugte und die Lügner entlarvte, der den Fluch von den Sündern weggetan hat, der wurde an ein Fluchholz gehängt. Der „Fürst des Lebens“ musste den Tod schmecken. Der Gerechte wurde zu den Ungerechten gerechnet, der Wohltäter zu den Übeltätern, der Unschuldige zu den Schuldigen. Die Propheten sagen viel über den "Tag des Herrn." (1. Thess. 5, 2) Das ist der Gerichtstag Gottes über eine gottlose Welt. Im Gegensatz dazu lesen wir vom "Tag Jesu Christi." Das ist der Tag der Wiederkunft Jesu. (1. Thess. 4, 16- 18; 1. Kor. 1, 8) 

 GM

 Herzliebster Jesus, was hast du verbrochen,

dass man ein solch scharf Urteil hat gesprochen?

Was ist die Schuld, in was für Missetaten

bist du geraten?

Was ist doch wohl die Ursach’ solcher Plagen?

Ach meine Sünden haben dich geschlagen.

Ich, ach Herr Jesus, habe dies verschuldet,

was du erduldet.

 (Johann Crüger 1640)

 

31. Christus der Erlöser (gr.= lutrotes)

Der Psalmist sagt: „Sie verlassen sich auf ihr Vermögen und prahlen mit ihrem großen Reichtum. Und doch vermag kein Bruder den anderen zu erlösen; er kann Gott das Lösegeld nicht geben – zu teuer ist die Erlösung ihrer Seelen…“ (Ps. 49, 7- 9a)

1. Das Lösegeld- der Kaufpreis der Erlösung

Alles Gold und alles Geld dieser Welt reichen nicht aus, eine Seele vom Tod zu erlösen und zu erretten. Kein Mensch kann den anderen von seiner Schuld und dem göttlichen Gericht loskaufen. Gott suchte eine Lösung und fand einen Erlöser und sandte ihn auf die Erde, um uns zu erlösen. Alle Propheten, beginnend mit Mose, weisen auf ihn hin. Auch Elihu weist im Buch Hiob darauf hin. Er sagt: Wenn es dann für ihn (dem Menschen, der ohne einen Erlöser dem Tode geweiht ist) einen Gesandten gibt, einen Mittler…, so wird er sich über ihn erbarmen und sprechen: „Erlöse ihn, damit er nicht zur Grube hinabfahre; ich habe ein Lösegeld gefunden!“ (Hiob 33, 23. 24)

Jesus kam in die Welt, um uns zu erlösen. „Darum spricht er bei seinem Eintritt in die Welt: „Opfer und Gaben hast du nicht gewollt; einen Leib hast du mir bereitet. „Siehe, ich komme – in der Buchrolle steht von mir geschrieben – um deinen Willen, o Gott, zu tun!“ (Hebr. 10, 5. 7) Aufgrund dieses Willens sind wir geheiligt durch die Opferung des Leibes Jesu Christi, ein für allemal. (V. 10) Jesus ist einmal erschienen „zur Aufhebung der Sünde durch das Opfer seiner selbst. Und so gewiss es den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht, so wird Christus, nachdem er sich einmal zum Opfer dargebracht hat, um die Sünden vieler auf sich zu nehmen, zum zweiten mal denen erscheinen, die auf ihn warten, nicht wegen der Sünde, sondern zum Heil.“ (Hebr. 9, 26b- 28)

Das Lösegeld (gr.= lutron), der Kaufpreis musste bezahlt werden; sonst würden  wir alle unter das Gericht Gottes fallen und hätten die Todesstrafe verdient. (Mk. 10, 45; 1. Petr. 1, 18. 19) Jesus hat den hohen Preis bezahlt und hat uns Gott erkauft mit seinem Blut. (Offb. 5, 9)

„Denn ihr seid teuer erkauft; darum verherrlicht Gott in eurem Leib und in eurem Geist, die Gott gehören!“ (1. Kor. 6, 20) 

Danke Gott und danke Jesus für die Erlösung, und nimm die vollbrachte Erlösung an!

 2. Christus musste Fleisch und Blut annehmen

Niemand von den Menschen und keiner von den Engeln hätte uns erlösen können. Es musste Gottes Sohn sein. Aber dazu musste er Mensch werden und Fleisch und Blut annehmen. Anders wäre Erlösung nicht möglich gewesen.  Gottes Sohn wurde Mensch. Er musste Fleisch und Blut annehmen, um die Sünde im Fleisch zu verurteilen und zu richten. Vor dem Kommen Jesu war das mosaische Gesetz. Es war kraftlos und konnte uns nicht erlösen. Mit Christus kam  das „Gesetz des Geistes des Lebens.“ Daher heißt es auch in der Schrift: „Denn das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus hat mich freigemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes. Denn was dem Gesetz unmöglich war – weil es durch das Fleisch kraftlos war – das tat Gott, indem er seinen Sohn sandte in der gleichen Gestalt wie das Fleisch der Sünde und um der Sünde willen und die Sünde im Fleisch verurteilte, damit die vom Gesetz geforderte Gerechtigkeit in uns erfüllt würde, die wir nicht gemäß dem Fleisch wandeln, sondern gemäß dem Geist.“ (Röm. 8, 2- 4)

Paulus weist die Gemeinde in Rom darauf hin: "Ihr aber seid nicht im Fleisch sondern im Geist, wenn wirklich Gottes Geist in euch wohnt." (Röm. 8, 9a)

 3. Christus musste viele Werke wirken

„Ich muss die Werke dessen wirken, der mich gesandt hat, solange es Tag ist; es kommt die Nacht, da niemand wirken kann.“ (Joh. 9, 4)

Jesus sagt: „Ich muss „die Werke dessen tun, der mich gesandt hat.“ Er hätte doch sagen können: "Ich muss meine Werke tun!" Jesus tat also immer die Werke seines Auftraggebers. Und er tat sehr viele Werke, damit viele zum Glauben gelangen, dass er der Gesalbte, der Sohn Gottes ist. Johannes sagt: „Noch viele andere Zeichen tat Jesus vor seinen Jüngern, die in diesem Buch nicht geschrieben sind. Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus, der Sohn Gottes ist, und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen.“ (Joh. 20, 30. 31; 21, 25)

Alles, was Jesus sagte oder tat, sagte und tat er nicht aus sich heraus, sondern in Ab-stimmung mit seinem Vater. So lesen wir auch: „Der Sohn kann nichts aus sich selbst aus tun, sondern nur, was er den Vater tun sieht; denn was dieser tut, das tut gleicherweise auch der Sohn.“ (Joh. 5, 19)

„Mein Vater wirkt bis jetzt, und ich wirke auch.“ (Joh. 5, 17)

Wenn der Sohn Gottes davon abhängig ist, was der Vater ihm  aufträgt, wieso können wir dann vom Willen Gottes unabhängig entscheiden und handeln? Stattdessen machen wir uns von fehlerhaften Menschen abhängig. Ich sage dies absichtlich provozierend; stelle dem aber die Worte des Paulus’ gegenüber, der sagt: „Wenn ich allerdings den Menschen noch gefällig wäre, so wäre ich nicht ein Knecht des Christus.“ (Gal. 1, 10b) Und auch dies: „Ihr seid teuer erkauft, werdet nicht Knechte der Menschen!“ (1. Kor. 7, 23)

Wie viel Dinge tun wir in der Reichsgottesarbeit, ohne Gott zu fragen, oder in der Gemeinde Jesu, ohne den Herrn der Gemeinde zu fragen? Wir entscheiden einfach selbst nach dem „gesunden Menschenverstand“, und dieser fragt nicht immer nach dem Willen Gottes. Unsere Pläne weichen oft von Gottes Plänen ab. An anderer Stelle sagt Jesus: „Meine Speise ist die, dass ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat, und sein Werk vollbringe.“ (Joh. 4, 34)

Als Botschafter Jesu Christi haben wir sogar die Pflicht, nichts anderes den Menschen zu verkaufen als die Botschaft Jesu Christi. Gott dient uns, so müssen wir auch einander dienen, in der Ehe, in der Gemeinde und in allen Gemeinschaften.

 

4. Christus musste seinen Brüdern ähnlich werden

Jesus kam in diese Welt. Die jungfräuliche Geburt Jesu war übernatürlich und besonders. Das musste der Engel Gabriel der Maria  ankündigen und erklären: Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären; und du sollst ihm den Namen Jesus geben. Dieser wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben; und er wird regieren über das Haus Jakobs in Ewigkeit….“ (Luk. 1, 31- 33)

Nach seiner Auferstehung hatte Jesus eine Begegnung mit den zwei Frauen, die das leere Grab vorfanden. Zu ihnen sprach er: „Fürchtet euch nicht! Geht hin, verkündigt meinen Brüdern, dass sie nach Galiläa gehen sollen; dort werden sie mich sehen!“ (Matth. 28, 10)

„Denn sowohl der, welcher heiligt, als auch die, welche geheiligt werden, sind alle von einem. Aus diesem Grund schämt er sich nicht, sie Brüder zu nennen, sondern spricht: „Ich will meinen Brüdern deinen Namen verkündigen; inmitten der Gemeinde will ich dir lobsingen!“ Wiederum: „Ich will mein Vertrauen auf ihn setzen!“ Und wiederum: „Siehe, ich und die Kinder, die du mir gegeben hast.“ (Hebr. 2, 11- 13)

Auch darin sind die Prophezeiungen erfüllt worden. Jesus hat sich für uns freiwillig erniedrigt. „Wir sehen aber Jesus, der ein wenig niedriger gewesen ist als die Engel wegen des Todesleidens, mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt; er sollte ja durch Gottes Gnade für alle den Tod schmecken. Denn es war dem angemessen, um dessentwillen alles ist und durch den alles ist, der da viele Söhne zur Herrlichkeit führte, den Urheber ihres Heils durch Leiden zu vollenden. (Hebr. 2, 9. 10)

Durch seine Leiden durchlebte Jesus die Leiden seiner Brüder und konnte ein barmherziger Hohepriester werden. „Da nun die Kinder an Fleisch und Blut Anteil haben, ist er gleichermaßen dessen teilhaftig geworden, damit er durch den Tod den außer Wirksamkeit setzte, der die Macht des Todes hatte, nämlich den Teufel, und alle diejenigen befreite, die durch Todesfurcht ihr ganzes Leben hindurch in Knechtschaft gehalten wurden. Daher musste er in jeder Hinsicht den Brüdern ähnlich werden, damit er ein Hoherpriester würde... worin er selbst gelitten hat, als er versucht wurde, kann er denen helfen, die versucht werden.“ (V. 14. 15- 17)

 5. Christus musste Knechtsgestalt annehmen

Jesaja hat viel von Jesus geweissagt. Er gebraucht den Ausdruck Knecht: „Siehe, mein Knecht wird einsichtig handeln, er wird erhoben sein, erhöht werden und sehr erhaben sein.“ (Jes. 52, 13) Er sagt weiter: „Nachdem seine Seele Mühsal erlitten hat, wird er seine Lust sehen und die Fülle haben; durch seine Erkenntnis wird Mein Knecht, der Gerechte, viele gerecht machen, und ihre Sünden wird er tragen.“ (Jes. 53, 11)

Jesus nahm Knechtsgestalt an (Phil. 2, 7), manche Geistliche nehmen eher Herrschergestalt an. Wer  den Arbeitsanzug scheut und sich zu fein vorkommt für den Dienst, der hat so alle Voraussetzungen zum Herrschen schon verspielt. Jesus band sich die Schürze um und wusch seinen Jüngern die Füße. Dann setzte er sich und sprach zu ihnen: „Versteht ihr, was ich euch getan habe? Ihr nennt mich Meister und Herr und sagt es mit Recht; denn ich bin es auch. Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollt auch ihr einander die Füße waschen; denn ein Vorbild habe ich euch gegeben, damit auch ihr handelt, wie ich an euch getan habe.“ (Joh. 13, 12- 15)

"Er wurde Knecht,  und ich ein Herr!" Er dient mir, und ich kann durch ihn über die Sünde herrschen. An anderer Stelle sagt Jesus: „Wer unter euch groß werden will, der sei euer Diener, und wer von euch der Erste werden will, der sei aller Knecht. Denn auch der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele.“ (Mk. 10, 44. 45)

Wer das Dienen nicht als Lust empfindet, sondern als  Last,  der hat noch nichts verstanden. Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie es Christus Jesus auch war!

 6. Christus musste leiden und sterben

Christus hatte sein Leiden und Sterben und seine Auferstehung von den Toten den Jüngern angekündigt. Es heißt von ihm: „Von da an begann Jesus seinen Jüngern zu zeigen, dass er nach Jerusalem gehen und viel leiden müsse von den Ältesten und obersten Priestern und Schriftgelehrten, und getötet werden und am dritten Tag auferweckt werden müsse.“ (Matth. 16, 21; Mk. 8, 31)

Aufgrund unserer Erlösungsbedürftigkeit musste Christus leiden,  sterben und von den Toten auferstehen . „Ohne Blutvergießen geschieht keine Erlösung.“

Jesu Tod hat den Tod entmachtet und uns den Sieg gebracht. Es heißt: Der Tod ist verschlungen in den Sieg! Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? Der Stachel des Todes aber ist die Sünde, die Kraft der Sünde aber ist das Gesetz. Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unseren Herrn Jesus Christus!“ (1. Kor. 15, 54-57)

Der neue Bund: Das Blut des Hohenpriesters Jesus Christus ist die Grundlage des neuen Bundes und der ewigen Erlösung. Von ihm heißt es: „Als aber der Christus kam als ein Hoherpriester der zukünftigen (Heils-) Güter, ist er durch das größere und vollkommenere Zelt, das nicht mit Händen gemacht, das heißt nicht von dieser Schöpfung ist, auch nicht mit dem Blut von Böcken und Kälbern, sondern mit seinem eigenen Blut ein für allemal in das Heiligtum eingegangen und hat eine ewige Erlösung erlangt.“ Hebr. 9, 11. 12)

Jesus hat uns eine bessere Hoffnung gebracht. Er ist Bürge und Mittler eines besseren Bundes geworden, der aufgrund von besseren Verheißungen festgesetzt wurde. (Hebr. 7, 19. 22; 8, 6) Er hat eine „bessere Ordnung“ eingeführt. „Daher kann er auch diejenigen vollkommen erretten, die durch ihn zu Gott kommen, weil er für immer lebt um für sie einzutreten.“ (Hebr. 7, 25)

 7. Christus musste von den Toten auferstehen

Jesus kündigte seinen Jüngern nicht nur an, dass er viel leiden und sterben müsse; er sagte auch, dass er am dritten Tag auferweckt werden müsse. (Matth. 16, 21b) Da Jesus in ständiger Verbindung mit dem Vater war, wusste er alles, was ihm begegnen würde. Die Jünger haben es zwar das Wort von der Auferstehung Jesu gehört, aber nicht erfasst. Ihr Glaube reichte nicht so weit. Christus ist wahrhaftig vom Tode auferstanden und vielen Jünger erschienen und begegnet. Paulus schreibt an die Gemeinde in Korinth: „Wenn aber Christus verkündigt wird, dass er aus den Toten auferstanden ist, wieso sagen denn etliche unter euch, es gebe keine Auferstehung der Toten? Wenn es wirklich keine Auferstehung der Toten gibt, so ist auch Christus nicht auferstanden! Wenn aber Christus nicht auferstanden ist, so ist unsere Verkündigung vergeblich, und vergeblich auch euer Glaube!“ (1. Kor. 15, 12- 14)

Es gab viele Zeugen seiner Auferstehung. (Apg.3, 15; 5, 30- 32) Gott musste Jesus auferwecken, er starb den Sühnetod, der Tod konnte den Gerechten nicht halten. Darum sagt Petrus: „Ihn hat Gott auferweckt, indem er die Wehen des Todes auflöste, weil es ja unmöglich war, dass Er von ihm festgehalten würde.“ (Apg. 2, 24)

Gott musste ihn auferwecken, denn Jesus hat im Himmel und auf Erden wichtige Aufgaben zu erfüllen. Gott musste ihn auferwecken, „weil er einen Tag festgesetzt hat, an dem er den Erdkreis in Gerechtigkeit richten wird durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat und den er für alle beglaubigte, indem er ihn aus den Toten auferweckt hat.“ (Apg. 17, 31)

 8. Folgen und Auswirkungen der Auferstehung Jesu

a)            Die Auferstehung Jesu von den Toten ist eine Bestätigung für die Wirksamkeit des Sühneopfers Jesu. (Hebr. 9, 14) Jesus ist der „Erstgeborene“ aus den Toten, der die Schlüssel des Totenreichs und des Todes hat. (Offb. 1, 5. 18) Seine Auferstehung ist ein Triumph über die Mächte der Finster-nis. Der Sieg Jesu ist auch unser Sieg.

b)              Durch die Auferstehung Jesu haben wir die Hoffnung der Auferstehung. „Wenn wir aber mit Christus gestorben sind, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden, da wir wissen, dass Christus, aus den Toten auferweckt, nicht mehr stirbt; der Tod herrscht nicht mehr über ihn.“ (Röm. 6, 8. 9)

c)             Wir sind  wiedergeboren zu einer lebendigen Hoffnung  durch die Auferstehung Jesu und die Sendung des Heiligen Geistes: „Gelobt sei Gott und der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns aufgrund seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi aus den Toten.“ (1. Petr. 1, 3)

d)            Durch die Auferstehung Jesu war der Empfang des Heiligen Geistes möglich geworden. Petrus sagt: „Diesen Jesus hat Gott auferweckt; dafür sind wir alle Zeugen. Nachdem er nun zur Rechten Gottes erhöht worden ist und die Verheißung des Heiligen Geistes empfangen hat von dem Vater, hat er dies ausgegossen, was ihr jetzt seht und hört.“ (Apg. 2, 32. 33)

e)             Durch die Auferstehung Jesu gibt es keine Verdammnis mehr für die Auserwählten Gottes: „Wer will gegen die Auserwählten Gottes Anklage erheben? Gott ist es doch, der rechtfertigt! Wer will verurteilen? Christus ist es doch, der gestorben ist, ja mehr noch, der auch auferweckt ist, der auch zur Rechten Gottes ist, der auch für uns eintritt!“ (Röm. 8, 33. 34)

f)              Jesus ist auch um unserer Rechtfertigung willen auferweckt worden. Paulus sagt: „ihn, der um unserer Übertretungen willen dahingegeben und um unserer Rechtfertigung willen aufer-weckt worden ist.“ (Röm. 4, 25)

g)            Durch den auferstandenen Herrn werden wir vor dem kommenden Zorngericht Gottes bewahrt werden. „Denn wenn wir mit Gott versöhnt worden sind durch den Tod seines Sohnes, als wir noch Feinde waren, wie viel mehr werden wir als Versöhnte gerettet werden durch sein Leben!“ (Röm. 5, 10)

Wir sind bekehrt zu Gott, „um dem lebendigen und wahren Gott zu dienen, und um seinen Sohn aus dem Himmel zu erwarten, den er aus den Toten auferweckt hat, Jesus, der uns errettet vor dem zukünftigen Zorn.“ (1. Thess. 1, 10)

Der Gläubige erfährt den ganzen Segen der Auferstehung Jesu.

  9.   Der Himmel musste Ihn aufnehmen

Als Jesus auf dem Weg nach Jerusalem war um dort zu sterben, bereitete er seine Jünger auf seinen Weggang zum Vater vor. Seine Jünger waren immer noch schwer von Begriff; sie hofften, das Königreich Gottes würde unverzüglich erscheinen. Doch weil Jesus wusste, dass sein Tod und seine Auferstehung dann auch den Weggang zum Vater bedeuten, erzählt er ihnen das Gleichnis von den anvertrauten Pfunden: „Ein Edelmann zog in ein fernes Land, um sich die Königswürde zu holen und dann wiederzukommen.“ (Luk. 19, 12)

Jesus selbst ist dieser Edelmann, der sich vom Vater die Königs-würde holen muss. Auf diese Art mussten sich damals die oberen Herrscher Israels beim Cäsar in Rom ihre Herrscherwürde abholen. Jesus nennt uns weitere Gründe für den Weggang zum Vater: „Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen; wenn nicht, so hätte ich es euch gesagt. Ich gehe hin, um euch eine Stätte zu bereiten. Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, so komme ich wieder und werde euch mit mir nehmen, damit auch ihr seid, wo ich bin.“ (Joh. 14, 2. 3)

Eine weitere Stelle hebt die Wichtigkeit seines Weggangs zum Vater hervor. Jesus sagt: „Doch ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch nützlich, dass ich weggehe; denn wenn ich nicht weggehe, wird der Beistand nicht zu euch kommen; wenn ich aber hingehe, werde ich ihn zu euch senden.“ (Joh. 16, 7)

 

Der Beistand (gr. Parakleton) ist der Fürsprecher, Anwalt, Helfer. Ihn brauchten die Jünger, ihn brauchen auch wir nach Jesu Weggang. Jesus ging zum Vater, setze sich zur Rechten auf den Thron Gottes. (Hebr. 1, 3) Dort bleibt er als unser Hoherpriester, bis der Vater seine Feinde ihm zu Füßen gelegt hat, (Ps. 110, 1) und bis der Vater ihm ein Zeichen gibt, die Erlösten heimzuholen. Jesus ist als der „Vorläufer“ (gr.= prodomos) vor uns eingegangen. (Hebr. 6, 20) Bei seinem Weggang hat er uns Gaben anvertraut. Bei seiner Wiederkunft wird er den Einsatz der „Talente“ für ihn beurteilen und belohnen. Nach langer Zeit kam der „Edelmann“ in der Geschichte wieder. Jesus kommt wieder, das ist sicher. Die Schrift sagt: „Ihn muss der Himmel aufnehmen bis zu den Zeiten der, Wiederherstellung alles dessen, wovon Gott durch den Mund aller seiner heiligen Propheten von Alters her geredet hat.“ (Apg. 3, 21)

GM

 

30. Die Wiederherstellung

Was nicht mehr besteht, kann oder muss wiederhergestellt werden. Den Staat Israel gab es schon lange nicht mehr. Die Juden waren verstreut in alle Länder der Erde. Ihre hebräische Muttersprache und die jüdische Religion hielten auch in der Zerstreuung „Diaspora“ über 2.000 Jahre aufrecht. Warum wurden sie denn zerstreut? Die Ansprache Hiskias an das Volk gibt uns Licht darüber. König Hiskia ließ gleich im ersten Jahr seiner Regierung die Priester und Leviten versammeln und sprach zu ihnen: „Hört mich, ihr Leviten! Heiligt euch nun und heiligt das Haus des Herrn, des Gottes eurer Väter, und schafft den Unflat aus dem Heiligtum! Denn unsere Väter haben treulos gehandelt und getan, was böse ist in den Augen des Herrn, unseres Gottes, und haben ihn verlassen. Und sie haben ihr Gesicht von der Wohnung des Herrn abgewandt und ihr den Rücken zugekehrt.“ (2. Chr. 29, 5. 6, Elb.)

Darum ist auch der Zorn des Herrn über Juda und Jerusalem hereingebrochen, und er hat sie zu einem abschreckenden Beispiel, zu einem Gegenstand des Schreckens und Grauens, ja der höchsten Verachtung werden lassen, wie ihr es ja mit eigenen Augen sehen könnt.“ (Vers 8)

Soweit der Hintergrund oder der Grund für die Zerstreuung des Volkes, die dann bald folgte. Gottes Gerichtsurteil galt jedoch nicht für alle Zeiten. Seine Gnadengaben und Berufungen können ihn nicht gereuen. Er züchtigt es hart, er erbarmt sich auch wieder. Und so konnten die Propheten Gutes weissagen: „Ich will euch sammeln aus allen Ländern und euch zurück-bringen, und euch das Land Israel geben.“ (Hes. 11, 17)

Der Exodus aus der damaligen Sowjetunion begann schon vor der Wende. Gott führt aus, was er verheißen hat, auch wenn die Feinde Israels sich laut empören. Mit der Rückführung Israels setzt Gott ein Zeichen den Völkern. Jesaja sagt: „Da wird er dann den Völkern ein Zeichen aufrichten und die versprengten Israeliten sammeln und die Zerstreuten von Juda von den Enden der Erde zurückbringen.“(Jes.11, 12)

Jeremia spricht die Nationen an: „Hört das Wort des Herrn, ihr Nationen, und meldet es auf den fernen Inseln und sagt: Der Israel zerstreut hat, wird es wieder sammeln und wird es leiten wie ein Hirte seine Herde!“(Jer. 31, 10)

Israel musste 2.000 Jahre schwere Wege des Gerichts und der Läuterung gehen. Viele wollten die Endlösung der Juden. Gott hat mit Israel noch große Dinge vor! Darum wendet er sich am Ende dieser Gerichts- und Läuterungszeit seinem Volk gnädig zu.

 Ein Segen für alle Nationen

Sacharja sagt, dass Gott am Ende der Zeit sein Volk zum Segen für alle Völker setzen wird: „Und es wird geschehen: Wie ihr ein Fluch unter den Nationen gewesen seid, Haus Juda und Haus Israel, so werde ich euch retten, und ihr werdet ein Segen sein.“ (Sach. 8, 13)

Durch die 7- jährige antichristliche Trübsalszeit muss Israel allerdings hindurch, während die Schar der Erlösten aus Heiden- Christen und Juden- Christen vorher entrückt wird. (Dan. 9, 27; Matth. 24, 15- 28) Gott hat Israel zwar mit Blindheit geschlagen und zwar solange, bis die göttliche Vollzahl aus den Nationen erfüllt ist (Röm. 11, 25). Dann wird das ganze Volk ihren Messias erkennen und gerettet werden. Bis dahin aber öffnet Gott einzelnen Juden die Augen, die zur Schar der Erlösten hinzugetan werden. Denn „in Christus“ gibt es keinen Zaun und keine Absperrung zwischen Juden und Christen. Jesus hat aus beiden „einen neuen Menschen“ geschaffen durch sein Kreuz. Es heißt in der Schrift:  „Denn durch ihn haben wir beide den Zutritt zu dem Vater in einem Geist.“ (Eph. 2, 18) Für Zion kommt die Zeit der Zuwendung Gottes. „Du wirst dich aufmachen und dich über Zion erbarmen; denn die Zeit, dass du ihr Gnade erweist; die Stunde ist gekommen!“ (Ps. 102, 14)

Die Einen wollen sie ins Meer werfen, aber daraus wird nichts. Stattdessen töten sich moslemische Brüder in Syrien gegenseitig. Niemand kann Israel austilgen, weil Gott auf seiner Seite kämpft. Und andere meinen, Gott habe doch Israel verworfen. Paulus Aufschluss darüber. Er sagt: „War es nun Gottes Absicht, dieses Volk fallen zu lassen, weil er sich endgültig von ihm abwenden wollte? Nie und nimmer! Weil das Volk Israel die rettende Botschaft abgelehnt hat, wurde der Weg bereitet, um den übrigen Völkern diese Botschaft zu bringen. Ihrem Beispiel soll Israel nun nacheifern. Bedenken wir aber, welchen Segen schon die ablehnende Haltung und die Schuld Israels allen anderen Völkern brachte, wie groß wird erst der Segen sein, wenn das ganze Israel für Christus gewonnen ist!“ (Röm. 11, 11. 12, „Hoffnung für alle“)

„Denn wenn ihre Verwerfung die Versöhnung der Welt zur Folge hatte, was wird ihre Annahme anderes zur Folge haben als Leben aus den Toten.“ (Röm. 11, 15)

Das jüdische Volk war in seiner langen Geschichte häufig dezimiert. Der abscheuliche Holocaust trug dazu bei. Das Volk der Juden war schon tot gesagt, aber es stand auf aus den Toten. Gott wachte über einen Überrest. Der Apostel sagt: „So ist nun auch in der jetzigen Zeit ein Überrest vorhanden aufgrund der Gnadenwahl.“(Röm. 11, 5)

Im Mai 1948 wurde der Staat Israel gegründet mit der Stadt Jerusalem als Hauptstadt, die allerdings geteilt ist. Inzwischen leben nirgendwo mehr Juden als in Israel. Und nun geschieht auch das nächste Wunder vor den Augen der Nationen und der Christen in aller Welt: Tausende Juden erkennen ihren Messias und werden „Juden- Christen.“ Man nennt sie auch messianische Juden. Israel ist längst ins Rampenlicht der Weltöffentlichkeit gerückt. Araber und Palästinenser leben heute schon gern in Israel, weil sie dort als Bürger Freiheit genießen können, die sie in arabischen Ländern nicht haben. Wenn Gott Israel wiederherstellt, wer will ihn daran hindern? Am Ende dieses Zeitalters wird Israel ein Segen für alle Völker sein. Die Weissagung des Propheten Joel beginnt sich zu erfüllen: „Und ich werde euch die Jahre erstatten, welche die Heuschrecke, der Fresser, der Verwüster und der Nager verzehrt haben – mein großes Kriegsheer, das ich gegen euch gesandt habe; und ihr sollt genug zu essen haben und satt werden und den Namen des Herrn, eures Gottes, loben, der wunderbar an euch gehandelt hat; und mein Volk soll nie mehr zuschanden werden! Und ihr sollt erkennen, dass ich in Israels Mitte bin und dass ich, der Herr, euer Gott bin und keiner sonst; und mein Volk soll nie mehr zuschanden werden!“ (Joel 2, 25- 27)

Der Nahe Osten ist jetzt noch von Konflikten und kriegerischen Auseinandersetzungen beherrscht, wird aber in nicht allzu ferner Zukunft zur  Ruhe kommen und von Frieden geprägt sein; und Israel wird eine Segensstätte für die Völker werden. Gott ist dabei, seinen Geist auf sein Volk auszugießen! Was die Propheten geweissagt haben, wird erfüllt werden, auch die Worte Davids in obigen Psalm werden Erfüllung finden: „Dann werden die Heiden den Namen des Herrn fürchten und alle Könige auf Erden deine Herrlichkeit, wenn der Herr Zion gebaut hat und erschienen ist in seiner Herrlichkeit, wenn er sich zu dem Gebet der Verlassenen gewendet und ihr Gebet nicht verachtet hat.“(Ps. 102, 16- 18) Gott spricht: „Ich habe mich Jerusalem wieder voll Erbarmen  zugewandt; mein Haus soll darin gebaut werden.“ (Sach. 1, 16a)

 Die Zeit der Wiederherstellung

Schritt für Schritt geschehen Dinge, die auf die Wiederherstellung Israels, der Errichtung des neuen Tempels, die Priesterordnung, der Opferdienst und die Einführung der Gottesdienste hinzielen. Gott geht es jetzt um sein Bundesvolk, auch wenn die Welt (die säkulare und die religiöse) dies nicht wahrhaben wollen. Das Hauptthema aller Propheten, von Mose bis Maleachi, ist Israel und seine Wiederherstellung. Der Name Israel, zusammen mit den Namen Juda, Judäa, Ephraim und anderen Namen für Israel erscheint 2.900 in der Bibel. Es gibt nur zwei Worte, die häufiger vorkommen, nämlich „Herr“ und „Gott.“ Die Bibel sagt: „Die Israeliten sind, denen die Sohnschaft und die Herrlichkeit und die Bündnisse gehören und die Gesetzgebung und der Gottesdienst und die Verheißungen.“ (Röm. 9, 4)

Christen begehen einen großen Fehler, wenn sie von ihrer Warte aus auf Israel und die Juden herabschauen. Bedenke: Jesus war ein Jude. Und Überheblichkeit war noch nie gut. Paulus sagt: „Wenn aber etliche der Zweige ausgebrochen wurden und du als ein wilder Ölzweig unter sie eingepfropft bist und mit Anteil bekommen hast an der Wurzel und der Fettigkeit des Ölbaums, so überhebe dich nicht gegen die Zweige! Überhebst du dich aber, so bedenke: Nicht du trägst die Wurzel, sonder die Wurzel trägt dich!“ (Röm. 11, 17. 18)

Die Gemeinde der Christen ist also als ein „wilder Ölzweig“ in den „edlen Ölbaum“ Israel eingepfropft und hineingekommen oder hinzugetan worden, nicht umgekehrt. In der Natur geschieht eine Veredelung genau umgekehrt. Am Ende wird es auch der Letzte merken: Nicht Israel wird zur Gemeinde hinzugetan werden, sonder die Gemeinde zum erlösten Israel. Durch Jesus erlangen wir die Vollmitgliedschaft. Wir sind volle Teilhaber der Sohnschaft, der Herrlichkeit, der Bündnisse, der Gesetzgebung, des Gottesdienstes und der Verheißungen Israels.

Alles muss wiederhergestellt werden, auch die Königsherrschaft für Israel. Kurz vor seiner Himmelfahrt fragten ihn die Jünger: „Herr, stellst du in dieser Zeit für Israel das Reich (die Königsherrschaft) wieder her? Jesu Antwort: „Es ist nicht eure Sache, Zeiten oder Zeitpunkte zu wissen, die der Vater in seiner eigenen Vollmacht festgesetzt hat.“ (Apg. 1, 6. 7; vergleiche Jer. 23, 5. 6; Hes. 37, 21- 28)

„Das sind die Worte, die ich zu euch geredet habe ,als ich noch bei euch war, dass alles erfüllt werden muss, was im Gesetz Moses und in den Propheten und den Psalmen von mir geschrieben steht.“(Luk 24, 44)

 Der Himmel musste Christus aufnehmen solange, bis zu den Zeiten der Wiederherstellung alles dessen, wovon Gott durch den Mund aller seiner heiligen Propheten von alters her geredet hat.“(Apg. 3, 21)

Gott bewahrt auch während der großen Trübsalszeit den Überrest aus Israel, nämlich die 144.000 Auserwählten, aus allen Stämmen (Offb. 7, 3- 8). Er wird sie in das wiederhergestellte Königreich führen (Apg. 1, 6). Die „Zeit der Heiden“ wird dann vorüber sein (Luk. 21, 24). Denn die „Vollzahl der Heiden“, also die aus den Nationen Erretteten, wird erfüllt sein. (Apg. 15, 14; Röm. 11, 25)

 GM

 

 

29. Wer wird bestehen?

 

„Siehe, er kommt! Spricht der Herr der Heerscharen. Wer aber wird den Tag seines Kommens ertragen, und wer wird bestehen, wenn er erscheint?“ (Mal. 3, 1b- 2)

    Das erste Kommen Jesu in diese Welt, von den Propheten an-gekündigt, ging in Erfüllung. Das zweite Kommen Jesu ist an vielen Stellen in der Bibel erwähnt und wird auch in Erfüllung gehen. Niemand kennt den genauen Zeitpunkt seiner Wieder-kunft, nur der Vater im Himmel. Israel ist der Zeiger an Gottes Weltenuhr. Jesus selbst sagt über das Ende der Weltzeit: „Und es werden Zeichen geschehen an Sonne, Mond und Sternen, und auf Erden Angst der Heidenvölker vor Ratlosigkeit bei dem Tosen des Meeres und der Wogen, da die Menschen in Ohnmacht sinken werden vor Furcht und Erwartung dessen, was über den Erdkreis kommen soll; denn die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden. Und dann werden sie den Sohn des Menschen kommen sehen in einer Wolke mit großer Kraft und Herrlichkeit.“ (Luk. 21, 25- 27)

    Jesus fügt ein Gleichnis an: „Seht den Feigenbaum und alle Bäume! Wenn ihr sie schon ausschlagen seht, so erkennt ihr von selbst, dass der Sommer jetzt nahe ist. So auch ihr: Wenn ihr seht, dass dies geschieht, so erkennt, dass das das Reich Gottes nahe ist.“ (V. 29- 31)

„Wenn aber dies anfängt zu geschehen, so richtet euch auf und erhebt eure Häupter, weil eure Erlösung naht.“

Der Feigenbaum Israel als Staat blüht seit Mai 1948. Alle Bäume sind die Heidenvölker, die zusehends erwacht sind und Knospen schlagen. Die Kolonien in Afrika und überall in der Welt befreiten sich von der Kolonialherrschaft, riefen ihre Unabhängigkeit aus, wurden souveräne Staaten. Jesus fügte etwas Wichtiges hinzu. Er sagte: „Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis alles geschehen ist. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen." (Verse 32 und 33)

    Nachdem Jesus vom Ölberg in den Himmel entrückt wurde, schauten ihm die Jünger einige Zeit nach. Da erschienen ihnen zwei Engel, die sprachen: „Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr hier und seht zum Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg in den Himmel aufgenommen worden ist, wird in derselben Weise wiederkommen, wie ihr ihn habt in den Himmel auffahren sehen!“ (Apg. 1, 11)

Nach der Himmelfahrt Jesu setzte eine Christenverfolgung ein. Damals gab es noch nicht viele Christen. Heute gibt es weltweit eine große Schar von Gläubigen; allein in China, wo Christen verfolgt werden, schätzt man ihre Zahl auf mehr als 30 Millionen. Damals hielt Petrus auch in Cäsarea eine Rede. Er sagte: „Und wir sind Zeugen alles dessen, was er im Land der Juden  und in Jerusalem getan hat. Ihn haben sie getötet, indem sie ihn ans Holz hängten. Diesen hat Gott auferweckt am dritten Tag und hat ihn offenbar werden lassen, nicht dem ganzen Volk, sondern uns, den von Gott vorher erwählten Zeugen, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben nach seiner Auferstehung von den Toten. Und er hat uns geboten, dem Volk zu verkündigen und zu bezeugen, dass er der von Gott bestimmte Richter der Lebendigen und der Toten ist.“ (Apg. 10, 39- 42)

    Wer wird bestehen am „Tag des Herrn?“ Und wer wird ihm mit Freuden entgegen gehen?Gottes Wort ermahnt uns, auf die von Gott bestätigte Heilsverkündigung zu hören: „Darum sollten wir desto mehr auf das achten, was wir gehört haben, damit wir nicht etwa abgleiten. Denn wenn das durch Engel gesprochene Wort zuverlässig war und jede Übertretung und jeder Unge-horsam den gerechten Lohn empfing, wie wollen wir entfliehen, wenn wir eine so große Errettung missachten?“(Hebr. 2, 1-3)

In unserer schnelllebigen Zeit sind die Menschen häufig kurzatmig, kurz denkend, halten aber gern lange Reden. Denke einmal über das Wort Gottes etwas länger nach, nämlich darüber: „Habt acht, dass ihr den nicht abweist, der da redet!“

Die Erde und auch der Himmel werden noch einmal erschüttert werden. (Hebr. 12, 26) Der Prophet Haggai sagt: „Noch einmal, eine kurze Weile, werde ich den Himmel und die Erde erschüttern, das Meer und das trockene Land; und ich werde auch alle Heidenvölker erschüttern, und das Ersehnte der Heidenvölker wird kommen; und ich werde dieses Haus mit Herrlichkeit erfüllen…“ (Haggai 2, 6. 7)

 Der Prophet sagt weiter: „Ich werde Königsthrone umstoßen und die Macht der heidnischen Königreiche zertrümmern.“ (Vers 22)

Die Erschütterung hat längst begonnen, nicht alle nehmen es wahr. Gott ist schon lange auf dem Plan. Die jüngsten Weltereignisse künden das baldige Kommen Jesu, des Friedefürsten und des Weltenrichters an. "Siehe, er kommt!" Er kommt zunächst für die Gemeinde, er holt sie heim ins Vaterhaus. "Und der Geist und die Braut sprechen: Komm!" (Offb. 22, 17)

GM

 

28. Wort- + Geist- + König der Wahrheit

 Der Erfinder des Lügendetektors hat 25.000 Menschen getestet, und er kam zu dem Ergebnis: Alle Menschen sind Lügner! Damit hat er nur bestätigt, was die Bibel sagt. (Röm. 3, 4) Die Lüge kommt von dem Widersacher Gottes, dem Teufel. Sie ist das ureigenste Wesen des Teufels. Die Gnade und Wahrheit ist durch Jesus Christus gekommen. (Joh. 1, 17) Gott will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. (1. Tim. 2, 4)

 

A) Wort der Wahrheit

„Des Herrn Wort ist wahrhaftig, und was er zusagt, das hält er gewiss!“ (Ps. 33, 4)

„Die Summe deines Wortes ist Wahrheit…“ (Ps. 119, 160a)

    Durch das gesprochene Wort ist die ganze Welt ins Dasein gerufen, durch das „Wort der Wahrheit“ sind auch wir gezeugt worden. (Jak. 1, 18)

Gottes Wort ist und bleibt das Wort der Wahrheit in alle Ewigkeit. Und weil ihnen diese Wahrheit nicht schmeckt, haben viele Leute  eine Magenverstimmung bekommen. Jesus spricht im Gebet: „Heilige sie in deiner Wahrheit! Dein Wort ist die Wahrheit.“ (Joh. 17, 17)

 

Und zu seinen Jüngern sprach er: „Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger, und die Wahrheit wird euch frei machen!“ (Joh. 8, 31. 32)

Die Lüge hat im Endgericht Gottes keine Chance. Und der Vater der Lüge, der Teufel, hat dann sein Spiel ausgespielt. Der Wahrhaftige und die Wahrhaftigen stehen dann im Rampenlicht!

 

B) Der Geist der Wahrheit

Man kann Gott nur „im Geist und in der Wahrheit“ anbeten. (Joh. 16, 13; 4, 23. 24) Der Heilige Geist leitet uns in alle Wahrheit, denn er ist der Geist der Wahrheit. Schon bei der Schöpfung der Welt war der Heilige Geist aktiv. Von Jesus und vom Heiligen Geist will die Welt nichts hören. Paulus sagt uns, warum das so ist: „Der natürliche  Mensch aber nimmt nicht an, was vom Geist Gottes ist; denn es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen, weil es geistlich beurteilt werden muss.“ (1. Kor. 2, 14)

Und Johannes sagt: „Sie sind aus der Welt; darum reden sie von der Welt, und die Welt hört auf sie. Wir sind aus Gott. Wer Gott erkennt, hört auf uns; wer nicht aus Gott ist, hört nicht auf uns. Daran erkennen wir den Geist der Wahrheit und den Geist des Irrtums.“ (1. Joh. 4, 5. 6)

 

Der Heilige Geist ist der Geist Gottes und der Geist Jesu Christi. Es ist der Geist der Gnade und der Wahrheit, der Geist der Liebe und der Güte, der Geist der göttlichen Weisheit und Herrlichkeit, der Autorität, der Kraft und der Vollmacht. Jesus sagt von ihm: "Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, so wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. Er wird mich verherrlichen; denn von dem Meinen wird er nehmen und euch verkündigen." (Joh. 16, 13. 14)

 

C) Der König der Wahrheit

Der Heilige Geist ist der Geist der Wahrheit. Er zeugt von Jesus und nimmt die Wahrheit von Jesus und teilt sie dem mit, der ihm sein Gehör öffnet.

Jesus, der König der Wahrheit, wurde vor Pilatus geführt und von ihm verhört. Dann traten falsche Zeugen auf und suchten  irgend eine Schuld bei dem schuldlosen und vollkommenen Menschensohn und Gottessohn zu finden. Sie fanden keine - sie konnten keine Schuld finden. Pilatus fragte ihn: „Was hast du getan?“ Jesus antwortete: „Mein Reich, also meine Königsherrschaft, ist nicht von dieser Welt; wenn mein Reich von dieser Welt wäre, so hätten meine Diener gekämpft, damit ich den Juden nicht überliefert würde, jetzt aber ist mein Reich nicht von hier."

Da sprach Pilatus zu ihm: „Also bist du doch ein König?“ Jesus antwortete: „Du sagst es, dass ich ein König bin. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis gebe. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme.“ (Joh. 18, 36. 37)

 

     Ein Lügner wird also niemals die Stimme Jesu hören können. Der "König der Wahrheit" hat viele Millionen Königskinder in der Welt.  Sie hören  die Stimme Jesu  und  folgen ihm. (Joh. 10, 27) Falsche Lehrer können ihre Gefolgsleute täuschen und enttäuschen, Jesus enttäuscht dich nicht. Wenn der Teufel die Lüge spricht, so spricht er von seinem Eigenen; wenn Jesus die Wahrheit spricht und er kann nur die Wahrheit sagen, denn er ist die Wahrheit in Person, so spricht er von seinem Eigenen. Jesus ist "der wahrhaftige Gott." Johannes sagt: „Wir wissen, dass der Sohn Gottes gekommen ist und uns Verständnis gegeben hat, damit wir den Wahrhaftigen erkennen. Und wir sind in dem Wahrhaftigen, in seinem Sohn Jesus Christus. Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben.“ (1. Joh. 5, 20)

 

Jesus ist das Leben, und er gibt der Welt das Leben, das in die Ewigkeit hinein reicht. Jesus ist das fleischgewordene Wort, das schöpferische Wort, das Wort der Wahrheit. Er sagt: Er ist auch "König der Wahrheit." Dazu ist er ja Mensch geworden, um für die Wahrheit Zeugnis abzulegen. 

 

Alles, was unsere Welt heute braucht ist

1) das Wort der Wahrheit,

2) den Geist der Wahrheit,

3) den König der Wahrheit.

 GM

 

27. Das verlorene Gottesbild

 

Durch den Ersten Adam kam die Sünde in die Welt,  durch den Zweiten Adam die Gnade, die Erlösung und die Rechtfertigung für alle, die glauben. „Der erste Adam wurde zu einer lebendigen Seele, der letzte (zweite) Adam zu einem lebendigmachendem Geist. Aber nicht das Geistliche ist des erste, sondern das Natürliche, danach kommt das Geistliche. Der erste Mensch ist von der Erde, irdisch; der zweite Mensch ist der Herr aus dem Himmel. (1. Kor. 15, 45- 47)

    Es heißt: „Wie der Irdische beschaffen ist, so sind auch die Irdischen; und wie der Himmlische beschaffen ist, so sind auch die Himmlischen. Und wie wir getragen haben das Bild des Irdischen, so werden wir auch das Bild des Himmlischen tragen.“ (Verse 48. 49)

     Das Gottesbild, das Adam ursprünglich hatte, ist nicht für alle Zeiten verloren gegangen. Wer also sein altes, sündiges Leben  abgelegt und das neue Leben „in Christus“ im Glauben angelegt hat, wird auch das Bild des Himmlischen tragen, wenn er in Christus bleibt. Der erste Adam wurde von Gott geschaffen, der zweite Adam Jesus, ist von Ewigkeit her. Durch ihn wurde die Welt erschaffen. Jesus spricht: "Siehe, ich mache alles neu!"

Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur, eine neue Schöpfung.

 

A) Jesus verurteilte die Sünde im Fleisch

     Die Bibel sagt: Es ist keiner gerecht; und aus den Werken des Gesetzes kann kein Mensch vor ihm gerechtfertigt werden; "denn durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde. Jetzt aber ist außerhalb des Gesetzes die Gerechtigkeit Gottes offenbar geworden..., durch den Glauben an Jesus Christus." (Röm. 3, 20- 22f) Wir konnten das Gesetz nicht halten; wir brauchen es nicht zu halten, das hat Jesus für uns erledigt. Gott hat es so gemacht, dass "sie alle ohne Verdienst gerechtfertigt werden durch seine Gnade aufgrund der Erlösung, die in Christus Jesus ist. Ihn hat Gott zum Sühnopfer bestimmt."  

     Wir waren nicht ohne Fehl, doch Jesus ist ohne Fehl. Daher musste das tadellose Lamm Gottes kommen, um die Sünden der Welt zu tilgen. Er wurde Mensch und nahm Fleisch und Blut an. Jesus musste Mensch werden und Fleisch und Blut annehmen, damit wir "Gott in Menschengestalt" verstehen könnten. Er hat uns das Wesen Gottes in unsere menschliche Sprache interpretiert und uns die Gedanken Gottes verständlich gemacht. Er musste ins Fleisch kommen, um die Sünde im Fleisch zu verurteilen. Paulus sagt: „So gibt es jetzt keine Verdammnis (Verurteilung) mehr für die, welche in Christus Jesus sind, die nicht gemäß dem Fleisch wandeln, sondern gemäß dem Geist. Denn das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus hat mich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes. Denn was dem Gesetz unmöglich war – weil es durch das Fleisch kraftlos war - , das tat Gott, indem er seinen Sohn sandte in der gleichen Gestalt wie das Fleisch der Sünde und um der Sünde willen und die Sünde im Fleisch verurteilte, damit die vom Gesetz geforderte Gerechtigkeit in uns erfüllt würde, die wir nicht gemäß dem Fleisch wandeln, sondern gemäß dem Geist.“ (Röm. 8, 1- 4)

Wir bedürfen jedoch immer wieder der Ermahnung des Apostels: „Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lust des Fleisches nicht vollbringen.“ (Gal. 5, 16)

 Der Gerechte machte uns gerecht. Wir müssen der Sünde im Fleisch nicht mehr dienen, weil Jesus die Sünde besiegt hat. Wir können ein Leben im Geist führen; dann sind wir frei vom Gesetz. „Denn die Sünde wird nicht herrschen können über euch, weil ihr nicht unter dem Gesetz seid, sondern unter der Gnade.“ (Röm. 6, 14)

 

Wozu noch das Gesetz?

Brauchen wir das Gesetz noch, wo doch Jesus das Gesetz erfüllt hat und uns davon los gekauft hat? (Matth. 5, 17; Gal. 4, 5) Das Gesetz zeigt die Übertretung auf, und durch das Gesetz kommt die Erkenntnis der Sünde. (Röm. 3, 20; 1. Tim. 1, 8. 9) Paulus sagt: „Darum, gleichwie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und durch die Sünde der Tod, und so der Tod zu allen Menschen hingelangt ist, weil sie alle gesündigt haben, denn schon vor dem Gesetz war die Sünde in der Welt; wo aber kein Gesetz ist, da wird die Sünde nicht in Rechnung gestellt. Dennoch herrschte der Tod von Adam bis Mose …“ (Röm. 5, 12- 14a)

„Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben; die Gnade und Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden.“ (Joh. 1, 17)

 

B) Das Gottesbild in den Gotteskindern

Durch Mose gab Gott den Menschen die Gebote. Gleich am Anfang heißt es: „Du sollst dir kein Bildnis machen, noch irgend ein Gleichnis. Wie viel Bilderanbetung gibt es heute in der Welt! Sie „haben die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes vertauscht mit einem Bild, das dem vergänglichen Menschen und Tieren gleicht …“ (Röm. 1, 23) Darum hat Gott sie auch dahingegeben.“ Gotteskinder sind aus dem Zustand des „gefallenen Menschen“ in den Stand der „Gotteskindschaftversetzt. Es heißt: „Er hat uns errettet aus der Herrschaft der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich des Sohnes seiner Liebe, in dem wir die Erlösung haben durch sein Blut, die Vergebung der Sünden.“(Kol. 1, 13)

     Wir werden ihm gleichgestaltet werden ((1. Joh. 3, 2), wir werden verwandelt werden in sein Bild (1. Kor. 15, 51. 52), wir werden entrückt werden in den Wolken dem Herrn entgegen (1. Thess. 4, 17), und Jesus wird unseren Leib umgestalten, so dass er gleichförmig wird seinem Leib der Herrlichkeit.“ (Phil. 3, 21)

GM

 

26. Mit dem König der Äonen herrschen

„Dem König der Äonen, dem unvergänglichen, unsichtbaren, alleinigen, weisen Gott sei Ehre und Verherrlichung für die Äonen der Äonen! Amen!“ (1. Tim. 1, 17, Konk.)

(Äon, gr. = Dauer eines Weltzeitalters) In diesem jetzigen, bösen Zeitalter übt Satan seine Macht noch aus. (Joh. 12, 31; 14, 30), obwohl er schon gerichtet ist (Joh. 16, 11). Die Zeit, in der er Menschen versuchen und verführen darf, ist  begrenzt und dem Ende nahe. Am Ende dieses Zeitalters wird Satan gebunden und außer Gefecht gesetzt werden für 1.000 Jahre. Während dieser Zeit wird König Jesus sein Friedensreich (Millennium) aufrichten. (Offb. 20, 1- 6; Dan. 7, 22. 27; Jes. 2, 2- 4). 

Von den Märtyrern,  die enthauptet worden waren um des Zeugnisses Jesu und um des Wortes Gottes willen und die das „Tier“ (Antichrist) nicht angebetet, noch sein Bild, noch das Malzeichen angenommen hatten, heißt es: „und sie wurden lebendig und regierten die 1.000 Jahre mit Christus.“ (Offb. 20, 4b)

 

A) Im Buch des Lebens

Paulus erwähnt, dass die Namen seiner Mitarbeiter im "Buch des Lebens" stehen. (Phil. 4, 3) Im Himmel wird genau Buch geführt über alle Taten aller Menschen. Es gibt viele Bücher und ein besonderes Buch, das ist das Buch des Lebens. Am Ende dieses Zeitalters kommen diese Bücher zum Einsatz im Endgericht am „Großen weißen Thron.“ (vergl. Offb. 20, 11- 15; Dan. 7, 10). Dort werden wiedergeborene Menschen nicht erscheinen. Sie wissen, dass ihre Namen im Buch des Lebens stehen. Schon Mose und auch David wussten es. (2. Mo. 32, 32. 33; Ps. 69, 29). Sie werden aber vor der Preisrichterbühne (gr.= bema) erscheinen. Die Bibel sagt: "Denn wir alle müssen vorne vor der Preisrichterbühne des Christus offenbar gemacht werden, damit ein jeder das wiederbekomme, was er durch den Körper verübte, es sei gut oder schlecht." (2. Kor. 5, 10)

 

B) Bewährung des Glaubens

Petrus sagt: „die wir in der Kraft Gottes bewahrt werden durch den Glauben zu dem Heil, das bereit ist, geoffenbart zu werden in der letzten Zeit. Dann werdet ihr jubeln, die ihr jetzt eine kurze Zeit, wenn es sein muss, traurig seid in mancherlei An-fechtungen, damit die Bewährung eures Glaubens (der viel kostbarer ist als das vergängliche Gold, das doch durchs Feuer erprobt wird) Lob, Ehre und Herrlichkeit zur Folge habe bei der Offenbarung Jesu Christi.“ (1. Petr. 1, 5- 7)

     Alle Gläubigen, auch die Verkündiger, müssen bewährt werden. Alle laufen und kämpfen in den festgesetzten Bahnen des Wortes Gottes. Paulus sagt: „Wisst ihr nicht, dass die, welche in der Rennbahn laufen, zwar alle laufen, aber nur einer den Preis erlangt? Lauft so, dass ihr ihn erlangt! So laufe ich nun nicht wie aufs Ungewisse…, sondern ich bezwinge meinen Leib und beherrsche ihn, damit ich nicht anderen verkündige und selbst verwerflich (gr. adokimon= unbewährt) werde.“ (1. Kor. 9, 24, 26a- 27)

„Wisst ihr nicht…, dass die Heiligen die Welt richten werden? …, dass Ungerechte das Reich Gottes nicht erben werden? …, dass eure Leiber Glieder des Christus sind? …, dass euer Leib ein Tempel des in euch wohnenden Heiligen Geistes ist, den ihr von Gott empfangen habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört?“ (1. Kor. 6, 2a, 9a, 15a, 19)

„Kämpfe den guten Kampf des Glaubens; ergreife das ewige Leben, zu dem du auch berufen bist…“ (1. Tim. 6, 12a)

Im Sendschreiben ergeht das Mahnwort Jesu an alle sieben Gemeinden: „Wer überwindet.“ An die Gemeinde zu Sardes sagt Jesus: „Wer überwindet, der wird mit weißen Kleidern bekleidet werden; und ich will seinen Namen nicht auslöschen aus dem Buch des Lebens, und ich werde seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln.“ (Offb. 3, 5)

 

C) Söhne Gottes- Söhne der Auferstehung

Im Römerbrief sagt Paulus: „Denn alle, die durch den Geist Gottes geleitet werden, die sind Söhne Gottes. Der Geist selbst gibt Zeugnis zusammen mit unserem Geist, dass wir Gottes Kinder sind.“ (Röm. 8, 14. 16)

Und im Brief an die Philippergemeinde schreibt er: „Ihn zu erkennen und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden, indem ich seinem Tod gleichförmig werde, damit ich zur (Aus-) Auferstehung aus den Toten gelange.“ (Phil. 3, 10. 11)

Die Sadduzäer verleugneten  die Auferstehung der Toten. Sie stellten Jesus eine Fangfrage bezüglich der Aufer-stehung, und Jesus gab ihnen die Antwort: „Die Kinder dieser Weltzeit heiraten und lassen sich heiraten; diejenigen aber, die gewürdigt werden, jene Weltzeit zu erlangen und die Auferstehung aus den Toten, die werden weder heiraten noch sich heiraten lassen, denn sie können nicht mehr sterben; denn sie sind den Engeln gleich und Söhne Gottes, da sie Söhne der Auferstehung sind.“ (Luk. 20, 34- 36)

 

Mit Christus herrschen

Der Fürst, der in diesem Äon in der Luft herrscht, wird ein Ende haben (Eph. 2, 2; 6, 12) Er muss abtreten, denn Christus wird herrschen. Die Denkart der Gläubigen, ihr Sinnen und Trachten muss mehr auf das Himmlische gerichtet erden, nicht auf das Irdische. Paulus sagt: „Wenn ihr nun mit Christus auferweckt worden seid, so sucht das, was droben ist, wo der Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes. Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist; denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit Christus in Gott.“ (Kol. 3, 1- 3)

GM

 

Jesus Christus herrscht als König, alles wird Ihm untertänig,

alles legt ihm Gott zu Fuß; aller Zunge soll bekennen,

Jesus sei der Herr zu nennen, dem man Ehre geben muss.

 (Ph. Fr. Hiller)

 

25. Das Fundament des Glaubens

 

„Es ist der Glaube ein Beharren auf dem, was man hofft, eine Überzeugung von Tatsachen, die man nicht sieht.“ (Hebr. 11, 1)

Der Glaube hat also nichts mit einer vagen Annahme oder einem bangen Hoffen zu tun. Der gläubige Mensch ist durchaus ein Realist, einer, der sich nicht mit Mythen abfindet, sondern der das wahrhaftige Wort des lebendigen Gottes erkennt, darauf eingeht und es für sich persönlich in Anspruch nimmt. Jedes Gebäude muss auf einem Fundament erstellt werden. Unser geistliches Haus hat ein Fundament von Gott, das steht fest und ist unumstößlich und nicht verwerflich.

A) Einen anderen Grund kann niemand legen!

Der Gläubige ist überzeugt davon, in der Bibel ein Fundament, eine Grundlage für sein Leben gefunden zu haben. Er öffnet sich dem Wort der Wahrheit; sein Wort ist die Wahrheit. Je mehr Gottes Wort du in dir aufnimmst, desto mehr gelangst du zu der Überzeugung, dass Gott wahrhaftig ist. Desto mehr wirst du den lieben, der dich zuerst geliebt hat. Und du wirst bald entdecken, dass Jesus der Grund unseres Glaubens ist. Jesus ist das fleischgewordene Wort. Und davon spricht der Apostel auch wenn er sagt: „Denn einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.“ (1. Kor. 3, 11)

Wir haben ein Fundament von Gott gelegt. Uns konnte doch nichts Besseres passieren. Nun können wir darauf bauen. Wenn auch manche Leute darauf brennbare Dinge bauen (1. Kor. 3, 12f), so wollen wir doch Gold, Silber und Edelsteine darauf bauen. Denn alle Werke der Gläubigen werden am Ende durchs Feuer geoffenbart und einer Bewährungsprobe ausgesetzt werden. Ein Fundament hält den ganzen Bau zusammen und bewahrt das Gebäude auch bei Sturm und Unwetter vor dem Zusammensturz. Ein kluger Baumeister baut sein Haus nicht auf Sand, sondern auf ein Fundament oder einen Felsen. (vergleiche Matth. 7, 24f)

Jesus ist das Fundament unseres Glaubens und des geistlichen Hauses. Ihn hat Gott auch dazu auserkoren und wert geachtet. Andere Grundwerte kann niemand legen. Er ist und bleibt der Herr der Gemeinde, das Fundament der Gemeinde und der Grund unseres Glaubens.

 

B) Der Eckstein- der lebendige Stein- die lebendigen Steine

 Er ist noch viel mehr. Ein Maurer, der die Wände mauert, beginnt damit immer an den Ecken; sie halten die ganze Wand zusammen, und danach müssen die übrigen Steine ausgerichtet werden. Jesus ist der Eckstein, der den Bau zusammenhält, und nach dem sich alle anderen ausrichten müssen. Doch Jesus ist auch "der lebendige Stein." Und die Gläubigen, die das geistliche Haus auferbauen, bezeichnet Petrus als „lebendige Steine.“ Petrus schreibt: „Da ihr zu ihm gekommen seid, zu dem lebendigen Stein, der von den Menschen zwar verworfen, bei Gott aber auserwählt und kostbar ist, so lasst auch ihr euch nun als lebendige Steine aufbauen, als ein geistliches Haus, als ein heiliges Priestertum, um geistliche Opfer darzubringen, die Gott wohlgefällig sind durch Jesus Christus. Darum steht auch in der Schrift: „Siehe, Ich lege in Zion einen auserwählten, kostbaren Eckstein, und wer an ihn glaubt, soll nicht zuschanden werden.“ (1. Petr. 2, 4- 6)

Für uns ist dieser Eckstein kostbar, „für die aber, die sich weigern zu glauben, gilt: „Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden, ein „Stein des Anstoßens“ und ein „Fels des Ärgernisses.“ Weil sie sich weigern, dem Wort zu glauben, nehmen sie Anstoß, wozu sie auch bestimmt sind.“ (Verse 7- 8)

Wir sind keine Fremdlinge bei Gott, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen, aufgebaut auf der Grundlage der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist.“ (Eph. 2, 19.20

 

C) Der Anfänger und Vollender des Glaubens

Jesus wirkt den Glauben in uns. Das ist doch kostbar zu wissen. Wir müssen uns nicht selbst bemühen und anstrengen zu glauben, wir müssen ihn  aber in uns und durch uns wirken lassen. Er hat ja in uns Wohnung gemacht. Jesus ist (gr. archegos- Urheber, Anfänger) und (gr. teleiotes– Vollender) des Glauben. (Hebr. 12, 2) Nicht wir sind es, sondern Jesus ist es, der das gute Werk des Glaubens in uns angefangen hat. Und was er angefangen hat, das vollendet er auch! Paulus sagt: „Nicht, dass wir von uns selbst aus tüchtig wären, so dass wir uns selbst etwas anrechnen dürften, als käme es aus uns selbst, sondern unsere Tüchtigkeit kommt von Gott.“(2. Kor. 3, 5)

Der fleischlich gesinnte Mensch hebt gern seine Tüchtigkeit, seine mühevollen Tätigkeiten in der Gemeinde und anderswo hervor und versucht so, sich selbst in ein gutes Licht zu stellen, um dem Nächsten zu gefallen. Im Römerbrief lesen wir: "Denn jeder von uns soll seinem Nächsten gefallen zum Guten, zur Erbauung (gr. oikodome). Denn auch Christus hatte nicht an sich selbst Gefallen..." (Röm. 15, 3)

Jesus, wahrer Gott und wahrer Mensch, der vollkommene Menschensohn und das "Lamm Gottes", Er ist der Anfänger und Vollender unseres Glaubens. Er erduldete das Kreuz; er hat die Schande für nichts geachtet und den Widerspruch von den Sündern gegen sich erduldet (vgl. Hebr. 12, 1- 3). Im elften Kapitel des Hebräerbriefs lesen wir von einer Wolke von Zeugen, den Glaubenszeugen des Alten Bundes. Darum lasst uns die Sünde ablegen, die uns so leicht umstrickt, und lasst uns mit Ausdauer laufen in dem Kampf, der vor uns liegt. Dabei lasst uns auf ihn hinschauen, auf ihn achten, ihm vertrauen und von ihm lernen. Wir wollen dem "Guten Hirten" nachfolgen, auch wenn es durch Leiden und Trübsal ins Reich Gottes hinein geht. (Apg. 14, 22). Wenn dir der Weg der Nachfolge Jesu schwer erscheint, so war der Weg Jesu, unseres Erlösers doch viel schwerer: Sein Weg führte ihn ans Kreuz, durch Leiden und durchs Sterben. Nur so konnte er unsere Sünden und die der ganzen Welt sühnen und uns den Weg zum Vater bahnen. Welch eine Liebe Gottes, welch eine Gnade Gottes, welch ein Geschenk Gottes!

Im Epheserbrief heißt es: „Denn aus Gnade seid ihr errettet durch den Glauben, und das nicht aus euch – Gottes Gabe ist es; nicht aus den Werken, damit niemand sich rühme.“ (Eph. 2, 8)

Und weil dieses Gnadengeschenk Gottes weder erarbeitet  noch verdient werden kann,  bleibt da kein Raum für eigenen Ruhm. Paulus bringt  seine Überzeugung der Philippergemeinde darin zum Ausdruck, indem er sagt dass, der „welcher in euch ein gutes Werk angefangen hat, es auch vollenden wird bis auf den Tag Jesu Christi.“ (Phil. 1, 6) 

Gottes Wort ist authentisch, wahrhaftig und zuverlässig, und darum auch glaubwürdig. Gottes Wort ist erfahrbar, erlebbar. Gottes Verheißungen wurden tausendfach erfahren. Johannes schreibt: „Was wir gesehen und gehört haben, das verkündigen wir euch.“ (1. Joh. 1,3)

Die Jünger konnten ihn sogar betasten. Dennoch waren sie an Ort und Stunde gebunden, wir sind es nicht. Gott hatte noch eine bessere Idee: Jesus sandte uns den Heiligen Geist. Die Jünger damals hatten nur zeitweise Gemeinschaft mit Jesus. Heute dürfen wir allezeit Gemeinschaft mit ihm haben durch den Heiligen Geist. Und das ist noch nicht alles: Millionen von Gotteskindern in der ganzen Welt können gleichzeitig allezeit durch ihn zu Gott, dem Vater, beten. „Und unsere Gemeinschaft ist mit dem Vater und seinem Sohn Jesus Christus.“ (V. 3b) 

Wenn wir uns viel mit Gottes Wort beschäftigen und darauf  eingehen, betätigen wir diesen  Glauben Gottes, den Jesus in uns wirkt. Schafft alle Hindernisse fort, die den Glauben hemmen könnten! Und schafft Raum dem Geiste Gottes! Führt einen gottseligen Wandel!

 

D) Notwendigkeit des Glaubens

Ohne Glauben kann kein Mensch leben. Wir Menschen vertrauen täglich tausend Dingen, die wir oft als selbstverständlich hinnehmen. Wir vertrauen dem Wetter, auch wenn schwarze Wolken über uns hängen, und wir gehen ohne den Schirm los. Wir vertrauen uns dem Straßenverkehr an, wir vertrauen den Piloten, wenn wir im Flugzeug sitzen, wir vertrauen der Nahrung, die wir kaufen und hoffen dass sie uns nicht schadet, was uns nicht immer gelingt. Und so könnte man die Aufzählung fortführen. Menschen kann man nicht immer vertrauen. Wenn ein kleines Kind seinem Vater oder seiner Mutter von einer Mauer in die Arme springt, dann vertraut es seinem Vater oder seiner Mutter, dass er oder sie es auffängt. Und jeder Mensch, wenn er auch fällt, so kann er doch nicht tiefer fallen als in die Arme des himmlischen Vaters. Er fängt dich auf! Gott kann man immer vertrauen, Gott kann nicht lügen. (Hebr. 6, 18) Sein Wort ist wahr, es kann nicht trügen. Gott ist Liebe, Wahrheit, Gerechtigkeit und Licht. Jesus sagt: „Wer aus der Wahrheit ist, der hört meine Stimme.“

Wir lesen im Hebräerbrief folgendes: „Ohne Glauben aber ist es unmöglich, ihm wohlzugefallen; denn wer zu Gott kommt, der muss glauben, dass er ist, und dass er die belohnen wird, welche ihn suchen.“ (Hebr. 11, 6)

Jesus hatte absolut Gottes Wohlgefallen (Mat. 3, 17; 17, 4), weil er absolut gehorsam war und völliges Vertrauen zu seinem Vater hatte. (Hebr. 10, 7; Phil. 2, 8 f; Joh. 8, 29; Röm. 10, 9- 11. 17)

Der Glaube ist notwendig,

… um Gott wohlzugefallen, (Hebr. 11, 6)

… um gerettet zu werden (Apg. 16, 31), 

… um gerechtfertigt zu werden (Röm. 3, 21- 28; 5, 1; Gal. 2, 16; 3, 24),

… um Heil  und Heilung zu erfahren (Mk. 11, 20- 26; Apg.  4, 12; 3, 6- 16),

… um die Herrlichkeit Gottes zu sehen (2. Mo. 16, 10; Hes. 44),

 . um versiegelt zu werden mit dem Heiligen Geist (Eph. 1, 13),

Durch den Glauben empfangen wir den Heiligen Geist (Gal. 3, 14),

Durch den Glauben werden wir zu Söhnen Gottes (Gal. 3, 26),

Durch den Glauben, im Namen Jesu  können Gotteskinder große Taten wirken (vergleiche Joh. 14,12; Hebr. 11). Der Glaube wird durch die Liebe wirksam. (Gal. 5, 6)

 

„Wenn der Menschensohn kommt, wird er auch den Glauben finden auf Erden?“ (Luk. 18, 8) Er wird den Glauben suchen. Darum: "Seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. Zieht die ganze Waffenrüstung Gottes an, damit ihr standhalten könnt gegenüber den listige Kunstgriffen des Teufels!" (Eph. 6, 10. 11)

Unser Kampf richtet sich nicht gegen "Fleisch und Blut", wie Paulus es ausführt, sondern ge-gen die Gewalten und Weltbeherrscher der Finsternis dieser Weltzeit, gegen die geistlichen Mächte der Bosheit. Von der Waffenrüstung Gottes, die dort aufgezählt wird, möchte ich hier nur zwei erwähnen: Den Schild des Glaubens, mit dem ihr alle feurigen Pfeile des Bösen auslöschen könnt und das Schwert des Geistes, welches das Wort Gottes ist. (Verse 16. 17) Also lasst uns nicht müde werden, auch nicht kampfesmüde, sondern lasst uns den Kampf des Glaubens kämpfen, indem wir uns immer dessen bewusst sind, dass der Stärkere auf unserer Seite steht. Der in euch wohnt, ist größer als der in der Welt herrscht.

 E) „Herr, mehre uns den Glauben!“

„Simon, ich habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht aufhöre.“ Luk. 32, 22)

„Prüft euch selbst, ob ihr im Glauben seid.“ (2. Kor. 13, 5)

„Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, den Glauben bewahrt.“

(2. Tim 4, 7)

Lasst uns feststehen im Glauben. (1. Kor. 16, 13)

Lasst uns Lasst uns ausharren im Glauben! (Hebr. 10, 38. 39)

Lasst uns den Glauben bewahren! (2. Tim. 1, 12- 14)

In guten Zeiten muss der Glaube der Christen gefestigt werden, damit sie in schweren Zeiten die Bewährungsprobe bestehen können. Im Sendschreiben an die Philadelphia- Gemeinde sagt der Herr:  

„Weil du das Wort vom standhaften Ausharren auf mich bewahrt hast, werde auch ich dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die über den ganzen Erdkreis kommen wird, damit die versucht werden, die auf der Erde wohnen.“ (Offb. 3, 10) 

 

GM

Was Gott verheißen, das bleibt bestehen, und wenn auch Himmel und Erd' vergehen.

Wenn unsre Stützen zerbrechen alle, was Gott verheißen, hält Er.

 

Was Gott verheißen, ist unsre Stärke im treuen Dienste, im guten Werke.

Was Er begonnen, wird Er vollenden. Was Gott verheißen, hält Er.

(unbekannt)

 

 

 24) Wie soll ich dich empfangen?

A d v e n t – A n k u n f t

Viele Menschen verstehen Advent als eine Vorbereitung und Erwartung auf Weihnachten. Man erwartet das Christkind oder den Weihnachtsmann. Wir erwarten den wiederkehrenden König und Herrn aller Herren. Das Weihnachtsfest ist längst entartet und zu einem Familienfest  herabgestuft worden, bei dem man sich reich beschenkt und im Kerzenschein des Tannenbaumes und bei einem üppigem Festessen eher sich selbst feiert, statt den Geburtstag des Erlösers der Menschheit. Die  Weihnachtsgeschichte wird immer mehr in den Hintergrund verdrängt und bei vielen zu einem Märlein degradiert . Muslime in unserem Land schütteln zu Recht den Kopf, wenn Menschen, die sich Christen nennen, weder die Bedeutung der drei großen Feste noch sonst den christlichen Glauben erklären können, wie Umfragen in Deutschland ergeben haben. Nur wer die Bibel  liest, kann ihnen  eine rechte Antwort über das Christentum geben. In der Adventszeit stellt man Figuren aus, das Kindlein in der Krippe, Maria und Josef davor, neben den Schafen in einem Stall, wo Jesus geboren wurde. Das  weckt doch wenigstens bei den Kindern das Bewusstsein auf dieses große, historische Ereignis. Doch Advent will uns etwas anderes sagen: Jesus kommt wieder, doch nicht als ein Kind in der Krippe, sondern als König und Herr. Und er, der König und Herr wird die "Königskinder" heimholen ins Vaterhaus. Die Frage, die der großartige Liederdichter Paul Gerhardt sich und uns stellt, lautet: "Wie soll ich dich empfangen und wie begegne ich dir?"„Wie soll ich Da genügen nicht die Palmzweige und Kleider, die man damals auf den Weg ausbreitete, als Jesus in Jerusalem einzog. Jetzt aber, bei seinem zweiten Kommen, muss unsere Beziehung zu ihm stimmen. Wer durch Jesus Frieden mit Gott gefunden, wer ihn als Herrn und König aufgenommen hat und seine Worte beherzigt, der kann getrost seinem Kommen entgegen sehen. Doch: Bereite dich fein tüchtig auf seine Wiederkunft vor! Paul Gerhardt macht dieses Anliegen zu einem Herzensanliegen und zum Gebet. Denke einmal über den tiefen Inhalt dieser Verse nach. Vielleicht erhältst du eine Antwort für dich ganz persönlich.

G.M.

 

Wie soll ich dich empfangen und wie begeg’n ich dir,

o aller Welt Verlangen, o meiner Seele Zier?

O Jesu, Jesu, setze mir selbst die Fackel bei,

damit, was dich ergötze, mir kund und wissend sei.

 

Dein Zion streut dir Palmen und grüne Zweige hin,

und ich will dir in Psalmen ermuntern meinen Sinn.

Mein Herze soll dir grünen in stetem Lob und Preis

und deinem Namen dienen, so gut es kann und weiß.

 

Ich lag in schweren Banden, du kommst und machst mich los;

ich stand in Spott und Schanden, du kommst und machst mich groß

und hebst mich hoch zu Ehren und schenkst mir großes Gut,

das sich nicht lässt verzehren, wie irdisch Reichtum tut.

 

Nichts, nichts hat dich getrieben zu mir vom Himmelszelt

als das geliebte Lieben, damit du aller Welt

in ihren tausend Plagen und großen Jammerlast,

die kein Mund kann aussagen, so fest umfangen hast.

 

Auch dürft ihr nicht erschrecken vor eurer Sündenschuld;

nein, Jesus will sie decken mit seiner Lieb’ und Huld.

Er kommt, er kommt den Sündern zum Trost und wahren Heil,

schafft, dass bei Gottes Kindern verbleib ihr Erb und Teil.

 

Was fragt ihr nach dem Schreien der Feind’ und ihrer Tück’?

Der Herr wird sie zerstreuen in einem Augenblick.

Er kommt, er kommt, ein König, dem wahrlich alle Feind’

auf Erden viel zu wenig zum Widerstande seind.

 

Er kommt zum Weltgerichte, zum Fluch dem, der ihm flucht,

mit Gnad’ und süßem Lichte, dem, der ihn liebt und sucht.

Ach komm, ach komm, o Sonne, und hol uns allzumal

Zum ew’gen Licht und Wonne in deinen Freudensaal.

(P: Gerhardt)

 

23. Er muss herrschen!

 

„Und Gott schuf den Menschen in seinem Bild, im Bild Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie.“ (1. Mo. 1, 27)

    Das Gottesbild ist den Menschen verloren gegangen. Die Sünde hat dieses Bild verdunkelt, verschleiert und bei vielen ganz zerstört. Gott sprach: „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die ihm entspricht!“ (1. Mo. 2, 18)

Von Anfang an hat Gott die Ehe gestiftet, und damit auch die Sexualität zwischen (einem) Mann und (einer) Frau gewollt. Was heute vielfach weltweit auf diesem Gebiet geschieht, ist nicht nur verwerflich sondern gegen Gottes Gebot gerichtet. Der Mensch sollte Gottes Gebot halten, den Garten Eden bebauen und bewahren und über die Sünde herrschen. (1. Mo. 4, 7)  

 

A) Kann der Mensch über die Sünde herrschen?

Nein! Ohne Gottes Hilfe ist er dazu nicht in der Lage. Die Bibel spricht vom „Ersten Adam“ und vom „Zweiten Adam.“ (1. Kor. 15, 45. 47) „Denn wenn infolge der Übertretung des Einen der Tod zur Herrschaft kam durch den Einen, wie viel mehr werden die, welche den Überfluss der Gnade und das Geschenk der Gerechtigkeit empfangen, im Leben herrschen durch den Einen, Jesus Christus!“ (Röm. 5, 17)

Die Sünde war also von Anfang an da, das Gesetz kam später, und danach der Erlöser  (Röm. 5, 12). Paulus sagt dazu: „Nun hat zwar Gott über die Zeiten der Unwissenheit hinweggesehen, jetzt aber gebietet er allen Menschen überall Buße zu tun…“ (Apg. 17, 30)

 

    Als die Zeit dafür reif war, gab Gott dem Volk durch Mose das Gesetz. Erst durch Gebote und Verbote erkennt man die Übertretung des Gesetzes. Doch wir konnten das Gesetz nicht halten. Als die Zeit erfüllt war für das Kommen des Erlösers und Messias, sandte Gott seinen Sohn. Jesus hat Erlösung geschaffen und das Gesetz gehalten. Er hat an unserer Stelle Leiden und Tod auf sich genommen und an unserer Stelle das Gesetz erfüllt. (Matth. 5, 17) Und weil wir selbst nicht Herr sein können über die Sünde, müssen wir Jesus die Herrschaft übergeben, damit er in unserem Leben herrschen kann. Jesus muss herrschen im Leben des Einzelnen und in der Gemeinde, weil wir es nicht vermögen. Daniel sagt: "Er führt andere Zeiten und Stunden herbei; er setzt Könige ab und setzt Könige ein; er gibt den Weisen die Weisheit und den Verständigen den Verstand." (Dan. 2, 21)

„Denn er muss herrschen, bis er alle Feinde unter seine Füße gelegt hat.“ (1. Kor. 15, 25)

 

B) Jesus wird herrschen!

 Jesus wird herrschen über die Völker, denn "die Herrschaft liegt auf seiner Schulter." (Jes. 9, 5) „Und er wird herrschen von Meer zu Meer und vom Strom bis an die Enden der Erde. Vor ihm werden sich die Wüstenvölker beugen, und seine Feinde werden Staub lecken. Die Könige von Tarsis und von den Inseln werden Gaben bringen, die Könige von Saba und Seba werden Tribut entrichten. Alle Könige werden sich vor ihm niederwerfen, alle Heidenvölker werden ihm dienen. Denn er wird den Armen retten, wenn er um Hilfe schreit, und den Elenden, der keinen Helfer hat.“ (Ps. 72, 8f))

Die Könige und Herrscher dieser Welt herrschen zwar noch, aber nur solange wie Gott es will.  Jesus, der König aller Könige und Herr aller Herren, wird sein Königreich aufrichten im Licht. Er ist das Licht der Welt. Und aller Welt Enden werden es sehen: Sein Reich wird kein Ende haben. (Luk. 1, 33) Des Friedens wird kein Ende sein. (Jes. 9, 6) Und Völker werden nach Zion (Jerusalem) ziehen und Erkenntnis erfahren. 

 

 C) Lassen wir Jesus herrschen?

Manche Leute denken immer noch so: „Wir wollen nicht, dass dieser über uns herrsche!“

    Und genau dies ist das Dilemma eines kraftlosen Christentums. Weil Jesus bei ihnen nicht die Herrschaft erhält, obliegen sie der Schwäche des Fleisches, verfallen dem Bösen. Ist es wirklich unser Wunsch, dass Jesus als unser Herr und König, das Hoheitsrecht in unserem Leben erhält? Dann müssen wir demütig zu ihm kommen und von ihm lernen. (Matth. 11, 29) Wer Christus nicht kennt und nicht bekennt, dessen Glaube ist mangels Kraft und Autorität nicht authentisch und nicht glaubwürdig. Jesus kann sein Königreich nur in denen errichten, in denen er Wohnung genommen hat und regieren darf. Die Königsherrschaft des großen Königs muss in den Königskindern sichtbar sein.

    Räumen wir ihm die absolute Herrschaft ein? Oder gibt es noch Geheimzimmer bei uns, wo Jesus kein Zutritt hat? Man muss wissen: Wo Jesus die Herrschaft erhält, da geht es gut, ob im Leben des Einzelnen, im Eheleben oder Gemeindeleben.

GM

Jesus Christus herrscht als König; alles wird ihm untertänig,

alles legt ihm Gott zu Fuß. Jede Zunge soll bekennen,

Jesus sei der Herr zu nennen, dem man Ehre geben muss.

 (Ph. Fr. Hiller)

 

 

22. „Siehe, ich verkündige euch große Freude“

1. Die Erscheinung der Engel (Luk. 2, 8 f)
Seit Jahrhunderten gab es in Israel keine Gottesoffenbarungen mehr. Und nun diese großartige Erscheinung von Engelheeren im himmlischen Lichtglanz. Die Hirten müssen sich mitten in der Nacht erschrocken und geängstigt haben über diese Lichtfülle und den Glanz der Engel. Das Außergewöhnliche ist wieder geschehen. Ein Engel sprach zu ihnen: „Fürchtet euch nicht! Denn siehe, ich verkündige euch große Freude, die dem ganzen Volk widerfahren soll. Denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.“ (Verse 10 und 11)
 
A) Die Reaktion der Hirten
Beides versetzte die Hirten in Erstaunen: Die Erscheinung der Engel und die Botschaft, die sie verkündigten. Sie mussten beides zuerst verinnerlichen und verkraften. Der Messias und König der Juden ist da, der Retter der Menschheit in Bethlehem, der Stadt Davids. Der König aller Könige in einem Stall geboren? Die Hirten warteten wie Simeon und andere Juden auch auf den Messias.


     Wie reagierten die Hirten auf die Botschaft?

Sie sprachen: Lasst uns doch nach Bethlehem gehen und die Sache sehen, die geschehen ist, die der Herr uns verkündet hat! Und sie gingen eilends und fanden Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegend. (Verse 15- 16)

Sie wollten keine Zeit verlieren; sie gingen eilends hin, um zu sehen, was geschehen war. Sie glaubten den Worten, suchten den Ort des Geschehens auf und fanden die Botschaft bestätigt. Du musst aktiv werden wenn Gott redet, damit du vom Glauben zum Schauen gelangst. So ermutigte auch die Frau am Jakobsbrunnen die Leute in Sichar: „Kommt, und seht einen Menschen, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe! Ob dieser nicht der Christus ist?“ Joh.4, 29

Und die Leute kamen, um Jesus kennen zu lernen. Dann sagten sie zu der Frau: "Nun glauben wir nicht mehr um deiner Rede willen; wir haben selbst gehört und erkannt, dass dieser wahrhaftig der Retter der Welt, der Christus ist!" (Vers 42)

Es genügt nicht, wenn Menschen dir etwas von Jesus sagen, du musst der Sache nachgehen und auf den Grund gehen. Du musst selbst zu der Überzeugung gelangen, dass Jesus der Retter der Welt ist.
    Wie reagierten die Hirten auf das Erleben der Botschaft?
Sie gingen hin und machten diese frohe Kunde überall bekannt. Vorbildlich! Davon können wir lernen. Das empfangene Licht sollte man nicht unter einen Scheffel stellen. Die Gemeinde Jesu hat den Auftrag Jesu noch nicht erfüllt. Also macht überall die "Frohe Kunde" bekannt!


B) Verbreitung der frohen Botschaft


Es heißt: „Nachdem sie es aber gesehen hatten, machten sie überall das Wort bekannt, das ihnen über dieses Kind gesagt worden war.“(Luk. 2, 17)
Nach seiner Auferstehung von den Toten versammelte Jesus seine elf Jünger auf einen Berg in Galiläa und sprach zu ihnen: „So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker...“ (Mat. 28, 18f)

Die Hirten verhielten sich vorbildlich. Sie glaubten der Botschaft der Engel , gehorchten ihnen und taten, was sie sagten:

„Sie aber gingen hinaus und verkündigten überall “ (Mk. 16,20)
Das Evangelium muss verkündigt werden in der ganzen Oikumene. (Mk. 13, 10) Wir dürfen biblische Wahrheiten auch wiederholen, weil wir sehr vergessliche Leute sind. Worte der Bibel sind so inhaltsreich und tief, dass unser Glaube und die Vernunft sie nicht auf einmal fassen können. Wie ein geschliffener Diamant, so zeigt uns die Bibel stets neue Seiten der Reichtümer Gottes, brillant und kostbar. Wir finden ständig neue Überraschungen, und voller Bewunderung können wir Gott dafür preisen. „Und alle, die es hörten, verwunderten sich über das, was ihnen von den Hirten gesagt wurde.“ (Vers 18)


    Verwunderung über ein historisches Weltereignis, ein göttliches Wunder, das alle Menschen erfahren sollen, ist nicht genug. Das ist zu wenig! Auch Erstaunen oder Erschrecken (wie beim König Herodes, Mat. 2, 4) ist zu wenig über die Tatsache: Ein König ist geboren, aber nicht irgendein König, sondern der König aller Könige, und der Heiland und Retter aller Menschen. Gott ist Mensch geworden! Da muss man doch aufwachen und aufstehen vom Schlaf! Sonst verschläft man sein Seelenheil!


    C) Wie reagierte Maria?
„Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen.“
Gottes Wort behalten und bewegen! So sammelt man einen Schatz und kann in guten und in bösen Tagen davon zehren. Als Maria später erlebte, dass Jesus keine Aufnahme nur Ablehnung in Israel fand und verworfen, verspottet, geschlagen und gekreuzigt wurde, da geriet ihre Seele in Erschütterungen. Aber da hatte sie die Worte zur Verfügung, die sie in ihrem Herzen bewahrte und bewegte. Damit konnte sie ihre Seele beruhigen. Ein Schwert drang durch ihre Seele (Luk. 2, 35). In schweren Zeiten verzagen viele Menschen und finden keinen inneren Halt.
    Frage: Wie reagierst du auf die Freudenbotschaft der Geburt Jesu? Wie die Hirten? Wie Maria? Oder wie die große Masse, die keine Beziehung zu Jesus hat? Ich wünsche dir den tiefen Frieden und den inneren Halt, den Maria hatte, und ein gesegnetes Fest!

G.M.


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"Siehe ich verkündige euch große Freude"
Siehe ich verkuendige euch große Freude.
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21. Flüchtlingsprobleme der Neuzeit

 

1. „Wer sind die palästinensischen Flüchtlinge?“

(Bericht aus „Maoz Israel- Report“ von Shira Sorko- Ram)

 

Beim israelisch- arabischen Konflikt geht es nicht darum, wie viel Land Israel behalten oder den Palästinensern abgeben sollte. Die arabischen Völker haben 672 – mal mehr Land als das jüdische Volk. Dieser Konflikt existiert, weil die Araber auch den 673- sten Anteil haben möchten, diesen sehr kleinen Landstrich, der zurzeit Israel gehört. Den palästinensischen Moslems wurde seit ihrer Geburt beigebracht, dass Israel kein Existenzrecht hat. Der Geist, der die moslemischen Völker gegen Israel aufwiegelt, hat ein einziges Ziel: Die Vernichtung Israels. Egal wie viel Land Israel den Palästinensern geben würde, es würde keinen Frieden bringen, denn der Kampf ist auf geistlicher Ebene. Satan will Israel zerstören. Vielen Menschen in weit entfernten Nationen fällt es schwer, das zu glauben. Aber die Bürger in Israel sind täglich damit konfrontiert. In diesem Streit ist kein Ende in Sicht. Jahrelang aufgestauter Hass und Schmerz sind explodiert, sowohl in jüdischen als auch in arabischen Herzen. Die Juden kämpfen weiter um ihr Leben, und die Araber kämpfen für die „Befreiung Palästinas.“ Im Jahre 1974 schrieb Philip Goodhart, ein Mitglied des britischen Parlaments: „Die Notlage der arabischen Flüchtlinge ist bedrückend; aber sie ist keineswegs einzigartig. Sowohl die britischen als auch die israelischen Aufzeichnungen schätzen die Anzahl der arabischen Flüchtlinge, die ihre Häuser in Palästina verlassen haben, auf 550.000 bis 600.000 Personen. Der arabische Exodus aus Palästina ist nur die zwölftgrößte Flüchtlingsbewegung seit Ende des Zweiten Weltkriegs.“

 Warum werden die Flüchtlinge nicht registriert und eingegliedert wie alle anderen? In der zweiten Oktober- Woche 1947 erschien in der New York Times ein Bericht. Darin hieß es, dass 2.388.000 Moslems von Indien nach Pakistan umgesiedelt sind, und 2.644.000 Hindus von Pakistan nach Indien. Bevor diese Massenflucht im April 1958 aufhörte, behaupteten sogar die Konservativen, dass nach ihren Schätzungen mindestens 4 Millionen Hindus ihre Häuser verlassen mussten. Bei der ersten Teilung Indiens spricht man von acht bis elf Millionen Flüchtlingen. In Europa wurden die Völkerwanderungen nach dem Krieg viel präziser erfasst. Offizielle westdeutsche Statistiken zeigen, dass bis September 1950 fast drei Millionen Sudetendeutsche aus der Tschechoslowakei vertrieben wurden. Zwischen 1949 und dem Bau der Berliner Mauer im August 1961 haben sich weitere 2.739.000 Flüchtlinge aus Ostdeutschland bei den offiziellen Durchgangslagern in Westdeutschland gemeldet. Die Gesamtzahl belief sich auf 3.500.000 Flüchtlinge. Die Zahl der Flüchtlinge aus den polnisch besetzten Gebieten betrug 6.750.000.

 „Den palästinensischen Flüchtlingen darf keine Eingliederung erlaubt werden. In den meisten arabischen Ländern, wo Palästinenser hin kamen, wurden Maßnahmen getroffen, um eine Eingliederung der Flüchtlinge zu verhindern, oder zu begrenzen. Der Grund für die beispiellose Gefühllosigkeit von Seiten der Araber ihren Brüdern gegenüber war und ist erklärtermaßen ein politischer. Wenn die arabischen Flüchtlinge neue Jobs und neue Häuser in Syrien, Libanon, Jordanien und Ägypten finden würden, könnten sie sich leicht niederlassen und den Sinn für ihre palästinensischen Identität und ihr Verlangen nach ihrem alten Land verlieren. Die arabische Politik ihren eigenen Flüchtlingen gegenüber mag unmenschlich sein, aber es wäre nutzlos zu leugnen, dass es, politisch gesehen, ein ausgezeichneter Erfolg war. Denn die ganze Welt weiß von den Leiden der palästinensischen Araber. Unterdessen hat fast jeder die beherzten und größtenteils erfolgreichen Bemühungen Israels, die jüdischen Flüchtlinge aus den arabischen Ländern zu integrieren, vergessen. Der Abzug der Araber aus dem israelischen Territorium muss gegen eine noch größere Anzahl von jüdischen Flüchtlingen aus arabischen Ländern abgewogen werden.“ (Aus „The Duble Exodus“ von T. Prittie und B. Dineen)

 

„Im Jahre 1947 hat die UN die Unabhängigkeit von zwei Staaten erklärt, einen für die Juden und einen für die Araber. Beachte das Wort „Araber“. Im Jahre 1947 gab es keine Volksgruppe, die sich „Palästinenser“ nannte. Die palästinensischen Flüchtlinge werden benutzt. Für die arabischen Regierungen war die Zerstörung des Staates Israel eine dringlichere Angelegenheit, als das Wohlergehen der palästinensischen Flüchtlinge. So wollte man den Hass der Palästinenser noch schüren. Die arabischen Nationen haben Armut und Elend ihrer Brüder tatenlos hingenommen und sind dafür verantwortlich. Es wurden viele Versuche gestartet, die Flüchtlinge wieder anzusiedeln. Ägypten hatte zwischen 1948 und 1967 den Gazastreifen geschlossen und ein Ghetto daraus gemacht. Ägypten hat den Bewohnern Gazas keine ägyptische Staatsbürgerschaft gewährt. Ägypten blockierte alle Pläne einer Umsiedlung der Palästinenser vom Gazastreifen, auch Syrien blockierte das. Der Plan der Araber ist, den „Flüchtlings-Status“ der Palästinenser beizubehalten. Dadurch würden sie ein Recht behalten, in frühere Häuser in Israel zurückzukehren.“

 

Anmerkung: Gott selbst führte Israel in das verheißene Land ihrer Väter zurück (vgl. Hes. 11, 16-17; 36, 28). „Warum toben die gojim (Völker außerhalb des erwählten Volkes) und ersinnen die Völker Nichtiges? Die Könige der Erde lehnen sich auf, und die Fürsten verabreden sich gegen den Herrn und seinen Gesalbten.“ (Ps. 2, 1-2)

Gott wird dem Toben der Völker ein Ende machen und Frieden schaffen.

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