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"Siehe, der Bräutigam kommt!"

(von Hans W. Waldvogel, Sieg des Kreuzes, Nov. 2016)

 

Die Pfingstbewegung, die 1906 ihren Anfang nahm, war eine gnädige Heimsuchung Gottes, wie sie unsere Welt seit dem ersten Pfingsten nicht erlebt hat. Innerhalb von drei Jahren hat sie die Erde umkreist,  viele Länder berührt und viele Menschen erweckt. Keine andere Erweckung war so mächtig wie diese weltweite Erschütterung. Die erste Botschaft in Zungen mit Auslegung, die der Herr damals gab, lautete: "Siehe, der Bräutigam kommt; gehet aus, ihm entgegen!"

Es war ein weltweiter Ruf, dem Bräutigam entgegenzugehen. Aus diesem Grunde passt die Pfingstbewegung vollständig zu dem Gleichnis von den zehn Jungfrauen. In der ganzen Welt machten sich Menschen auf, um dem Bräutigam zu begegnen.

     Aber noch mehr als das: Ein neuer Lebensstrom fing an, unter dem Volke Gottes zu fließen. Das Leben des Sohnes Gottes wurde ihnen offenbart. Das war die Haupterfahrung der Pfingstleute. Sie warteten, "bis..." Sie harrten auf Gott. Sie glaubten, dass sie Jesus brauchten, und Jesus kam zu ihnen. Wenn sie in Zungen redeten, dann redete Jesus durch sie. Wenn sie weissagten, dann weissagte Jesus durch sie, und wenn sie zur Versammlung kamen, dann wurde Jesus angebetet. Sie kamen nicht zusammen, um ein Programm ablaufen zu lassen oder Jemand predigen zu hören, sondern sie kamen um dem Herrn zu begegnen. Das war allgemein die Erfahrung dieser "zehn Jungfrauen". Sie gingen aus, um dem Bräutigam zu begegnen. Ihr Hauptanliegen war, dem Bräutigam zu gefallen. 

     Ich kann mich noch gut an ihre Versammlungen zu erinnern, obgleich ich damals noch nicht zu ihnen gehörte. Ihre ganze Unterhaltung befasste sich damit, wie sie dem Herrn gefallen können. Sie ermutigten sich untereinander. Wenn jemand nicht im Willen Gottes war, beteten andere, bis er wieder zurück-gefunden hatte, und gingen in sein Haus, um ihn zu ermahnen. Über allem aber war die herrliche Gegenwart des Herrn in ihrer Mitte. 

     Sie gingen aus, dem Bräutigam entgegen; aber - wie wir im Gleichnis lesen - sie wurden schläfrig und schliefen ein, weil der Bräutigam verzog. Zu jener Zeit hatte keiner geglaubt, dass es noch Jahrzehnte dauern würde, bis Jesus wiederkommt. Während die Zeit dahinging und der Bräutigam nicht kam, sind sie von dieser wunderbaren anfänglichen Liebe abgefallen, jener ersten Liebe, als in ihrer Mitte der Leuchter hell brannte und als keiner an Raum und Zeit dachte. 

     Der Grund, weshalb sich Jesus heute nicht mehr so mächtig unter den Menschen offenbaren kann, liegt darin, dass es ihnen an Öl gebricht; die Gefäße sind ausgelaufen. Wir können nicht einfach einmal in der Gegenwart Jesu leben und dann wieder nicht. Diese Erfahrung machen wir, wenn wir mit Gott wandeln, wenn wir willig sind, den preis zu zahlen und wenn wir mehr Jesus als uns selbst suchen. Wir denken an ihn und leben vor seinem Angesicht, bis er uns verwandelt. So wird die Gegenwart Gottes unser Teil.

     Ewiges Leben besteht nicht darin, dem Evangelisten die Hand zu reichen oder in der Versammlung die Hände emporzuheben oder mit dem Verstand zu glauben. Ewiges Leben bedeutet, Jesus zu haben und Gott zu kennen und den, den er gesandt hat. Gott hat ihm Macht über alles Fleisch gegeben. Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Söhne zu werden. Heute scheint das schon fast eine schwärmerische Lehre zu sein. Für viele Menschen ist es Fanatismus, so mit Gott erfüllt zu sein, dass er in uns leben kann. Aber das ist unser Heil.

     Das ist das Heil, das Jesus der Frau am Jakobsbrunnen verkündete, als er zu ihr sagte: "Wer aber von dem Wasser trinken wird, das ich ihm geben werde, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm zu einer Quelle von Wassers werden, das in das ewige Leben quillt." (Joh. 4, 14)

 

Wir sind gerettet, wenn Jesus in uns ein Brunnen des Lebens geworden ist, aus dem Ströme lebendigen Wassers hervorbrechen. Wohin du dann auch gehst, stets begleitet dich die Gegenwart Gottes, weil du mit ihm vereint bist und ermiss dir.

     Es ist erstaunlich, wie weit die Leute heute von dieser Einfalt, die in Christo Jesu ist,abgewichen sind! Die Urgemeinde hatte sie, und die Pfingstgemeinde hatte sie. Aber die Menschen haben diese Wahrheit kritisiert und bekämpft. Heute lebt man nicht mehr in dieser biblischen Weise. Würden wir es tun, dann würden uns die Menschen auch heute nicht verstehen; wir würden verfolgt werden. Wir würden nicht halb so anerkannt sein, wie wir sind; aber wir wären anerkannt im Himmel!

 

Das ist die Lehre des Gleichnisses. Alle zehn Jungfrauen hatten Lampen. Alle hatten Licht, und ihr Licht brannte. Es heißt: "In Ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen."

     Nur dann wenn wir das Licht des Sohnes Gottes haben, werden wir leuchten. Unsere Gemeinschaft ist mit dem Vater, in dem nur Licht und keine Finsternis ist. Das ist die einzige Gemeinschaft, die es sich lohnt zu haben. Wenn wir in diesem Licht leben, wie Er im Licht ist, dann (und nur dann) haben wir auch echte Lebens- Gemeinschaft untereinander. Und dann ist keine Finsternis vorhanden.

     Aber wir interessieren uns gar nicht für dieses Licht. Wir interessieren uns für Dinge - für Lehren - für Gemeinden, die auf sich aufmerksam machen und doch keine Gemeinschaft mit dem Vater haben - für Organisationen und Bewegungen, aber nicht für Jesus. Das ist der Unterschied zwischen den klugen und den törichten Jungfrauen. 

     Wenn auch die klugen Jungfrauen eingeschlafen waren, so hatten sie doch etwas, das die törichten nicht besaßen. Sie hatten den preis gezahlt, dann andere nicht gezahlt hatten. Sie hatten den Schritt gewagt, den die anderen nicht gewagt hatten. Ihr Verlangen war Jesus. Sie hatten zu seinen Füßen gesessen, bis er sie erfüllt hat und bis er gekommen ist, um in ihnen zu wohnen.

 

     Wie wenig Leute gibt es heute in der Welt, die mit Gott wandeln, die die Gegenwart Gottes in ihrem Leben bewahren und nichts anderes wollen! Das war auch bei Martha W. Robinson deutlich sichtbar. Sie hat niemals sich selbst gesucht. Wenn sie in der Versammlung erschien, brachte sie die Gegenwart Jesu mit. Einmal wurde in der Versammlung viel geredet und umhergeschaut. Nachdem diese Schwester eine kurze Botschaft gegeben hatte, war die ganze Versammlung wie verwandelt. Alle kamen unter die Kraft Gottes, denn Jesus hatte uns berührt. 

     Wie kommt es, dass wir heute ohne diese Berührung von Jesus zufrieden sind?

Wie kommt es, dass wir alles andere als dieses suchen? Wir nehmen uns so wichtig und vergessen die wichtigen geistlichen Dinge! Wir meinen, wir sind wichtig, weil wir ein klein wenig von den geistlichen Dingen schon wissen. Wir meinen, wir können predigen und sind geschmeichelt mit etwas Lob aus unberufenem Munde. Das ist auch heute bei unseren jungen Leute der Fall. Sie lernen predigen und wissen gar nicht, wie sehr sie das Leben Gottes und das wirken des Heiligen Geistes hindern.

Wie viel besser ist es, zu Jesu Füßen zu sitzen und auf seine Stimme zu hören! Er gibt uns die richtige Predigt, das lebendige Wort aus Gottes Mund!

 

Horch, es tönt ein Ruf auf Erden weit und breit, und es kehrt zurück die sel' ge Pfingstenzeit

für das Volk des Herrn, das gänzlich Ihm sich weiht in der finstern Mitternacht.

 

Pfingsten kehrt zurück für jede gläub' ge Seel', dass es ihr nicht mang' le an dem heil' gen Öl,

treu zu wandeln nach des Heilandes Befehl in der finstern Mitternacht.

(unbekannt)

 

 Wähle das Leben!

(von Oskar Lardon Auszüge)

 

Pastor Wilhelm Busch erzählte eine Geschichte, die er von seinem Großvater hörte und die uns allen etwas zu sagen hat: Ein junger Mann kommt zu seinem Onkel und sagt: „Onkel, gratuliere mir! Ich habe mein Abitur bestanden!“ „Wie schön“, sagte der Onkel, „hier hast du 20 Mark zur Belohnung, kaufe dir etwas Schönes dafür. Doch nun sage mir: Was hast du jetzt vor?“ „Jetzt werde ich studieren. Ich will Jurist werden.“„Schön“, sagte der Onkel, „und dann?“ „Na, Onkel, dann  werde ich mich mal umsehen unter den Töchtern des Landes, ich werde heiraten und eine Familie gründen.“ „Schön“, sagte der Onkel, „und dann?“ „Ja dann werde ich hoffentlich mal ein großer Mann, Landgerichtspräsident oder Erster Staatsanwalt.“ „Schön“, sagt der Onkel, „und dann?“ „Ja, Onkel“, - der junge Mann wird langsam nervös - „dann werde ich auch mal alt und pensioniert werden.“ „Schön“, sagt der Onkel, „und dann?“ „Dann ziehe ich in eine schöne Gegend, baue mir ein Häuschen und pflanze Erdbeeren.“ „Schön, sagt der Onkel, „und dann?“ Da wird der junge Mann ärgerlich: „Dann stirbt man auch einmal.“

„So“, sagt der Onkel, „und dann?“

Da lacht der junge Mann nicht mehr, sondern erschrickt bis ins Innerste: „Dann sterbe ich...“ „Und dann?“ fragt der Onkel. Der junge Mann antwortet: „Onkel, darüber habe ich noch nie nachgedacht.“

 

„Wie“, sagt der Onkel, „du hast das Abitur gemacht und diesen wichtigsten Gedanken noch nie zu Ende gedacht? Gott hat uns doch Verstand gegeben, damit wir etwas weiter denken als nur an das, was wir sehen können. Was kommt dann, wenn wir sterben?“ 

Der junge Mann erwidert schnell: „Onkel, was nach dem Tode kommt, weiß niemand!“ „Das stimmt nicht, mein Junge“, sagte der Onkel, es gibt einen, der Bescheid weiß über das, was nach dem Tode kommt. Das ist Jesus, der gesagt hat: „Der Weg ist breit, der in die Verdammnis führt; und der Weg ist schmal, der zum ewigen Leben führt.“ Nach dem Tod folgt das Gericht Gottes. Man kann  verlorengehen, oder man kann erlöst und gerettet werden.“

 

Der Tod ist der Sünde Sold

Mit diesen wichtigen Fragen: Was kommt nach dem Tode? Wie erlange ich das ewige Leben? Was muss ich tun, um gerettet zu werde? müssen wir uns an den wenden, der darüber Bescheid weiß und uns auch Antwort darüber gibt in seinem Wort. Jesus Christus, Gottes Sohn, kam aus der Ewigkeit in unsere Zeit, aus der Himmelswelt in unser Erdenleben. Er war selbst im Totenreich. Er ist am Kreuz von Golgatha für unsere Sündenschuld gestorben und dann vom Grabe auferstanden. Es liegt an uns, wo unser Leben einmal enden wird, im Himmel oder in der Verdammnis. Wenn uns gewisse Leute weismachen wollen, dass mit dem Tode alles aus ist, dann sagen wir: „Sie wissen nicht, wovon sie reden!“ Sie waren noch nicht drüben. Aber wir kennen den Einen, der schon drüben war: Jesus Christus!  Wie dieser junge Mann, so gehen viele Menschen gedankenlos durchs Leben, schauen nur auf das Sichtbare und erkennen nicht die unsichtbare Welt. Sie trachten nach irdischen Gütern, ringen um Existenz, um den Beruf. Sie wollen „etwas vom Leben haben“ und verspielen dabei das ganze Leben, die lange Ewigkeit. Sie wollen das Leben (das kurze, vergängliche, irdische Leben) auskosten und sich austoben. Und bei all dem Streben spüren sie doch Zweifel und Angst, es zu verlieren. Ihre Sehnsucht nach Leben ist voller Unruhe und bleibt unerfüllt. Sie sind von einer großen Angst erfasst, als stünde jemand hinter ihnen, der ihnen das, was sie Leben nennen, wegnehmen wolle. Die Bibel sagt: „Das Warten der Gerechten wird Freude werden, aber die Hoffnung der Gottlosen wird verloren sein.“ (Spr. 10, 28)

 

Mit dem Tode ist  nicht alles aus! Die Bibel sagt: „Es ist dem Menschen gesetzt, einmal zu sterben, danach aber das Gericht!“ 

Das ist gewiss. Gottes Wort kann nicht trügen, und Gott kann nicht lügen. Das können nur fehlerhafte Menschen tun. Der Mensch hat das rechte Maß für das Leben verloren. Wir verstehen nicht mehr recht zu leben, weil wir den, der das wahre Leben verkörpert und beinhaltet, nicht kennen oder ignorieren. Darum wird alles übertrieben und gerät alles aus den Fugen, aus der Norm. Sogar eine normale Ehe wird belächelt, das Abnorme (Homo, Römer 1) hat Überhand.

Das Abnorme (Ehe für alle) soll zur Norm werden. Die Tiere sind einander treu. Die Vögel preisen ihren Schöpfer. Der Mensch, die Krone der Schöpfung, ist seinem Schöpfer untreu geworden. Deshalb haben wir Armut trotz Reichtum, Krankheit und Siechtum trotz moderner medizinischer Erkenntnisse. Und deshalb produziert der Mensch Nöte, Flüchtlinge, Elend und Tod, indem immer wieder Kriege entfacht werden. 

 

Die Gabe Gottes ist das ewige Leben (Röm. 6, 23)

 

Nach dem Sterben folgt das Leben. Jesus sagt: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt,, so bleibt es allein; wenn es aber stirbt , so bringt es viel Frucht.“ (Matth. 12, 24)

Im Gleichnis vom verlorenen Sohn steht: „Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; und er war verloren und ist wieder gefunden worden. Und sie fingen an, fröhlich zu sein.“(Luk. 15, 24)

Durch Reue und Umkehr gelangt man zu dem, der gesagt hat: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich!“ (Joh. 14, 6)

 

Und niemand empfängt ewiges Leben außer durch Jesus Christus. Er ist selbst die Gabe Gottes, das große Weihnachtsgeschenk an alle Menschen. Er teilt sich uns mit, und er teilt die himmlischen Gaben aus. Greif doch zu! Im Glauben begreifst du und ergreifst du auch das ewige Leben. Wähle das Leben, nicht den Tod! „Jesus hat dem Tode die Macht genommen und Leben und unvergängliches Wesen ans Licht gebracht!“

 

Er hat sich selbst erniedrigt und wurde Mensch, damit wir Menschen Gott verstehen würden. Er hat die ganze Hypothek unserer Schuld auf sich genommen und uns entlastet. Er hat deinen und meinen Schuldbrief zerrissen und ans Kreuz geheftet. (Kol. 2, 14) Dort wurde unsere ganze Sündenschuld getilgt. Sein vergossenes Blut macht allen unseren Schaden gut. In Ihm ist die Kraft der Vergebung. Und durch sein Sterben und Auferstehen werden auch wir auferstehen und mit ihm leben in Ewigkeit. Möchtest du ewiges Leben? Dann nimm Jesus als deinen Heiland und Retter an. Ergreife die ausgestreckte Hand Gottes in Jesus! Ergreife die Gabe Gottes!

 

Wer sein Leben unter die Führung des Herrn gestellt hat, der erlebt Wunder über Wunder. (E. Modersohn)

 

 Der Familienaltar - neu entdeckt

( von Alice R. Flower, Auszüge „Sieg des Kreuzes“ Mai 2017)

 

Von Anfang an hat Gott starken Nachdruck auf das Familienleben gelegt. Die Familie war die erste Einrichtung, die Gott geschaffen hat und die uns im Garten Eden im Leben von Adam und Eva bestätigt wird. Sie war schon vorhanden, bevor irgendeine Stätte der Anbetung errichtet war. Als Gott dem Adam die Eva zur Gehilfin gab, gründete er das, was er als ein vollkommenes Familienverhältnis haben wollte. Das traurige Versagen, das dann geschah, hat damit begonnen, dass Eva auf eine andere Stimme hörte und das Gebot Gottes unbeachtet ließ. Die Folge davon war ihre Vertreibung aus dem Paradies, der makellosen Umgebung. In allen fünf Büchern Mose sehen wir, dass Gott im Umgang mit den Patriarchen weiterhin seinen Nachdruck auf die Familie als Einheit legte. Gott hatte Abraham die Verheißung gegeben, ein großes und mächtiges Volk zu werden. Er sagte: „Ich habe ihn ja dazu ausersehen, dass er seinen Söhnen und seinem Hause und allen seinen Nachkommen befehle, sie sollen den Weg des Herrn beachten und Recht und Gerechtigkeit üben. Nur dann könne der Herr über Abraham kommen lassen, was er ihm verheißen habe.“ (1. Mo. 18, 19, Br. vergleiche  5. Mo. 4, 9. 10) 

 

Den Beweis dafür liefert uns sein Verhalten bei der Gefangennahme Lots durch die heidnischen Könige. Mit seinen gut ausgebildeten und wohlerzogenen 318 Knechten konnte er Lot befreien.  Die frühe Geschichte des Volkes Israels zeigt, dass Gott seinem auserwählten Volk Grundsätze gelehrt hat, die ihm die nationale Einheit und kostbare Segnungen zusicherten. Während der langen Wüstenwanderung und bei der Einnahme des verheißenen Landes legte Gott stets großen Nachdruck auf die Einheit der Familie. Die Passahfeier gibt uns einen doppelten Hinweis auf dieses Verlangen Gottes: 

1) Das Blut des geschlachteten Lammes an den Pfosten der Tür

2) Die im Haus versammelte Familie, die am gerösteten Lamm teilhat bei dieser schwierigen Reise. Der erste Punkt betrifft die Verschonung ihres Lebens vor der Plage und wird auch gewöhnlich stark betont, während der zweite Punkt in Vergessenheit geraten ist, der betrifft die Sozialvorsorge des Volkes.

Das Blut an den Türpfosten eures Hauses bezeugt den Glauben an das vollbrachte Erlösungswerk für euch und eure Kinder. Nehmt nun ein Büschel Isop und macht davon Gebrauch, indem ihr für eure Kinder eintretet, wie Hiob es tat. Doch vergesst nicht, dass es für die Väter und Mütter eine weitere Verantwortung gibt undzwar die: sich mit ihrer ganzen Familie zu versammeln und des „Lammes“ und des lebendigen und ewig währenden Wortes Gottes teilhaftig zu werden! Das Versagen der Eltern in der Befolgung dieses Gebotes ist vielleicht der Hauptgrund, weshalb gottesfürchtige Eltern oft ungehorsame Kinder haben. Von klein auf müssen die Kinder unterwiesen werden: Zeile um Zeile, Gebot um Gebot; hier ein wenig, da ein wenig!

 

Das Wirken Gottes im Herzen der Kinder beginnt gewöhnlich zu Hause. Der weise Salomo sagte: „Wie man einen Knaben gewöhnt, so lässt er nicht davon, wenn er alt wird.“ Oder: „Gewöhne den Knaben an den Weg, den er gehen soll, so wird er nicht davon weichen, wenn er alt wird!“ (Spr. 22, 6, Genfer Übers.)

 

Gott hatte einen weitreichenden Blick für den dauerhaften Bestand des hebräischen Volkes, das Volk, dem alle Völker den Messias und die Bibel verdanken. Deshalb betonte Gott auch die Notwendigkeit einer ungebrochenen Anerkennung des Wortes Gottes durch die Familien. Wie es in den Häusern der Hebräer aussieht, so würde es im Volk der Hebräer aussehen. Ein gesundes Familienleben würde gesunde Wurzeln für das Reich bedeuten, das sie später gründen sollten. Das Familienleben der Juden ist für seine unübertroffene Festigkeit bekannt, und das Übel der Ehescheidungen bedroht sie am wenigsten.

Wie ist es nun bei uns heute möglich, gottesfürchtige Familien zu schaffen? Wie können wir als Prediger, Lehrer oder Sonntagsschulhelfer die Ausbildung eines christlichen Lebens in unseren Häusern fördern? Wenn wir die Situation ehrlich betrachten, sehen wir nichts als das Böse, das sich gegen jedes Heim erhebt. Die Verlockungen und Versuchungen des Bösen (Satans) sind so zahlreich, so verschiedenartig, so listig und für viele so reizvoll, dass ihnen unsere jungen Leute kaum noch widerstehen können.

Sowohl in unseren Schulen als auch in unserer gesamten Gesellschaft sind die moralischen Grenzen und Richtlinien vernichtet.

Dieser Gefahr ist unsere Jugend stark ausgesetzt. Darum sollten wir nicht  darüber überrascht sein, wenn junge Leute, die aus gläubigen Elternhäusern kommen, den starken Einflüssen und Angriffen des Feindes unterliegen. Aber das ist keine Entschuldigung! 

Es soll vielmehr eine Ermutigung und Aufforderung zum Gebet sein. Wir Gotteskinder müssen anhaltend im Gebet sein für unsere Kinder und Jugendlichen. (Röm. 12. 12) Wir, die wir Gott kennen, müssen anhalten mit Wachen und Flehen im Gebet, um unsere Kinder vor den Wogen der Vernichtung zu bewahren.

 

Hiob ist uns ein Vorbild darin: Seine Kinder machten häufig eine Party, wahrscheinlich tagelang. Wir lesen darüber, wie Hiob sich dazu verhielt. Es heißt: „Wenn dann die Tage des Festmahls zu Ende waren, ließ Hiob sie holen und heiligte sie; er stand früh am Morgen auf und brachte Brandopfer für jeden von ihnen; denn Hiob sagte sich: Vielleicht können meine Kinder gesündigt und sich in ihrem Herzen von Gott losgesagt haben! So machte es Hiob allezeit.“ (Hiob 1, 5)

 

Auch der Priester Eli bekam Probleme mit seinen Söhnen. (1. Sam. 3, 13) Wenn ein Kind aus einem Elternhaus, in dem der Familienaltar seinen festen Platz hat, aus dem Haus geht und ins Leben tritt, ist es den den verderblichen Einflüssen der Welt ausgesetzt. Es hat keinen Schutz mehr! Der Schutz bleibt diesen Kindern versagt in den Häusern, wo es keinen Familienaltar gibt.

 

Wir leben in einer Zeit, wo auch viele gläubige Eltern erweckt werden und auf diese Nöte hingewiesen werden müssen. Die Zeit war noch nie so ernst wie heute. 

 

 

 

Warum die Auferstehung Jesu wichtig ist

(von Oskar Lardon aus „Sieg des Kreuzes“ 32/ 04)

 

Indem Gott den Gekreuzigten auferweckte, bekannte er sich zum Gehorsam und zur Hingabe Jesu. Die Auferstehung Jesu ist somit das Ja Gottes zum Kreuz. Jesu Tod und seine Auferstehung gehören aus der Sicht der Bibel auf das engste zusammen; sie sind zusammen die Gottestat, durch die wir Menschen wieder mit Gott versöhnt wurden. Im Glaubensbekenntnis der Christen heißt es zwar: „Ich glaube an Jesus Christus... gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in  das Reich des Todes, am dritten Tag auferstanden von den Toten, sitzend zur Rechten Gottes“, aber es sitzt heute in vielen, die sich Christen nennen, eine tiefe Unsicherheit im Blick auf die hier ausgesprochenen und bezeugten Wahrheiten.

Von vielen Kanzeln kommen zu Ostern reservierte Worte, wenn das fundamentale Ereignis der Auferstehung Jesu verkündigt werden soll. Da ist es dann auch nicht verwunderlich, wenn die Auferstehung Jesu heute von vielen Zeitgenossen nicht nur ernsthaft angezweifelt, sondern als unglaubwürdig abgelehnt wird. Unser Glaube an den Auferstandenen ist keine Einbildung, wie manche es gern wahrhaben möchten. Wir dürfen bewusst und gewiss Jesus als den Auferstandenen und Lebendigen bezeugen; denn wir haben Beweise dafür, dass Jesus Christus auferstanden ist und lebt.

Zwar haben wir keine Beweise über das Wie der Auferstehung Jesu, aber die Tatsachen der Auferstehung sind klar bezeugt. Dabei geht es nicht um eine wissenschaftliche, sondern um eine auf historischen Tatsachen beruhende Beweisführung - und die hat Jesus Christus , der Auferstandene, selbst geliefert: Unmittelbar nach seiner Auferstehung von den Toten ist Er vielen erschienen.

Er offenbart sich auch heute als der Lebendige! An einem Ostersonntag hielt Dr. R. A. Torrey in London eine Straßenpredigt und bezeugte die Auferstehung Jesu Christi. Dabei wurde er von einem Mann aus der Zuhörerschaft mit dem lauten Ruf unterbrochen: „Woher wissen sie, dass Christus von den Toten auferstanden ist?“ Torrey wurde einen Augenblick still, um die rechte Antwort geben zu können. Da trat ein Mann vor und rief laut: „Ich bin Maschinist und habe die Dampfstärke einer großen Maschinenanlage zu prüfen. Woher weiß ich, welcher Dampfdruck vorhanden ist? Ich sehe den Dampf nicht; aber seine Kraft kann ich an den Messgeräten ablesen. Nun seht mich an! Ich war ein hoffnungsloser Trinker, ein Sklave des Alkohols. Aber der Auferstandene Jesus hat mich ergriffen. Seine Kraft hat sich an mir bewiesen und mich von der Gewalt des Alkohols befreit. Deshalb weiß ich aus Erfahrung, dass Jesus wirklich von den Toten auferstanden ist!“

 

Dieses einfache Zeugnis bewirkte mehr als irgendeine tiefe Erklärung des berühmten Redners. Die Leugnung der Auferstehung hat letzten Endes ihren Grund in der Furcht und Unsicherheit der Menschen, ob und wie es nach dem Tode weitergehen wird. Es ist doch eigentlich sehr logisch, zu denken, dass die Welt und das Leben, wenn sie zu einem bestimmten Zeitpunkt begonnen haben, dann auch zu irgendeiner Zeit ihr Ende haben werden. Das aber - so wollen es viele Menschen - darf und wird nach ihrer Meinung nicht sein! Paulus und mit ihm alle Schriften des Alten und Neuen Testaments verkünden aber einen Anfang und ein Ende. Dem Ende entspringt ein neuer Anfang, der nach der Schrift ohne Ende ist. Dieser neue Anfang ist Ostern, die Auferstehung Jesu! Er ist der neue Mensch, der zweite Adam.

 

Mit dem letzten Hauch des entfliehenden Lebens rief der Gekreuzigte in die Dunkelheit  hinein: „Es ist vollbracht!“

Dann neigte Er sein Haupt und verschied. Nur wenige Menschen haben damals dieses Wort aus seinem Munde gehört. Was haben sie dabei gedacht? Ob sie wohl meinten, dass es der Erlösungsschrei von der Qual seines Leidens war? Dieses Wort ist nicht vergessen worden. Es schallt noch heute durch Himmel und Erde. Es steht so hoch über allen Menschenworten, dass wir es in unserer Sprache für die üblichen Dinge nicht verwenden. „Es ist vollbracht“ wird für immer mit dem Gedanken an das heilige Sterben Jesu zusammenstehen. Am Kreuz wurde es gesprochen. Es ist Sein letztes Wort. Vernimm es, o Welt: vernimm es, o meine Seele! Sein Leben und Leiden endet mit diesem unvergleichlichen und unergründlichen und unvergänglichen Wort: „Es ist vollbracht!“

 

Das ist das Unfassbare: Am Kreuz hängt ein Ausgestoßener, gerichteter Mensch. Eine Spottschrift ist über seinem Haupt befestigt, und Er kann sie nicht abreißen. Lärmend würfeln die Henker um den Erwerb seiner Kleider, und Er muss das alles mit ansehen. Sie verschandeln nachher noch seine Leiche mit einem Speer - und alles ist Zug um Zug Erfüllung der Schrift. Das alles läuft nach höherer Vorschrift ab, als es die Henker ahnen. Über all diese Abgründe der Barbarei klingt siegend das Wort: „Es ist vollbracht!“

Diese „Katastrophe“ von Golgatha ist also von Gott gewollte „Katastrophe“. Hier ist Gott nicht etwas aus den Händen glitten, sondern es ist gerade von seinen Händen herbeigeführt worden. Hier ist Gott nicht weggedrängt, sondern am Ziel. Hier ist Ohnmacht Gottes Macht, und in der Niederlage Gottes Sieg. Alles, was vorher war, von Abraham bis Johannes dem Täufer, waren Anmarschwege. Hier aber wurde die Schlacht geschlagen. Als Jesus sein Haupt neigte und verschied, da war Gottes Geschichte vollbracht.

 

Christus ist auferstanden von den Toten! Das ist die Jubelbotschaft  von Ostern. Die Bibel sagt: „Durch einen Menschen kommt die Auferstehung der Toten. In Christus werden sie alle lebendig gemacht.“

Das ist etwas ganz anderes, als an die Möglichkeit der Auferstehung irgendeines Menschen zu glauben. Bei Gott ist der Tod unmittelbar an die Sünde gekoppelt. Das Leben vor Gott (in Gemeinschaft mit ihm) ist nur möglich ohne Sünde. In Christus aber ist aller Sünde der Kampf angesagt. Es gibt schon in dieser Welt einen Herrschaftsbereich Gottes: „Wir sind aus der Obrigkeit der Finsternis versetzt in das Reich seines lieben Sohnes.“ (vergleiche: Kol. 1, 13) Zu diesem Sieger dürfen wir flüchten und uns an ihn hängen. Schon hier leben wir in Ihm in einer neuen Welt, haben wir neues Leben; wir sind auferstanden mit Ihm und suchen, was droben ist, wo Christus ist.“

 

Jesus ist auferstanden von den Toten als der Erstling Gottes. Das ist eine radikale Botschaft. Alles, was Menschen über ein Leben nach dem Tode, über die Unsterblichkeit der Seele, über Seelenwanderung und ein Weiterleben sagen, ist blühende Phantasie. Was zu erkennen, was auszusagen ist, lässt sich nur von einer Stelle aus erkennen, nämlich von der Auferstehung Jesu her. Wir wollen die Auferstehungsgeschichte bis ins Einzelne studieren. 

Thomas darf seine Finger in die Wundenmale Jesu legen. Und doch ist es eine völlig andere Leiblichkeit! Zu Maria Magdalena sagt Jesus: „Rühr mich nicht an!“

Den Gesetzen von Raum und Zeit ist  der Auferstandene nicht unterworfen. Jesus geht durch verschlossene Türen. Er wurde vor den Emmausjüngern plötzlich unsichtbar. Der neue Leib ist nicht dem Tod und Leid, dem Schmerz und Geschrei ausgeliefert. Die Auferstehung Jesu ist der erste Strahl, die erste sichtbare Wirklichkeit des neuen Lebens und der neuen Welt. Das ist die gewaltige Osterkunde: „Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten und der Erstling geworden unter denen, die da schlafen.“ „Der Erstling Christus; danach die Christus angehören, wenn er kommen wird.“ (1. Kor. 15, 20. 23)

 

Es gibt also eine erste und bevorzugte Auferstehung für die, die Christus angehören. Das sind nicht alle, sondern das ist die Gemeinde Jesu, die kleine Herde. Diese erste Auferstehung fällt zeitlich mit der Wiederkunft Jesu zusammen. Davon redet das ganze Neue Testament. „Die Toten in Christus werden auferstehen zuerst.“ Und: „Selig ist der und heilig, der teilhat an der ersten Auferstehung. Über solche hat der andere Tod keine Macht; sondern sie werden Priester Gottes und Christi sein und mit ihm regieren tausend Jahre.“ (vergleiche: 1. Thess. 4, 16; Offb. 20, 6)

 

Die Schrift beschreibt sehr genau, wer zu diesem Kreis der  Auferstehung gehört. Es sind solche, die sich dem Herrn ganz hingegeben haben, die das Kreuz und die Schmach Christi tragen, Menschen von Lammesart, Geduld und Geborgensein, nicht bestimmt von irdischen Dingen, und in deren Mund kein Arges ist. Das sind Menschen, die die Gnade Jesu durchläutert, von ihrem eigenen Wesen erlöst und in das Wesen Jesu eingetaucht hat. Sie gehören Jesus an und sie gehören mit Jesus zusammen. Sie werden zuerst aus den Gräbern gerufen und mit einem neuen Leib beschenkt. (vergleiche: Joh. 5, 28; 2. Kor. 5, 1)

 

„Selig ist der und heilig, der teilhat an der ersten Auferstehung!“

 

Hast du diese Osterfreude?

 

 

Ich will bauen Meine Gemeinde

(Von Walter Waldvogel aus Sieg des Kreuzes, 32/04)

 

„Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn.“ Auf diese Antwort hatte Jesus gewartet. Und er antwortete: „Selig bist du, Jonas Sohn; denn Fleisch und Blut hat dir das nicht offenbart, sondern mein Vater im Himmel.“ (Matth. 16, 16. 17)

Gott ist es, der uns Licht geben muss. Das göttliche Licht kommt nicht aus unserem Grübeln, nicht aus unserem Überlegen und auch nicht aus unserem Entschluss. Das himmlische Licht kommt vom Vater. O, wie sehnte sich Jesus, dieses Licht zu sehen! Er konnte zu Seinen Jüngern reden. Er konnte sie belehren. Er konnte ihnen sagen: „So soll es sein; so will Gott wirken.“ und sie konnten antworten: „Ja, so ist es!“ Aber das wahrhaftige Licht, das Licht, auf das Jesus bauen kann, muss von Gott kommen. 

In diesem Wort des Petrus’ lag ein gewisser Klang: „Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn. Du bist der, der mit einer Botschaft gesandt worden ist, und diese Botschaft wollen wir hören. Du hast Worte des ewigen Lebens!“

Jesus hat diese Antwort vernommen. Er hat sich darüber gefreut. Hier war ein erster Funke. Hier war das Licht, das vom Vater gekommen war. Wie wertvoll ist es, wenn Gott zu uns redet! Wie wertvoll, wenn Licht vom Himmel strahlt! „Ich sage dir: Du bist Petrus, auf diesen Felsen - will ich jetzt etwas setzen!“ Jesus ist auf die Erde gekommen, um etwas zu tun, um etwas zu wirken: „Ich will bauen meine Gemeinde.“

 

Das hat er für sich selbst getan - seine Gemeinde! Preis dem Herrn! Die Pforten der Hölle sollen diese Gemeinde nicht überwältigen. Das muss eine feine Gemeinde sein. Es ist eine Gemeinde, in der Kraft ist. Später hat Jesus gesagt: „Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.“

 

Ihr könnt damit rechnen: Jesus ist da! Er ist nicht auf viele Leute angewiesen, sondern Er sucht Herzen, die Ihn suchen. Wenn wir in Seinem Namen zusammenkommen, dann bedeutet es, dass Jesus der Mittelpunkt ist. Ich komme, um Jesus zu finden. Ich komme, weil ich mich für Seine Sache interessiere. Ich bin da, weil ich alles haben möchte, was Er für mich hat. Und ich will, dass Seine Sache gefördert werde. 

In Epheser 5 haben wir ein anderes wunderbares Wort über die Gemeinde: „... gleichwie Christus auch geliebt hat die Gemeinde und hat sich selbst für sie hingegeben.“

 

Er liebt die Gemeinde, auch die örtliche. Es tut mir weh, wenn ich manchmal höre, wie abfällig die Leute über die Gemeinde reden. Dafür sorgt der Teufel! Er ist es, der die Heiligen beschuldigen will und auch beschuldigt. Aber Jesus liebt die Gemeinde. Lasst uns das nicht vergessen.

Wenn wir in Seinem Namen zusammenkommen, dann sollten wir daran denken: Jesus freut sich, denn Er liebt uns. Er liebt Seine Gemeinde so sehr, dass Er sich selbst für sie hingegeben hat, auf dass Er sie heiligte. Das ist Seine Absicht mit Seiner Gemeinde, also mit allen, die zu ihr gehören.  Er hat einen Plan mit uns: Er möchte, dass Seine Gemeinde herrlich sei und heilig und unsträflich. (Kol. 1, 22) Satan versucht uns zu verblenden, so dass wir die herrlichen Dinge, die ewigen Dinge, die kostbaren Dinge, die Gott in der Gemeinde wirkt, nicht sehen können. 

Man kann in der Gemeinde manchmal sehr gleichgültig und oberflächlich sein. Da werden Dinge erlaubt, die Gott hasst. Wir sollten schon vor dem Hause Gottes Respekt haben! Einige Leute sagen: „Was ist schon ein Haus?“ Aber an dem, wie man sich im Hause Gottes benimmt, zeigt es sich, wie weit man vor Gott Respekt und Ehrfurcht hat. Es hat eine Stätte, die heilig genannt wird und heilig sein soll. Wir  wissen, dass die Engel Gottes da sind und dass dies der Ort ist, wo wir Gott begegnen können. Es ist die Stätte, an dem sich die Leute hinknien und Gottes Stimme hören; und da darf man nur auf Zehenspitzen gehen. 

Im Alten Testament durfte nur der Hohepriester ins Allerheiligste gehen, und dann mit Blut. Jetzt ist uns der Weg ins Allerheiligste freigemacht worden durch das Blut Jesu Christi. Wenn du dich hinkniest, um mit Gott zu reden, dann denke daran, dass es das Blut Jesu gekoste hat, dass du dies tun kannst. Es ist nicht selbstverständlich, dass du zu Gott kommen darfst; es ist die größte Gnade, die dir widerfährt. Wir dürfen uns jetzt (nachdem Jesus den Weg zum Gnadenthron freigemacht hat) in Seinem Namen versammeln, und Er ist da. Wir sind in der heiligen Gegenwart Gottes, unseres Heilands, des Schöpfers Himmels und der Erde. Halleluja!

(Und das ist unverdiente Gnade!) Wenn wir aber anfangen, alles so haben zu wollen, wie wir es für richtig halten, wenn wir so unserem Ich Raum machen, dann wird vieles schief gehen. Schauen wir darauf: Jesus, wie bist Du gewesen? Heilig und demütig! Und genau so will der Herr seine Gemeinde machen. Im Hebräerbrief lesen wir, dass wir der Heiligung nachjagen sollen, dass wir demütig sein und unsere Seelen keusch machen sollen zu ungefärbter Bruderliebe.

Es gibt so viele Dinge, die heute vernachlässigt werden, weil man kein Verlangen danach mehr hat. Und doch sagt Jesus: „Ich will bauen meine Gemeinde - auf dieser Grundlage - auf diese Wahrheit des Wortes Gottes. Sie soll sauber sein; sie soll heilig sein.“

Gott, der Vater, hat Jesus, Gottes Sohn, zum Haupt der Gemeinde gemacht. Das bedeutet, dass Jesus der Chef sein soll, dass Er das Regiment und das Sagen haben soll. In der ersten Gemeinde haben die Jünger gefastet und gebetet, und dann - daraufhin - hat der Heilige Geist gesprochen: „Sondert mir aus ...“ 

 

Kannst du dir vorstellen, wie das heute wäre? Wenn der Heilige Geist heute reden würde, dann müsste zuerst eine Gemeinderatssitzung einberufen werden, und man würde überlegen, ob „Barnabas“ nicht vielleicht schon zu alt ist, um ausgesandt zu werden. Was es heute nicht alles gibt: Statt Gott machen zu lassen, wie Er es will, trifft man Entscheidungen darüber, die Gott schon entschieden hat!

Wenn der Heilige Geist etwas sagt und macht, dann sagt und macht  Er es richtig - nach dem Willen Gottes. (Und darüber dürfen wir uns doch nicht erheben!) 

 

Jesus will und soll und muss das Haupt der Gemeinde sein. Er will uns sagen, was zu machen ist. Aber wir machen unsere Pläne, und dann sagen wir: „So haben wir es vor: Punkt eins, Punkt zwei, Punkt drei. Und nun, lieber Gott, bitte unterschreibe diesen Plan. Muss der Herr der Gemeinde wirklich tun, was die GLIEDER Ihm vorlegen? Wieso steht dann im Kolosserbrief: „... auf dass ER in allen Dingen den Vorrang habe.“

 

Jesus, was willst Du heute Abend tun? Was willst Du in dieser Versammlung tun? Soll es eine Versammlung sein, in der gepriesen und gesungen wird? Oder soll man auf die Knie gehen? Soll man Buße tun? Soll man für eine verlorene Welt beten? Oder für Missionare beten? Jesus möchte herrschen. Er möchte den Vorrang haben. In Hebräer Kapitel 2 sagt Jesus selbst: „Mitten in der Gemeinde will ich Dir lobsingen!“

 

 Und das tut Er auch - über deine Lippen. Hast du schon einmal gemerkt, dass Jesus dich erfüllt hat und du musstest „Halleluja“ sagen? Das kommt aus einem tieferen Bereich als nur aus deinem Herzen. Das ist Jesus (in dir)! Er füllt dich mit Seiner Kraft, mit Seiner Herrlichkeit und mit Seiner Heiligkeit. Eine Gemeinde ist etwas Heiliges, und zu dieser Gemeinde darfst du gehören. 

 

 

Schatz im Acker und die kostbare Perle Matth. 13. Rudolf Kniesel

 

44 Das Himmelreich gleicht einem Schatz, verborgen im Acker, den ein Mensch fand und verbarg; und in seiner Freude ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte den Acker. (V 38 Acker = die Welt)

45 Wiederum gleicht das Himmelreich einem Kaufmann, der gute Perlen suchte,

46 und als er eine kostbare Perle fand, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie.

Die zwei Gleichnisse, der Schatz im Acker und die köstliche Perle, gehören zusammen. Ihre auffallende Gleichheit zeigt ihre Zusammengehörigkeit. In beiden Gleichnissen haben wir einen Mann als Handelnden. In beiden Gleichnissen gibt der Käufer alles auf, um Schatz und Perle zu erwerben. Gleichzeitig aber besteht auch eine große Verschiedenheit zwischen beiden Gleichnisse.

Der Schatz ist verborgen im Acker und sein Wert wird nicht genannt. Die Perle liegt im Meer und ist von sehr hohem Wert.

Die allgemeine theologische Erklärung dieses Gleichnisses sieht folgendermaßen aus: Jener Mann sind wir und der Schatz ist Christus. Wenn wir Ihn haben wollen, müssen wir erst alles, was wir hier haben, verkaufen. Wir müssen alles loslassen bevor wir Christus finden können. Das ist eine schöne, fromme Geschichte, aber sie stimmt so nicht.

Man liest dieses Gleichnis und denkt: "Was hat das uns zu sagen, was trägt der Herr uns auf?" Man möchte gern etwas für den Herrn tun. Die Bibel sagt aber, dass der Glaube desjenigen zur Gerechtigkeit gerechnet wird, der keine Werke tut, sondern an Ihn glaubt, der Sünder rechtfertigt (Römer 4). Gott erwartet gar nichts von uns, sondern gibt uns alles, was wir brauchen. Wir brauchen nichts dafür zu tun, um den Herrn zu empfangen. Gott handelt mit uns in Gnade. Bei dem gängigen und offiziellen Erklärungsansatz stellt sich nämlich die Frage, was genau der Acker und der Schatz symbolisieren. Geht es bei dem Schatz um Christus oder das Heil und sind diese in der Erde vergraben? Das kann doch so nicht stimmen.

Die Bibel lehrt uns ja, dass, wenn wir uns auf den verherrlichten Christus konzentrieren, wir ewiges Leben empfangen. Christus befindet sich nicht im Acker.

Der suchende Sünder aber kauft nicht, denn er besitzt nichts. Das Heil ist nicht zu kaufen, sondern aus Gnaden Röm. 3,23-24. Röm. 3, 11 da ist keiner, der verständig ist; da ist keiner, der Gott sucht.

Die Bibel lehrt, dass der Sünder nichts für seine Erlösung tun kann, sondern dass Jesus den Preis dafür durch sein Opfer am Kreuz bezahlt hat (Mt 16,26; 1Tim 2,6).

Ihr seid teuer erkauft; darum preist Gott mit eurem Leib.1. Kor. 6, 20.

Wenn ein Mensch etwas um des Herrn willen aufgibt, dann tut er es nicht, damit er zu Ihm kommen kann, sondern weil er Ihn im Glauben angenommen hat (Phil 3,7).

Der Herr Jesus spricht hier zu den Jüngern und nicht von der Bekehrung von Sündern, sondern von den Geheimnissen des Reiches der Himmel (V. 11).

Das Himmelreich gleicht ... Verse 44 und 45, das Himmelreich gleicht …!

Johannes spricht: “Tut Buße; das Himmelreich ist nahe herbeigekommen.” Matth. 3,2

Jesus spricht: “Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist herbeigekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium.” (Markus 1,15)

Das Wort Gottes sagt uns, dass kein Mensch von sich aus Gott sucht, sondern dass der Herr Jesus der Suchende ist (Röm 3,11; Lk 19,10).

In 1. Mose 3, 9 heißt es schon: und Gott, der Herr rief Adam und sprach zu ihm: Adam wo bist du?

Das Bild des verborgenen Schatzes war allen bekannt. Damals wurden Schätze oft vom Besitzer im Acker verborgen. Zum Beispiel in Kriegszeiten oder andern Gefahren vergrub man Schätze, wie Edelsteine, Schmucksachen, usw. in einer Truhe im Feld, um sie wieder auszugraben, wenn die Gefahr vorbei war. Der Nachbar, der manchmal davon wusste, kaufte nun das Feld, falls der Besitzer nicht zurück kam, und damit auch den verborgenen Schatz.

Der Schatz im Gleichnis stellt Israel dar, Gottes irdisches Volk (2. Mose 19, 5-6; 5. Mose 7, 6-8; 30, 8-9; Ps. 1, 35, 4; Mal. 3, 17). Als Jesus in die Weit kam, fand er Israel in ihr. Wegen Israel kaufte Jesus den Acker, die Welt, und zwar mit seinem Blut (1 . Petr. 1, 19). Als Kaiphas das Wort sprach: "Es ist besser es sterbe einer für das Volk, als das ganze Volk verderbe" (Joh. 11 , 50) wusste er nicht was er damit sagte.

Jesus starb für seine Nation und erwarb die Welt samt Israel in ihr. Er legte den Preis, sein Blut, dafür hin. Das Ergebnis dieses dargelegten Preises ist noch nicht offenbar geworden. Israel liegt noch immer verborgen im Acker dieser Welt., aber der Tag wird kommen, da Israel wiederhergestellt werden wird (Hosea 3, 4-5; Jer. 23, 7-8; 3 1, 10; 5. Mose 23, 9; Rö. 11, 12-15). Der Herr wird Israel wiederum anerkennen, und es wird sein Volk sein. Israel ist immer in der Welt verborgen, oder wie es Hesekiel in seinem Bild der Totengebeine zeigt, in den Gräbern der Nationen Hes. 37.

Das griechische Wort für "Schatz" kommt auch in der griechischen Übersetzung des Alten Testamentes vor. Es handelt sich dabei um den Begriff "sekulah", der "Schatz" bedeutet. Mit diesem Ausdruck wird der Privatbesitz eines Königs angedeutet. In 1. Chronik 29 wird berichtet, dass David Mittel für den Bau des Tempels aus seinem Privatvermögen bereit gestellt hat. Somit liefert David Kapital und Güter für den Tempel, den Salomo später gebaut hat. 1. Chronik 29,33. Und außerdem, weil ich Gefallen habe an dem Haus meines Gottes, habe ich, was ich als Eigentum an Gold und Silber selbst besitze, für das Haus meines Gottes gegeben, über all das hinaus, was ich für das Haus des Heiligtums bereitgestellt habe.

Hier ist die Rede davon, dass David Gold und Silber für das Haus Gottes gibt. Der Ausdruck "Schatz" kommt noch weitere Male in der Bibel vor. In den meisten Fällen, in denen das Wort "Schatz" in der Bibel vorkommt, wird der Begriff auf Israel und nicht auf einen buchstäblichen Schatz angewendet. Hiermit hätten wir dann auch die Antwort auf die Frage, was der Schatz darstellt, nämlich Israel. Das geht auch aus den Weissagungen in Exodus 19 hervor. Hier lesen wir von der Erwählung Israels und von der Erlösung aus Ägypten.

Exodus 19,55 Und nun, wenn ihr willig auf meine Stimme hören und meinen Bund halten werdet, dann sollt ihr aus allen Völkern mein Eigentum sein; denn mir gehört die ganze Erde. Der Ausdruck "mein Eigentum" ist die Übersetzung desselben Wortes "sekulah". Es handelt sich dabei um das Eigentum des Königs. Der Herr, der Israel aus Ägypten erlöst hat, ist der König Israels. Er nennt Israel Seinen besonderen Schatz. Das Königtum dieses Herrn endet nicht bei Israel, denn Er wird König über alle Völker sein. Aber von all den Völkern und ihren Besitztümern auf der ganzen Erde ist Israel das spezielle Eigentum und der Privatbesitz des Königs. Dies wird hier über Israel gesagt und auch in anderen Bibelstellen noch viele Male wiederholt (siehe (Deuteronomium) 5. Mose 7, 6; 14, 2; 26, 18; Psalm 135, 4 und Maleachi 3, 17). Das Volk, das das Eigentum des Herrn sein sollte, wird in Matthäus 13 durch den Schatz im Acker symbolisiert. Der Acker ist ja die Welt und in dieser Welt befindet sich der Besitz des Königs des Himmelreiches, nämlich Israel. Der König findet also Israel im Acker (in der Welt).

Am Anfang des Gleichnisses ist der Schatz im Acker verborgen. Danach kommt der Herr und findet den Schatz. Das widerspiegelt genau die Situation Israels, von der beispielsweise Exodus 2.Mose 19 spricht. Israel war in der Welt verborgen und gab es anfangs gar nicht als Volk. In der Geschlechterfolge der Söhne Noahs wurden 70 Völker der Erde genannt, in die die Menschheit eingeteilt wurde (Genesis 1.Mose 10). Israel kam in dieser  Auflistung jedoch nicht vor. Israel musste sich erst noch aus einem der anderen Völker herausbilden. Israel als Volk kam in Ägypten zustande. Der Herr fand Israel und rief dieses Volk aus Ägypten, genauso wie Er auch Abraham fand und ihn aus Ur in Chaldäa rief. Beide Ereignisse drücken dieselbe Wahrheit aus. Der Herr findet das, was erst verborgen gewesen ist. Dann passiert folgendes: Nachdem der Mensch jenen Schatz gefunden hat, verbirgt Er ihn wieder dort, wo er hergekommen ist, nämlich in der Erde. Nachdem der Herr das Volk Israel gefunden und aus den Nationen erlöst hat, verbirgt Er Israel wieder unter den Völkern. Das Volk wurde aus dieser Welt gezogen, also aus den Nationen gesammelt, aber wegen ihres Unglaubens wieder unter die Völker zerstreut. Das Verbergen des Schatzes geschah auf zweifache Weise. Israel und der Herr sahen sich nicht mehr. Das ist zum einen auf die Himmelfahrt Jesu zurückzuführen. Dadurch verbarg sich vor Israel und zum anderen verbarg Er Israel in der Gefangenschaft, indem Er das Volk unter den Nationen zerstreute. In dem Augenblick, als der Herr Israel verbarg, ging Er hin und verkaufte alles, was Er hatte.

Jesus Christus erkaufte am Kreuz von Golgatha den Acker mitsamt dem verborgenen Schatz (= Land und Volk Israel), hält aber den Schatz noch verborgen. Konkret gesagt: Die Erlösung Israels wird noch nicht sichtbar. Er hat zwar schon völlig dafür bezahlt, aber die Erlösung Israels wird noch verborgen gehalten. Das wiederum bedeutet: Jesus Christus offenbart seinen Besitzanspruch noch nicht, sondern behält ihn sich auf den zukünftigen Tag vor.

Da drängst sich natürlich die Frage auf: Warum lässt er den Schatz verborgen? Die Antwort finden wir im Gleichnis von der kostbaren Perle.


Das Gleichnis von der kostbaren Perle. Rudolf Kniesel

Dieses Gleichnis handelt auch von einem Kaufmann, der etwas findet, verkauft und kauft, um etwas Besonderes zu erwerben. Matthäus 13, 45-46 Wiederum gleicht das Reich der Himmel einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte; 46 als er aber <eine> sehr kostbare Perle gefunden hatte, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie. Die Übereinstimmung zwischen dem vorigen und diesem Gleichnis ist, dass auch hier etwas gefunden und gekauft wird. Nur beim Gleichnis vom Schatz im Acker wird der ganze Acker gekauft, während in dem Gleichnis von der kostbaren Perle lediglich die Perle und nicht das Meer gekauft wird. Der Schatz, der aus der Erde kommt, ist ein Bild für Israel.

Die übliche Anschauung dieses Gleichnisses ist die, dass der Mensch alles verkauft, was er hat, um die kostbare Perle zu erwerben, die Jesus darstellen soll. Andere Schriftstellen zeigen, dass das nicht so ist. Der Mensch hat gar nichts zu zu verkaufen. Womit soll er eine Perle kaufen, da er nur Schulden hat? Der Sünder kann also unmöglich der Kaufmann sein. Das Heil ist umsonst (Jes. 55). Darum spricht er mit dem Dichter:

"Nichts ich bin, und nichts ich hab, nur vom Kreuz lass ich nicht ab".                            

"Ihr seid teuer erkauft; darum preist Gott mit eurem Leib." 1. Kor. 6, 20.

18 Denn ihr wisst, dass ihr nicht mit vergänglichen Dingen, mit Silber oder Gold, erlöst worden seid von eurem eitlen 16, von den Vätern überlieferten Wandel,

19 sondern mit dem kostbaren Blut Christi als eines Lammes ohne Fehler und ohne Flecken. 1. Petr. 1, 18-19


Wenn ein Mensch etwas um des Herrn willen aufgibt, dann tut er es nicht, damit er zu Ihm kommen kann, sondern weil er Ihn im Glauben angenommen hat (Phil 3,7). Der Herr Jesus spricht  hier nicht von der Bekehrung von Sündern, sondern von den Geheimnissen des Reiches der Himmel auf der Erde (V. 11).  Das Himmelreich ist gleich einem Kaufmann ... Jesus sagte nicht: das Himmelreich ist gleich einer Perle. Jesus spricht hier zu den Jüngern und nicht mehr zum Volk.

Das Wort Gottes sagt uns, dass kein Mensch von sich aus Gott sucht, sondern dass der Herr Jesus der Suchende ist (Röm 3,11; Lk 19,10). Jesus ist gekommen um zu suchen und zu retten was verloren ist... in 1. Mose 3, 9 ist Gott der Suchende. Was soll der Mensch bringen? Womit soll er den hohen Preis bezahlen?

Am Kreuz ist all seine Schuld bezahlt, es ist folglich nichts mehr zu zahlen. Also, weder ist der Sünder der Kaufmann, noch Jesus die Perle. Gewiss ist Jesus köstlicher als die köstlichste Perle, ja der Schönste unter den Menschenkindern. Jedoch das Gleichnis stellt eine andere Wahrheit dar.

Die Perle aus dem Meer ist ein Bild für die Gemeinde. Der Schatz spricht vom irdischen und die Perle vom himmlischen Volk Gottes. Gott hat neben Seinem irdischen Volk noch ein weiteres Volk, das Er sich auf gleiche Weise zum Eigentum erwirbt. Der Unterschied ist jedoch, dass diese Perle im Meer (Völkermeer) gefunden wird. Das Meer ist ein Bild für die Nationen. Die Gemeinde wird aus den Nationen gesammelt.

Das Werden der Gemeinde gleicht der Geschichte der Perle und zeigt bildlich unsere Herkunft. Wir sind das wertlose, schmerzen bereitende Sandkorn, aber von ihm erwählt und herrlich gemacht.

Wie wunderbar, dass Jesus die Gemeinde gerade mit einer kostbaren Perle vergleicht. Bei den Juden war die Perle nicht hoch geachtet, es war das besondere Kleinod der heidnischen Völker. Wie herrlich und ergreifend spiegelt sich in der Entstehungsgeschichte der Perle, das Werden der Gemeinde.

Während ihres Entstehen ist die Perle nicht zu sehen, sie ist von der Muschel eingeschlossen und ist allen menschlichen Blicken verborgen.

In der östlichen Bildersprache hat die Perle die Bedeutung der Reinheit und zugleich des Sieges der Reinheit über das Unreine. Im Griechischen haben wir dasselbe Wort für Perle wie für Reinheit, nämlich „margarites“, das Wort, von dem wir den Vornamen „Margarita“ ableiten. So sieht Jesus schon jetzt seine Gemeinde - eine kostbare Perle von lauter Reinheit.

Der Kaufmann im Gleichnis erkennt mit dem scharfen Blick die kostbare Perle, er geht hin verkauft alles, was er hat und zahlt den unsagbar hohen Preis dafür.

Der Menschensohn hat seine Gemeinde aus den Nationen (Völkermeer) erkauft - ja, er musste alles geben, was er hat, sogar sein eigenes Blut. Nun gehört ihm die kostbare Perle, sie ist sein unumstrittenes Eigentum.

Wie sieht das Himmelreich in dieser Zeit aus? Es gleicht einem Kaufmann, der sucht und findet, der kauft und heimbringt. Das Werden der Gemeinde in dieser Zeit zwischen dem ersten und zweiten Kommen Jesu ist der tiefste Sinn der Weltgeschichte.

Perlen werden von Tauchern in der Tiefe des Meeres gesucht und gefunden. Manche Taucher haben ihr Leben gelassen.

Eine Perle entsteht auf Grund des Leidens der Auster, die in der Muschel lebt. Wenn ein Fremdkörper in jene Muschel eindringt, dann scheidet die Auster einen bestimmten Stoff ab, nämlich Perlmutt. Dieser erhärtet und wächst immerzu weiter. Eine Perle ist also ein Sandkörnchen (wertlos) mit einem sehr wertvollen Stoff drum herum. Es beginnt aber alles mit normalem Sand, mit derselben Substanz, aus der auch die Erde besteht. Die Perle wird durch Leiden geläutert und es bildet sich eine sehr schöne Form. Die Perle verdankt also ihre Entstehung einer Verletzung der Muschel, aus deren Seite sie hervorgegangen ist. Das Gleichnis zeigt bildlich unsere Herkunft. Wir sind das wertlose, schmerzen bereitende Sandkorn, aber von Ihm erwählt und herrlich gemacht. Als Gott die Eva schuf, ließ Er einen tiefen Schlaf auf Adam kommen, und aus dessen Seite nahm er die Frau, die Eva. Die Schöpfung der Eva ist ein Vorbild von der einen großen Neuschöpfung, des Leibes Christi. Auch die Gemeinde Christi kommt aus der Seite dessen, der am Kreuz mit einem Speer in der Seite verwundet wurde (Eph. 5, 30; Jes. 53, 11). Durch Schmerzensarbeit der Muschel ist die Perle entstanden, und durch die Mühsal Seiner Seele auf Golgatha die Gemeinde. Um die Perle zu erwerben, muss die Muschel leiden und sterben, und das tat der Herr für die eine Perle, für Seine Gemeinde.

Die höchsten Preise wurden für eine einzige Perle bezahlt.

Perlen sind sehr begehrt. Scharen von Menschen suchten sie unter größter Lebensgefahr, oft auf tiefstem Meeresgrund. So mancher Perlentaucher hat sein Leben verloren, nur wegen einer Perle.

Perlen sind sehr dauerhaft und feuerfest. Die Gemeinde, diese kostbare Perle, konnte durch nichts zerstört werden, weder Feuer noch Schwert vermochten sie auszurotten.

Perlen sind auch schwer zerbrechlich. Natürliche Stärke zerbricht sie nicht. Alle Anstrengungen, um die Gemeinde zu vernichten, versagten. Nichts kann sie scheiden von der Liebe Gottes (Röm. 8, 31-39).

Die Bestimmung der Perle.
 Irdische Perlen glänzen bei den Großen dieser Welt und zieren die Kronen der Könige. Die Schrift lehrt, dass im himmlischen Jerusalem die Tore aus je einer Perle bestehen (Offb. 22). Wie wunderbar wird diese himmlische, goldene Stadt sein! Wenn aber die Stadt, deren Baumeister der Erwerber der Perle ist, solche Schönheiten bietet, was wird erst die Gemeinde selbst sein? Sie wird Seine Zierde sein. In Eph. 5, 27 sehen wir, ohne Flecken und ohne Runzeln. Heute erscheint sie der Welt noch sehr unansehnlich, sie ist vielen nach außen hin wie die Perle, die noch in der Schale der Perlmutter ist. Es ist noch nicht erschienen, was sein wird, bald aber wird diese Gemeinde ewiglich Seine Zierde sein.

 Da wir so wertvoll in Seinen Augen sind und die kostbare Perle genannt werden, sollen wir auch jetzt schon den ganzen inneren Glanz der Perle tragen (2. Kor. 4, 7). Die Perle ist innerlich und äußerlich gleich schön, und das sollen auch wir sein. Lauter auf den Tag Christi (Phil. 1, 10-11).

 Gegenwärtig ist die Perle noch wie im Dunkel des Meeres der Völkerwelt, bald aber wird Er sie heimholen, wo sie Sein ewiger Schmuck sein wird.

Die Perle besteht aus vielen Farben, was von der mannigfaltigen Weisheit  Gottes zeugt, die in Epheser 3,10 im Zusammenhang mit der Gemeinde genannt wird. Zudem spricht derselbe Epheserbrief über die Gemeinde als eine vollkommene Einheit in Christus. Es ist nicht möglich, eine Perle zu spalten oder in Stücke zu zerbrechen, da eine Perle dann pulverisieren würde. Man hat entweder eine Perle oder gar nichts. Auch auf die Gemeinde ist dieses Prinzip anwendbar, denn es ist unmöglich, den Leib Christi zu zerbrechen. Die Gemeinde ist eins und vollkommen. Entweder existiert sie oder sie existiert nicht; es ist jedoch unmöglich, sie zu teilen. Die Gemeinde ist wie eine Perle, die vom Meeresgrund geholt wird, nämlich aus den Nationen. Daraus wird deutlich, dass während der Verborgenheit des Reiches Gottes, der Herr sich tatsächlich zwei Völker erwählt. Er tut das nicht gleichzeitig, sondern nacheinander, obwohl wir es hier mit der umgekehrten Reihenfolge zu tun haben. Es ist zuerst die Rede vom Schatz, dem älteren Volk. Es geht nämlich um das Volk, das Gott anfänglich in dieser Welt gefunden hat.

Während der Zeit der Verborgenheit geht es erst um die Perle, um jenes Volk, das aus den Nationen für Seinen Namen gesammelt wird. Eine Perle ist ebenfalls ein persönlicher Schatz, nur wird dieser hier nicht so genannt. Es handelt sich um ein Volk für den Namen Gottes, das eine himmlische Bestimmung hat. Danach wird auch ein Volk aus den  Nationen gesammelt, welches eine irdische Bestimmung hat. Hierbei geht es um Israel.

Für beide Völker hat sich der Herr hingegeben.

Daraus besteht die Übereinstimmung zwischen den beiden Gleichnissen. "Der Herr verzögert nicht die Verheißung, wie es einige für eine Verzögerung halten, sondern er ist langmütig euch gegenüber, da er nicht will, dass irgendwelche verloren gehen [...]" (2. Petr. 3,9). In jener Zeit der "Verzögerung" leben wir. Wir leben in einer Zeit, in der die Wiederkunft Christi sozusagen aufgeschoben wird. Innerhalb dieses Zeitraumes tut der Feind negative Dinge (Unkraut säen, Sauerteig ins Mehl mischen). Der Herr hingegen tut positive Dinge (den Schatz im Acker und die Perle erwerben).

Mit der Gemeinde verhält es sich ein wenig anders. Die Gemeinde ist in Christus vor der Grundlegung der Welt erwählt worden. Die Gemeinde ist mit Christus verwachsen, in Ihm vollkommen und ein ganz natürliches Erzeugnis. Sie entsteht einfach in der Natur und ist ein Produkt von Gottes Werk; sie ist also ein Produkt des Schöpfers. Wir bauen die Gemeinde nicht, sondern sie ist etwas, was der Herr selbst zustande bringt und sich erwählt hat. Ist es nicht von äußerster Wichtigkeit zu wissen, dass wir Teil jener Perle sind und dass Er uns als Sein Eigentum erworben hat?

Obwohl der Herr hingegangen ist, brauchen wir nicht beunruhigt sein. Er erkauft und erwählt uns sich zum Eigentum. Es ist großartig, das zu wissen. Lasst uns auf das Kommen dieses „Menschen“, dieses „Kaufmannes“ des Herrn warten. „Dieser Kaufmann“ regelt Gottes Angelegenheiten im Interesse Gottes. Bei diesen Angelegenheiten fahren wir gut und wir sind sogar an ihnen beteiligt. Wir sind ja gerufen, erkauft und durch den Herrn bezahlt. Es ist sogar so, dass der Herr Sein Königtum in dieser Welt aufgegeben hat. Er hat dies um der Gemeinde willen verkauft, weil Er nicht möchte, dass irgendwelche verloren gehen. Er hat das wegen uns getan. Wenn der Herr nachher wiederkommt, um die Verborgenheit zu erfüllen und um Sein Reich auf Erden zu offenbaren, wird Er zuallererst die Gemeinde von dieser Erde entrücken. Wir haben nämlich keine irdische, sondern eine himmlische Zukunft. Erst danach wird Er Sein Reich auf Erden gründen.

Sie hat keine irdische, sondern eine himmlische Bestimmung, weil sie für Gott selbst bestimmt ist. Welch großes Heil ist es, dass der Herr uns erkauft hat und wir Sein Eigentum sind. Er sorgt unter allen Umständen für uns, sogar jetzt, wo Er hingegangen ist.

Eines dürfen wir ganz sicher wissen: Er kommt zurück, um Seine Besitztümer in Empfang zu nehmen. Gläubige verstehen die Gleichnisse. Diese Wahrheiten sind für Gläubige bestimmt, denn geistliche Wahrheiten sind für diejenigen bestimmt, die an die Schrift glauben. Gott spricht ja in erster Linie zu denjenigen, die bereit sind, auf Ihn zu hören. Die Bibel sagt an anderer Stelle, dass Gott Seinen Freunden Seine Pläne bekannt macht. Es gibt sehr viele Auslegungen dieser Gleichnisse, die ihren Ursprung nicht in der Schrift haben.


Die richtige Deutung der Gleichnisse wird aber nur in der Schrift gefunden. Wir sollen dann auch einzig und allein diese zuverlässige Quelle benutzen, um die Schrift mit Schrift auszulegen.


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Schuld der Väter von Josef Kniesel
Sind wir, als wiedergeborene Christen, nun frei von der Macht der Sünde und des Teufels, oder müssen wir immer noch mit "verborgenen Anrechten des Feindes" in unserem Leben rechnen? Oder ist es wahr, was Jeremia sagt: Klagelieder 5, 7 "Unsere Väter haben gesündigt und leben nicht mehr, wir aber müssen ihre Schuld tragen". Ist das wahr, "wenn unsere Väter saure Trauben gegessen haben, dass wir die stumpfen Zähne bekommen? Ist der Fluch des Gesetzes übertragbar auf die nachfolgenden Generationen?"
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Frei vom Fluch von Peter Woodtli, Zürich CH
Das Wort Fluch hören wir nicht gerne, ein Wort, das über hundert Mal in irgendeiner Form in der Bibel vorkommt. Was ist ein Fluch? Es ist eine über mir liegende negative Kraft, der ich mich nicht entziehen kann. Fluch wird hinter Unfälen und Krankheiten vermutet.
Die Menschen suchen sich andere Menschen, die eine bestimmte Gabe haben, hinein zu sehen, wo bei ihnen in der Vergangenheit und in der Familienlinie etwas nicht stimmte. Mit diesem Thema begebe ich mich auf ein ganz heikles Podest, weil dies durch die Christenheit durchgeht. Ich möchte euch heute helfen zu sehen, warum dieses Denken vorhanden ist, woher es kommt, und wo der Fehlschluss liegt.
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Im Geiste wandeln. Rudolf Kniesel

Es gibt unzählige Christen, die eine verlorene Schlacht kämpfen! Sie versuchen in eigener Kraft gegen die Tücken der Sünde anzukämpfen. Das ist ein Kampf, den du dein ganzes Leben lang führen kannst; aber lass es dir sagen, Du wirst nie gewinnen! Es ist ein Kampf, der bereits verloren wurde, verloren in dem ersten Adam, der zur lebendigen Seele gemacht wurde und starb. Doch der letzte Adam Jesus Christus, hat die Sünde, den Tod und die Hölle, ja den Satan selbst, besiegt! Warum nimmst du in Ihm nicht den Sieg an, den Er schon gewonnen hat? Sieg über das Fleisch wird nicht erkämpft, er wird empfangen. "Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lüste des Fleisches nicht vollbringen" (Gal. 5, 16). "Im Geiste wandeln",  heißt mit anderen Worten, im Glauben den Sieg, den Gott schenken wird, als Tatsache vorwegnehmen. Gott wird deine Glaubensannahme bestätigen und in deiner Erfahrung zur Wirklichkeit machen.

Der Teufel liebt es, die Wahrheit zu verdrehen und sie in Lüge zu verwandeln. Wahrscheinlich hat er dir die Sache folgendermaßen erklärt: «Versuche die Lüste des Fleisches nicht zu vollbringen, dann wirst du im Geiste wandeln.» Es klingt dann so, als wäre das Letzte die Belohnung für das Erste. Satan weiß, dass er dich auf diese Weise mit dir selbst beschäftigt hält, statt dass Du deine Aufmerksamkeit ganz auf Christus ausrichtest.

Nichts bietet einen so kläglichen und bemitleidenswerten Anblick wie der Versuch des Fleisches, heilig zu sein. Das Fleisch hat einen verkehrten Hang zur Gerechtigkeit. Die Gerechtigkeit, die es erreichen wird, ist immer Selbstgerechtigkeit.

Selbstgerechtigkeit ist immer selbstbewusste Gerechtigkeit, und selbstbewusste Gerechtigkeit ist immer voller Eigenlob. Sie erzeugt den Angeber, der immer auffallen, immer anerkannt, befragt, mit Beifall bedacht werden muss. Andererseits, wenn das Fleisch auf dem Wege zur Selbstgerechtigkeit versagt, wird es anstatt mit Eigenlob mit Selbstmitleid erfüllt sein. Das bringt den nach innen gerichteten Menschen hervor, den ewig hilfesuchenden, der jeden um Rat fragt, aber sich nie helfen lässt.

Den Teufel interessiert es wenig, ob du ein nach innen oder nach außen gerichteter Mensch bist, ob du mit Selbstmitleid oder Eigenlob erfüllt bist, ob du Erfolg hast oder nicht, in den fleischlichen Anstrengungen heilig zu sein. Er weiß, du bist in jedem Fall mit dir selbst beschäftigt und nicht mit Christus. Du bist egozentrisch dein ICH ist das Zentrum deines Lebens und nicht ‑ christozentrisch, ‑ Christus die Mitte deines Lebens.

So wird Satan versuchen, Dich zu überzeugen, dass «im Geiste wandeln» einfach die Folge deiner frommen Bemühungen ist, nicht die «Lüste des Fleisches» zu vollbringen, deren eigener Urheber er ist. Indem er so tückischerweise Weg und Ziel verdunkelt, beraubt er dich der einzigen Möglichkeit, Sieg zu haben. Hast du es nicht auch schon versucht, um im Geist zu wandeln, die Lüste des Fleisches nicht zu vollbringen, und hast die Schlacht verloren. Gott aber sagt zu dir: «Wandle im Geist», in einer Haltung völliger Abhängigkeit von Ihm, indem du Gott in allen Dingen alles anvertraust und überlässt, "dann wirst du die Lüste des Fleisches nicht vollbringen". Dann wirst du nämlich durch Christus den Sieg feiern, der bereits von Ihm gewonnen wurde.

 

Im Geiste wandeln ist nicht eine Belohnung, sondern der Weg zum Ziel: das Leben Christi als Dynamik deines Lebens zu genießen! Wenn du Schritt für Schritt in einer Haltung völliger Abhängigkeit vom Herrn Jesus Christus wandelst, dann wird Er in dir den Sieg feiern, den Er über Sünde, Tod und Teufel bereits errungen hat.

Wer fliegen will, weiß, dass er seit seiner Geburt an das Gesetz der Schwerkraft gebunden ist, das er nie aufheben kann. Er weiß aber auch von einem anderen Gesetz, das es ihm möglich macht, das Gesetz der Schwerkraft zu überwinden. Er muss nur bereit sein, sich diesem anderen Gesetz, dem der Aerodynamik anzuvertrauen. Im Vertrauen auf dieses neue Gesetz besteigt er ein Flugzeug. Sobald die mächtigen Motoren ihre Arbeit beginnen, entdeckt er, das alte wird von dem neuen Gesetz überwunden. Sollte ihm allerdings die Kabine zu eng werden, und er wäre so töricht, durch den Notausgang auszusteigen, wird ihm sehr unsanft klar werden, dass das alte Gesetz noch in Kraft ist. Wir müssen die Haltung völliger Abhängigkeit beibehalten, um Überwinder des alten Gesetzes zu bleiben.

So sollst du durch Glauben leben, im Geist. Das ganze Gewicht deiner Person sollst du auf Christus werfen, der in dir lebt. Gott verspricht dir, wenn du «im Geiste wandelst, dann wirst du die Lüste des Fleisches nicht vollbringen» (Gal. 5, 16).


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Vergebung hat große Wirkung (Rudolf Kniesl)
Vergebung ein Lebensstil - es liegt in deiner und meiner Hand. Unbegrenzte Bereitschaft zur Vergebung und das Gleichnis vom hartherzigen Schuldner. Matthäus 18,21 bis 35
Vergebung hat große Wirkung.
Häufig fühlen wir uns überfordert, wenn wir anderen vergeben sollen. Viele sind der Meinung: "Vergeben heißt vergessen" Mag es uns auch mitunter schwer fallen, das Prinzip des Vergebens in unserem Leben zu verwirklichen, so bringt es doch bedeutende Ergebnisse hervor. Vergebung, bedeudet: "loslassen" oder auf "Strafe verzichten". Wenn wir vergeben, entscheiden wir uns, jemanden für sein verletzendes Verhalten nicht zur Rechenschaft zu ziehen. Vergeben ist also eine Sache der Entscheidung. Die Frage ist nicht, ob ich vergeben kann, sondern ob ich vergeben will. Gott hat uns in Jesus Christus vergeben. Dies bedeutet Gott verzichtet darauf, uns zu strafen, weil Jesus unsere Strafe getragen hat.
Vergebung geschieht aus Gnade, und Gnade ist ein unverdientes Geschenk.
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Gesetz des Geistes (Rudolf Kniesel)
Wenn wir also Sklave der Sünde sind ... ... können wir nicht gleichzeitig Diener Gottes sein. Denn das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus hat dich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes. Römer 8, 2.
Wir reden und hören oft über die Notwendigkeit einer Veränderung in unserem Leben als Kinder Gottes. Das ist tatsächlich Gottes Absicht und Ziel. Aber in der Vorstellung von vielen Gläubigen bedeutet dies, dass allmählich ihre alte Natur verändert wird und sie Jesus ähnlicher werden. Aber lass mich sagen: Das ist nicht der Fall! Man kann jahrelang Christ sein, regelmäßig Gottes Wort hören,
viel Segen erleben, ohne Jesus ähnlicher zu werden. Ich möchte noch etwas sagen: Unsere alte Natur wird nie und nimmer verändert werden! Trotzdem sagt Gott, wir sollen verändert werden! Was Jesus uns im Heil gebracht hat, ist das Geschenk einer neuen Natur.
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Jesus ist gekommen das Gesetz zu erfüllen (Gesetz meint die Torah (Weisung, Lehre)

Meint nicht, dass ich gekommen sei, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen. Matth. 5, 17 (Elbf.) 

(Gesetz meint die Torah = Weisung, Lehre) Gesetz: - viele Christen denken dabei an Strafgesetzbuch.

Um eine typisch rabbinische und damit hebräische Redewendung handelt es sich bei Jesu Wort. Meint nicht, dass ich gekommen sei, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen.

Im Hintergrund dieser Aussage steht die Diskussion um eine Frage des Gesetzes, in der zwei Rabbiner unterschiedlicher Meinung waren. Der eine sagte: Du löst das Gesetz auf! und meinte: Mit deiner Auslegung wird das Gesetz nicht erfüllt, und du hältst Leute davon ab, das Gesetz zu tun, zu erfüllen. Darauf erwiderte der andere: Nein, ich erfülle das Gesetz!" Und meinte: ich bringe durch meine Auslegung Leute dazu, das Gesetz zu tun!

Auflösen und erfüllen sind technische rabbinische Ausdrücke für falsch und richtig auslegen.

Der Apostel Paulus äußerte sich (Römer 3,31) ähnlich, indem er sagte: Setzen wir nun durch den Glauben das Gesetz außer Kraft?" Im Gegenteil, richten das Gesetz auf. Auch hier begegnen wir einer rabbinischen Formulierung.

Im weiteren Verlauf seiner Lehre gab Jesus dann im Blick auf dieses grundsätzliche Statement zuerst vier Fallbeispiele für seine Behauptung, das Gesetz zu erfüllen (richtig auszulegen): Mord, Ehebruch, Schwören, Vergelten  das Fazit daraus lautet: Mord, Ehebruch usw., alle Sünden entwickeln sich zunächst sehr klein im Herzen des Menschen. Wehrt man diesen kleinen Dingen nicht rechtzeitig, kann das schlimme Folgen haben! Mit dieser Auslegung bewies Jesus, dass er in guter Tradition der Weisen stand. Seine Kritiker mussten ihm zustimmen. Er erfüllte das Gesetz, d. h. er legte das Gesetz richtig aus. Und dann kam hinzu: Jesus lehrte nicht nur richtig, er lehrte auch mit Vollmacht.

Auszug aus dem Buch: Sind wir denn nicht frei? Christ sein zwischen Gesetz und Gnade, von Horst Krüger   ISBN 3-87482-280-X


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Pfahl im Fleisch von Pfarrer Otto Witt.
Die Ansicht vieler Ausleger geht dahin, unter diesem Ausdruck sei eine Krankheit zu verstehen. Man sagt, Gott sei es, der die Krankheit schicke, damit seine getreuen Gläubigen durch geduldiges Ertragen der körperlichen Leiden ihn verherrlichen sollen. Dies hat zweifellos zu der Annahme geführt, dass Paulus von einer schweren Krankheit befallen war, von der ihn Gott nicht heilen wollte; hatte er doch dreimal den Herrn gebeten, dieser Satansengel, der die Krankheit verursacht habe, möge von ihm weichen; und die auf dieses Gebet erhaltene Antwort des Herrn "Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig" scheint auch dann zu beweisen, dass selbst aufrichtige Gotteskinder bisweilen nach Gottes Willen unter unheilbaren Krankheiten zu leiden haben.
Gewiss kann man denen, die diese Meinung vertreten, oft den Ernst ihrer Frömmigkeit in keiner Weise absprechen. Es fragt sich nur, ob ihre Annahme richtig ist.
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Es kam aber der Tag des Festes der ungesäuerten Brote, an dem das Passahlamm geschlachtet werden musste.
Eine lange Zeit gab es in der Christenheit ein Proplem, dieses Abendmahl des Herrn, recht zu verstehen und recht einzuordnen. In besonderer Weise hat der Lukastext Mühe gemacht. Einmal heißt es: er nahm einen Kelch, dankte sprach ... dann heißt es: er nahm den Kelch ... Offensichtlich waren mehrere Kelche in Aktion. Dies ist in den andern Evangelien nicht erwähnt, aber Lukas erwähnt es. Was hat das alles zu sagen und was hat das zu bedeuten. Zum Anderen hat uns die Lutherbibel etwas Schwierigkeiten bereitet. Da heißt es: mich hat's mit Sehnsucht verlangt das Osterlamm mit euch zu essen. Und nun steht in allen Abendmahlstexten und Passahtexten die wir in den Evangelien haben, nichts von einem Osterlamm. Nirgendwo steht von dem Passahlamm geschrieben. Das ist eine freie Deutung, und in diesem Falle eine klare Missdeutung des Textes.
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Fragen und Antworten über göttliche Heilung von A. B. Simpson, aus „Sieg des Kreuzes“
Im Herzen manches aufrichtigen Gläubigen steigen viele Fragen auf im Blick auf die Heilung des Leibes, besonders wenn es um die praktische und persönliche Anwendung geht. Nachfolgend wollen wir versuchen, einige davon zu nennen und sie von der Schrift her zu beantworten.
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Jakobus 5, 13-18 Auszug aus dem Buch: Geistesgaben in Lehre und Praxis, von Reinhold Ulonska. ISBN 387482-103-X
"Ist jemand krank unter euch, der rufe die Ältesten der Gemeinde zu sich. Sie sollen über ihm beten und ihn mit Öl einreiben im Namen des Herrn. Und das Gebet des Glaubens wird den Kranken retten, und der Herr wird ihn aufrichten. Und so er Sünden getan hat, so werden sie ihm vergeben sein. So bekennet einander eure Vergehungen und betet füreinander, dass ihr gesund werdet." Gläubige sollten sich nicht umschauen, wo jemand ist, der die Gaben der Heilungen hat, sondern sich an ihre Ältesten wenden. Diese dürfen sie rufen. Die Ältesten sollen mit ihnen beten, und der Herr tut Wunder. Deshalb steht hier nicht: "Der rufe zu sich die Ältesten, die die Gaben der Heilungen haben .... sondern: "Der rufe zu sich die Ältesten der Gemeinde."
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